Ich kann’s immer noch nicht so ganz glauben, aber die Meisterschaft ist ja nach der (Müller-)Gala gegen Bochum und der Schützenhilfe der Bremer geritzt. Unglaublich, eine Wahnsinns-Saison – ich verweise gerne noch mal auf meinen Frust-Beitrag nach dem Bordeaux-Spiel – im Traum hätte ich nicht daran gedacht, dass am Ende der gleichen Saison das Triple stehen kann! Gerade wenn man sich auch die Graphik der Platzierungen anzeigt ist das schon Wahnsinn:
Hinzu kommt, dass die Meisterschaft hoch verdient ist: zweitbeste Offensive, beste Defensive, die wenigsten Niederlangen und über weite Strecken auch sehr schöner Fußball – im Gegensatz zu Vizemeister Schalke, der oft durch grottigen Fußball auffiel. Und dass ich gerade Felix Magath, der ja eigentlich ein vernünftiger Mann ist – dachte ich bisher jedenfalls immer -, gegen Saisonende so komisch benahm, ist schon seltsam. Psychologische Kriegsführung führen, die den Bayern aber sowas von egal war und dann am Ende die Schuld auf die Schiedsrichter schieben. Ich erinnere mich jetzt nicht wirklich an die Fehlentscheidungen, aber über die Saison summiert gleicht sich das normalerweise aus. Was auch immer man von wahren Tabellen hält, auch diese spricht für Bayern – und sieht Schalke nur auf Platz drei! Ist mir im Endeffekt aber auch egal, ist halt nachtreten wegen Frust. Nächste Woche wird dann, wenn kein Wunder passiert, die Meisterschaft gefeiert und dann bleiben immer noch zwei Wochen Herzklopfen: Pokalfinale und Champions League-Finale. Dank Claus habe ich schon eine Karte für’s Pokalfinale, für die Champions League zittere ich noch. Aber was auch kommt: ein Titel ist im Sack, das hat sich die Mannschaft auch verdient und was auch immer noch kommt: war eine geile Saison, ich bin wirklich ganz hin und weg.
Das gestrige Doktorandenseminar in Bad Boll musste ich leider vor den letzten zwei Vorträgen verlassen, sonst wäre das nix mit dem Pokalspiel geworden – 19:00 Anpfiff ist halt immer etwas früh, dafür ist man wenigstens halbwegs zeitig daheim. Gegen 15:00 machte ich mich also auf den Weg, immerhin war ich ja quasi schon am normalen Treffpunkt am Aichelberg, auch wenn ich dieses Mal alleine fuhr. Dank klirrender Kälte ging die Wischwasch irgendwann nicht mehr, also kippte ich einen Liter Spiritus hinterher als ich mir zwecks Bekämpfung der Müdigkeit sowieso einen Kaffee wichtelte. Half aber auch nix, aber im hellen ist das ja nur halb so schlimm. Eigentlich war ich auch gut in der Zeit, aber dank mehr oder weniger heftiger Schneefälle war ich dann gerade rechtzeitig am Stadion, um kurz nach 18:00 meine zweite Karte zu verkaufen. Dann flugs rein und eine halbe Stunde vor Anpfiff in den Block, wo ich gleich merkte dass meine neuen Thermosohlen gar unfain sind und wesentlich schlechter als die alten, denn bereits nach 5 Minuten hatte ich eiskalte Füße – und das für die nächsten 130 Minuten, tolle Aussicht.
Bei Schneetreiben und wenig Betrieb – 53.500 Zuschauern – ging’s eigentlich nach Maß los: quasi sofort und mit der ersten Chance das 1:0. Das war’s dann aber auch von Bayern in der ersten Hälfte. Völlig zerfahren mit einer Milliarde Fehlpässen ging gar nix mehr und das 1:2 für Fürth nahm ich zwar nur ungern hin, aber es war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient, es hätte durchaus höher stehen können. In der Halbzeit muss van Gaal die Spieler ordentlich geföhnt haben, denn die Bayern kamen aus der Kabine und machten gleich Druck. Einen glücklichen, aber nicht unberechtigter Elfmeter zimmerte Robben dermaßen hart in die Mitte, dass er von Lobué ins Tor ging. Der für den indisponierten Tymoshchuck eingewechselte Alaba machte gleich Alarm, setzte nach und ermöglichte Ribéry das 3:2. Danach ging’s munter weiter und mehr oder weniger unverdient am Ende 6:2 aus – immerhin fielen bis auf das 1:0 alle anderen sieben Tore auf Südkurve, so dass ich beste Sicht hatte. Mehr oder weniger versöhnt begab ich mich nach dem Spiel erstmal auf die Toilette, wo ich – unglaublicher Zufall – Gero-Björn traf, mit dem ich auf dem Weg zur U-Bahn eine Runde plauschte.
