FC Bayern München – SSC Neapel 3:2 (3:1)
November 4th, 2011Auftakt zu meinem persönlichen Champions-League-Hattrick: nachdem ich das Heimspiel gegen ManCity wegen des Madeira-Urlaubs verpasst habe, kann ich hoffentlich alle restlichen Spiele, inklusive Auswärtsspiel in Manchester sehen. Nach dem 1:1 im Hinspiel konnte der Einzug ins Achtelfinale mit einem Sieg fast schon klar gemacht werden, gegen Italiener weiß man aber nie so genau (eben auch siehe Hinspiel); von den überhaupt nur 4 Partien, in denen ich Bayern gegen italienische Mannschaften live gesehen habe, gingen prompt auch 3 verloren, der einzige Sieg war der 2:1-Heimsieg gegen Florenz in der Saison 2010/11.
Neapel zeigte sich deutlich verbessert im Vergleich zum Hinspiel und versuchte sich ein bisschen offensiv, allerdings ohne wirklich gefährlich zu werden. Bayern brauchte also ein bisschen um ins Spiel zu kommen, Gomez zerlegte Neapel dann allerdings in 25 Minuten quasi im Alleingang mit einem echten Hattrick, ein viertes Tor hatte er noch auf dem Fuß, nachdem er vorher erstmal im Mittelfeld den Ball erkämpft hatte – Hut ab nicht nur vor den Toren, speziell die schöne Körpertäuschung vor dem 1:0, sondern vor allem auch vor der läuferischen Leistung. Mein Wunsch war natürlich mit einem zu Null in die Pause zu gehen, aber Kollege Boateng stellte sich etwas unglücklich an der Auslinie an und beim nachfolgenden Freistoß behinderten sich van Buyten und Schweinsteiger, so dass Fernandez völlig frei stehend zum Anschlusstreffer einköpfen konnte. Nachdem ich mir gerade bei ran die strittigen Szenen nochmal angeschaut habe – nice, da kann man das ganze Spiel nochmal online anschauen – muss ich sagen, dass man da durchaus Foul geben kann wie passiert, aber dass aus der Sicht von hinter Boateng die Aktion schon deutlich mehr nach dankbar hingefallen aussieht. Sei’s drum, man muss sich ja nicht so dumm anstellen, weder vor noch beim Freistoß.
Im Endeffekt war’s ja mit zwei Toren Vorsprung immer noch bequem, allerdings sollte die zweite Halbzeit mit einer sehr unangenehmen Aktion beginnen, die “El maximo lider” Schweinsteiger einen Schlüsselbeinbruch einbrachte. Im Stadion sah ich da natürlich eh wenig, am Anfang wusste ich nicht mal genau, welcher Spieler verletzt war. In der Zeitlupe muss man allerdings sagen, dass “nach heftigem Zusammenprall mit Inler” völlig falsch formuliert ist: Schweinsteiger schaut auf den Ball und Inler kommt zum eingesprungenen Bodycheck an – wohl nicht mit der Absicht, eine Verletzung zu provozieren, aber wer so rein geht… wie auch immer, verständlicherweise war ein Bruch im Spiel der Bayern. Neapel an sich kaum gefährlich, Tymoshchuk als Schweinsteiger-Ersatz bemüht, war aber halt nicht das gleiche. Irgendwann war es dem niederländischen Schiedsrichter-Kasper immerhin zu bunt, wie Zuniga Ribery konsequent umlegte und so schien dann nach 70. Minuten, als selbiger mit Gelb-Rot runter musste, das Spiel durch zu sein. In unnachahmlich italienischer Manier legte aber Cavani noch einen ordentlichen sterbenden Schwan hin, so dass Badstuber dann kurz danach auch mit Gelb-Rot runtermusste – passte zur Schiedsrichterleistung. Bayern in der Folge etwas von der Rolle, ein auch eher fragwürdiger Freistoß führte dann zum 3:2, was die ganze Sache in den letzten 10 Minuten natürlich unnötig spannend machte. Schade, dass Gomez Ball aus über 50 Metern auf’s leere Tor noch de Sanctis abgefangen werden konnte, das war dann aber die letzte Szene im Spiel.
Teuer erkauft, der Sieg – Schweinsteiger durch für die Hinrunde, Badstuber mit Gelb-Rot runter -, aber immerhin war’s ein Sieg, bei dem Schiedsrichter auf keine Selbstverständlichkeit, das noch erfolgreich zu Ende zu bringen. Die große Gomez-Show geht also weiter, Sahne-Tag, da würde mich mal seine Laufleistung interessieren, wie gesagt auch defensiv sehr aktiv, holte viele Bälle zurück. Neapel mit zwei Toren nach Standards, aus dem Spiel kam wenig, nur gegen Ende wurde es dann wirklich eng, ich dachte auch die letzte Ecke von Neapel gibt bestimmt das 3:3.
Ansonsten auch noch Applaus für die sehr gelungene Choreographie, war wirklich super anzuschauen!

(Quelle: Club Nr. 12)














