SV Werder Bremen – FC Bayern München 0:4 (0:1)

Mai 24th, 2010

Pokalfinale im Mai, da hatte ich mich schon auf schönes Wetter gefreut, vor allem da ich dank Claus mein drittes Live-Finale erleben durfte. Eigentlich war’s aber noch schlechter als vor zwei Jahren gegen Dortmund, aber zumindest vom Samstag abgesehen war das Wetter erträglich und durchaus für Sightseeing zu gebrauchen. Freitag Nacht fing es dann an zu regnen und hörte auch erst Samstag relativ spät wieder auf. Nach einem Abstieg in die Berliner Unterwelt ging’s nochmal kurz in die Innenstadt, wo die ersten Fans zu finden waren und dann relativ zeitig zum Stadion. Die Verhältnisse in der U-Bahn waren mehr oder weniger ausgeglichen, vielleicht mit leichtem Bremer Übergewicht, war aber okay. Zu Recht musste sich ein Bayern-Fan mit grünen Schuhen dem Spott der Bremer aussetzen – immerhin hatten sie da noch was zu lachen. ;)

Unser Platz im Oberring in Reihe 1 dürfte so mit das Beste gewesen sein, was man in der Kurve bekommen kann, denn im Unterring ist es halt sehr flach und je weiter man dann im Oberring hoch geht desto weniger sieht man. Das Spiel ließ sich gut an mit Chancen für Robben und Demichelis, allerdings sorgten die Bremer für den ersten richtigen Aufreger: deutlich auf Konter eingestellt spielten sie einen durch Pizarro gut aus und hatten eine Dreifach-Chance, aber Butt und Badstuber verhinderten ein Tor. Ungewohnt vergab Robben vor dem leeren Tor die Chance auf das 0:2, dann durfte er durch einen Elfmeter doch noch auf 0:2 erhöhen – nicht sonderlich platziert geschossen, dafür aber umso fester.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit wollte Bremen unbedingt den Ausgleich erzielen, was aber nicht gelang. Glück für Bremen dass Kinhöfer bei Bargfredes Foul gegen Robben nicht nochmals auf Elfmeter entschied. Ausgleichende Gerechtigkeit aber kurz danach, als Olic der Ball vor die Füße fiel und dieser zum 0:2 einschoss. Eigentlich war die Sache damit gegessen, aber man weiß ja nie, ein schnelles Bremer Tor hätte schon noch mal für Alarm sorgen können. Stattdessen gab’s aber einen blitzsauber rausgespielten Konter von van Bommel auf Ribéry, den dieser souverän mit dem 0:3 ab schloss – ebenso wenig Chancen für Wiese wie beim 0:4, als Schweinsteiger den Ball im 16er mit der Brust annahm, mit dem Außenrist ins lange Eck spielte und Wiese nur zuschauen konnte.

Schon nach dem 0:3 war das Spiel entschieden und Party auf den Rängen, das 0:4 war dann noch das i-Tüpfelchen auf einer exzellenten Leistung der Bayern. Ungewöhnlicherweise gab es diesmal die Preisverleihung nicht im Mittelkreis sondern vor der Haupttribüne – warum auch immer. Danach gab’s erstmal Feuerwerk, bevor die Mannschaft in die Kurve kam, ordentlich Party machte und fleißig Weißbiergläser ins Publikum gab. :) Für uns ging’s danach noch in die Stadt – weiß aber gar nicht mehr wohin genau, Köpenicker Straße oder so, was aber ein total Fußballfreier Raum war, aber auch kein Fehler und später irgendwann mit der S-Bahn “heim” nach Grünau. Geiles Spiel, schönes Wochenende, da ließ sich dann auch die 8 1/2-stündige Heimfahrt am Sonntag gut ertragen. :)

Demontiert

Mai 16th, 2010

Alter, wie superfain war das denn? Einen offensiv teilweise gefährlich aufspielenden SV Werder demontierten die Bayern heute mal leicht, locker und spielfreudig mit 4:0 – und das im Pokalfinale und live vor meinen Augen. :D Leider konnte ich mein versprechen Martin gegenüber, die Bremer als Dank für ihren Sieg auf Schalke nicht mit mehr als 3 Toren Differenz Heim zu schicken, nicht einlösen, aber ich hatte leider auch nur sehr minimalen Einfluss – und meiner Stimme nach zu urteilen wurde der für andere Zwecke benutzt. ;)

Jedenfalls ist – so unglaublich dass für die Saison 2009/10 klingen mag -, das Double im Sack! Hätte ich nach dem durchwachsenen Start echt nicht gedacht, umso höher erfreut bin ich jetzt. Der eigentlich schon perfekten Saison kann jetzt in einer Woche noch die Krone aufgesetzt werden – ein letztes Mal also: pack ma’s, ihr Roten!