Danach ging’s mit zumindest temporär freier Wischwasch nach Hause, allerdings hielt die Freude nicht lange, denn irgendwann war seltsamerweise wieder Schluss mit dem Waschwasser. Zum guten Glück meinten die ganzen Trottel auf der A8, dass Tempo 60 ausreicht – sollen sie halt zu Hause bleiben, wenn sie sich nicht trauen, schneller zu fahren, 100 waren schon ungefährlich drin. Bei meine Burger King-Stop in Seligweiler war dann so viel los, dass ich unverrichteter Dinge zornig weiter fahren musste, weil ich nicht 20 Minuten anstehen wollte. Trotz Schneefall war ich dann um kurz nach zwölf wieder in Heslach und fand auch einen akzeptablen Parkplatz in der Benckendorffstraße. Immerhin Halbfinale also, auch wenn mit dem Auswärtsspiel in Schalke wohl meine Serie an besuchten Pokalspielen diese Saison ein Ende nehmen wird.
Der Trip zum Auswärtsspiel nach Frankfurt nahm eigentlich einen eher schlechten Anfang, da ich unfähig war, den Treffpunkt mit Claus in Feuerbach zu finden. Eigentlich war ich schon richtig gewesen, nur etwa 150m falsch; mein anschließender Versuch, doch noch an den passenden Ort zu kommen, führte dazu, dass ich dann ganz falsch war. Naja, so kam Claus dann halt zu mir, was ungefähr 20 Minuten Verspätung zur Folge hatte, aber wir waren ja früh genug. Verkehr war nicht sonderlich viel, trotz der Tatsache, dass wir in den Berufsverkehr kamen, so dass wir zeitig in Frankfurt waren und in Laufdistanz zum Stadion parken konnten.
Auf dem Weg zum Stadion gönnten wir uns noch eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken, bevor wir zeitig nicht ganz eine Stunde vor Anpfiff im Block waren – ist bei einem Stehplatz ja sowieso kein Fehler, früh da zu sein. Das Stadion füllte sich erstaunlich langsam, so dass man noch einen guten Blick auf den “Frankfurt”-Schriftzug der Choreographie im Oberrang hatte; der Bayern-Block im Unterrang begann so eine halbe Stunde vor Anpfiff voll zu werden.
Ordentliche Choreographie
Ganz ehrlich hatte ich mich auf einen ordentlichen Pokalfight eingestellt. Die Frankfurter zeigten erstmal eine echt ordentliche Choreographie, danach wurde es gleich richtig laut. Schon krass, da wird immer von Dortmund und Schalke von wegen toller Stimmung gesprochen, aber ich muss sagen dass ich Frankfurt für eines der Stadien mit dem besten Support in der Bundesliga halte. Wie auch immer, die Versprechungen von Michael Skibbe, Frankfurt werde anders auftreten als am Samstag vorher in München stimmte nur bedingt. Zu Beginn gab es noch eine Frankfurter Offensive, die allerdings im wesentlichen nach einer Flanke schon beendet war. Nach schönem Pass von van Bommel lupfte Klose über den heute erstaunlich schlecht aussehenden Nikolov zum 0:1 ein. Eine Viertel Stunde später war das Spiel dann eigentlich schon durch, nachdem Müller einmal nach engagierter Vorarbeit für Klose aufgelegt hatte und der sich revanchierte und für Müller vor’s leere Tor ablegte – 0:3. Die Frankfurter waren in allen Belangen bedient, so dass auch der Support erstmal kaum erwähnenswert war – im Gegensatz zum Bayern-Block, der natürlich bester Stimmung war.
In der zweiten Halbzeit durfte Problembär Toni – natürlich nach Vorarbeit von Müller – auch noch sein erstes Saisontor machen, dann war das Spiel gelaufen. Die Bayern verständlicherweise ohne viel Zug nach vorne, Frankfurt wollte wohl ein absolutes Debakel vermeiden (die höchste Pokal-Heimniederlage war’s auch so schon). Selbst als Butt den Ball an Liberopoulos verlor, war dieser nicht in der Lage, noch ein Tor für Frankfurt zu erzielen. Meiner Ansicht nach hat Müller heute den Unterschied gemacht – engagiert, keinen Ball verloren gegeben, zwei Tore aufgelegt und zur Belohnung noch eines selbst gemacht – chapeau! Toni eher grenzwertig, viel in Fouls verstrickt, wenig gute Szenen – außerhalb vom 16er kann er mit dem Ball halt doch nicht so viel anfangen. Schweinsteiger unauffällig, wenig Impulse nach vorne – wird auch nicht besser bei ihm. Braafheid scheint leider auch nicht der gewünscht starke Außenverteidiger zu sein, auch er hat zu wenig Impuls nach vorne, geht kaum mal ein 1:1 und scheint an sich auch kein sonderlich gutes Auge für das Spiel zu haben.
Sei’s drum, an so einem Abend ist das ja alles egal. Eine Runde weiter, wo sich jetzt langsam die starken Gegner sammeln – Bremen, Hoffenheim, Schalke. Dazu noch Fürth, Augsburg, Osnabrück und Köln, schauen wir mal gegen wen’s dann im Februar geht.
