Projekt 52.2009.02: Orson Scott Card – Ender’s Shadow

Januar 18th, 2009

Ender’s Shadow erzählt die gleiche Geschichte wie Ender’s Game, allerdings aus der Sicht von Bean, nicht von Ender. Bean ist zu Beginn des Buches ein Waisenkind und lebt auf den Straßen von Rotterdam. Er ist erst zwei Jahre alt, aber schon sehr weit entwickelt, zumindest was die Intelligenz anbelangt. Geboren wurde er als Resultat eines verbotenen genetischen Experiments und er war das einzige von 23 Kindern, das überlebte. Bean tritt der Gang von Poke bei und schafft es, sich dadurch Nahrung zu verschaffen. Seine unglaubliche Intelligenz fällt schließlich auch Sister Carlotta auf, die ihn ausbildet und dann auf die Battle School schickt, wo Bean schließlich Enders Vertrauter wird.

Er freundet sich auch mit einem älteren Jungen aus seiner Launch Class an, Nikolai Delphiki. Bean fühlt sich nicht ohne Grund zu ihm hingezogen, denn die beiden sind Zwillinge – abgesehen von den genetischen Änderungen an Bean also genetisch identisch. Bean ist allerdings nicht nur sehr intelligent, sein Körper wird nie aufhören zu wachsen – ebenso das Gehirn -, so dass er wohl nicht älter als 15 bis 25 Jahre werden kann. Sister Carlotta kann aber immerhin sicherstellen, dass Bean nach dem Sieg gegen die Buggers mit Nikolai zu seinen Eltern heimkehren darf.

Bean durchschaut im Gegensatz zu Ender und den anderen, dass es in Wirklichkeit nicht um ein Spiel geht, sondern dass der Kampf gegen die Buggers real und nicht simuliert ist, verschweigt das aber den anderen, um ihre Konzentration auf das wesentliche nicht zu stören. Bean, der in Ender’s Game nur eine Nebenrolle spielt, erweist sich dadurch und auch durch seine Ausbildung als wichtiger für die Erde, als er in Ender’s Game erschien. Bekanntermaßen beginnt Ender nach dem Sieg damit, von den Buggers übernommene Welten zu kolonisieren, während Bean mit Nikolai zu seinen Eltern zurückkehrt.

Wie alle anderen Bücher, die ich von Card bisher gelesen habe, absolut top udn eine prima Ergänzung zu Ender’s Game – 10 von 10 Punkte.

Projekt 52.2008.36: Orson Scott Card – Xenocide

Januar 4th, 2009

Xenocide ist der dritte Roman von Orson Scott Card aus dem “Ender-Universum” und damit Nachfolger von Speaker for the Dead, an dessen Handlung er nahtlos anknüpft.

Das Buch besitzt zwei Handlungsstränge: der erste spielt auf Lusitania, der Kolonie, auf der Ender lebt und auf der er die Hive Queen freigesetzt hat; damit leben dort jetzt drei Spezies: die Piggies, die Hive Queen und die Menschen. Der zweite spielt auf Path, einem Planeten, der von sehr intelligente Menschen bevölkert wird, die den Starways Congress beraten. Selbiger Kongress hatte gegen Ende des ersten Buches eine Flotte nach Lusitania geschickt, die den Planeten zerstören sollte, da dort die Descolada, ein Virus, der in der Lage ist, jegliches menschliche Leben zu zerstören, gefunden wurde. Die Menschen von Path glauben, von den Göttern auserwählt zu sein und deren Stimmen zu hören, wurden allerdings nur vom Starways Congress genetisch manipuliert, um kontrollierbar zu sein. Die Manipulation äußert sich als Zwangsstörung, die von den Menschen auf Path aber als “Stimmen der Götter” angesehen werden.

Es beginnt ein Wettrennen zwischen den Menschen auf Lusitania, die versuchen, die Descolada zu kontrollieren und sich vor der anrückenden Flotte des Starways Congress in Sicherheit zu bringen und dem Starways Congress. Mit Hilfe der Menschen von Path kommt der Kongress darauf, dass irgend etwas die Computernetzwerke kontrolliert (Jane, die künstliche Intelligenz, die das erste Mal in Speaker for the Dead aufgetaucht war) und den Einsatzbefehl an die Flotte unterdrückt hat, woraufhin geplant wird, das Computernetzwerk zu ersetzen, was wohl Janes Tod bedeuten würde.

Die Menschen auf Lusitania, angeführt von Ender und im wesentlichen getrieben von der Ribeira-Familie, finden schließlich nicht nur ein Heilmittel gegen die Descolada – “Recolada” getauft – sondern auch eine Möglichkeit, mit Überlichtgeschwindigkeit zu reisen. Diese Möglichkeit basiert auf den “philotischen Verbindungen” und kann nur mit Janes Hilfe realisiert werden.

Das Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit funktioniert, da sich das Universum in “Inside” und “Outside” aufteilen lässt. “Inside” ist das normale Universum während “Outside” ein raumloser Ort ist, an dem sich so genannte “Aiúas” befinden, das innerste Selbst beziehungsweise der dem Leben innewohnende Wille jedes Lebewesens. Reisen ist möglich, indem Jane Aiúas mit nach “Outside” nimmt und an irgend einem Punkt wieder nach “Inside” bringt. Das funktioniert, da es “Outside” keine Lokalität gibt.

