SC Pfullendorf – SV Elversberg 3:1 (1:1)

März 9th, 2008

Nach dem gestrigen Spiel in Ludwigshafen gegen den VfR Aalen ging’s heute ins pittoreske Pfullendorf, um endlich die Alno-Arena abzukreuzen. Pfullendorf, deren erstes Spiel nach der Winterpause gegen die Stuttgarter Kickers, ausgefallen war, lag einen Punkt hinter den Kickers, die schon am Freitag in Siegen Unentschieden gespielt hatten. Elversberg, mit 25 Punkten vor diesem Spieltag 10., hielt den letzten Quali-Platz besetzt, 6 Punkte vor den Kickers. Pfullendorf hat, wie die Kickers, eine gute Abwehr und einen schlechten Angriff (Tordifferenz 20:24), Elversberg steht mit 24:30 offensiv leicht besser und defensiv leicht schlechter da. Die Elversberger durfte ich ja schon letztes Jahr daheim bei der 1:5-Pleite gegen Ingolstadt erleben.

Bei den Elversbergern war der alte Feinbier gar nicht in der Mannschaft, allerdings kennt man unter Umständen auch Dragusha, Spizak und Zepek. Die Pfullendorfer haben sich vor der Saison nicht ganz so groß eingedeckt, der Kader ist eher unbekannt.

Anfahrt

Für die schlappen 120km von Leinfelden aus veranschlagt Map24 satte 2:15, was daran liegt, dass nicht mal ein kleines Fitzelchen Autobahn dabei ist. Immerhin ist die B27 bis Reutlingen autobahnhähnlich ausgebaut, so dass es bis dahin flott geht. Kurz vor Reutlingen war mir nicht klar, wohin mich die Karte schicken wollte, also habe ich mich erstmal verfahren, was aber nur zwei Minuten dauerte. Reutlingen selbst geht ja gar nicht, da wird man vor lauter Ampeln verrückt.

Nach Reutlingen geht es dann, wie beim Skiurlaub, in Serpentinen auf die Schwäbische Alb, die zwar landschaftlich durchaus reizvoll ist, ansonsten aber wenig bietet. Über die unmögliche ÖPNV-Situation klärte mich ein Anhalter auf, den ich von Mägerkingen nach Gammertingen mitnahm; er war ganz angetan vom GTI 16V. :)

Bis Sigmaringen geht’s dann recht flott weiter, danach muss man sich das klassische Landstraßen-Geblödel geben. Einen Plan für Pfullendorf hätte ich eigentlich gar nicht gebraucht, denn der Ort ist so klein, dass man das Zentrum und das Stadion nicht verfehlen kann.

Achso, warum ich nicht die Bahn genommen habe (Stichwort BaWü-Ticket)? Wenn auf der Homepage schon steht “Leider ist die Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr sehr ungünstig, weshalb sich die Anreise mit dem Auto empfiehlt.”, dann weiß man dass sich das wirklich empfiehlt. Ansonsten wäre die Verbindung schon möglich gewesen, allerdings wäre ich alles in allem dann eher doppelt so lange unterwegs gewesen wie mit dem Auto – 15h statt 7h.

Stadt

Nachdem ich die von Map24 berechnete Fahrzeit und fast 20 Minuten unterboten hatte war ich, nachdem ich an einer Tankstelle einheimisches Bier erworben hatte, schon eine Stunde vor Anpfiff am Stadion. Von da aus es ist es nur ein Katzensprung ins Ortszentrum, wo es allerdings nicht viel zu sehen gibt. Kein Wunder, bei den knapp 13.000 Einwohnern die Pfullendorf hat. Zusätzlich gilt bei Sonntagsspielen natürlich auch immer “Nichts los im Städtchen”.

Mit insgesamt einer knappen halben Stunde Fußmarsch schaffte ich es, vom direkt am Stadion geparkten Auto in die Stadt und zurück zu laufen und fast alles Sehenswerte abzuklappern, bis auf das “Alte Haus” und das “Obere Tor”. Es gibt einen tollen Teich, einen recht imposante Kirche (die Stadtbasilika St. Jakobus), das alte Rathaus, den historischen Marktplatz und den Stadtgarten mit einem Denkmal für die beiden Weltkriege.

Später erfuhr ich, dass es neben im mir bekannten Seepark, in dem man Wakeboarden kann, auch “Deutschlands verrückteste Abenteuer-Golfanlage” gibt. Hätte ich das mal früher gewusst. Achso, und eine Kaserne gibt es auch noch.

