Zwei Fliegen mit einer Klappe?

September 4th, 2009

Muammar al-Gaddafi ist in letzter Zeit nicht so gut auf die Schweiz zu sprechen, das kriegt man in Deutschland aber nicht so mit; Hintergrund ist, dass Gaddafis Sohn Hannibal mitsamt seiner Frau kurzzeitig in Genf inhaftiert wurde, gegen eine Kaution von 500.000 Franken kam er wieder frei. Seitdem spielt Libyen das trotzige Kind, stellte Erdöllieferungen an die Schweiz ein, zog Anlagevermögen, verbot der Swiss, in Tripolis zu landen und verbot zwei Schweizer Staatsbürgern die Ausreise. Reichlich kindisch, bei den Vorwürfen “Körperverletzung, Drohung sowie Nötigung zweier Hausangestellter [in einem Hotel in Genf]” ist zumindest eine Festnahme – wenn vielleicht auch diplomatisch ungeschickt – juristisch einwandfrei. Diplomatisch korrekt wäre es wohl gewesen “dass man ihn aufforderte, das Land zu verlassen“. Würde mich ja mal interessieren wer der sich daheim benimmt.

Naja, jedenfalls passte das den Libyern nicht und Gaddafi und speziell Sohn Hannibal nicht. Hannibal will die Schweiz am liebsten gleich mit Atomwaffen von der Weltkarte bomben, Vater Muammar hat aber einen besseren Vorschlag: die Schweiz zerschlagen! Deutschschweiz an Deutschland, Romandie an Frankreich, Tessin an Italien – zack, erledigt. Könnte man da aber nicht gleich noch den Nahost-Konflikt lösen und Israel umsiedeln, zum Beispiel auf das Gebiet des Schweizer Reduit? Vielleicht sollte er seinen Vorschlag, den er ernsthaft vor der UN-Vollversammlung stellen will, mal damit anreichern. ;)

FC Aarau – FC Zürich 1:1 (1:0)

September 2nd, 2009

“Sie träumet vo de große Welt, doch müsse’s zuerst hüt is Brügglifeld”

Klare Vorzeichen eigentlich vor dem Spiel des Schlusslichts Aarau gegen den amtierenden Schweizer Meister FC Zürich, doch auch Zürich war mit bereits 8 Punkten Rückstand auf den Tabellenführer Bern nicht gerade optimal in die Saison gestartet. Wie oben zitiert ging’s am Samstag ans Brügglifeld, an dem sich Zürich nicht gerade in Champions League-Form präsentierte, denn am Ende stand nur ein 1:1 zu Buche.

Zuerst muss ich allerdings mal wieder meine Lieblingsthema ansprechen: die Beschilderung von Fußballstadien im Ausland. In Deutschland sind ja sogar Regionalliga-Stadien beschildert aber ebenso wie in Luxemburg sieht es auch in der Schweiz größtenteils anders aus. In Aarau, immerhin seit Gründung der höchsten Schweizer Spielklasse ununterbrochen erstklassig, muss man sich schon sehr bemühen ein Schild zum Stadion zu finden. Grob wusste ich immerhin wo ich hin musste und so fiel halt ein ohnehin nur minimal geplantes Sightseeing aus und ich parkte direkt in der Nähe vom Stadion. Dafür dass ich relativ kurz vor’m Spiel dran war hatte ich echt Glück, vor allem da in der Schweiz Parkplätze ja echt rar gesät sind. Gut, das Stadion liegt halt auch am südlichen Stadtrand in einem Wohngebiet (streng genommen sogar schon auf dem Gebiet der Gemeinde Suhr).

Brügglifeldweg

Mit 9.249 Plätzen ist das Stadion für ein Erstligastadion natürlich klein, sogar für Schweizer Verhältnisse: nur noch Bellinzona hat ein kleineres Stadion, je nachdem ob man das Stadion Allmend oder Gersang anschaut aber auch Luzern. Die Haupttribüne ist eine überdachte Sitzplatztribüne, nebenan hat man noch eine Stahlrohrtribüne gebaut.

Haupttribüne Brügglifeld

Von den Hintertorseiten aus zieht sich eine durchgehende Stehplatztribüne über die Gegengerade, nur die Ecken an der Haupttribünenseite sind frei. Hinter der Gegengeraden ist ein Grasstreifen, auf dem sich ein paar Dixie-Klos befinden, dahinter grenzen direkt ein paar Wohnhäuser an – kuschelig. :)

Grasstreifen am Brügglifeld

Das Spiel begann – unter den Augen von Spielerbeobachtern von Real Madrid – erwartungsgemäß mit stärkeren Zürchern. Nach knapp 10 Minuten die erste dicke Chance durch einen Lupter von Duric, den die Aarauer gerade noch vor der Linie klären konnten. Aarau kam dann auch langsam ins Spiel und schloss einen Konter in der 19. Minute mit einem Schuss von Stojkov nur knapp am Tor vorbei ab. In der 23. Minute war Stojkov zwar zur Stelle, die Flanke von rechts von Marazzi ging allerdings ohne Fremdeinwirkung ins Tor – unglückliche Situation für die Zürcher, die zu diesem Zeitpunkt nur zu zehnt auf dem Platz waren – es war kein fester Schuss und sicherlich auch nicht so gedacht. Das Spiel wurde dann etwas munterer, Vonlanthen hatte mit einem schönen Seitfallzieher keinen Erfolg, ebenso wie Polverino auf der Gegenseite.

