VfB Stuttgart II – FC Bayern München II 2:4 (1:1)

September 3rd, 2009

Zu Gast auf dem Kickers-Platz, das hatte ich auch noch nicht. Bisher stand ich, auch bei den Bayern-Gastspielen, immer bei den Kickers-Fans, aber da der VfB II ja auch auf der Waldau spielt, blieb mir beim Spiel gegen Mehmets Buben keine Wahl, als in den Gästeblock zu gehen. A propos, gut dass ich am Freitag vorher beim Kickers-Spiel gegen 1860 II Frank traf und im Gespräch rauskam, dass das Spiel auf der Waldau ist – ich wäre mal schön mit der S-Bahn nach Cannstatt getuckert, weil ich irgendwie immer noch mit dem Schlienz-Stadion gerechnet hatte.

Nach kurzem angrillieren und sitt- und sättigen am HLRS ging’s also auf die Waldau, wo ich mich mit Frank und Claus traf. Zehn Euro nimmt der VfB für die 3. Liga, skandalös teuer, aber was will man machen, also ab in den Gästeblock. Der entpuppte sich als äußerst bescheiden, auf der Gegengeraden versperrt ein Doppelzaun nicht nur den Durchgang sondern auch die Sicht auf das entfernte Tor, es sei denn man steht ganz oben – den Zaun hat man wohl den Saarbrückern zu verdanken, die hier mal ordentlich Fez gemacht haben müssen.

Blick aus dem Gästeblock auf der Waldau
Mäßig gute Sicht

Scholls Buben, ziemlich schlecht in die Saison gestartet, knüpften gleich an den ersten Sieg gegen Wuppertal vom vorherigen Spieltag an und kamen munter ins Spiel und durch Sikorski nach 10 Minuten gleich zum 0:1. An Chancen war’s das ziemlich und der VfB glich nicht unverdient zum 1:1 aus. Half zumindest der Stimmung aber auch nichts, die wurde exklusiv durch die Bayern-Fans erzeugt.

In der Halbzeitpause holte ich mir erstmal meine Brille aus dem Rucksack – war aber auch ohne nicht so schlimm – und unterhielt mich mit dem Ordner an der “Gaderobe” – ich bin erstaunt, da gibt’s auch Menschen, mit denen man sich normal unterhalten kann und die relativ vernünftige Ansichten haben! Kurz vor Anpfiff zurück in den Block und gleich nach Wiederanpfiff das 1:2 bewundert, danach netzte Sikorski noch zwei Mal zur 1:4-Führung ein – très chic. Die Stimmung war jetzt natürlich sehr gut, Scholl reagierte sogar auf’s “Mehmet, wink doch mal” und auch der Anschlusstreffer der Stuttgarter zum 2:4 änderte kaum noch was am deutlichen Bayern-Sieg.

Lampen auf der Waldau geht halt irgendwie gar nicht, aber was will man machen, da muss man als Kickers halt einfach durch. Solange man aber so schön drei Punkte mitnehmen kann wie gestern, gibt’s fast keinen Grund zur Klage. Klagen kann man dagegen eher über meinen Lewis&Clark-Heimweg. Die letzte Zacke knapp verpasst und dann kam kein Taxi, also dachte ich mir, ich latsche nach Heslach. Öfter mal was neues, also nicht die Alte Weinsteige runter sondern “Auf dem Haigst”. Hmm, endet in einer Sackgasse, doof das. Die nach rechts abgehende Haigst-Staffel zur Weinsteige runter habe ich im Dunkeln und bei Regen dann leider nicht gefunden und dachte mir “jetzt die Weinsteige zurück ist auch mädchenhaft”, also bin ich “Am Oberen Berg” hoch gelaufen. Irgendwie war mir schnell klar – dass ich da allerdings nirgends nach Heslach runter stechen kann sondern frühestens am Schimmelhüttenweg raus komme, wie es dann auch war. Durch den Wald Richtung Gartenfreunde wollte ich mit meinen schmucken Old Skools dann auch nicht von wegen Regen und Matsch, so dass ich am Ende genau da raus kam, wo ich auch viel schneller über die Alte Weinsteige hingekommen wäre, nämlich am Marienhospital. Naja, im Endeffekt war’s vielleicht eine viertel Stunde länger und ich habe wieder was gelernt, ist doch auch was wert. :)