Stadion

Das Stadion ist regionalligatypisch – wenn man mal von den zweiten Mannschaften absieht – und reichlich unspektakulär. Die Alno-Arena (ehemals “Waldstadion an der Kasernenstraße”) hat einen ausgebaute Haupttribüne mit Sitzplätzen, ansonsten sind die Gegengerade und die von der Haupttribüne aus linke Kurve für Stehplätze ausgebaut. Links und rechts von der Haupttribüne gibt es noch kleine Seitentribünen, auf denen man ebenfalls – allerdings im Freien – sitzen kann.

Die Haupttribüne bietet 432 Sitzplätze, insgesamt fasst das Stadion laut offiziellen Angaben 10.000 Zuschauer.

Spiel

Die ersten Minuten brauchte das Spiel zum warm werden, dann hatte es gleich die allererste Chance in sich: Freistoß für Elversberg nahe der Eckfahne, auf den langen Pfosten geschlagen, Zepek steigt hoch und köpft lang ins andere Eck. Keine Chance für den Elversberger Torwart und das 0:1 nach 7 Minuten. Pfullendorf zeigte sich wenig geschockt und glich, ebenfalls nach einem Standard, bereits in der 10. Minute durch Knackmuß zum 1:1 aus. In der Folge blieb die Partie recht munter, es gab Chancen auf beiden Seiten. Die nächste Großchance hatte die Pfullendorfer #28, die nach einem Konter alleine auf den Elversberger Torwart Knödler zu lief, sich den Ball aber zu weit vorgelegt hatte. Einige Minuten später wieder die Gäste, bei denen viel über rechts ging, von wo auch eine Flanke auf Diane kam, der allerdings am langen Pfosten vorbei köpfte. In der 33. Minute hatten die Elversberger erneut das 1:2 auf dem Fuß, schossen den Ball aus aussichtsreicher Position allerdings nur an das Außennetz. Mit einem leistungsmäßig gerechten Unentschieden ging’s in die Pause.

Die zweite Halbzeit zeigte dann zwei ganz andere Mannschaften. Pfullendorf wie aufgedreht, Elversberg baute hingegen mehr und mehr ab. Die eigentlich einzige Chance für Elversberg nach einem Konter in der 53. Minute konnten die Gastgeber zu einer Ecke klären. Verdient dann das 2:1 für die Gastgeber in der 65. Minute durch Toprak. Keine 5 Minuten später markierte Beskid nach schöner Ablage dann das 3:1 und die Partie war endgültig entschieden. Elversberg versuchte nochmal, nach vorne zu spielen, kam aber nicht ansatzweise gefährlich an das Tor der Gastgeber.

Pfullendorf verkürzte mit dem Sieg den Abstand auf Platz 10 auf 4 Punkte während Elversberg auf Platz 12 abrutschte, allerdings nur einen Punkt Rückstand auf den 10. Platz hat.

Ab nach Hause

Die Heimfahrt war reichlich unspektakulär. Nach meiner Roten in der Halbzeit verzichtete ich mangels Hunger auf einen Halt beim McDonalds in Sigmaringen und fuhr in einem Stück durch und wie bei der Hinfahrt war ich wieder 20 Minuten schneller als dem Plan nach zu erwarten. Anhalter gab’s auf dem Rückweg auch keinen und ich war ziemlich genau zwei Stunden nach Abpfiff wieder daheim.

Links:
Alle Bilder in der Galerie

FSV Ludwigshafen-Oggersheim – VfR Aalen 0:6 (0:1)

März 9th, 2008

Seit dem Auswärtsspiel der Kickers beim VfR Aalen im Oktober vergangenen Jahres war ich nicht mehr in Sachen “Projekt Regionalliga Süd” unterwegs, so dass nach wie vor 6 Stadien übrig waren: Ingolstadt, Regensburg, Burghausen, Unterhaching, Ludwigshafen und Pfullendorf. Die letzteren zwei sollten dieses Wochenende abgekreuzt werden, weshalb es am Samstag erstmal nach Ludwigshafen ging, wo der FSV seine Spiele im Südweststadion austrägt.

Spannung versprach das Spiel nicht gerade, denn zu groß wirkt der Unterschied zwischen beiden Mannschaft. Aalen war vor dem Spieltag 4. mit 33 Punkten (9-6-4), während der FSV mit insgesamt 8 Punkten (1-5-14) und 11 Punkten Rückstand auf den Vorletzten, den KSC II, den letzten Platz belegt. Die Tordifferenz von 9:39 spricht auch eine deutliche Sprache, den statistisch gesehen trifft der FSV nur in jedem zweiten Spiel, kassiert aber im Schnitt zwei Tore pro Spiel; trotzdem hat sich der FSV um die Lizenz für die dritte Liga beworben. Im Hinspiel gab’s mit 5:0 für Aalen übrigens die höchste Niederlage für den FSV in der bisherigen Saison.

