You live, you learn
Februar 1st, 2012Wohnzimmertisch mit Kartenmaterial für den Sportküstenschifferschein – ich hab ja sonst nichts zu tun.
Wohnzimmertisch mit Kartenmaterial für den Sportküstenschifferschein – ich hab ja sonst nichts zu tun.
Nicht mal eine Woche nach der Prüfung war gestern das Bodenseeschifferpatent schon im Briefkasten! Freundlicherweise liegt auch gleich ein Formular dabei, mit dem ich den Sportbootführerschein Binnen beantragen kann – so viel Service, ich bin ganz platt!
Es ist vollbracht – seit gestern bin ich stolzer Inhaber des Bodenseeschifferpatents und damit quasi auch des Sportbootführerscheins Binnen, denn in diesen kann ich das BSSP umschreiben lassen. Letzten Samstag ging es mit dem Kurs los und im Gegensatz zum Anfängerkurs herrschte gleich ordentlich Wind. Dazu waren wir bis Montag nur zu viert auf dem Boot, so dass viel Zeit zum üben blieb. Ab Montag ging’s dann halbtagsweise mit Motor- und Segelboot weiter, gegen Mitte der Woche wurde dann leider der Wind aber etwas arg flau, so dass das Manöverkreis und Rettungsmanöver fahren doch etwas zäh wurde. Jedenfalls hatte ich am Donnerstag dann echt genug, jeden Tag 7 Stunden auf dem See ist schon echt anstrengend. Freitag früh war dann Prüfung, ich durfte beim Segeln als erster ran – also klarmachen zum ablegen, ablegen, aus dem Hafen fahren, Segel setzen und los – und beeindruckte gleich durch meine zackige Kommandosprache (KLAR BEI VORLEINE? KLAR BEI SPRING?) so, dass der Prüfer gleich zum Nachbarboot sagte, dass so laut die Kommandos sein müssen, er war gleich begeistert.
Der Rest war dann beim Segeln echt schnell abgefrühstückt, wobei ich als erster um halb acht noch Glück mit dem Wind hatte, danach wurde er immer schwächer. Bei den anderen beiden ging’s aber auch grad noch und mit mehr oder weniger kleinen Patzern hatten wir dann alle drei relativ schnell die Segelpraxis erledigt, wobei es bei mir bis auf einen Nahezuaufschießer eigentlich fehlerfrei lief.
Danach hieß es erst mal warten, bevor es auf’s Motorboot, ging. Das vorher souverän gelöste Anlegen am Steg wollte nicht so ganz, war aber noch okay, so dass ich nach drei Manövern auch erst mal fertig war. Danach ging’s noch raus, Rettungsmanöver fahren, dann noch eine Peilung machen und das war’s. Eigentlich recht einfach, aber vorher war ich echt nervös. Es waren jedenfalls auch zwei sehr nette Prüfer, da gibt’s echt keinen Grund zur Klage. Ein dickes Lob noch an unsere Lehrer Ellmar (Segeln) und Thilo (Motorboot), die uns wirklich alles ordentlich eingepaukt haben, ohne dabei den nötigen Humor vermissen zu lassen, ich denke da nur an unsere Prinzipien “denken, lenken, Gas geben” und “immer dazwischen”.
Nicht zu vergessen Roberto, der den Grundkurs auch super gestaltet hatte. Nach Anfänger- und Praxiskurs kann ich nur sagen, dass ich Wassersport Schattmaier uneingeschränkt empfehlen kann, alles total nette Leute und eine super Ausbildung, jetzt habe ich also die Lizenz zum Üben.
Was für Surfen gilt, gilt – das kann ich nach meinem Anfänger-Segelkurs diese Woche sagen – auch für Segeln. War schon geil, traumhaftes Wetter, schön 4 Tage auf dem Bodensee rum schippern und ab und zu schwimmen gehen, teilweise vom Boot aus. Als Erinnerung habe ich dank Antifouling erst mal blaue Knie und eine ebenso blaue Boardshorts (die sich hoffentlich wieder sauber kriegen lässt) sowie eine ordentliche Hautfarbe und besser definierte Flip-Flop-Streifen. Hier ein paar Impressionen, leider nur mit dem Handy aufgenommen, da meine trusty Unterwasserkamera nach wie vor defekt ist; richtige Bilder kriege ich demnächst von meinen Kurs-Kollegen:

Kirche “Maria Hilfe der Christen” in Kressbronn – Aussicht aus dem Hotelzimmer
Ich hab ja echt nicht sonderlich viel für das Bodenseeschifferpatent gelernt, auch wenn böse Zungen da etwas anderes behaupten werden – aber ein Streber bin ich anscheinend doch. Bei einem Bereich war ich mir zwar bei 3 Fragen unsicher, gerade da wo 5 von 7 Fragen richtig beantwortet werden mussten. War aber halb so wild, am Ende war ich fehlerfrei und hatte von den gegebenen achtzig Minuten nicht mal vierzig gebraucht. Und jetzt auf zur Praxis…