Wuppertaler SV – SV Sandhausen 0:2 (0:1)

August 23rd, 2009

Einen Tupperwal wollte ich mir heute in Wuppertal kaufen, aber leider hat Tupperware ja keine Geschäfte (also für mich habe ich den Tupperwal selbst erfunden, dank Huberts und meiner dauerhaften Anwendung des Silbenvertauschens, allerdings gibt’s den Begriff schon – 176 Hits bei Google!). Macht ja nix, geht man halt ins Stadion am Zoo und schaut sich die Borussia beim Heimspiel gegen Sandhausen an – oder war das ursprünglich schon so geplant, hmm, wer weiß. ;)

Jedenfalls ging’s nach dem gestrigen Stuttgart-Worms-Aschaffenburg-Trip schon zeitig um 8 Uhr auf nach Wuppertal. Dank der sagenhaften A3 gab’s natürlich Stau, aber der hielt sich in Grenzen, so dass wir gegen kurz vor elf in der Nähe des Bismarckturms parkten; wir, da das ein ausgeprägter Familientrip war, denn ich hatte Mama und Omama dabei, was nicht nur bei der Fahrt angenehme Gesellschaft sondern auch geldwerte Vorteile bedeuten sollte, wie sich später herausstellte und vorher schon fast klar war. ;)

Der Bismarckturm Wuppertal

Gut, man hätte auch am Bismarckturm direkt für Umme parken können, aber das wusste ich vorher nicht, weshalb wir im Nommsenweg parkten und den Rest zu Fuß gingen – war aber auch okay. Der Bismarckturm ist ganz nett, ebenfalls Entwurf “Götterdämmerung”, wie in Stuttgart, nur zwei Meter höher. Die Aussicht ist durchaus gut, Wuppertal ist ganz ehrlich so ein kleines bisschen wie Stuttgart, nur mehr im Tal und auf den Höhen auch nicht ganz so hoch. Hat aber was.

Aussicht vom Bismarckturm

Aussicht vom Bismarckturm

Nach dem Bismarckturm ging’s erstmal Richtung Stadt, genauer gesagt nach Barmen, um in der Nähe der Schwebebahn zu parken, was mit schmalen zwei Euro für den Rest des Tages zu Buche schlug. In der Stadt sind wir dann über den Alten Markt erstmal eine Restauration suchen gegangen und stießen auch schnell auf das Wuppertaler Brauhaus. Preislich echt okay und wir saßen bei schönstem Sonnenschein draußen, wo ich mir Biergulasch und selbstgebrautes Weizen schmecken ließ – Herz, was willst du mehr, vor allem wenn man noch von der Omama eingeladen wird?! Innen sieht’s auch ganz schmuck aus muss man sagen, echt einen Besucht wert.

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Nach dem Essen ging’s dann zügig auf zur Schwebebahn und ab Richtung Stadion/Zoo, immerhin 18 Minuten Fahrt ab “Alter Markt”, aber da das Stadion direkt an der Bahn ist war das kein Problem und ich mehr als eine halbe Stunde vor Anpfiff vor Ort während sich die zwei Damen, die mit gefahren waren, wieder zum Shopping zum Alten Markt begaben. Das Stadion ist hübsch und zum Großteil neu, die neue Haupttribüne hat noch das alte Schilddach, ähnlich dem Berliner Olympiastadion. Dazu gibt es zwei Stehplatztribünen auf den Hintertorseiten und eine kombinierte Steh- und Sitzplatztribüne auf der Gegengeraden. Teil des alten Stadion existieren noch, zum Beispiel auf der Gegengeraden, sind aber gesperrt. Insgesamt passen 23.067 Zuschauer rein, was in der 3. Liga natürlich größtenteils nicht nötig ist, aber immerhin waren 3.528 Zuschauer da, auch eine kleine Abordnung aus Sandhausen. Sehr nett ist auch das drumherum, zum Beispiel die ehemalige Stadiongaststätte und der Stadionvorplatz.