Schlechter Verlierer

Mai 2nd, 2010

Ich kann’s immer noch nicht so ganz glauben, aber die Meisterschaft ist ja nach der (Müller-)Gala gegen Bochum und der Schützenhilfe der Bremer geritzt. Unglaublich, eine Wahnsinns-Saison – ich verweise gerne noch mal auf meinen Frust-Beitrag nach dem Bordeaux-Spiel – im Traum hätte ich nicht daran gedacht, dass am Ende der gleichen Saison das Triple stehen kann! Gerade wenn man sich auch die Graphik der Platzierungen anzeigt ist das schon Wahnsinn:


Quelle: kicker.de

Hinzu kommt, dass die Meisterschaft hoch verdient ist: zweitbeste Offensive, beste Defensive, die wenigsten Niederlangen und über weite Strecken auch sehr schöner Fußball – im Gegensatz zu Vizemeister Schalke, der oft durch grottigen Fußball auffiel. Und dass ich gerade Felix Magath, der ja eigentlich ein vernünftiger Mann ist – dachte ich bisher jedenfalls immer -, gegen Saisonende so komisch benahm, ist schon seltsam. Psychologische Kriegsführung führen, die den Bayern aber sowas von egal war und dann am Ende die Schuld auf die Schiedsrichter schieben. Ich erinnere mich jetzt nicht wirklich an die Fehlentscheidungen, aber über die Saison summiert gleicht sich das normalerweise aus. Was auch immer man von wahren Tabellen hält, auch diese spricht für Bayern – und sieht Schalke nur auf Platz drei! Ist mir im Endeffekt aber auch egal, ist halt nachtreten wegen Frust. Nächste Woche wird dann, wenn kein Wunder passiert, die Meisterschaft gefeiert und dann bleiben immer noch zwei Wochen Herzklopfen: Pokalfinale und Champions League-Finale. Dank Claus habe ich schon eine Karte für’s Pokalfinale, für die Champions League zittere ich noch. Aber was auch kommt: ein Titel ist im Sack, das hat sich die Mannschaft auch verdient und was auch immer noch kommt: war eine geile Saison, ich bin wirklich ganz hin und weg.

FC Bayern München – SpVgg Greuther Fürth 6:2 (1:2)

Februar 11th, 2010

Das gestrige Doktorandenseminar in Bad Boll musste ich leider vor den letzten zwei Vorträgen verlassen, sonst wäre das nix mit dem Pokalspiel geworden – 19:00 Anpfiff ist halt immer etwas früh, dafür ist man wenigstens halbwegs zeitig daheim. Gegen 15:00 machte ich mich also auf den Weg, immerhin war ich ja quasi schon am normalen Treffpunkt am Aichelberg, auch wenn ich dieses Mal alleine fuhr. Dank klirrender Kälte ging die Wischwasch irgendwann nicht mehr, also kippte ich einen Liter Spiritus hinterher als ich mir zwecks Bekämpfung der Müdigkeit sowieso einen Kaffee wichtelte. Half aber auch nix, aber im hellen ist das ja nur halb so schlimm. Eigentlich war ich auch gut in der Zeit, aber dank mehr oder weniger heftiger Schneefälle war ich dann gerade rechtzeitig am Stadion, um kurz nach 18:00 meine zweite Karte zu verkaufen. Dann flugs rein und eine halbe Stunde vor Anpfiff in den Block, wo ich gleich merkte dass meine neuen Thermosohlen gar unfain sind und wesentlich schlechter als die alten, denn bereits nach 5 Minuten hatte ich eiskalte Füße – und das für die nächsten 130 Minuten, tolle Aussicht.

Bei Schneetreiben und wenig Betrieb – 53.500 Zuschauern – ging’s eigentlich nach Maß los: quasi sofort und mit der ersten Chance das 1:0. Das war’s dann aber auch von Bayern in der ersten Hälfte. Völlig zerfahren mit einer Milliarde Fehlpässen ging gar nix mehr und das 1:2 für Fürth nahm ich zwar nur ungern hin, aber es war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient, es hätte durchaus höher stehen können. In der Halbzeit muss van Gaal die Spieler ordentlich geföhnt haben, denn die Bayern kamen aus der Kabine und machten gleich Druck. Einen glücklichen, aber nicht unberechtigter Elfmeter zimmerte Robben dermaßen hart in die Mitte, dass er von Lobué ins Tor ging. Der für den indisponierten Tymoshchuck eingewechselte Alaba machte gleich Alarm, setzte nach und ermöglichte Ribéry das 3:2. Danach ging’s munter weiter und mehr oder weniger unverdient am Ende 6:2 aus – immerhin fielen bis auf das 1:0 alle anderen sieben Tore auf Südkurve, so dass ich beste Sicht hatte. Mehr oder weniger versöhnt begab ich mich nach dem Spiel erstmal auf die Toilette, wo ich – unglaublicher Zufall – Gero-Björn traf, mit dem ich auf dem Weg zur U-Bahn eine Runde plauschte.