Auf Seiten der Ludwigshafener ist wohl Stefan Malz der bekannteste Spieler; die Aalener Mannschaft ist eher unbekannt, dafür kennt man aber den Trainer, Edgar “Euro-Eddi” Schmitt, ehemaliger KSC-Mittelstürmer.

Anfahrt

Von Stuttgart aus sind’s knapp 140km mit dem Auto und da Ludwigshafen nicht mehr im BaWü-Ticket-Gebiet liegt, entschied ich mich auch, nicht mit dem Zug zu fahren. Glück hatte ich mit der A8, die auf der Hinfahrt nur in Richtung Stuttgart verstopft war. Über die A5, A6 und A61 geht’s am Hockenheimring vorbei fast bis direkt nach Ludwigshafen, hinzu kommt noch ein kleines Stück Bundesstraße. Von Süden kommen kann man das Stadion eigentlich nicht verfehlen, trotzdem bin ich erstmal vorbei gefahren weil die Beschilderung etwas spärlich ist. So kam ich dann von der anderen Seite, wo ich aber auch sofort einen kostenfreien Parkplatz fand; in den umliegenden Wohngebieten ist aber, soweit ich das richtig gesehen habe, Samstags auch das Parken ohne Anwohnerparkausweis gestattet.

Stadt

Ludwigshafen ist glaube ich eher arm an Sehenswürdigkeiten. Deshalb und auch, weil ich nicht so früh von daheim los wollte, verzichtete ich skandalöserweise auf jegliches Sightseeing.

Stadion

Je nachdem von wo man kommt fällt einem schnell auf, dass das Südweststadion a) schon etwas marode ist und b) mit Regionalligaspielen eher nicht ausgelastet wird. Geht man um das Stadion herum findet man genau zwei offene Karten-Schalter, einen für den Gästeblock und einen für die Heimfans. Nach meiner Runde außen herum wollte ich mir ein Karte für die Gegentribüne holen, doch nach der Aussage “Gibt’s nur auf der anderen Seite” war mir schon klar dass da nur die Gästefans stehen. Also flugs umdisponiert auf die gleich teure Seitentribüne und nichts wie rein.

Eigentlich passen wohl knapp 40.000 Zuschauer ins Südweststadion, nachdem aber bis auf den Gästeblock und die Haupttribüne alles eher marode ist, dürfen momentan nur 6.100 Zuschauer rein – aber auch das ist noch mehr als genug, denn es waren insgesamt nur 372 zahlende Gäste da. Auf Grund des Jugendfestes vorher war die Kulisse an sich aber etwas größer.

Circa drei Viertel des Stadions sind momentan gesperrt, dort liegen noch die arg maroden Steinstufen; das ist in beiden Kurven so und auf der gesamten Gegentribüne, vom Gästeblock abgesehen. Die Haupttribüne ist überdacht, es gibt noch einen unüberdachte Vortribüne sowie links eine unüberdachte Sitzplatztribüne und rechts eine unüberdachte Stehplatztribüne. Dank des völligen Fehlens von Ordnern konnte ich meine Seitentribünen-Karte kostenneutral in einen Hauptribünensitzplatz umwandeln – fancy, shmancy, sowas bin ich nicht gewohnt.

Spiel

Dsa Spiel begann eigentlich wie erwartet. Aalen war vom Start her die bessere Mannschaft, vor allem sehr zweikampfstark, immer eng am Mann und bemüht, schnell nach vorne zu spielen; gerade zu Beginn war der Unterschied in der Tabelle auch deutlich auf dem Feld zu sehen. Der FSV kam nach 10 Minuten aber besser ins Spiel, umso bitterer der Elfmeter in der 15. Minute für Aalen. Von meiner Position war nicht zu sehen, was der eigentliche Grund für den Elfmeter war; Aalens Christian Adler verwandelte zum 0:1.