Ehemalige Stadiongaststätte

Ehemalige Stadiongaststätte

Haupttribüne im Stadion am Zoo

Das Spiel, von beiden Mannschaften im momentanen Standard-4-4-2 geführt, begann mit einem Übergewicht für Wuppertal. Sandhausen konzetrierte sich auf die Abwehr und sich ergebende Konter und das mit viel Erfolg. Wuppertal hatte zwar mehr vom Spiel, aber Sandhausen spielte in der 27. Minuten einen Konter mit zwei schnellen Pässen gut aus und Dorn netzte zum 0:1 ein. In der zweiten Halbzeit war das Bild ähnlich, wobei Sandhausen mit der Zeit auch besser ins Spiel kam. Das 0:2 fiel allerdings wieder durch einen Konter, nach dem Ristic zum Endstand einköpfte. Wuppertal agierte in der folgende mehr und mehr zerfahren und Sandhausen hatte keine Probleme, das Ergebnis über die Zeit zu bringen. Am Ende war’s auch verdient, die Abwehr stand halt solide und die Konter wurden gut zu Ende gespielt.

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Nach dem Spiel ging’s mit der Bahn wieder in die Stadt zum Treffen mit den Mitfahrerinnen und einem Abstecher zu Starbucks – durchaus lecker und wieder eingeladen worden, nur die Witzigbubis an der Theke waren mir einen Tick zu amüsant, hielt sich aber gerade noch im Rahmen. Auf der Heimfahrt konnte ich mir dann im Radio noch den Rest der Bayern-Niederlage in Mainz anhören – nicht ganz so erfreulich, besser war dann schon Volker Pispers auf WDR5. Ansonsten ein feiner Trip mit ungewohnter Begleitung. ;)

Der Neuanfang

Juni 10th, 2009

Bekanntermaßen sind die Stuttgarter Kickers ja mit Pauken und Trompeten als Tabellenletzter aus der 3. Bundesliga in die Regionalliga Süd abgestiegen. Wie vorhergesagt hätte allerdings der 16. Platz gereicht, denn die Kickers aus Emden hat es jetzt erwischt und sie haben ihren Lizenzantrag zurückgezogen – Stadionumbau und Lizenzauflagen für die nächste Saison zu erfüllen war unmöglich, der DFB sollte sich mal Gedanken machen inwiefern die Anforderungen sinnvoll sind. Glück hatte jetzt Wacker Burghausen, die durch die nicht erteilte Lizenz doch nicht absteigen, es bleibt also bei den Kickers und den (zumindest von mir) ungeliebten Ostalblern aus Aalen.

Die Kickers stehen also vor einem Neuanfang, hat doch außer Bashiru Gambo offensichtlich keiner der Spieler einen Vertrag für die 4. Liga. Der Neuanfang soll um den neuen Cheftrainer Dirk Schuster stattfinden, der mit einem Vertrag bis 2011 ausgestattet ist. Schuster hat zwar bisher nur Verbandsliga-Erfahrung, schloss seinen Trainerlehrgang aber immerhin als Bester ab. Ansonsten ist er als Spieler bekannt, der insgesamt 7 Nationalspiele (drei für den DFB, drei vier für die DDR-Auswahl) und über 200 Bundesligaspiele für den KSC und den 1. FC Köln absolvierte. Seine Aussage “Wir wollen hier eine junge Truppe aufbauen, die von der ersten bis zur letzten Minute kämpft und Gas gibt” scheint jedenfalls passend zu sein, viel anderes wird den Kickers auch nicht übrig bleiben.

