Stuttgarter Kickers – SSV Reutlingen 2:2 (0:1)

November 9th, 2009

“History repeating” war das Spiel gegen Reutlingen gestern, denn im Prinzip war es eine Kopie des Spiels gegen Bamberg. Die Kickers deutlich überlegen, Reutlingen machte quasi gar nichts – außer erstmal einem Tor in der 39. Minute durch Ex-Kickers-Spieler Tucci (das ist der mit der dümmlichen Körpersprache). Wie gegen Bamberg den Spieler einfach am langen Pfosten nicht gedeckt, so dass er in Seelenruhe einschieben konnte. Mit Chance zwei erhöhten die Reutlinger dann nach der Pause auf 0:2, auch das nach dankbarer Mithilfe der Kickers.

Wie gegen Bamberg bewies die Mannschaft aber erneut Moral. Vor allem die Einwechslung von Dirk Prediger brachte Schwung, er legte Mijo Tunjic das 1:2 auf bevor dieser kurz vor Schluss mit einem Elfmeter noch für den Ausgleich sorgte. Wie gegen Bamberg also zwar eigentlich zwei Punkte verschenkt, aber moralisch war’s doch wieder ein Sieg. ;)

Positiv erwähnen möchte Schiedsrichter Robert Kempter, der im Vergleich zu seinem älteren Bruder Michael eine sehr gute Partie pfiff. Eher wenig prickelnd fand ich teilweise den Support aus dem B-Block: ob die Reutlinger jetzt “Arschlöcher” oder “Youtube-Schweine” sind, interessiert bei einem 0:2 und einer kämpfenden Kickers-Mannschaft eher wenig, da fände ich positiven Support der eigenen Mannschaft eher angebracht als Beschumpfung des Gegners.

Stuttgarter Kickers – TSV 1860 München II 1:1 (1:1)

August 29th, 2009

Wie schon das Spiel gegen Wehen II war auch die gestrige Partie der Kickers durchaus sehenswert, also hatte ich Hubert, der gestern zu seinem ersten Heimspiel kam, nicht zu viel versprochen.

1860 II erwies sich allerdings als deutlich stärkere Gegner als Wehen II: taktisch sehr gut eingestellt, immer eng am Mann, sehr stark in der Defensive und mit Mlapa und Manga zwei ganz starke Offensivkräfte. Manga versuchte im wesentlichen, seine Schnelligkeit auszuspielen, Mlapa zeigte einen durchaus rustikalen Einsatz, war aber auch technisch sehr stark. 1860 machte gleich Dampf und kam so in der 6. Minute schon zum 0:1 durch ebendiesen Mlapa. 1860 – in dieser Phase deutlich stärker als die Kickers – hätte fast noch zum 0:2 eingelocht, nachdem Wagner erst zögerlich, dann doch aus dem Tor kam und den Ball nicht gleich klären konnte – Steigerungspotenzial vorhanden. ;) Im Laufe der ersten Halbzeit berappelten sich die Kickers aber und hielten immer besser dagegen, ließen sich auch von der rustikalen Spielweise Mlapas nicht beeindrucken, vor allem Michele Rizzi, der im defensiven Mittelfeld viel mit ihm zu tun hatte. Nach einer schönen Ecke von Marchese fiel in der 24. Minute dann der Ausgleich durch einen Kopf von Marcel Rapp – trotz gebrochener Nase, chapeau! Die ganzen dicken Chancen blieben in der Folgezeit aus, aber quasi mit dem Halbzeitpfiff hatte Dirk Prediger nach feinem Pass von Marchese das 2:1 auf dem Fuß. Der Ball wurde wohl entweder gehalten oder abgelenkt, Schiedsrichter Schlutius, der ansonsten durch seine Kleinlichkeit auffiel, entschied aber auf Abstoß.

In der zweiten Halbzeit kamen wiederum erst die Gäste mit mehr Druck aus der Kabine, die Kickers erholten sich aber schneller und hielten wieder stark dagegen. Daniel Wagner zeichnete sich relativ kurz nach Wiederanpfiff aus, als er einen Freistoß aus dem Kreuzeck fischte – war schwer vorauszusehen, ob er bei dem Ball hätte raus kommen sollen, aber auf jeden Fall stark gehalten. Tunjic, nach der Pause für Salz gekommen, erwies sich als gute Einwechslung: kopfballstark, immer anspielbar, in der Lage den Ball zu behaupten und auch offensiv gut. Das Spiel blieb auch in der zweiten Halbzeit intensiv und mit hohem Tempo, zu einem Tor sollte es aber für keine der beiden Mannschaften reichen.