Danach ging’s mit zumindest temporär freier Wischwasch nach Hause, allerdings hielt die Freude nicht lange, denn irgendwann war seltsamerweise wieder Schluss mit dem Waschwasser. Zum guten Glück meinten die ganzen Trottel auf der A8, dass Tempo 60 ausreicht – sollen sie halt zu Hause bleiben, wenn sie sich nicht trauen, schneller zu fahren, 100 waren schon ungefährlich drin. Bei meine Burger King-Stop in Seligweiler war dann so viel los, dass ich unverrichteter Dinge zornig weiter fahren musste, weil ich nicht 20 Minuten anstehen wollte. Trotz Schneefall war ich dann um kurz nach zwölf wieder in Heslach und fand auch einen akzeptablen Parkplatz in der Benckendorffstraße. Immerhin Halbfinale also, auch wenn mit dem Auswärtsspiel in Schalke wohl meine Serie an besuchten Pokalspielen diese Saison ein Ende nehmen wird.

Eintracht Frankfurt – FC Bayern München 0:4 (0:3)

Oktober 30th, 2009

Der Trip zum Auswärtsspiel nach Frankfurt nahm eigentlich einen eher schlechten Anfang, da ich unfähig war, den Treffpunkt mit Claus in Feuerbach zu finden. Eigentlich war ich schon richtig gewesen, nur etwa 150m falsch; mein anschließender Versuch, doch noch an den passenden Ort zu kommen, führte dazu, dass ich dann ganz falsch war. Naja, so kam Claus dann halt zu mir, was ungefähr 20 Minuten Verspätung zur Folge hatte, aber wir waren ja früh genug. Verkehr war nicht sonderlich viel, trotz der Tatsache, dass wir in den Berufsverkehr kamen, so dass wir zeitig in Frankfurt waren und in Laufdistanz zum Stadion parken konnten.

Auf dem Weg zum Stadion gönnten wir uns noch eine Kleinigkeit zu Essen und zu Trinken, bevor wir zeitig nicht ganz eine Stunde vor Anpfiff im Block waren – ist bei einem Stehplatz ja sowieso kein Fehler, früh da zu sein. Das Stadion füllte sich erstaunlich langsam, so dass man noch einen guten Blick auf den “Frankfurt”-Schriftzug der Choreographie im Oberrang hatte; der Bayern-Block im Unterrang begann so eine halbe Stunde vor Anpfiff voll zu werden.

Choreo beim DFB-Pokal-Achtelfinale 2009/10 zwischen Eintracht Frankfurt und - FC Bayern München
Ordentliche Choreographie

Ganz ehrlich hatte ich mich auf einen ordentlichen Pokalfight eingestellt. Die Frankfurter zeigten erstmal eine echt ordentliche Choreographie, danach wurde es gleich richtig laut. Schon krass, da wird immer von Dortmund und Schalke von wegen toller Stimmung gesprochen, aber ich muss sagen dass ich Frankfurt für eines der Stadien mit dem besten Support in der Bundesliga halte. Wie auch immer, die Versprechungen von Michael Skibbe, Frankfurt werde anders auftreten als am Samstag vorher in München stimmte nur bedingt. Zu Beginn gab es noch eine Frankfurter Offensive, die allerdings im wesentlichen nach einer Flanke schon beendet war. Nach schönem Pass von van Bommel lupfte Klose über den heute erstaunlich schlecht aussehenden Nikolov zum 0:1 ein. Eine Viertel Stunde später war das Spiel dann eigentlich schon durch, nachdem Müller einmal nach engagierter Vorarbeit für Klose aufgelegt hatte und der sich revanchierte und für Müller vor’s leere Tor ablegte – 0:3. Die Frankfurter waren in allen Belangen bedient, so dass auch der Support erstmal kaum erwähnenswert war – im Gegensatz zum Bayern-Block, der natürlich bester Stimmung war.

In der zweiten Halbzeit durfte Problembär Toni – natürlich nach Vorarbeit von Müller – auch noch sein erstes Saisontor machen, dann war das Spiel gelaufen. Die Bayern verständlicherweise ohne viel Zug nach vorne, Frankfurt wollte wohl ein absolutes Debakel vermeiden (die höchste Pokal-Heimniederlage war’s auch so schon). Selbst als Butt den Ball an Liberopoulos verlor, war dieser nicht in der Lage, noch ein Tor für Frankfurt zu erzielen. Meiner Ansicht nach hat Müller heute den Unterschied gemacht – engagiert, keinen Ball verloren gegeben, zwei Tore aufgelegt und zur Belohnung noch eines selbst gemacht – chapeau! Toni eher grenzwertig, viel in Fouls verstrickt, wenig gute Szenen – außerhalb vom 16er kann er mit dem Ball halt doch nicht so viel anfangen. Schweinsteiger unauffällig, wenig Impulse nach vorne – wird auch nicht besser bei ihm. Braafheid scheint leider auch nicht der gewünscht starke Außenverteidiger zu sein, auch er hat zu wenig Impuls nach vorne, geht kaum mal ein 1:1 und scheint an sich auch kein sonderlich gutes Auge für das Spiel zu haben.

Sei’s drum, an so einem Abend ist das ja alles egal. Eine Runde weiter, wo sich jetzt langsam die starken Gegner sammeln – Bremen, Hoffenheim, Schalke. Dazu noch Fürth, Augsburg, Osnabrück und Köln, schauen wir mal gegen wen’s dann im Februar geht.

Links:
Spielbericht bei Eintracht Frankfurt
Spielbericht beim FC Bayern München
Spielbericht beim Kicker