Champions League-Achtelfinale und ich hab Karten, ein wunderbarer Abschluss der bayerischen 7-Tage-Festspiel-Woche. Meine zwei 80€-Karten konnte ich an einen Bekannten verticken – eine alleine wäre ich wohl schwerlich losgeworden für den Preis – und mir selbst besorgte ich eine 40€/60€-Viagogo-Karte. Claus und ich waren angenehm früh in München, aber nicht früh genug, um totales Chaos am Viagogo-Schalter zu vermeiden. Liebe Leute, wenn ich schon zwanzig Euro und mehr auf die Karten aufschlage, selbst wenn sie abgeholt werden, dann sollte ich doch wenigstens für zügige Bedienung und geordnetes anstehen sorgen. Aber weit gefehlt, totales Chaos an allen vier Schaltern; eine nette Dame vom Arena Card-Service holte mir dann meine Viagogo-Karte vom Nachbarschalter aus, obwohl sie dafür wohl nicht zuständig ist – vielen Dank, hat mir einiges an Nerven gespart!
Mittlerweile fast schon klassisch ging’s dann ab in den Oberrang, in die letzte Reihe; zwei Reihen vor uns saßen mehrere Florentiner, die uns – beziehungsweise mir – im Spielverlauf auch kaum auf die Nerven gingen, als sie sich zum Beispiel über mein lautstarkes Gemaul gegen den Schiedsrichter beschwerten – oder so ähnlich, Deutsch konnten sie offensichtlich nicht. Warum Florenz sich auf einen anderen Schiedsrichter freut, erschließt sich mir nicht so ganz. Vor Roter Karte und Abseitstor konnte sich Florenz auf keinen Fall beschweren, aber insgesamt hat sogar der Kicker ihm eine 6 verpasst, hmm, vielleicht doch Grund zum beschweren? Klose hatte ich auch aus dem Oberrang im Abseits vermutet, aber Tor ist… wir kennen den Spruch ja.
Ansonsten kann man mit dem 2:1 zufrieden sein, ist halt nicht Fürth sondern Florenz und CL und nicht DFB-Pokal. Die Abwehr wackelig wie fast schon gewohnt, Demichelis wieder mit feinen Pässen in des Gegners Fuß, Ribéry oft zu eigensinnig. Wie man’s trotzdem besser als Florenz macht hat gestern der Club gezeigt, der mit einer ähnlich beschissenen Mauertaktik nicht nur ein Tor aus dem Spiel schoss, sondern auch einen Punkt holte. Schade, dass das 3:1 nicht fiel, drin gewesen wäre es noch, aber wie gegen den Club war die Chancenverwertung mal wieder mangelhaft. Bringt jetzt aber auch alles nichts mehr, mal sehen was das Rückspiel bringt, weiterkommen kann man mit dem Ergebnis durchaus.
Vergangenen Samstag ging’s, eigentlich total bescheuert, nach München zum Heimspiel gegen Dortmund. Bescheuert deshalb, weil am Faschingswochenende auch kaum Verkehr auf der A8 zu erwarten ist und auch nicht klar war, ob es nicht schneien würde. Da es das Top-Spiel war, mussten wir immerhin nicht allzu zeitig los und bis wir über Schorndorf, von wo aus Claus die Steuerung übernahm, auf die A7 bzw. A8 gelangt waren, war auch kein Verkehr mehr. So waren wir zeitig genug in München, um noch im Mykonos am Kieferngarten, dass ich auch mit René vor Weihnachten schon besucht hatte, etwas essen zu gehen.
Danach ging’s ab in den Oberrang, da wir ansonsten total verteilt gewesen wären – zwei Mal Oberrang in verschiedenen Blöcken und zwei Mal verschieden Stehplatz Nord. Gestanden sind wir dann zwar auch, aber immerhin mit guter Sicht – wobei es doch verdammt schwer ist, Marc Ziegler und Roman Weidenfeller aus der letzten Reihe vom Oberrang auseinander zu halten.
Der Dortmunder Keeper war zu Beginn aber auch nicht im Fokus, der lag auf der Bayern-Defensive. Demichelis und van Bommel kratzten jeweils einen Ball von der Linie eh nach Demichelis-artiger Mithilfe von van Buyten Zidan zum 0:1 einnetzte – Dortmund also fast wie im Hinspiel früh in Führung, nur sogar noch 5 Minuten früher. Dortmund profitierte im weiteren Verlauf der ersten Hälfte von dilettantischem Abwehrverhalten und katastrophalen Fehlpässen der Bayern, die sich aber auch mehr und mehr dem Dortmunder Tor näherten. Van Bommels 1:1 war zwar nicht unhaltbar, immerhin aber nach der ersten Münchner Drangphase verdient. Bayern in der Folge besser, die Borussia aber noch mit zwei guten Chancen vor der Halbzeit; bei besserer Chancenverwertung hätte es auf beiden Seiten schon das eine oder andere Tor mehr geben können.
Umgekehrtes Bild zu Beginn der zweiten Halbzeit: Bayern mit mehr Offensivdrang und der besseren Chancenverwertung, so dass nach 20 Minuten das Spiel nach Robbens 2:1 und Gomez 3:1 quasi gelaufen war. Der uneigennützige Gomez verschenkte das 4:1 und damit die Tabellenführung, als er auf Olic ablegte aber Subotic dazwischen grätschte, Schweinsteiger traf noch die Latte, das war’s dann aber auch.
