Endlich hab ich’s am Samstag mal zu Eure Mütter geschafft, Name des Programms: Nix da, ‘Leck mich!’ Auf geht’s!
Meine zweite Karte konnte ich zum Glück an Kollege Alexey abtreten und musste sie so nicht umständlich sonstwo verscherbeln. Eure Mütter ist ja irgendwie immer ausverkauft, dieses Mal hatte ich echt Glück, dass ich das Konzert noch rechtzeitig gesehen hatte, die Plätze in Reihe 6 Mitte auf der Tribüne waren auch exzellent. Eure Mütter sind waschechte Stuttgarter, insofern auch ein Muss für jeden Wahlschwaben. War jedenfalls herrlich komisch, nur das Mädel neben mir, dass sich arg hysterisch gebärdete, ging mir etwas auf den Zeiger, sowas verdirbt mir irgendwie immer den Spaß, wenn Leute zu extrem reagieren.
Kleine Kostprobe:
Auch sehr gut, aber wohl nur auf der Bühne mit Video geil: Tu’s mischen.
Work a lifetime to pay off a house — You finally own it and there’s nobody to live in it.
(Willy Loman, Arthur Miller’s Death of a Salesman)
Lange, lange, ist’s her dass ich im Theater war, dürfte im Winter 2009 gewesen sein; entweder war’s “6 and the city (4!)“, vielleicht aber auch “Der Tod ist auch nur ein Mensch“. Zum sehr berühmten “Tod eines Handlungsreisenden”, das Arthur Miller einen Pulitzer-Preis einbrachte, ging’s gleich auch noch in eine neue Spielstätte, das “Nord”; da das Schauspielhaus momentan generalsaniert wird, gibt es einige neue Spielorte, neben dem Nord noch 4 Spielorte in der “Niederlassung Türlenstraße”. Das Depot ist leider keine Spielstätte mehr:
Gleichzeitig nehmen wir am Löwentor ein neues Probengebäude mit modernen Arbeitsräumen für die einzelnen Inszenierungen in Betrieb und eröffnen im Dezember eine neue Spielstätte – das NORD. Die neue Bühne für 150 Zuschauer wird über die Interimsphase hinaus an unsere bisherige Theaterarbeit im DEPOT anknüpfen. Mit der Erinnerung an intensive und berührende, an begeisternde und aufregende Inszenierungen, verlassen wir das DEPOT und laden Sie ein, uns vom Stuttgarter Osten in das NORD zu begleiten
Das war jedenfalls das erste Mal dass ich überhaupt mit der U15 bei Tageslicht gefahren bin, zumindest über Milchhof etc.; normal nehme ich die nur vom Theaterhaus nach Hause und da ist es dann doch bisher immer dunkel gelesen. Am Löwentor war ich zu Fuß auch noch nie gewesen, aber da einige Menschen die gleiche Bahn genommen hatten und offensichtlich auch ins Theater wollten bestand keine Gefahr sich zu verlaufen.
Das Nord
Vom Raum her war’s relativ ähnlich wie das Depot, die Bühnenaustattung war relativ schlicht aber vollkommen ausreichend. Ich habe vorher noch keine Darbietung des “Handlungsreisenden” gesehen, aber ich denke die Interpretation war nicht zu abstrus, sie war jedenfalls gut verständlich. Das Bühnenbild bestand im wesentlichen aus dem Haus der Lohmanns – Fassade vorne, Gerüst nach hinten, das je nach Szene von vorne oder hinten gezeigt wurde; daneben standen noch Symbole für die USA beziehungsweise den amerikanischen Traum auf der Bühne. Mir hat’s auf jeden Fall gefallen, nicht zuletzt weil zwischendurch Bonbons ins Publikum geworfen wurden. Das Axolotl, Stulip und ich genehmigten uns dann nach der Vorstellungen noch ein Viertele – Kenner trinken Württemberger – hielten uns aber beim Publikumsgespräch lieber raus (erste Frage: “Wie sind Sie eigentlich so ein guter Schauspieler geworden?”). Demnächst ist ja schon Sommerpause, insofern muss ich sputen wenn ich vorher nochmal ins Theater will.