Das 0:1 für Aalen

Danach war die Partie aber mehr und mehr ausgeglichen und spielte sich größtenteils im Mittelfeld ab. Der FSV war meistens dann gefährlich, wenn es über Timo Schlabbach auf links ging, der sehr viel nach vorne machte. Gerade bei Standards war der FSV gefährlich, aber man sah schon, warum eben nur 9 Tore auf dem Konto stehen. Ein 1:1 zur Pause wäre, trotz der schwachen Leistung im Sturm, verdient gewesen, kam aber eben nicht zustande. Negativ fiel in den ersten 45 Minuten im wesentlichen Edgard Schmitt auf, der bei einigen Schiedsrichterleistungen wie ein HB-Männchen an der Seitenlinie rumhüpfte; anscheinend fühlte er sich vom Schiedsrichter, der allerdings eine solide Leistung bot, benachteiligt. Allein dieses Gezeter ließ mich schon auf den Ludwigshafener Ausgleich hoffen.

Nun, es kam leider anders und bitter für den FSV. Nach der Pause zwar erstmal das gewohnte Bild, aber die Aalener hatten das Glück auf der Seite beziehungsweise der FSV auch das Pech im Kasten. Eine “Murmel” von Sailer rollte in der 52. Minute unglücklich neben den rechten Pfosten – 0:2. Eigentlich war das Spiel da sowieso schon gelaufen, aber es sollte für den FSV noch sehr viel schlimmer kommen.

Der VfR hatte jetzt meist viel Platz, da der FSV offensiv stand und nach hinten nicht ordentlich absicherte. So ging’s nur zehn Minuten nach dem 0:2 schnell über rechts, Alexov ging nicht auf Traub zu sondern ins Tor zurück, so dass dieser aus kurzer Distanz am dann chancenlosen Keeper vorbei einschob. Wäre Alexov entgegen gegangen hätte er das Tor wohl verhindern können, aber alleine Schuld am Tor ist er nach der Leistung seiner Vorderleute auch nicht gewesen. Zwei Minuten später dann gleich das 0:4 durch Steegmann, der FSV war total von der Rolle, die Abwehr war am auseinanderfallen. Symptomatisch für die Verunsichering ein Rückpass von Rodighero, der Alexov auf dem falschen Fuß erwischte. Er rutschte weg, rappelte sich hoch, doch konnte den Ball nicht mehr vor der Torlinie abfangen – 0:5 in der 68. Minute und damit drei Tore in nur 5 Minuten.

Der FSV war zwar bedient, rappelte sich aber nochmal hoch und bemühte sich, weiter nach vorne zu spielen. Vor dem Tor fehlten aber leider Entschlossenheit und Abgeklärtheit, so dass nicht mal mehr der Ehrentreffer gelang. Stattdessen besorgte Maric mit dem 0:6 in der 86. Minute den Schlusspunkt, nachdem Alexov nicht entschieden zum Ball ging und er aus kurzer Distanz einköpfen konnte.

Mit 0:6 war der Sieg am Ende deutlicher als es der restliche Spielverlauf vermuten ließ, im Prinzip hatte Aalen den FSV aber die komplette Spielzeit im Griff. Die Bewerbung für die dritte Liga hätte sich der FSV offensichtlich schenken können, denn mit nun 18 Punkten Rückstand auf Platz 10 müsste der FSV schon eine perfekte Rückrunde spielen und daran glaubt wohl niemand ernstlich. Alles in allem eines der besseren Regionalliga-Spiele.

Nach dem Spiel

Nach dem Spiel hieß es für mich nur noch, beim Edeka ein lokales Bier einpacken, tanken und dann ab nach Hause, um rechtzeitig zur Sportschau wieder daheim zu sein. Die Rückfahrt war sehr entspannt, jetzt war Stau auf der A8 Richtung Karlsruhe, aber die Fahrbahn nach Stuttgart war so frei wie man sich das von der A8 nur wünschen kann.

Links:
Alle Bilder in der Galerie

VfR Aalen – Stuttgarter Kickers 1:0 (0:0)

Oktober 6th, 2007

Das heutige Auswärtsspiel der Kickers im nah gelegenen Aalen nahmen Hubert, Uli und ich zum Anlass, mal das Städtische Waldstadion Aalen zu besuchen; umso besser – zumindest wenn man Kickers-Fan ist – wenn man dabei noch die Kickers spielen sehen kann.

