Mittwoch früh ging’s auf nach London Victoria, den Megabus nach Manchester nehmen – whoppin’ 2,50 GBP für Hin- und Rückfahrt. Angenehm unter der Woche, dass der Bus nur halb voll war, so konnte ich auf der Fahrt noch eine Runde mützen. Auf der Fahrt sach ich auch die ersten Bayern-Fans, ein Bamberger Bus, die Megabus-London-Route war anscheinend nicht sonderlich beliebt. Gegen 12:00 war ich dann in Manchester und wackelte kurz im Hostel vorbei, einchecken ging allerdings erst nach 14:00, also ging ich erstmal in die Stadt, Auftragseinkäufe erledigen für Daniel und Pierre. Nachdem das abgeschlossen war und ich beim Pizza Hut All You Can Eat 12 Stück Pizza verdrückt hatte – mehr Bayern-Fans, durchaus bekannt dass das Werktags-AYCE ein guter Deal ist – konnte ich auch einchecken und erstmal eine halbe Stunde im 18er-Dorm relaxen. Danach ging’s nochmal ins Arndale, Klamotten und PS3-Spiele shoppen – gut, wenn man denkt der Pfundkurs liegt bei 1,00-1,08 EUR wenn er in Tatsache 1,17 EUR ist.
Dann hieß es, die Einkäufe im Hostel ablegen, bevor ich mich auf den Fußmarsch zu Stadion machte – Busse fuhren zwar auch, aber laufen ist eh immer eine nette Sache, wenn möglich und von der Stadt aus ist man in einer sehr bequemen halben Stunde am Stadion. Dort war auch örtliches Fernsehen, dass im wesentlichen scharf auf Bayern-Fans in Lederhosen war, lustige Sache. Ziemlich bekloppt war dagegen der Einlass, weil es da eine Warteschlange gab, die nicht bis zum Einlass vor ging und man sich nicht in am Einlass anstellen durfte. Dafür ging’s aber hinreichend schnell.
Wie ich in einer Zeitung danach lag, ist es wohl ungewöhnlich, dass die Gästefans im Oberrang untergebracht sind, war wohl eine Vorsichtsmaßnahme auf Grund der erwarteten Stimmungsmache der Bayernfans. Die Stimmung war eigentlich auch gut, wobei mich der Dauersingsang während des Spiels ein bisschen anödete. Glücklicherweise hatte ich einen netten Nebensteher, mit dem ich mich gut unterhalten habe. Das Stadion hatte ich ja vorher schon mal auf einem England-Trip mit der Tour besucht – gutes Omen, wenn ich mal bei einem Stadion war, dann komme ich meistens auch nochmal zum kreuzen – und es ist eigentlich ganz nett. Der aufgesetzte Oberrang auf den beiden Tribünen erinnert mich ein bisschen an das Olympiastadion in München, wobei das natürlich untendrunter natürlich nur einrangig ist. Die Stimmung der Heimfans war erschreckend, außer bei den Toren kam absolut nichts rum.
Zum Spiel gibt’s an sich ja nicht viel zu sagen, ich war ganz dankbar, dass das ein reiner Urlaubstrip war und ich mir keine Sorgen machen musste, ob die Bayern noch weiter kommen, sogar der Gruppensieg war ja schon eingetüte. Mit einer relativ klaren B-Elf gab’s dann auch wenig zu holen für die Bayern, nach einer Pinball-Situation netzte Silva zum 1:0 ein, Toure besorgte dann das 2:0 kurz nach der Halbzeitpause. Die Offensive war natürlich schwach besetzt ohne Müller, Gomez, Ribery, Robben und Kroos, die Defensive aber immehrin zu drei Vierteln Stammaufstellung (Rafinha, Badstuber, Boateng), also im Endeffekt schon ein bisschen schwach, was von den Bayern kam. Butt war im Endeffekt der beste Mann, Usami, als er kam, auch gut. Petersen bemüht, hin aber in der Luft. Boateng muss dringend an seinen Pässen im Spielaufbau arbeiten, allgemein war die Fehlpassquote überhaupt erschreckend hoch. ManCity war, trotz oder gerade wegen der Scheich-Scheinchen, eigentlich erschreckend schwach für ein Team, dass eine der stärksten Ligen der Welt dominiert; natürlich muss man auch berücksichtigen, dass das Ergebnis in Villareal nach der Halbzeit klar machte, dass für ManCity eh nur der Fiat-Punto-Clio-Cup, chapeau @ Frank Bommel, blieb.

