Tradition kann man nicht kaufen

Mai 21st, 2009

Leider gilt auch die Aussage “Für Tradition kann man sich nichts kaufen”. Die letzten zwei Beispiel: die Stuttgarter Kickers, die sang- und klanglos aus der 3. Bundesliga in die Regionalliga Süd absteigen (kicker.de: “In den deutschen Profiligen herrscht Spannung pur. In der neu eingeführten 3. Liga steht einen Spieltag vor Schluss lediglich Meister Union Berlin fest und die Stuttgarter Kickers als Absteiger.”) und Viktoria Aschaffenburg, die aus Liquiditätsgründen keine Lizenz für die Regionalliga Süd beantragen sondern nächste Saison in der jetzt fünftklassigen Oberliga Hessen spielen.

Die Kickers haben es echt kolossal verblödelt: sportlich versaut und dann noch einen Kredit vom DFB nicht pünktlich zurück gezahlt, so dass es nicht nur 3 Punkte Abzug obendrauf gab sondern auch noch jeder andere Drittliga-Verein auf 12.500€ verzichten muss – so macht man sich Freunde. Ärgerlich dass es für die Viktoria nicht gereicht hat, initial waren die Aussagen letzte Saison ja gut; schade, hat die Spende langfristig nichts genutzt, aber immerhin gab’s noch ein Jahr Regionalliga-Fußball.

Quo vadis, Viktoria Aschaffenburg?

Juni 4th, 2008

Die Stuttgarter Kickers haben ihre Quo vadis-Frage erfolgreich mit “3. Bundesliga” beantwortet, für die Viktoria stellt sich eine ähnliche Frage, denn mal wieder sieht es für den Aschaffenburger Traditionsverein nicht gut aus.

Im Gegensatz zu den Kickers liegt es hier allerdings nur am finanziellen, denn sportlich hat man sich als Tabellendritter der Oberliga Hessen für die neue dreigleisige Regionalliga qualifiziert. Trotz des sportlichen Erfolgs konnte man Andi Möller als Trainer leider nicht halten – ich habe zwar nur ein Spiel unter ihm gesehen, aber ich gehe mal davon aus dass die spielerische Verbesserung schon ihm zu verdanken ist; mit Platz drei kann man auch zufrieden sein. Warum genau Möller, der nach als Manager nach Offenbach wechselt, geht, weiß man nicht, ob es trotzdem am sportlichen, nur am finanziellen oder an beidem lag.

Durch den Weggang von Möller sind wohl auch einige Sponsoren abgesprungen, insofern hat das natürlich einen schalen Beigeschmack; bis zum 6. Juni 2008 sind von der Viktoria jetzt noch 60.000€ aufzubringen, sonst ist es Essig mit der Lizenz für die Regionalliga. Mir ist allerdings nicht ganz klar, ob das Engagement der Stadt, die die Viktoria bei der Erreichung der Lizenzanforderungen unterstützt, hier schon eingerechnet ist, ansonsten sieht es natürlich düster aus, denn ob bis Freitag noch 60.000€ zusammenkommen ist fraglich. Wer die Viktoria finanziell unterstützen will kann das bei der Aktion “1000 mal 100” tun.

SG Rot-Weiss Frankfurt – 1. FC Schwalmstadt 5:1 (0:1)

Mai 23rd, 2008

Mehr oder weniger unerwartet wurde das letzte Wochenende dann zum Fußballfest: Freitags die Kickers gegen Haching, Samstags die Viktoria gegen Ober-Roden und am Sonntag ans Brentanobad zu Rot-Weiss Frankfurt.

Das Stadion am Brentanobad dürfte vom Zustand her eines der besten der Oberliga Hessen sein, was aber wohl hauptsächlich daran liegt dass auch der 1. FFC Frankfurt seine Heimspiele dort austrägt. Die Haupttribüne wirkt sehr neu, bei den Oberliga-Spielen der SG Rot-Weiss darf man darauf auch ohne Aufpreis Platz nehmen. Weil es allerdings doch reichlich kühl und ich nur in kurzer Hose und T-Shirt unterwegs war, bin ich nach ein paar Minuten auf die Gegentribüne umgezogen. Schon eher Oberliga-klassisch ist diese ein Naturtribüne mit einigen Stufen im unteren Bereich.

Das Spiel entwickelte sich nicht besonders, so dass ich mir die Zeit zwischendurch mit tickern der Zweitliga-Ergebnisse verkürzte. Kurz vor der Halbzeit bin ich auf die Haupttribünenseite gewechselt – eigentlich um gleich aufs Klo gehen zu können, aber so konnte ich die Ecke zum Schwalmstadter 0:1, der letzten Aktion vor der Halbzeitpause, direkt von der passenden Seite verfolgen.