Schlussendlich eine gerechte Punkteteilung gegen starke Löwen, denen ich in der Liga auf jeden Fall einen vorderen Platz zutraue. Gerade der 18-jährige Mlapa hat durchaus Potenzial auch ein bis zwei Ligen höher zu spielen, zumindest ausgehend von dem, was er gestern gezeigt hat. Für mich ging’s mit Hubert nach dem Spiel auf einen kleinen Absacker ins Mosquito, für die Kickers geht’s am Mittwoch am Böllenfalltor gegen die bisher sieglosen Lilien.

Links:
Spielbericht bei den Kickers
Spielbericht beim TSV 1860

Wuppertaler SV – SV Sandhausen 0:2 (0:1)

August 23rd, 2009

Einen Tupperwal wollte ich mir heute in Wuppertal kaufen, aber leider hat Tupperware ja keine Geschäfte (also für mich habe ich den Tupperwal selbst erfunden, dank Huberts und meiner dauerhaften Anwendung des Silbenvertauschens, allerdings gibt’s den Begriff schon – 176 Hits bei Google!). Macht ja nix, geht man halt ins Stadion am Zoo und schaut sich die Borussia beim Heimspiel gegen Sandhausen an – oder war das ursprünglich schon so geplant, hmm, wer weiß. ;)

Jedenfalls ging’s nach dem gestrigen Stuttgart-Worms-Aschaffenburg-Trip schon zeitig um 8 Uhr auf nach Wuppertal. Dank der sagenhaften A3 gab’s natürlich Stau, aber der hielt sich in Grenzen, so dass wir gegen kurz vor elf in der Nähe des Bismarckturms parkten; wir, da das ein ausgeprägter Familientrip war, denn ich hatte Mama und Omama dabei, was nicht nur bei der Fahrt angenehme Gesellschaft sondern auch geldwerte Vorteile bedeuten sollte, wie sich später herausstellte und vorher schon fast klar war. ;)

Der Bismarckturm Wuppertal

Gut, man hätte auch am Bismarckturm direkt für Umme parken können, aber das wusste ich vorher nicht, weshalb wir im Nommsenweg parkten und den Rest zu Fuß gingen – war aber auch okay. Der Bismarckturm ist ganz nett, ebenfalls Entwurf “Götterdämmerung”, wie in Stuttgart, nur zwei Meter höher. Die Aussicht ist durchaus gut, Wuppertal ist ganz ehrlich so ein kleines bisschen wie Stuttgart, nur mehr im Tal und auf den Höhen auch nicht ganz so hoch. Hat aber was.

Aussicht vom Bismarckturm

Aussicht vom Bismarckturm

Nach dem Bismarckturm ging’s erstmal Richtung Stadt, genauer gesagt nach Barmen, um in der Nähe der Schwebebahn zu parken, was mit schmalen zwei Euro für den Rest des Tages zu Buche schlug. In der Stadt sind wir dann über den Alten Markt erstmal eine Restauration suchen gegangen und stießen auch schnell auf das Wuppertaler Brauhaus. Preislich echt okay und wir saßen bei schönstem Sonnenschein draußen, wo ich mir Biergulasch und selbstgebrautes Weizen schmecken ließ – Herz, was willst du mehr, vor allem wenn man noch von der Omama eingeladen wird?! Innen sieht’s auch ganz schmuck aus muss man sagen, echt einen Besucht wert.

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Nach dem Essen ging’s dann zügig auf zur Schwebebahn und ab Richtung Stadion/Zoo, immerhin 18 Minuten Fahrt ab “Alter Markt”, aber da das Stadion direkt an der Bahn ist war das kein Problem und ich mehr als eine halbe Stunde vor Anpfiff vor Ort während sich die zwei Damen, die mit gefahren waren, wieder zum Shopping zum Alten Markt begaben. Das Stadion ist hübsch und zum Großteil neu, die neue Haupttribüne hat noch das alte Schilddach, ähnlich dem Berliner Olympiastadion. Dazu gibt es zwei Stehplatztribünen auf den Hintertorseiten und eine kombinierte Steh- und Sitzplatztribüne auf der Gegengeraden. Teil des alten Stadion existieren noch, zum Beispiel auf der Gegengeraden, sind aber gesperrt. Insgesamt passen 23.067 Zuschauer rein, was in der 3. Liga natürlich größtenteils nicht nötig ist, aber immerhin waren 3.528 Zuschauer da, auch eine kleine Abordnung aus Sandhausen. Sehr nett ist auch das drumherum, zum Beispiel die ehemalige Stadiongaststätte und der Stadionvorplatz.