Pizza Hut All You Can Eat

Eine Feine!

Etihad Stadium, Manchester Ci

Etihad Stadium

Stupid queueing





Chipotle!
Selten war ich nach einem Spiel so durchgefroren wie nach diesem Spiel, im Oberrang zieht’s da echt ganz ordentlich durch. Deshalb entschied ich mich, in die Stadt zurück zu laufen, um ein bisschen aufzuwärmen. Die ersten zehn, fünfzehn Minuten zitterte ich noch nach, dann war’s irgendwann warm.
Zurück im Städtchen ging ich dann nochmal kurz in den Printworks vorbei schauen, wobei es da auch nix ordentliches gab und als ich wieder an den Picadlly Gardens zurück war, war schon Closing Time im Wetherspoons. Als Alternative ging’s nochmal kurz in die Penny Arcade, die 1p-Geldschiebe-Maschine spielen, wie immer mit sehr mäßigen Erfolg, aber gutem Spaß für 1 Pfund.
Danach blieb nix mehr übrig, als ins Hostel zu gehen. Pennen lief auch gut bis ungefähr 3:00, als ich kurz aufwachte und was trank. Um die Zeit schnarchte einer der 17 Mitschläfer gotterbärmlich, so dass an weiteren Schlaf nicht mehr wirklich zu denken war – you get what you pay for, vor allem wenn man seine Oropax vergisst. Eher humorig war ein Engländer im Bett schräg über mir, der das gleiche Problem hatte und selbiges mit lapidaren Flüchen (“oh for fuck’s sake”) kommentierte. Irgendwann bin ich dann natürlich trotzdem eingeschlafen, anscheinend hatte sich der Ronfler mal auf die Seite gedreht.
Donnerstag früh ging’s dann zurück zum Shudehill Interchange, den Megabus nach London buchen. Die angekündigten 40 Minuten Verspätung auf Grund von “Bad Weather” in Schottland – der Megabus-Service von London nach Manchester beziehungsweise umgekehrt geht bis nach Aberdeen – traten dann doch nicht ein und nach einer Runde Schlaf nachholen im Bus kam ich pünktlich gegen 14:00 in London an – Zeit genug, nochmal in Covent Garden shoppen zu gehen, angenommener Pfundkurs immer noch 1 zu 1,00 bis 1,08 EUR, ein letztes Pint zu pubben und dann beim Chipotle an der Baker Street Ecke York Street vorbei zu schauen, dem ersten Chipotle in Europa, denn Chipotle fand ich bei meinem Chicago-Besuch bei Flopsi 2003 schon total gut. Ist allerdings nicht ganz günstig, gegen 7 Pfund darf man für einen Burrito schon anlegen. Ich nahm dann den ersten Easybus, der mir über den Weg lief und war sehr pünktlich in Stansted, eigentlich unnötig, denn der Flug nach Stuttgart hatte ein bisschen Verspätung. Das einzige Ärgernis des ganzen Trips stand danach an, denn in Stuttgart verpasste ich die S-Bahn für eine Minute und durfte neunundzwanzig weitere warten. Darauf kamen dann noch fünfzehn Mintuen Wartezeit in Vaihingen, weil der S-Bahn-Takt nicht gut auf die U-Bahn abgestimmt ist – alleine fünfundvierzig Minuten Wartezeit, VVS rocks… Trotzdem ein guter Trip, vom sowas lässt man sich ja nicht wirklich die Laune verderben.