Mit Apfelsaft und Rindswurst versorgt machte ich mich wieder auf zur Gegentribüne und muss sagen, dass meine Sitzplatzwahl am Schwalmstadter Tor sich durchaus als gelungen erwies. Quasi genau nach Wiederanpfiff fiel das 1:1 nach schöner Vorarbeit von Giuliana, der auch schon für die Viktoria auf Torjagd ging. Nur fünf Minuten später hatte Giuliana das 2:1 auf dem Fuß, doch Pfeiffer konnte den Ball noch vor dem leeren Tor abgrätschen. Nur zehn Minuten später fiel das 2:1 dann jedoch trotzdem, als Freund aus 25 Metern unbedrängt zum Schuss kam. Für Schwalmstadt wäre noch was drin gewesen, wenn die darauf folgende Ecke von Schmeer, die direkt an den langen Pfosten ging, ins Tor gesprungen wäre anstatt heraus. Schwalmstadt musste mehr nach vorne machen und lief in einen mustergültigen Konter zum 3:1; das 4:1 fiel nach stümperhafter Abwehrleistung im eigenen Sechzehner und auch beim 5:1, das Giuliana schließlich selbst besorgte, sah die Abwehr nicht gut aus. Die SG sicherte sich mit diesem Sieg die Klasse, Schwalmstadt hingegen ist praktisch abgestiegen.

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Bilder in der Galerie
Spielbericht beim 1. FC Schwalmstadt

Viktoria Aschaffenburg – Germania Ober-Roden 3:3 (2:1)

Mai 18th, 2008

Nach immerhin 10 Monaten habe ich es am Samstag mal wieder zur Viktoria geschafft; gegen Germania Ober-Roden hätte die Viktoria sich mit einem Sieg vorzeitig einen Platz in der neuen Regionalliga sichern können.

Bereits nach 5 Minuten stand es nach zwei zauberhaften Kombinationen – ein Mal links, ein Mal rechts über den Flügel – bereits 2:0 für die Viktoria. Danach versäumte es die Viktoria, den Sack zuzumachen und kassierte in der 22. Minute völlig unnötig den Anschlusstreffer zum 2:1, was auch den Pausenstand darstellte.

Noch dicker kam’s in der zweiten Halbzeit, als Ober-Roden in der 58. zum 2:2 ausglich. Die Viktoria war aber weiterhin spielbestimmend, verdient fiel dann auch das 3:2 nach 70 Minuten, das allerdings auch nur 10 Minuten halten sollte, bis Ober-Roden abermals ausglich. Für Ober-Roden war der Punkt am Ende schon verdient bei drei geschossenen Toren, aus Sicht der Viktoria waren die Tore aber alle leicht vermeidbar. Spielerisch war es trotz der Gegentore das Beste, was ich je von der Viktoria gesehen habe – ich vermute das liegt am Trainer, also chapeau, Herr Möller.

Rein rechnerisch könnte Alzenau die Viktoria noch von einem Platz für die neue Regionalliga verdrängen, allerdings nur wenn die Viktoria nicht mehr punktet und Alzenau 9 Tore Differenz aufholt – nicht unmöglich – gerade in der Oberliga ;) -, aber da die Viktoria in Lohfelden (14.) und daheim gegen Schwalmstadt (18.) ran muss, sollte der Drops gelutscht sein.

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Spielbericht bei der Viktoria

FSV Frankfurt – Viktoria Aschaffenburg 1:3 (1:1)

April 30th, 2007

Am Samstag nach Carstens Geburtstag (24.03.) hatte ich es nicht zum FSV Frankfurt (damals 3:3 gegen Eintracht II) geschafft und so kam es mir gelegen, dass ich nach Dennis’ und Nicoles Hochzeit am Donnerstag am Samstag sowieso in Aschaffenburg war. Bei fast schon zu viel Sonnenschein machte ich mich gegen 13:45 auf den Weg nach Frankfurt-Bornheim, das in einer knappen halben Stunde zu erreichen ist. Trotz mangelhafter Beschilderung fand ich direkt zum Stadion und parkte im angrenzenden Wohngebiet am Johanna-Tesch-Platz (wieder was gelernt ;) ). Von da aus war ich in weniger als fünf Minuten zum Frankfurter Volksbank-Stadion gelaufen.