Nach nicht ganz anderthalb Stunden Fahrt kamen wir eben soviel früher vor’m Anpfiff in Aalen und parkten in der Nähe der FH, die direkt am Stadion liegt. Nach fünf Minuten Fußmarsch kamen wir so früh am Gästeblock an, dass wir bestimmt eine viertel Stunde warten mussten, bis die Ordner grünes Licht für den Einlass erhielten. Das Stadion ist für Regionalligaverhältnisse sehr ordentlich, mit bis zu 11.183 Zuschauern ist es das siebtgrößte Stadion der Regionalliga Süd. 2003 wurde es grundlegend renoviert und besitzt zwei Sitzplatztribünen sowie eine große Stehplatztribüne, auf der sich sowohl der Heim- als auch der Gästefanblock befinden. Auf der anderen Seite befinden sich nur einige wenige Stehplätze. Dank eifriger Freikartenverteilung – die Rede war von insgesamt 6.000 Freikarten – durfte mit 8.183 Zuschauern heute ein Zuschauerrekord für die Regionalliga Süd vermeldet werden.

Gegen den Tabellendritten begannen die bis dato auswärts ungeschlagenen Kickers wieder mit Gambo von Anfang an, während im Sturm wie immer Vaccaro und Kacani aufliefen. Auf der linken Abwehrseite stand überraschend Sascha Benda, von dem eigentlich keiner weiß, warum er von Anfang an spielen sollte. Härter musste auf Grund einer Innenbanddehnung passen, weshalb die Innverteidigung aus Wildersinn und Rapp bestand.

Über die erste Halbzeit sollte man von Kickersseite eigentlich lieber kein Wort verlieren, der Halbzeitstand von 0:0 war mehr als schmeichelhaft. Nach kurzem Abtasten kam Aalen wesentlich besser ins Spiel, die Kickers ließen jeglichen Biss vermissen. Im Gegensatz zum Burghausen-Spiel war kaum Einsatz zu erkennen, vor allem die “Diva” Mustafa Parmak fühlte sich nicht dazu bemüßigt, sich mal ordentlich zu bewegen. Er hatte seine beste Szene in der 36. Minute, als er einen Freistoß knapp in die Mauer setzte; der war an sich nicht schlecht geschossen und hätte, wenn er drüber gegangen wäre, durchaus gefährlich werden können. Der bereits angesprochene Sascha Benda fiel wieder durch seine unterirdische Zweikampfbilanz auf – ich weiß nicht, ob er offensiv und defensiv zusammen überhaupt einen Zweikampf gewonnen hat.

Ansonsten gab’s von Seiten der Kickers nichts positives, außer dem gewohnt sicheren Yeldell. Zu wenig Laufbereitschaft, die Männer wurden nicht ordentlich gedeckt, es wurde kaum verschoben und viel zu langsam nach vorne nachgerückt. Im wesentlichen war das Mittel wieder lange Bälle auf Vaccaro, der aber bei zwei Aalenern gut aufgehoben war. Außerdem musste er immer wieder hinten aushelfen, was dem Offensivspiel natürlich auch nicht förderlich war. Aalen spielte sich Chance um Chance heraus, zeigte sich beim Abschluss allerdings unfähig, einen Ball mal ordentlich mit Schmackes aufs Tor zu bringen. Bezeichnend auch, dass nach einer Aalener Ecker fast wieder ein Tor gefallen wäre, allerdings ging der Ball nur an die Oberkante der Latte. Das positivste für die Kickers war zur Halbzeit das Ergebnis – und die Tatsache, dass Ortlieb für Benda auf den Platz kam. Was auch gar nicht geht, ist das Verhalten bei Einwürfen – bis da mal einer entgegenkommt… und dann muss es meistens Gambo sein, will sich sonst keiner bewegt.

In der zweiten Halbzeit bot sich dann ein ganz anderes Bild. Die Kickers mit mehr Laufbereitschaft und stabilerer Abwehr und schon konnte Aalen sich offensiv kaum noch präsent zeigen. Nach vorne ging aber trotzdem zu wenig; selbst wenn es mal schnell nach vorne ging – dann doch meistens über Parmak – kamen die Flanken immer ins nirgendwo. Kein Wunder dass die Kickers nach 11 Spieltagen erst 12 Tore geschossen haben. Dass man sich am Ende noch unnötigerweise um den schmeichelhaften, aber in der zweiten Halbzeit auch verdienten Punkt brachte, ist das ärgerlichste überhaupt. Zwei Aalener kommen auf der (Aalener) rechten Seite nach vorne, Steinle und Mann rücken zurück anstatt drauf zu gehen und das obwohl Akcay von innen kommt und so eine 3:2-Überzahl entsteht. Die Folge ist eine Flanke nach innen und das 1:0 für Aalen in der 84. Minute. Damit war die Partie dann auch gelaufen, den Kickers fehlte die Fähigkeit, noch was nach vorne zu bewegen. Ohne den aufmerksamen Yeldell, der nochmal stark an den 16er rauskam, wäre vielleicht sogar noch das 2:0 gefallen.