Ehemalige Stadiongaststätte

Ehemalige Stadiongaststätte

Haupttribüne im Stadion am Zoo

Das Spiel, von beiden Mannschaften im momentanen Standard-4-4-2 geführt, begann mit einem Übergewicht für Wuppertal. Sandhausen konzetrierte sich auf die Abwehr und sich ergebende Konter und das mit viel Erfolg. Wuppertal hatte zwar mehr vom Spiel, aber Sandhausen spielte in der 27. Minuten einen Konter mit zwei schnellen Pässen gut aus und Dorn netzte zum 0:1 ein. In der zweiten Halbzeit war das Bild ähnlich, wobei Sandhausen mit der Zeit auch besser ins Spiel kam. Das 0:2 fiel allerdings wieder durch einen Konter, nach dem Ristic zum Endstand einköpfte. Wuppertal agierte in der folgende mehr und mehr zerfahren und Sandhausen hatte keine Probleme, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Am Ende war’s auch verdient, die Abwehr stand halt solide und die Konter wurden gut zu Ende gespielt.

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Nach dem Spiel ging’s mit der Bahn wieder in die Stadt zum Treffen mit den Mitfahrerinnen und einem Abstecher zu Starbucks – durchaus lecker und wieder eingeladen worden, nur die Witzigbubis an der Theke waren mir einen Tick zu amüsant, hielt sich aber gerade noch im Rahmen. Auf der Heimfahrt konnte ich mir dann im Radio noch den Rest der Bayern-Niederlage in Mainz anhören – nicht ganz so erfreulich, besser war dann schon Volker Pispers auf WDR5. Ansonsten ein feiner Trip mit ungewohnter Begleitung. ;)

Wormatia Worms – Bonner SC 0:0

August 21st, 2009
So sah das früher aus ;)

So sah das früher aus ;)

Quasi auf dem Weg von Stuttgart nach Aschaffenburg machte ich heute Station, um mir den Bundesliga Manager Professional-Nostalgie-Kick Wormatia Worms gegen Bonner SC anzuschauen – gerade Worms ist mir aus den guten alten BMP-Zeiten in bleibender Erinnerung geblieben, von wegen Namen und Logo. :)

Worms mal wieder in der Verbandsliga, der BSC immerhin auf Rang 5

Worms mal wieder in der Verbandsliga, der BSC immerhin auf Rang 5

Glücklicherweise bin ich relativ zeitig in Stuttgart los – die Sorge, beliebig früh vor Ort zu sein und sich zu langweilen war, wie immer, unbegründet: auf der A5 gab’s schmale 12km Stau, so dass ich erst um 17:20 ankam und nur eine kleine Runde durch die Stadt drehte. Immerhin habe ich Dom und Innenstadt besucht – echt nett und der Dom ist sehr sehenswert, zumindest von außen, denn rein durfte ich nicht, da der Dom bereits um 17:45 schließt. War auch halb so wild, die Besichtigung der Nibelungenbrücke verschob ich sicherheitshalber auch auf nach dem Spiel.

Der Wormser Dom

Der Wormser Dom

Was man sagen muss, ist dass die Beschilderung in der Stadt nicht sonderlich toll ist. Ich wusste zwar im wesentlichen wo ich hin musste – nach Westen -, aber das einzige Schild dass ich fand, verwirrte mich mehr als dass es half. Im Prinzip war’s aber ausreichend dem Sonnenstand nach zu fahren und so war ich dann gegen 18:30 am Stadion und machte mich gleich auf auf die Gegengerade. Das Stadion ist ganz nett, vor allem für Regionalliga-Verhältnisse: es hat eine überdachte Haupt- und zusammen vier nicht-überdachte Vor- und Nebentribünen, offensichtlich eine Gegengerade und eine kleine Gästekurve. Insgesamt passen 5.730 Zuschauer rein, es waren immerhin 1.800 da – auch das sehr gut für die Regionalliga.