Wie sieht’s jetzt mit den Spielern aus? An Zugängen ist wenig bekannt, obwohl wohl einiges aus der U23 (sprich Kickers II) kommen wird. Abgänge sind allerdings schon einige bekannt: Manuel Salz zum SC Freiburg in die 1. Liga (!), Josip Landeka zum SV Wehen-Wiesbaden in die 3. Bundesliga, Thorsten Reiß zum SV Elversberg in die Regionalliga West und Ralf Kettemann zu Mitabsteiger VfR Aalen. Reiß und Kettemann weine ich jetzt nicht wirklich hinterher, sie haben bei mir in der vergangenen Saison keinen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Abgang von Manuel Salz ist natürlich ein herber Verlust und ärgerlich ist auch, dass er, wie alle bisherigen Abgänge, ablösefrei geht. Trotz allem viel Erfolg in der Bundesliga, er ist ein sehr guter Torwart und ohne ihn wäre die Lage auf der Waldau wohl schon deutlich früher eindeutig gewesen. Josip Landeka ist definitiv auch ein Verlust, immerhin kann er sich erstmal in der 3. Liga halten und mit erst 22 Jahren hat er ja noch ein bisschen Zeit; er war auf jeden Fall einer der besseren im Kader. Zur weiteren Kaderplanung hatte ich auch schon etwas gelesen, allerdings finde ich den Link nicht mehr. Spannender als die Zugänge dürfte sein, wer dem Verein erhalten bleibt und wer nicht.

Laut Kicker.de ist nach Manager Joachim Cast, der von seinen Aufgaben als Sportlicher Leiter ja mittlerweile entbunden wurde, auch Präsident Eichelbaum in die Kritik gerückt. Er kommuniziere intern zu wenig und habe sich bei der Trainersuche zu viel Zeit gelassen. Nunja, da kann ich wenig zu sagen, aber unabhängig von etwaigen Altlasten und Schwierigkeiten, die Eichelbaumm bewältigen musste, muss sich das Präsidium natürlich auch fragen, ob die sportliche Talfahrt in dieser Form nötig war.

Abschiedsgeschenk?

Mai 25th, 2009

Manuel Salz ist zum Kickers-Spieler der Saison 2008/09 gewählt worden. Meiner Ansicht nach sehr verdient, ich erinnere mich eigentlich nur an einen Patzer (eigentlich mehr ein Missverständnis mit Thomas Gentner) im sowieso grottigen Kick gegen die kleinen Lampen. Ich befürchte nur, dass der Preis eher ein Abschiedsgeschenk darstellt, denn den Gang in die Viertklassigkeit hat Salz bei seiner Qualität nicht nötig.

Tradition kann man nicht kaufen

Mai 21st, 2009

Leider gilt auch die Aussage “Für Tradition kann man sich nichts kaufen”. Die letzten zwei Beispiel: die Stuttgarter Kickers, die sang- und klanglos aus der 3. Bundesliga in die Regionalliga Süd absteigen (kicker.de: “In den deutschen Profiligen herrscht Spannung pur. In der neu eingeführten 3. Liga steht einen Spieltag vor Schluss lediglich Meister Union Berlin fest und die Stuttgarter Kickers als Absteiger.”) und Viktoria Aschaffenburg, die aus Liquiditätsgründen keine Lizenz für die Regionalliga Süd beantragen sondern nächste Saison in der jetzt fünftklassigen Oberliga Hessen spielen.

Die Kickers haben es echt kolossal verblödelt: sportlich versaut und dann noch einen Kredit vom DFB nicht pünktlich zurück gezahlt, so dass es nicht nur 3 Punkte Abzug obendrauf gab sondern auch noch jeder andere Drittliga-Verein auf 12.500€ verzichten muss – so macht man sich Freunde. Ärgerlich dass es für die Viktoria nicht gereicht hat, initial waren die Aussagen letzte Saison ja gut; schade, hat die Spende langfristig nichts genutzt, aber immerhin gab’s noch ein Jahr Regionalliga-Fußball.