Carlisle United – Scunthorpe United 0:0
April 17th, 2012Nach einem Lay Day, wie der Surfer sagen würde, am Sonntag in Newcastle ging’s am Ostermontag von Newcastle den kurzen Weg nach Carlisle. Von der Bahnstrecke her etwas enttäuschend, da hatte die Fahrt von Manchester nach Burnley mehr zu bieten. Carlisle, nicknamed “Border City”, ist ein ganz nettes und recht historisches Städtchen und da wir Zeit hatten, bis wir in der Travelodge einchecken konnte, latschten wir ein bisschen durch die Stadt, wo gerade Markt mit “German Salami” und “Holzkohle Schwenkgrill” war, interessant. Das Wetter war zwar relativ ungemütlich, aber trotzdem machten wir noch einen Abstecher zum Schloss, auf Grund des Eintrittspreises verzichteten wir aber, wie schon in Tynemouth am Sonntag, auf den Besuch.
Nach dem Einchecken war unser ungeheiztes Altbau-Zimmer nur langsam zu erwärmen, insofern zogen wir mehr oder flott wieder los. Traditionsgemäß ging’s per pedes zum Ground, war ein angenehmer Spaziergang durch die Randgebiete von Carlisle. Brunton Park liegt mit seiner Südseite gegenüber einem Wohngebiet, nette Lage also, und ist ein rekordträchtiger Ground: mit 18.002 Plätzen ist es das größte Nicht-All-Seater-Stadion in England, weitere Highlight sind der Brand der Haupttribüne 1953 und eine Überflutung des Stadions 2005. Unsere Plätze waren auf dem East Stand, zwar nett anzuschauen, aber halt Tribüne der Wahl. So hatten wir guten Blick auf die Heimfans im deutlich kleineren Warwick Road End und auf die uns gegenüberliegende Haupttribüne, den Paddock/Main Stand. Die Irons-Fans befanden sich rechts von uns auf dem East Stand, folglich blieb der andere Hintertorstand, das Petteril End, leer, immerhin eine einzige Irons-Fahne hing dort. Man sieht dem Stadion sein Alter schon an, die Stands sind alle deutlich heterogen, das Warwick Road End zum Beispiel hat ein dreiteiliges Dach, sehr hübsch. Die Haupttribüne mit davorliegenden Stehplatzbereichen, zwischen denen der Spielertunnel heraus kommt, ist auch durchaus interessant. Auch wenn ich den Ground natürlich vor dem Trip eh nicht auf der Rechnung hatte, sehr sehenswert. Angeblich plant Carlisle den Neubau eines 12.000er-Stadions, sehr schade…
Carlisle hatte also die Irons zu Gast, bisher Gast auf jedem Ostertrip (2010 daheim gegen Blackpool, 2011 in Coventry). Während Carlisle auf dem letzten Playoff-Platz stand, ging’s für Scunthorpe eher darum, den Abstand von Abstiegsplätzen zu halten. Carlisle, der Platzierung nach also Favorit, machte auch das Spiel, gegen quasi auschließlich defensive Irons gab’s aber nix zu holen, auch wenn Carlisle über das ganze Spiel die aktivere Mannschaft war.
Nach dem Spiel ging’s, um mal ein bisschen Abwechslung in den Speiseplan zu bringen, zum All You Can Eat-Chinesen, war ganz lecker und die richtige Stärkung für die Acht-Stunden-Busfahrt am nächsten Morgen. Um die Liste an unnützen Mitgliedschaften mal wieder zu verlängern ging’s danach zum Gala Bingo, wo man Mitglied sein muss, um in den Laden zu dürfen. Kostet aber nix, Bingo war außerdem schon aus, für uns ging’s nur kurz an die Slot Machines – hier war Kollege Flopsi deutlich erfolgreicher als ich, wir wären also ein gutes Team um mit einer Kombination aus Hunderennen und Slots reich zu werden.
Den abwechslungsreichen Abend komplettierte ein finales Bier im Walkabout, bei dem wir uns von mäßig guten Karaoke-Teilnehmern ein bisschen die Ohren vollheulen ließen, bevor’s halbwegs zeitig ins Bett ging, war doch für den nächsten Tag der 6:00-Megabus nach London gebucht.