Das Stadion ist für Oberliga-Verhältnisse recht groß, insgesamt fasst es 24.000 Zuschauer. Bis auf die Haupttribüne sind alle Seiten quasi ein aufgeschütteter Hügel, von dem Stehplätze bis zum Spielfeld runter gehen; das Stadion erinnert also ein bisschen an das Münchner Olympiastadion. Die meisten Aufgänge zum Stadion sind allerdings abgesperrt, auf jeder Tor-Seite ist jeweils nur einer offen. Die Stehplätze sind teils sehr stark mit Gras bewachsen, so dass das Stadion recht naturbelassen aussieht. Krass: hier fand 2006 das Endspiel im Frauen-UEFA-Cup statt; zu FSV-Viktoria kamen dann aber nur 593 Zuschauer…

Der FSV Frankfurt ging als sicherer Meister der Oberliga Hessen 2006/07 in die Partie und stand damit schon als einziger Aufsteiger fest. Für die Viktoria blieb damit nur der zweite Platz, den es zu verteidigen galt. Außerdem bestand nach wiedergewonnener Form die Möglichkeit, den Frankfurtern die erste Saisonniederlage überhaupt beizubringen, nachdem man ihnen in der Hinrunde am Schönbusch eines der insgesamt fünf Unentschieden abgetrotzt hatte. Zur Verdeutlichung der Dominanz des FSV die Tabellensituation vor dem Spiel:

Pl.    Verein                         Sp.  g.  u. v.   Tore   Diff.   Pkte.
1   FSV Frankfurt                  29  24  5  0   72:14   58     77
2   Viktoria Aschaffenburg         29 17  5  7    53:27  26      56

Zu Beginn des Spiels tat sich wenig, erst in der 10. Minute gab’s den ersten Aufreger. Viktoria-Schlussmann Emmel und die Aschaffenburger #17 waren sich nicht einig wer den Ball nehmen sollte, aber wirklich gefährlich war die Szene nicht. Nur eine Minute später hatte die Viktoria die erste gute Szene: Samir Naciri wurde nach starkem Alleingang im 16er gefoult, aber FSV-Keeper Jourdan konnte gegen Simon Schmidt parieren und Fiordellisis – nach Ettls Sperre einzige Spitze, normal auf der Außenbahn aktiv – Nachschuss ging links am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf hatte der FSV im Gegenzug die Chance zum 1:0, konnte aber nur eine Ecke herausholen. In der 18. Minute setzte sich Alexander Grod von der Viktoria bis zur Grundlinie durch, passte nach hinten und der Ball zappelte im Netz (2€ in die Wortspielkasse), aber laut Linienrichter war der Ball vor dem Rückpass im Toraus gewesen.

Bis zur 25 Minute passierte dann recht wenig und ab diesem Zeitpunkt nahm der FSV das Heft in die Hand. Nach einem Freistoß von halbrechts fiel dann auch verdientermaßen in der 33. Minute das 1:0 durch Strack. Die Viktoria zeigte sich allerdings wenig beeindruckt und kam nach vor der Pause zum Ausgleich: nach Flanke von Kovacs setzte sich Grod in der Mitte durch und souverän an Jourdan vorbei. Viel mehr passierte allerdings vor der Pause auch nicht mehr.

Nach der passierte fast 10 Minuten nichts, bevor wie aus dem Nichts der FSV fast erneut in Führung ging. Winters Schuss ging allerdings ans Außennetz. In der 55. netzte dann wiederum Grod zum 1:2 ein: nach schöner Flanke von Kovacs, wiederum von halbrechts, nahm Grod den Ball direkt und zimmerte ihn unter die Latte des Frankfurter Gehäuses. Danach hatte der FSV wieder eine starke Phase, in der in der 63. fast der Ausgleich fiel. Ein Gegenzug der Viktoria brachte fast das 1:3: Fiordellisi setzte sich auf rechts durch und ging in den 16er, sein Schuss knallte an die Latte und von da aus wieder aus dem Tor. Laut Fiordellisi war der Ball drin, ich kann’s von meiner Position aus nicht mit Sicherheit sagen. Den Schlusspunkt setzte in der 72. Minute der für Naciri eingewechselte Hedderich: auf rechts setzte sich wieder Kovacs durch, flankte in die Mitte und Hedderich verwandelte mit einem schönen Flugkopfball zum 1:3.

Verdientermaßen gewann die Viktoria 1:3 und so verlor der FSV zurecht nach 11 Monaten und 3 Tagen (!) zum ersten Mal wieder ein Spiel. Wenn die Viktoria so weiter spielt ist nicht nur der zweite Platz sondern auch ansehnlicher Fußball drin, der vielleicht auch ein paar Zuschauer mehr an den Schönbusch locken würde.

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Spielbericht beim FSV Frankfurt