Baile Átha Cliath
Mai 20th, 2011Zum dritten Mal nach 2005/06 in Eindhoven und 2007/08 in Manchester hatte ich dieses Jahr Karten für das UEFA-Cup-Finale bekommen (man möge mir verzeihen dass ich den sperrigen Titel “UEFA Europe League” nicht benutze). In Eindhoven war ich selbst, in Manchester allerdings nicht, wo bei sich das ja mittlerweile auch erledigt hat. Dublin als Finalort fand ich schon reizvoll, da ich noch nie in Irland war; außerdem sah das Aviva Stadium auch ganz reizvoll aus, wobei ich auch der alten Lansdowne Road gegenüber nicht abgeneigt gewesen wäre, da fuhr, ein bisschen wie bei Atletico Madrid, eine Tram unter der Tribüne durch. Gute Gründe also, auch ob des damals schon sicheren iberischen Finales hinzufahren. Dass es am Ende das Nordportugalderby zwischen Porto und Braga wurde war zwar nicht unbedingt schön, aber verschmerzbar.





Dienstag früh ging’s dann schon auf nach Dublin, damit ich wenigstens ein bisschen Zeit hatte vorher und nachher noch was vom Stadion zu sehen. Daniel war so nett mich mit an den Flughafen zu nehmen, allerdings war ich dadurch sehr früh da. Trotzdem hab ich’s durch rumtrödeln vor der Handgepäckkontrolle noch fast geschafft, zu spät zum Gate zu kommen.
Ging dann aber doch alles gut und nach knapp zwei Stunde war ich in Dublin. Schon mal super, dass man die Busfahrkarten nur in Terminal 1 bekommt, ich aber in 2 ankam. Naja, weit ist es nicht auseinander, also rübergeschlappt, 3 Day Rambler gekauft und mit dem Bus zur Busára, dem Busbahnhof, gefahren. Dort erwies es sich als nicht ganz trivial, den 128er-Bus zu finden, der mich nach Rathmines bringen sollte, denn mein Hotel war circa zweieinhalb Kilometer südlich der Innenstadt – für 59€ mit Frühstück dafür aber auch okay und durch den Bus nicht schlecht angebunden. A propos, der Bus ist eigentlich mein Hauptkritikpunkt an der ganzen Stadt: unübersichtlich, es gibt keinen Linienplan, die Abfahrtszeiten sind nicht an jeder Haltestelle angegeben und wenn dann nur als “Bus leaves terminus at” und dank Besuch von Frau Sachsen-Coburg-Gotha fuhren teilweise gar keine Busse weil die Straßen gesperrt waren. Kurz gesagt relativ mau, vor allem für Touristen und wenn man nicht nur Richtung Innenstadt will sondern eine Querverbindung sucht, weil einem die Endhaltestellen natürlich eher nichts sagen. Gut, zum Hotel kam ich trotzdem mehr oder weniger problemlos, ebenso zurück in die Stadt, wo ich bei St. Stephen’s Green ausstieg und erstmal bummelte. Wenig los, kaum Fußballfans, aber okay. Ich ging dann mal die O’Connel Street hoch, an der Spire vorbei zum Parnell Square und zum Garden of Rememberance. Den hatte allerdings kurz zuvor Frau SCG besucht und er war noch gesperrt. Naja, auch okay, also ging ich ein bisschen weiter nach Norden und am Dalymount Park, Stadion von Bohemians vorbei. Nette Lage, aber ganz schön abgefuckt, auch ein interessanter Ground.
Danach gab’s das erste Pint des Trips für schmale 4,90€, bevor’s mit dem Bus zurück ins Hotel ging. Dort schlug ich zeitig auf, denn ich musste ja quasi gleich wieder los zum Hunderennen.

The Spire

Parnell Square




Nur 4,90€, yeah
Glücklich am Hotel war nämlich, dass das Harold’s Cross Greyhound Stadium nur knappe 1,5km Fußmarsch entfernt war. Also hingeschlappt und immerhin noch pünktlich zum 6. Rennen gekommen. Insgesamt wollte ich mit einem Zehner Wetteinsatz auskommen, was auch gut lief, mal mehr mal weniger, aber nach dem 9. Rennen war ich wieder bei 10,50€ von den 10,00€ eingesetzten. Wie’s so kommen musste ging dann alles im letzten Rennen drauf – you win some, you loose some. War aber wie immer ganz witzig, dazu gab’s auch das einzige Guiness des Trips – muss man in Irland ja mal getrunken haben, nach wie vor aber nichts was ich regelmäßig brauche.