Gegentribüne Brügglifeld

In der zweiten Halbzeit kam der FCZ nach kurzer Zeit zu einem ähnlichen Tor wie vorher Aarau, als Stahel nach einem unberechtigten Freistoß von Duric auch mehr oder weniger kaum am Ball war, der Ball aber doch im Tor landete. Nur kurz darauf gab’s eine gelb-rote Karte gegen den Aarauer Aquaro, die fast zu Ausschreitungen geführt hätte – kaum verwunderlich, war der Freistoß vor dem Tor doch die erste Gelbe Karte gewesen und sogar laut Spielbericht vom FCZ unberechtigt. Der schon vorher nicht unumstrittene Schiedsrichter Grossen wurde auch in der Folge kein Liebling der Aarauer mehr, außer Schmähungen und Becherwürfen passierte allerdings nichts. Auch die Überzahl konnte Zürich nicht für ein Tor nutzen, die Offensivaktionen waren recht einfallslos, so dass Aarau dem Meister am Ende immerhin einen Punkt
abtrotzen konnte.

Positiv erwähnen will ich auf jeden Fall noch den Support, die Aarauer haben durchaus gute Stimmung gemacht, hätte ich nicht unbedingt erwartet. Die Zürcher, in Massen angereist, waren natürlich auch nicht schlecht laut, aber der Aarauer Support war echt gut und – was man ja vom beliebten deutschen Dauergesang nicht so kennt – auch von der Situation her passend. Zumindest beim Topspiel also durchaus einen Besuch wert, vor allem weil’s ja in Schweizer Stadien oft witzige Sachen zu kaufen gibt: lecker Rivella natürlich aber auch einen “Döner in der Kiste”.

Links:
Spielbericht beim FC Aarau
Spielbericht beim FC Zürich
Videozusammenfassung beim SF

Seltsam

April 9th, 2009

Endlich warm, endlich 18°C in Stuttgart, Mittagspause im T-Shirt am See in der Sonne (leider ohne Freund Fischreiher) und dann – geht’s zwei Tage Snowboarden. Seltsames Gefühl. Frohen Feiertag, bis Sonntag.

FC Vaduz – FC Basel 0:2 (0:0)

November 11th, 2008

Nach dem leicht exzessiven Samstag nach dem Kickers-Sieg gegen Dresden hatte ich es doch leicht schwer, mich dazu aufzuraffen, nach Liechtenstein zu fahren. Da der FC Vaduz aber nicht unbedingt lange in der ersten Schweizer Liga, der Axpo Super League, spielen wird und außerdem der für seine Stimmung bekannte FC Basel zu Gast war, entschied ich mich dann doch für die Fahrt – ich lasse mir von einem Kater ja auch immer nur sehr ungern meine Pläne verderben.

Anfahrt

Gegen 11:00 ging’s dann los, wobei ich erstmal ins Büro fahren wollte, um einen Routenplan auszudrucken. In Vaihingen merkte ich allerdings , dass ich keinen Büro-Schlüssel einstecken hatte – gute Leistung Herr Schlau! Also kurz überlegt, die Generalkarte Deutschland gewälzt und gedacht “so schwer kann das alles nicht sein” und los gefahren. Die Grobroute war auch relativ klar: A8, A7, A96, dann von Lindau nach Bregenz um in die Schweiz zu kommen, um meine Vignette nutzen zu können. Ging auch soweit ganz gut, mit kleinen Hängern kurz vor Bregenz und beim Finden des richtigen Grenzübergangs in die Schweiz. Als ich dann auf die Schweizer Autobahn fuhr, fuhr gerade ein Auto mit Vater und Sohn und einem FC Basel-Wimepl vorbei – wo sollten die schon sonst hin wollen außer nach Vaduz? Gedacht, getan, also dran gehängt und siehe da, die guten Leute sind direkt zum Stadion gefahren, wo wir auch direkt auf einen nur einige Minuten Laufdistanz entfernten Parkplatz eingewiesen wurden – da war’s auch noch circa anderthalb Stunden vor Anpfiff.

Nach Österreich war ich zwar eigentlich nur nicht gefahren, weil ich da keine und in der Schweiz eine Vignette hatte, die Anfahrt nach Vaduz ist aber von der Schweiz aus auch wesentlich besser – Autobahnabfahrt, links abbiegen und die Brücke über den Rhein ist auch schon die Grenze.