Das letzte Mal war ich vor fast zweieinhalb Jahren (2:0 gegen Hannover) in der Commerzbank-Arena, die ich früher recht häufig frequentiert habe und die in meiner Stadion-Liste mit 10 Spielen immerhin Platz 6 belegt. Kurioserweise habe ich noch nie die Bayern in Frankfurt spielen sehen, das wird heute also eine Premiere. Wundertüte Bayern mal wieder, ich hab keine Ahnung, was zu erwarten ist, aber bei einer hoffentlich etwas offensiver ausgerichteten Eintracht als am vergangenen Samstag könnte sich ein halbwegs feines Spiel entwickeln. Insgesamt wären nach heute maximal noch Hoffenheim, Schalke und Bremen Bundesligisten im Pokal – keine schlechten Aussichten Richtung Berlin, falls heute ein Sieg klappen sollte.
Nach dem Pokalspiel der Bayern gegen RWO konnte ich ja dankenswerterweise bei René und Patti nächtigen. Dadurch ergab sich die feine Möglichkeit, am nächsten Tag auf dem Rückweg nach Stuttgart noch das neue Augsburger Stadion, die Impuls-Arena mit zu nehmen, denn dort ging’s für den FCA um 19:00 gegen den SC Freiburg.
Nachdem ich den Vormittag in der KZ-Gedenkstätte Dachau verbracht hatte und mir in Dachau noch zu Mittag aß und kurz einkaufte, war ich gegen 16:45 in Augsburg und kaum unglaublich übermüdet; die Nacht war doch kurz und 4 Stunden Fußmarsch in der Gedenkstätte taten ihr übriges. Ich fand aber auf Anhieb einen sehr feinen Parkplatz im Industriegebiet in der Nähe des Stadions. Eigentlich durfte man dort nicht parken, aber da die Straße schon relativ stark beparkt war, stellte ich mich dazu und döste erstmal eine Stunde vor mich hin. Ausgeruht ging’s dann gegen kurz vor sechs zum Stadion, da war dann schon klar, dass zumindest so weit hinten wie ich stehe wohl eher nicht abgeschleppt werden würde, selbst wenn. Am Ende war’s komplett egal, die Straße war sowieso eine Sackgasse und die einzige Einfahrt wurde im Laufe des Abends noch deutlich mehr zugeparkt.
Das Stadion, von außen recht unspektakulär, ist ein absoluter Neubau und wurde erst am 26. Juli 2009 eröffnet. Vom Typ er erinnert es mich von außen ein bisschen an andere Neubauten wie die Rhein-Neckar-Arena und die Volkswagen-Arena – auf der grünen Wiese, Kapazität um die 30.000 Zuschauer, ähnliche Bauform. Innen wirkt das Stadion aber recht schmuck, auch wenn 12.000 Zuschauer es nicht mal zur Hälfte auffüllten. Ich hatte eine Karte im Stehplatzbereich und bekam dadurch die sehr gute Stimmung mit – auch auf dem Weg zum Parkplatz nach dem Spiel war diese noch extrem laut zu hören, Hut ab. Von der Stimmung her ist das Stadion auf jeden Fall ein Fortschritt gegenüber der Rosenau, aber die hatte schon auch ihren Charme, den hat das neue Stadion leider nicht. Ist halt doch alles irgendwie uniform.
Das Spiel war recht munter und sah in Augsburg einen klar verdienten Sieger. Zu Beginn der ersten Halbzeit ging’s eher im Mittelfeld zur Sache, bis in der 10. Minute Freiburgs Innenverteidiger Bastians nach Hereingabe vom auch im weiteren Spielverlauf ganz starken Traore den Ball mit dem Knie an den Innenpfosten lenkte. Ansonsten nichts großartiges, ein Elfmeter für Augsburg wäre noch drin gewesen, war aber nicht eindeutig.
In der zweiten Halbzeit baute Augsburg mehr und mehr Druck auf und wurde in der 63. Minute dann belohnt, als Brinkmann, am 16er angespielt, zwei Freiburger aussteigen ließ und zum 1:0 ein schob. Augsburg brachte den Vorsprung gut über die Zeit, Freiburg wurde nur durch einen Freistoß und einen Eckball in der Nachspielzeit nochmal gefährlich, verlor am Ende aber verdient.
Auf Grund meines nahen Parkplatzes war ich schnell am Auto, wobei bei 12.000 Zuschauern der Andrang vom Parkplatz auch später nicht so immens gewesen sein dürfte. Trotz Baustellen ging’s dann flott nach Stuttgart, wo ich – oh Wunder – sogar einen Parkplatz fast direkt vor’m Haus bekam.
“Ein wichtiger Hinweis für alle Fans: Da es sich beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf nicht um ein Risikospiel handelt, dürfen an diesem Samstag aufgrund der Witterungsverhältnisse Thermoskannen mitgeführt werden. Der heiße Tee kann also mit auf die Tribüne. Wir freuen uns auf viele Besucher im “Jagdrevier” Audi Sportpark.”
Posted on 3 February 2012 | 10:40 pm
Nice comment on Kongregate: “Was stuck on level 19 until I had some steak, at which point I was able to finish the game. Very good, but may be difficult for vegetarians.”