Keine Frage, man kann in Aalen, die sicherlich nicht zu Unrecht nach 11 Spieltagen – zumindest bis morgen, wo der VfB II gegen die “kleinen Bayern” wieder vorbei ziehen kann – Tabellenführer sind, verlieren. Man kann auch höher als 1:0 verlieren, da wäre gar nichts dabei gewesen. Aber nach dem kämpferisch starken Spiel gegen Burghausen so eine lustlose Leistung abzuliefern muss nicht sein. Bei der Einstellung, die die Mannschaft an den Tag gelegt hat, ist die Frage, ob nicht am Ende die Qualifikation für die dritte Liga in Gefahr ist, denn ganz schnell rutscht man auch mal hinter Platz 10.

Immerhin bin ich im “Projekt Regionalliga Süd” wieder einen Schritt weiter, so dass mir nur noch sechs Stadien fehlen – Burghausen Oggersheim, Pfullendorf, Regensburg, Ingolstadt und Unterhaching.

Links:
Alle meine Bilder
Huberts Spielbericht
Spielbericht beim kicker
Spielbericht bei den Stuttgarter Kickers

Sportfreunde Siegen – SpVgg Unterhaching 3:1 (1:0)

August 15th, 2007

Zum Abschluss meines 3-Spiele-Wochenendes ging’s am Sonntag mit Stargast Thomas P. nach Siegen. Und da Thomas immer gemault hat, dass er kein Sightseeing machen kann, wenn er mit den Calimeros unterwegs ist, sind wir auch zeitig aufgebrochen um ein bisschen was im Städtchen anzuschauen. Und Siegen bietet dann doch mehr zu sehen, als man zuerst vermutet, wie man auf den Bildern schön sehen kann. Unteres Schloss, oberes Schloss, Nikolaikirche, Marienkriche, Poststraße – der Bereich der Altstadt ist ganz nett, der Bereich am Kölner Tor, wo wir auch geparkt hatten, ist eher nicht so sehenswert.

Nach unserer Altstadt-Tour sind wir im Café Flocke gelandet. Ein ganz netter Laden, in dem wir dann nicht nur die Kellnerin verwirrten sondern auch zwei Kölsch respektive ein Kölsch und ein Pils tranken und Thomas sich einen kleinen gemischten Salat munden ließ.




Salatvernichter Thomas, Chuck Norris schaut zu

Leichtsinnergweise wollte Thomas dann noch ein schnelles Kölsch zischen, der alte Schlucki. Aber da es zeitlich schon anfing, knapp zu werden, konnte ich ihn überzeugen, es sein zu lassen – was auch für alle besser war, denn er war so schon nicht mehr gut zu Fuß. ;)

Parken “am Stadion” ging dann leider gar nicht. Das Stadion liegt an der Leimbachstraße, die recht unschön von Industriegebäuden und Wohnungen gesäumt wird und schon bis zum Stadion zugeparkt war. Also suchten wir uns einen Parkplatz am unteren Ende und marschierten zum Stadion, “da sind wir ja in 5 Minuten” (O-Ton Thomas). War dann doch eher eine viertel Stunde, aber wir waren pünktlich zum Anpfiff oben am Stehplatzblock.

Die Stehplätze waren recht voll, so wie eigentlich das ganze Stadion. 8.900 Zuschauer waren insgesamt im Stadion, für die Regionalliga immens viel; selbst beim Kickers-Testspiel gegen Dortmund waren nur knapp über 7.000 Zuschauer auf der Waldau – wobei die Situation auch kaum vergleichbar ist, in der direkten Nähe von Siegen gibt es halt keine gleich- oder höherklassigen Vereine.




Der Nasenmann und Thomas mit Sonnenschutz

Wie immer gab’s auf beiden Seiten bekannte Gesichter: in Siegen spielt Christian Okpala, der nach einem Faustschlag gegen Sascha Benda letzte Saison die Stuttgarter Kickers verlassen musste; auf Hachinger Seite spielten Darius Kampa (Ex-Club, Ex-Gladbach), Roman Tyce (Ex-1860er) und Miroslav Spizak (war schon überall, unter anderem Duisburg, Siegen, Aachen, Haching, Leverkusen, Uerdingen).