Stadion

Ich hatte zwar mehr als genug Zeit, ein bisschen rumzuschauen, kaufte mir aber sicherheitshalber erstmal eine Eintrittskarte. Das Rheinparkstadion fasst nicht mal 8.000 Zuschauer, ist aber das größte Stadion in Liechtenstein und das einzige, das für internationale Spiele zugelassen ist. Es hat vier überdachte Tribünen, wovon die Haupt- und Gegentribüne Sitzplatztribünen sind, die (Hintertor-)Nord- und Südtribüne eigentlich Stehplatztribünen – im Norden, wo ich saß, stand allerdings quasi niemand, wohl aber im Süden, wo die Basler Fans die Tribüne für sich hatten. Die brachten auch einiges mit, so dass 4.700 Zuschauer wohl einen Zuschauerrekord darstellen.

Sehr witzig ist, dass das Stadion mehr oder weniger direkt am Rhein liegt, an dem ich nach Kartenkauf ein bisschen rumspazierte – schwupps wieder in die Schweiz, über die nächste Brücke wieder nach Liechtenstein, schon irgendwie witzig. Und “oben am deutschen jungen Rhein” ist selbiger gar nicht so groß wie man das vom Niederrhein gewohnt ist. Nach einigem rumtapern begab ich mich dann ins Stadion, da ich mittlerweile doch leicht hungrig und durstig war. Sehr geil: Rivella im Stadion. :) Die Wurst allerdings gab’s in einer Papiertüte, dazu eine Scheibe Brot und eine Plastikdose Senf – seltsame Darreichungsform, aber immer noch besser als beim FV Dresden Nord. ;) Ansonsten schon sehr cool, mit Fürstenschloss und schneebedeckten Gipfeln hat man schon ein nettes Panorama.

Spiel

Beim FC Vaduz ist ja mittlerweile Pierre Littbarski Trainer, das war’s aber auch mit bekannten Gesichtern. Bei den Baslern kennt man wohl zumindest Benjamin Huggel, Marco Streller und, seit der EM, auch Eren Derdiyok. Die Basler gaben sich zu Beginn aber ganz anders als erwartet, ich hatte da eine sichere Sache erwartet. Stattdessen gab es wenig Offensivszenen, Vaduz ließ nicht viel zu und versuchte schnell nach vorne zu spielen. Die dickste Chance im ersten Durchgang hatte der Ex-VfB-Spieler Streller, der einen Ball an die Latte setzte.

Im zweiten Durchgang nahm dann Vaduz mehr und mehr das Heft in die Hand und spielte sich gute Chancen heraus, ohne allerdings ein Tor zu machen. Das sollte sich rächen, denn der zur Halbzeit gekommene Derdiyok sorgte in der 75. Minute für das 0:1 der Basler, was mich insofern erfreute, da ich eine kleine Pyro-Show erwartete die die Basler auch abzogen, inklusive Bengalos und Knalleffekt – leider ging da meine Digicam gerade nicht, aber zum Glück konnte ich mit dem Handy ein Foto machen. Quasi mit dem Schlusspfiff besorgte Derdiyok dann höchstselbst auch den Endstand von 0:2 – nicht unbedingt verdient, aber wer seine Chancen nicht macht, ist selbst schuld. War jedenfalls ein kurzweiliges Spiel, nur die erste Halbzeit hatte einige unschöne Längen.

Oh, was feine Pyro!

Oh, was feine Pyro!

Ab nach Norden

Nach dem Spiel machte ich mich relativ zügig auf den Weg zum Parkplatz, weil ich nicht besonders trödeln wollte – bei Abpfiff um kurz vor sechs war schon klar, dass ich sowieso erst gegen halb zehn daheim eintreffen würde. In Österreich noch schnell für günstiges Geld getankt, der guten Tradition nach Souvenirbier gekauft und dann über Lindau und Ulm zurück gezuckelt. Gut, gezuckelt bin ich ausnahmsweise mal nicht, aber besonders eilig hatte ich es auch nicht. Zeitig zu “Bundesliga – Der Sonntag” war ich dann auch daheim und konnte mir noch die Zusammenfassung der drei Sonntagsspiele anschauen, nachdem ich mit der lieblichen Nina telefoniert hatte. Alles in allem ein durchaus netter Ausflug, im Nachhinein zahlt sich mein aufraffen doch meistens auf – bleiben nur noch 6 Vereine in Liechtenstein, dann habe ich alle (!) besucht. ;)

Links:
Bilder vom Ausflug
Spielbericht beim FC Basel (witzig: “dessen Direktschuss von Yann Sommer mirakulös abgelenkt wurde”, “die budgetierten drei Punkte”).
Spielbericht beim FC Vaduz (absolut lesenswert – “Handsvergehen”, “sich oft weiträumiger Zuspiele behalf”, “köpfelte”, “Aus einem Konter fixierten die Basler den 0:2-Endstand”, “Barrageplatz”, etc. :) )