Roland im Glück: am letzten Tag der PARENG 2011 stand noch ein Heimspiel des AJ Ajaccio an. Eh komisch, die Franzosen, da spielt die ganze zweite Liga am Freitag Abend, nur ein Spiel ist am Montag – wieder mal echt Glück gehabt, Ajaccio hätte ja auch am Montag spielen können. Das Stadion Francois Coty, benannt nach dem fachistischen, antisemitischen Bürgermeister Ajaccios, Francois Coty, liegt relativ weit von der Innenstadt entfernt, von meinem Hotel bei der Zitadelle waren’s ziemlich genau 5km. Um mal zu sehen ob das überhaupt so tut war ich am Donnerstag früh erst mal joggen – man weiß ja nie wie da die Gehwege sind etc. Ging aber problemlos und mein 10km-Morgenlauf eröffnete mir immerhin die Möglichkeit, ein paar Fotos vom leeren Stadion zu machen – wenn auch nur von außen.
Bis Freitag fand ich dann immerhin auch raus, dass ich zumindest hin auch mit dem Bus fahren konnte – das war mir ganz recht, denn zurück musste ich eh laufen, da die Busse so spät nicht fahren und mir schon klar war, dass es nach Spielschluss kein Bus-Shuttle in die Innenstadt geben würde. Für einen Euro ging’s also vom Place de Gaulle bis direkt zum Stadion, wo ich deutlich mehr als eine Stunde vor Anpfiff eintraf – lieber auf der sicheren Seite, der Verkehr in Ajaccio ist teilweise katastrophal. Der Bus erwies sich nicht nur als bequemes Transportmittel sondern ersparte es mir, patschnass im Stadion sitzen zu müssen, es regnete nämlich mittlerweile ganz ordentlich. Also schnell ein Ticket für 6 Euro erworben und nichts wie rein.
Ist natürlich klar, dass Stadion an sich ist jetzt kein Kracher. Immerhin bietet es, weil eine Hintertorseite unbebaut ist, einen wunderbaren Blick auf’s Mittelmeer. Davon abgesehen ist es ein All-Seater, bei dem sich die Haupttribüne momentan noch in Renovierung befindet. Die zwei großen Tribünen sind einrangig, die Ecken sind offen, aber immerhin ist alles überdacht, ebenso die Hintertortribüne, bei der sich der Oberrang noch in Bau befindet. Vorne Blick zum Meer, hinten dran eine Felswand, eigentlich ganz urig, wenn’s nur nicht so bitterkalt gewesen wäre. Der Wind pfiff ganz ordentlich und es fühlte sich eher nach Februar an als nach April…
Die Partie 3. gegen 20. – Grenoble trägt schon länger die Rote Laterne spazieren – ließ sich nicht sonderlich aufregend an, obwohl beiden Parteien nur ein Sieg half. Wirklich dicke Chancen gab’s in der ersten Halbzeit nicht, Ajaccio kontrollierte das Spiel mehr oder weniger, Grenoble stand eher tief. Trotzdem hätte es in der 76. Minute fast zum 0:1 gereicht, als es bei Grenoble mal schnell nach vorne ging, Matsui scheiterte aber an Torwart Debès. Ajaccio behielt dann schlussendlich doch noch die 3 Punkte: einen Freistoß von Kinkela konnte Grenbole-Torwart Viviani nur an den Pfosten abklatschen, Poulard staubte aus dem Getümmel den abspringenden Ball zum 1:0 ab, sehr zur Freude fast aller der knapp 3.000 Zuschauer – waren glaube ich vielleicht 5 Grenoble-Fans im Gästeblock.
Ajaccio hatte keine Schwierigkeiten, die knappe Führung über die restliche Spielzeit zu bringen und gewann am Ende verdient und schob sich damit auf Platz 2.
Nach dem Spiel ging’s wie erwartet zu Fuß zurück – immerhin hatte es aufgehört zu regnen und den Weg kannte ich ja auch. 50 Minuten waren’s dann am Ende, war aber okay zu laufen und als ich im Hotel ankam war mir auch wieder warm. Viel mehr als Tasche packen war dann nicht mehr zu tun, es war ja schon halb elf und am nächsten Tag musste ich um fünf raus um zeitig zum Flughafen zu kommen.