Der von mir aufmerksam beobachtet Okpala zeigte zwar wenig Einsatz – Pässe müssen exakt auf den Fuß kommen, sonst bewegt er sich gar nicht -, hatte aber in der ersten Halbzeit drei gute Chancen, für die Siegener Führung zu sorgen. Im Mittelfeld ging bei beiden Mannschaften wenig, viele Fehlpässe auf beiden Seiten. Siegen spielte aber, trotz der Unsicherheiten, stark, Unterhaching quasi gar nicht. Wie der direkte Wiederaufstieg gelingen soll, ist mir ein Rätsel, da muss sich auf Hachinger Seite so ziemlich alles verändern, was wohl auch Werner Lorant so sieht. Kurz vor der Pause fiel das verdiente 1:0 für Siegen durch Blessin.

Werner Lorant verzweifelt bei Siegen - Haching, 12.08.2007
Werner Lorant verzweifelt (Quelle: kicker.de)

In der zweiten Halbzeit ging es dann weiter wie in der ersten, Siegen spielte stark und Haching machte gar nichts, kam auch nie nach vorne. Hoch verdient deshalb das 2:0 durch Zimtnäschen Okpala und das 3:0, ein schöner Heber aus 20 Metern von Gaede. Zu diesem Zeitpunkt war Siegen Tabellenführer, aber die Nachlässigkeit in der Abwehr, die zu einem Pfosten- sowie einem Lattentreffer durch die Hachinger führte, wurde schlussendlich doch noch bestraft: in der 89. Minute konnte Lechleiter zumindest auf 1:3 verkürzen.

Siegen ist jetzt Tabellendritter, punktgleich mit Regensburg und zwei Punkte hinter Spitzenreiter Burghausen, welches im Nachholspiel gegen Sandhausen gewann. Haching hat aus 3 Spielen nur einen Sieg geholt und findet sich erstmal nur auf Platz 13 wieder – das würde heißen 4. Liga. Aber die Saison ist noch sehr lang und gerade in der Regionalliga ist über die Saison viel Bewegung nach oben (und unten) möglich.

Bemängeln muss ich noch die Abfahrt vom Stadion. In die Stadt rein war es chaotisch voll und da wir sowieso Richtung Stadion standen, fuhren wir dort hin um wieder direkt auf die Autobahn zu kommen. Pustekuchen, da war noch gesperrt. Also leitete man uns an einem Krankenhaus vorbei über einen Schleichweg, so dass wir alleine eine halbe Stunde brauchten, um auf die Autobahn zu kommen. Den Hachinger Bus, der wohl direkt auf dem uns verwehrten Weg auf die Autobahn fuhr, überholten wir dann nach einer McFlurry-Pause auch erst recht kurz vor Aschaffenburg. Wenn die so schnell auf der Autobahn waren haben die aber bestimmt nicht geduscht. ;)

Links:
Alle meine Bilder
Spielbericht bei den Sportfreunden
Spielbericht bei Unterhaching
Spielbericht beim kicker

Hessen Kassel – TSV 1860 München II 4:0 (0:0)

August 14th, 2007

Nachdem am Freitag Abend Sandhausen auf dem Programm stand, entschied mich für den Samstag, das von Stuttgart am weitesten entfernte Stadion der Regionalliga Süd mitzunehmen, wenn ich schon mal in Aschaffenburg bin. Von 367km kam ich so immerhin auf nur 227km, also 280km Ersparnis insgesamt. Um ein bisschen was von Kassel zu sehen, entschied ich mich, recht früh los zu machen, damit es mir nicht wie in Saarbrücken geht, wo ich keine Zeit hatte, das Städtchen zu besichtigen.

Abfahrt in Aschaffenburg also um 08:00 – zumindest geplant, effektiv war’s dann eher 08:20. Die Strecke führt über die A3 (aber nur ganz kurz), die A45, A5 und A7 und ist, vor allem auf der A45, sehr angenehm zu fahren. Auf der A5 stand ich dann aber auch sofort zwei Mal im Stau, was ganz schlimm war, weil ich tierisch auf’s Klo musste. Ging aber alles, und so war ich dann um 11:00 am Parkplatz bei Schloss Wilhelmshöhe. Immerhin also 3 Stunden bis Anpfiff, war aber etwas knapper als ich es ursprünglich geplant hatte.

Obwohl ich für den ganzen Park nur ungefähr anderthalb Stunde Zeit brauchte, konnte ich eigentlich alles wichtige sehen: Schloss Wilhelmshöhe, Lac, Jussowtempel, Fontänenteich, Aquädukt, Plutogrotte, Teufelsbrücke, Kaskaden, Herkules. Der Herkules ist leider momentan verpackt, da er renoviert wird. Schade, denn eingepackt sieht er nicht so gut aus. Von oben – wobei ich auf die Aussichtsplattform auf dem Oktagon verzichtet habe – hat man eine fantastische Aussicht über die Stadt, echt toll.