Willy Astor kannte ich ja jahrelang nur als Komponist von “Stern des Südens”, der bis vor kurzem quasi offiziellen Vereinshmyne des FC Bayern, bis ich mir dann mal die Platte “Aloneunderholder – Gehe hin und Meerrettich” anhörte – immer lustig, wenn man sich beim joggen fast bepissen muss vor lachen, vor allem wenn andere Leute in der Nähe sind. Am Dienstag war Willy Astor dann mit seinem aktuellen Programm “Tonjuwelen – das Beste aus 25 Jahren Bühne” im Theaterhaus und am Freitag kaufte ich mir spontan noch eine Karte. Reihe 17 auf der Tribüne, nicht ganz optimal, aber immer noch okay. Die Show war jedenfalls der Hammer, nach einer sehr humorigen Interaktion mit dem Publikum zu Beginn ging’s munter weiter mit Liedern und Wortspielen, für Stuttgart sehr passend auf jeden Fall das Schwabenlied:
Sehr sympathisch ist auch, wie er vor Lachen immer kaum den Text raus bringt, ich finde das super wenn sich Künstler auch mal über ihre eigenen Späße amüsieren. Einziger Wermutstropfen war der Typ, der neben mir saß, der immer die Wortwitze nachsprach – ich kann sowas nur ganz schlechte ausblenden, also eine eher schlechte Sache. Davon abgesehen extrem witzig, auf jeden Fall empfehlenswert.
Einen “illustren Abend mit dem Tod” gab’s am Montag im Theaterhaus. Stargast Annett Louisan schickte leider nur einen Audio-Gruß, da sie noch in New York festsaß, nachdem ihr Flug abgesagt wurde. Zu sehen gab es diverse Darbietungen, die sich mit dem Tod beschäftigten, teils weniger, teils mehr amüsant. Die Stockpuppendarbietung von Horst Rausch fand ich etwas lau dargeboten, deutlich besser gefiel mir “Dort ist Hier” von Félix Karma. Annett Louisans Darbietung fiel logischerweise aus, stattdessen gab es direkt die Live-Darbietung des Titelliedes des Kurzfilmes “Sympathie für den Tod” (unter anderen mit Annett Louisan als Darstellerin), bevor es eine Vorführung desselben, Slam-Poetry und den Auftritt von Gerhard Polacek mit Reiner Hiby und ihren “Wiener Liedern” gab – ein durchaus bunter Mix also. Highlight des Abends war für mich allerdings meine Pizza-Aktion: in der U-Bahn schön die Nummer von “In Heslach klingts aus allen Ritzen, bei Pavone gibt’s die besten Pizzen”-Pizza Pavone rausgesucht, bestellt und vom Bihlplatz aus auf dem Heimweg direkt abgeholt – so einfach kann das manchmal sein.
Wenn ich im Theater nicht in Höchstform bin – geistig frisch, ausgeruht, kerngesund – wird’s oft schwierig der Handlung zu folgen, vor allem wenn das Stück dazu eine nicht-triviale Anstrengung erfordert. Genau so war’s bei Stalker, einer Adaption des gleichnamigen Filmes. Ich war ein bisschen krank, leicht müde und schon etwas geschlaucht vom Kickers-Spiel gegen Reutlingen, anschließendem Bundesliga-Konferenz schauen und Bummel über diese Eisbahn-Veranstaltung am Schlossplatz (0,4l Weizen 4,50€: liebe Leute, ihr spinnt!). Witzigerweise war auch das Theater eine einzige Hustenveranstaltung, aus jeder Ecke wurde mal gebellt und geschnupft.
Danach dachte ich, wenn ich mir den Wikipedia-Artikel anschaue, werde ich schon wissen was ich verpasst habe und das Stück verstehen, aber erstaunlicherweise hatte ich doch alles mitbekommen, trotz Müdigkeit, angenehm abgestandener Luft und der relativ langen Spielzeit von über 2:00 ohne Pause. So ganz verstanden habe ich die tiefere Aussage hinter dem Stück allerdings trotzdem nicht, für sowas bin ich glaube ich einfach nicht schlau genug. Die Wikipedia-Seite bringt einen auch nicht weiter, vielleicht hilft’s ja, den Film anzuschauen.
“Ein wichtiger Hinweis für alle Fans: Da es sich beim Spiel gegen Fortuna Düsseldorf nicht um ein Risikospiel handelt, dürfen an diesem Samstag aufgrund der Witterungsverhältnisse Thermoskannen mitgeführt werden. Der heiße Tee kann also mit auf die Tribüne. Wir freuen uns auf viele Besucher im “Jagdrevier” Audi Sportpark.”
Posted on 3 February 2012 | 10:40 pm
Nice comment on Kongregate: “Was stuck on level 19 until I had some steak, at which point I was able to finish the game. Very good, but may be difficult for vegetarians.”