Haupttribünenseite

Haupttribünenseite

Das Spiel begann relativ verhalten mit wenigen Torchancen, im Lauf der ersten Halbzeit spielte sich Worms aber ein optisches Übergewicht heraus ohne wirklich torgefährlich zu werden. Die Stimmung war trotzdem relativ gut, der Fanblock auf der Gegengeraden lieferte guten Support, die wenigen mitgereisten Bonner waren immerhin ab und zu auch zu vernehmen, der Unterhaltungswert der Partie stieg auch bis zur Halbzeit, in der Worms schon verdient hätte führen können. Nach der Pause erwischte Bonn den besseren Start, konnte aber aus den Wormser Unsicherheiten kein Kapital schlagen; im Laufe der zweiten Halbzeit wurde Worms dann wieder stärker. Der sehenswerteste Angriff im ganzen Spiel über 4 Stationen der Wormser wurde leider leichtfertig vergeben, allein dieser hätte zu einem Tor führen müssen. Von Fan-Seite aus witzig wurde es in der zweiten Halbzeit, als die Bonner 14 einen Ball nicht zum Einwurf hergeben wollte und die Emotionen hoch kochten, die Wormser waren dann doch sehr auf Schmähungen der 14 und der Bonner im allgemeinen aus. Auch die Schlussoffensive der Wormser, die dann vermehrt über die 27 über rechts außen kamen, brachte nichts mehr ein, so dass die Partie schließlich torlos blieb. Selbst Schuld, wer seine Chancen nicht nutzt, verdient wäre ein Sieg für Worms ansonsten schon gewesen und möglich war er auch.

Fanblock auf der Gegengeraden

Fanblock auf der Gegengeraden

Nach dem Spiel ging’s dann wie bereits erwähnt über die Nibelungenbrücke respektive B47 und Bürstadt und Bensheim auf die A5 und schließlich über Darmstadt nach Aschaffenburg. Auch hier machte sich in Worms wieder die äußert mäßige Beschilderung bemerkbar, den Weg gefunden habe ich allerdings trotzdem (war vielleicht auch mein Fehler, ich hätte vielleicht früher Richtung Michelstadt fahren sollen anstatt die B47 zu suchen). Die Nibenlungenbrücke ist jedenfalls auch nett, auch wenn von ihr im dunkeln wenig zu sehen war.

Stuttgarter Kickers – SV Wehen-Wiesbaden II 2:0 (1:0)

August 15th, 2009

Eine ganz neue Perspektive gab’s beim ersten Heimspiel der Saison gegen Wehen II. Einerseits lag das daran, dass ich, da Hubert und Ul noch in Frankreich weilen, mit Frank erst bei den Rollstuhlfahrern und dann im G-Block war. Andererseits daran, dass die Kickers ein Spiel aufzogen, das Lust auf mehr machte – ein krasser Gegensatz zum letztjährigen Rumpelfußball. Die Mannschaft ist aktiv, spielt gut gegen den Ball, zeigt hohen läuferischen Einsatz – auffällig vor allem der in der Spitze fast pausenlos sprintende Dirk Prediger – und auch schöne Spielzüge – eine Augenweide. :)

Die Abwehr war zwar nicht absolut sattelfest und leider hat man nach zwei starken Leuten im Tor – David Yeldell und Manuel Salz – momentan keinen Top-Mann, aber das kann ja noch werden. Die dickste Chance hatte erstmal Wehen in der 25. Minute, aber Schmicks Kopfball, den ich schon drin gesehen hatte, ging nur an die Latte. Besser machte es Dominik “Salsa” Salz nach Flanke von Demis Jung, so dass die Kickers verdient mit einer Führung in die Pause gingen. Direkt nach dem Wiederanpfiff köpfte Marcel Ivanusa das 2:0 – der Weg in den G-Block hatte sich gelohnt, hatten wir doch von dort eine perfekte Sicht auf das Tor. Auch mit dem 2:0 im Rücken spielten die Kickers weiter nach vorne und hatten noch Chancen, zu erhöhen, teilweise sehr sehenswert (ich erinnere mich zum Beispiel an eine Direktabnahme von halblinks, die leider nichts einbrachte) und ordentlich raus gespielt.

4 Punkte nach zwei Spielen sind auf jeden Fall schon mal ein Traum, die Mannschaft sieht echt gut aus und spielt sehr ansehnlich, Hut ab. Wenn man das mit den Leistungen von letzter Saison vergleicht kann man froh sein, dass ein Umbruch kommen musste. Das nächste Auswärtsspiel ist im jetzt leider Nina-losen Weiden, insofern fällt’s mir aber wenigstens leicht, am Freitag stattdessen in Worms zu sein, ich drücke den Kickers aber natürlich die Daumen für den ersten Auswärts-Dreier. Vorher bin ich am Dienstag jedenfalls mit Frank beim WFV-Pokal-Spiel in Herrenberg.

Achso, positiv waren auch die vielen Interessierten, die mich in der U-Bahn, beim Rewe und auf dem Stadtfest nach dem Ergebnis fragten – genauso wie die Polizei am Bahnhof. :)

Links:
Spielbericht bei den Kickers
Spielbericht bei Wehen-Wiesbaden