Aussicht vom Herkules auf die Stadt

Auch witzig, dass ich beim Runterlaufen Leute traf, die noch unterhalb der Hälfte waren und die ich beim Hochlaufen überholt hatte. Wäre Thomas dabei gewesen hätte ich ihn wohl am Wegrand sitzen lassen und später wieder mitnehmen müssen. ;)

Mit dem Auto kam ich dann problemlos und flott zum Stadion, wo es dann allerdings schon 13:00 war – zu knapp, um nochmal durch die Karlsaue in die Stadt zu laufen, weshalb ich dann die Stadtbahn nahm. Halbwegs eilig spazierte ich am ehemaligen Roten Palais, dem Rathaus, dem Fridericanum, der Martinskirche und der Lutherkirche vorbei und konnte auch den elenden City-Point bestaunen, der, wie viele Gebäude in der Innenstadt, ein Neubau ist. Auf dem Rückweg zur Stadtbahn konnte ich auch noch das Hessische Landesmuseum ausmachen, wobei ich’s erst später identifizieren konnte. 10 Minuten vor Anpfiff war ich dann wieder am Stadion.

Von außen sieht das Stadion äußerst unscheinbar aus, man erkennt nicht mal, dass dort ein Stadion steht. Auffälliger ist da schon die Eissporthalle, in der die Huskies spielen. Wie immer gab’s einen Stehplatz und ich begab mich auf die Osttribüne, wo ich mich dann kurz vor Anpfiff stehend hinter der letzten Reihe Sitzplätze postierte. Das Stadion ist an sich echt nett, wir aber im Moment noch renoviert wird. Die Osttribüne ist schon fertig, die Nord- und Südkurve sind momentan abgerissen. Momentan fasst das Stadion 10.800 Zuschauer und ist damit das neuntgrößte Stadion der Regionalliga Süd (wenn man Grünwald doppelt zählt), nach dem Umbau wird es mit potenziell 19.000 Zuschauern das viertgrößte Stadion sein.

Wie so oft, wenn man nicht wirklich am Ausgang des Spieles interessiert ist – klar, 1860 II sollte schön auf den Sack kriegen -, ist es fatal wenn das Spiel nicht viel hergibt. Das war in der ersten Halbzeit der Fall. 1860, vorige Woche noch Last-Minute-Derby-Sieger gegen die Bayern Amateure, spielte schlecht und kam eigentlich zu wenig, stand aber defensiv sicher. Vom Spiel her ist es auch verständlich, warum die 60iger kein Ziel in Richtung “nächstes Jahr mindestens auch noch viertklassig” ausgegeben haben. Verdient gab’s zur Halbzeit ein 0:0.

Nach Stadionwurst und Apfelschorle, dem klassischen Viktoria-Halbzeit-Menü, war ich fit für die zweite Halbzeit, in der dann auch einiges geboten wurde. Erst eine dicke Chance für Kassel, dann Aufregung in der 55. Minute: Foul von Tausendpfund an Strobel – Rote Karte und Elfmeter für Kassel, den Bauer dermaßen reinzimmerte – sehr schön gemacht. In 15 Minuten – 59. und 70. – machte Bauer dann seinen verdienten Hattrick perfekt. Das 4:0 legte er dann auch noch vor, als er mit dem Kopf aus dem 16er auf Strobel zurücklegte, der das Endergebnis herstellte.

Auch sonst ging’s hoch her, denn ab der 68. Minute spielte 1860 nur zu neunt, nachdem Holebas Gelb-Rot gesehen hatte. Kassel hätte durchaus noch ein, zwei Tore machen können, denn alleine bei zwei guten Chancen retteten je ein Mal Latte und Pfosten für 1860.

Auf der Rückfahrt musste ich dann irgendwo auf der A5 eine Schlafpause einlegen, weil ich sonst gefährlich müde gewesen wäre. 20 Minuten gepennt und danach fit weiter und pünktlich zur Sportschau wieder daheim, wo ich mich dann über das tolle Spiel der Bayern und die – mittlerweile endgültige – Tabellenführung freuen konnte. Das von der Lage her schlimmste Stadion der Regionalliga Süd ist also erledigt, das ist auch ein gutes Gefühl. 11 erledigt, noch 7 übrig.

Links:
Alle meine Bilder
Spielbericht bei Hessen Kassel
Spielbericht bei 1860 München