Eine erste Testreise bringt Ender, Ela und Miro nach “Outside”, wo Ela den Recolada-Virus herstellen kann. Miro stellt sich seinen Körper vor, wie er war, bevor er behindert wurde und schafft es, diesen neuen Körper zu übernehmen, womit er geheilt wird. Ender erschafft aus Versehen zwei neue Personen “Valentine” und “Peter”; “Valentine” enthält seine altruistische Seite während “Peter” seine aggressive Seite beherbergt.

Das Buch endet damit, dass Ela nicht nur den Recolada-Virus geschaffen hat, sondern auch einen Virus, der den Menschen auf Path hilft, ihre Zwangsstörungen zu überkommen. Die Geschichte von den “neuen” Peter und Valerie sowieso Janes Kampf gegen ihre Abschaltung wird im treffend betitelten Nachfolger, Children of the Mind, forgesetzt.

Wie schon der Vorgänger, Speaker of the Dead, erzählt Xenocide eine packende und detailliert geschilderte Geschichte und geht auch wieder auf ethische und moralische Fragestellungen ein. Auch die Theorie der “philotischen Verbindungen”, die das Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit ermöglicht, ist sehr interessant ausgearbeitet. Absolut empfehlenswert, dafür 10 von 10 Punkten.

Projekt 52.2008.17: Orson Scott Card – Ender’s Game

Juni 27th, 2008

Ender’s Game (dt. Das große Spiel) ist ein Science-Fiction-Roman von Orson Scott Card. Der Roman spielt in einer Zukunft, in der die Menschheit schon zwei Mal von Außerirdischen, den “buggers” angegriffen wurde. Um zu verhindern dass die Menschheit die wahrscheinlich entscheidende dritte Schlacht verliert, wurde ein Auslese-System geschaffen, mit dessen Hilfe ein genialer militärischer Oberbefehlshaber ausgebildet werden soll. Die Ausbildung geschieht, in verschiedenen Disziplinen – vom Nahkampf bis zum Oberbefehl über ganze Schlachtflotten – mit Hilfe von Spielen.

Die Ausbildung beginnt mit sechs Jahren und ebenso alt ist auch Ender Wiggin, als er ausgewählt wird. Er ist ein “third”, ein drittes Kind, das seine Eltern zeugen durften, da ihre anderen beiden Kinder, Peter und Valentine, sehr vielversprechend waren, aber nicht gut genug – Ender hingegen ist ein echtes Genie. Er muss seine Familie verlassen und wird ausgebildet, mit teilweise unmenschlichen Methoden, vor allem wenn man bedenkt, dass er noch ein Kind ist. Die Härte, die ihm entgegengebracht wird, soll ihn darauf vorbereiten, von nichts und niemandem Hilfe zu erwarten.

Während Enders Ausbildung entwickeln sich seine Schwester und sein Bruder zu politischen Größen auf der Erde, indem sie sich politisch äußern, aber ihre Identität – sie sind ja auch noch Kinder – geheim halten. Ender schafft die Ausbildung bis zum Oberbefehlshaber der Flotte und kämpft dann in simulierten Schlachten gegen den siegreichen Anführer der Menschen bei der zweiten Schlacht, Mazer Rackham. In der Schlacht, in der er eine unglaublichen Übermacht gegenübersteht, schafft Ender das Unmögliche und besiegt die feindliche Flotte – nur um zu erfahren, dass die Simulationen keine Spiele waren, sondern er die ganze Zeit die echte Flotte befehligt hat und mit der letzten, siegreichen Schlacht die “buggers” vernichtet hat.

Direkt nach dem Sieg über die “buggers” bricht auf der Erde ein kalter Krieg aus, der aber mit einem Friedensvertrag, den Enders Bruder Peter ausgearbeitet hatte, endet. Peter steigt daraufhin zum Führer der westlichen Welt auf – mit ein Grund, weswegen Ender mit Valentine und Mazer die Erde verlässt, um die erste neue Kolonie auf den ehemals von den “buggers” besetzten Planete zu gründen.

Jahre später findet Ender einen verpuppte Königin der “buggers”, das letzte Überbleibsel ihrer Rasse. Zwar hatten sie die erste Invasion aggressiv gemeint und die zweite als Vergeltung durchgeführt, hatten jedoch gar keine dritte geplant. Aufgrund der Unfähigkeit, auf telepathischem Wege mit den Menschen zu kommunizieren, versuchten sie, mit Ender Kontakt aufzunehmen, doch auch das schlug fehl. Die “buggers”, die als Schwarm keinen Individuen kennen, sahen nicht, dass den Menschen der Tod einzelner so wichtig war, dass sie deswegen nochmal angreifen würden. Die Königin teilt Ender die Bitte mit, er möge für sie eine Heimat weit ab von den Menschen finden. Ender schreibt ein Buch über alles, was er von der Königin erfährt und dieses Buch wird auf der Erde sehr verbreitet. Am Ende macht er sich mit seiner Schwester Valentine auf, neue Kolonien zu besuchen und einen Platz für die “buggers” zu finden: “And always, Ender carried with him a dry white cocoon, looking for the world where the hive-queen could awaken and thrive in peace. He looked a long time”.

Ich hatte noch kein Buch von Orson Scott Card gelesen und weiß auch gar nicht, wie ich auf ihn kam; das Buch kann ich aber uneingeschränkt empfehlen. Wie Card über Ender und die anderen Kinder schreibt ist genial, ebenso das ganze Szenario der Ausbildung und die Erzählweise an sich. 10 von 10 Punkten.