Am nächsten Tag ging’s nach frühem Frühstück zeitig in die Stadt. Erstmal den Garden of Rememberance abgehakt, dann ein bisschen rumspaziert und schließlich landete ich an der Old Jameson Distillery – die sprach micht für 11€ jetzt aber nicht so arg an, außerdem wollte ich eh ins National Museum of Ireland. Also durch die Straßensperren durchgewuselt und nix wie rein, Eintritt frei.
Das war dann sehr interessant, die aktuelle Sonderausstellung “High Crosses of Ireland” war schon mal sehr schön, ansonsten sind auch die Dauerausstellungen echt nett. Da ich relativ zeitig zum Stadion und vorher noch meinen Kram im Hotel abliefern wollte, ging’s im wesentlichen nur noch auf die andere Seite der Liffey und über St. Patrick’s Cathedral, wo ich im Park einen Lunch of Champions verspeiste, zurück zum Hotel – allerdings fast komplett zu Fuß, da eben kein Bus fuhr, spitze. Zum Spiel gibt’s an gleicher Stelle später mehr, es sei nur angemerkt dass ich sowohl den Hin- als auch den Rückweg komplett zu Fuß bewältigen durfte.

Garden of Rememberance


Lisbeth auf Tour…

National Museum of Ireland


Lunch for champions
Für den Donnerstag hatte ich dann eigentlich einen relativ vollen Tag geplant: erst in die Old Jameson Distillery, dann zum Wellington Monument, den Irish National War Memorial Gardens, Kilmainham Gaol und Richmond Park, Heimstätte von St. Patrick’s Athletic und zurück in die Stadt, in den kleinsten Pub Dublins. Der Anfang lief auch gut, die Distillery-Tour war nett (wenn jemand mal hinkommt: unbedingt freiwillig melden wenn gefragt wird!), das Wellington Monument allerdings dank Lisbeth gesperrt. Also ging’s auf Umwegen erst zum Kilmainham Gaol, sehr sehenswert, und zu den War Memorial Gardens – auch durchaus einen Besuch wert, ist glaube ich auch allgemein nicht so viel los. Mittlerweile war’s schon relativ spät und da Richmond Park ungüstig lag, probierte ich es nochmal mit dem Wellington Monument, das allerdings noch immer gesperrt war. Naja, gut, dann halt in die Stadt und über City Hall und Dublin Castle zur Dawson Lounge – Pustekuchen, alle Brücken über die Liffey waren gesperrt, so dass mir nichts übrig blieb, als mich in einen Pub zu setzen und zu warten dass die Lisbeth vorbei gefahren wäre, was dann auch kurze Zeit später geschen war. Danach folgte ich dem Plan, die Dawson Lounge ist auf jeden Fall sehr nett, allerdings mit 5,10€ für ein Pint auch echt alles andere als günstig, bevor ich mich, erneut per pedes dank mangelhafter Busverbindung, auf den Weg ins Hotel machte. Abendessen gab’s dann vom McD (merken: drei Double Cheeseburger und ein Mal Chicken McNuggets sind dann doch etwas viel für einen, aber vom Preis-/Leistungsverhältnis deutlich besser als ein Menü), bevor ich relativ zeitig in der Kiste war.

Old Jameson Distillery

Näher ran ging nicht…





Irish National War Memorial Gardens



Lisbeth again on Tour


Oberlicht im Klo…

Fuck yeah, only 5,10€!

A burger too many
Am nächsten Morgen stand nämlich aufstehen um kurz vor 4:00 auf dem Plan – das Hotel hatte mir freundlicherweiße ein kleines Tablett Frühstück vor die Tür gestellt. Geduscht, Frühstück verputzt, ausgecheckt und auf ging’s per pedes wieder zur Busára um den 5:15-Airlink-Bus zu erwischen – das waren dann auch knapp 4km, war allerdings gut dass ich so früh unterwegs war, mit dem 5:40er-Bus wäre mein 7:00-Flug schon knapp geworden. So war ich pünktlich um 10:00 zurück in Frankfurt, wo mich mein Vater freundlicherweise abholte. Nette Stadt, netter Trip, nur das Spiel hätte besser sein können. Und das mit den Bussen ist halt einfach nix, da muss eine U-Bahn oder Tram her.