Nach wie vor also für Ninas Dortmunder nichts zu holen gegen München, wie bereits vor zwei Wochen befürchtet könnte das auch das letzte gemeinsame Duell gewesen sein. War jedenfalls ein sehenswertes und durchaus unterhaltsames Spiel, für mich auch vom Ergebnis her passend.
Das gestrige Doktorandenseminar in Bad Boll musste ich leider vor den letzten zwei Vorträgen verlassen, sonst wäre das nix mit dem Pokalspiel geworden – 19:00 Anpfiff ist halt immer etwas früh, dafür ist man wenigstens halbwegs zeitig daheim. Gegen 15:00 machte ich mich also auf den Weg, immerhin war ich ja quasi schon am normalen Treffpunkt am Aichelberg, auch wenn ich dieses Mal alleine fuhr. Dank klirrender Kälte ging die Wischwasch irgendwann nicht mehr, also kippte ich einen Liter Spiritus hinterher als ich mir zwecks Bekämpfung der Müdigkeit sowieso einen Kaffee wichtelte. Half aber auch nix, aber im hellen ist das ja nur halb so schlimm. Eigentlich war ich auch gut in der Zeit, aber dank mehr oder weniger heftiger Schneefälle war ich dann gerade rechtzeitig am Stadion, um kurz nach 18:00 meine zweite Karte zu verkaufen. Dann flugs rein und eine halbe Stunde vor Anpfiff in den Block, wo ich gleich merkte dass meine neuen Thermosohlen gar unfain sind und wesentlich schlechter als die alten, denn bereits nach 5 Minuten hatte ich eiskalte Füße – und das für die nächsten 130 Minuten, tolle Aussicht.
Bei Schneetreiben und wenig Betrieb – 53.500 Zuschauern – ging’s eigentlich nach Maß los: quasi sofort und mit der ersten Chance das 1:0. Das war’s dann aber auch von Bayern in der ersten Hälfte. Völlig zerfahren mit einer Milliarde Fehlpässen ging gar nix mehr und das 1:2 für Fürth nahm ich zwar nur ungern hin, aber es war zu diesem Zeitpunkt mehr als verdient, es hätte durchaus höher stehen können. In der Halbzeit muss van Gaal die Spieler ordentlich geföhnt haben, denn die Bayern kamen aus der Kabine und machten gleich Druck. Einen glücklichen, aber nicht unberechtigter Elfmeter zimmerte Robben dermaßen hart in die Mitte, dass er von Lobué ins Tor ging. Der für den indisponierten Tymoshchuck eingewechselte Alaba machte gleich Alarm, setzte nach und ermöglichte Ribéry das 3:2. Danach ging’s munter weiter und mehr oder weniger unverdient am Ende 6:2 aus – immerhin fielen bis auf das 1:0 alle anderen sieben Tore auf Südkurve, so dass ich beste Sicht hatte. Mehr oder weniger versöhnt begab ich mich nach dem Spiel erstmal auf die Toilette, wo ich – unglaublicher Zufall – Gero-Björn traf, mit dem ich auf dem Weg zur U-Bahn eine Runde plauschte.
Danach ging’s mit zumindest temporär freier Wischwasch nach Hause, allerdings hielt die Freude nicht lange, denn irgendwann war seltsamerweise wieder Schluss mit dem Waschwasser. Zum guten Glück meinten die ganzen Trottel auf der A8, dass Tempo 60 ausreicht – sollen sie halt zu Hause bleiben, wenn sie sich nicht trauen, schneller zu fahren, 100 waren schon ungefährlich drin. Bei meine Burger King-Stop in Seligweiler war dann so viel los, dass ich unverrichteter Dinge zornig weiter fahren musste, weil ich nicht 20 Minuten anstehen wollte. Trotz Schneefall war ich dann um kurz nach zwölf wieder in Heslach und fand auch einen akzeptablen Parkplatz in der Benckendorffstraße. Immerhin Halbfinale also, auch wenn mit dem Auswärtsspiel in Schalke wohl meine Serie an besuchten Pokalspielen diese Saison ein Ende nehmen wird.
… noch interessanter ist, wie wenig da im Olympiastadion los war (sieht man vor allem in der zweiten Ansicht). Heute hat man 100 Heim- und Auswärtsspiele in Folge ausverkauft, talk about hype.
Nach kurzer Winterpause gab’s gleich das nächste Bayern-Heimspiel zum Rückrunden-Auftakt, zu dem ausgerechnet meine Lieblingsmannschaft Hoffenheim gastierte. Dank winterlicher Verhältnisse und Freitagabendspiel – hatte früher nicht immer der Meister beide Runden-Auftaktspiele bestritten? – war der Andrang eher gering, so dass ich meine anderweitig nicht an den Mann gebrachte Karte deutlich unter Wert verkaufen musste.
Danach ging’s mit Kollege Claus in den Oberrang, von wo aus wir ein munteres Spiel beginnen sahen, dass im wesentlichen die Hoffenheimer bestimmten – ballsicher und passgenau, dafür auch äußerst rüde im Körpereinsatz und mit Glück dass Schiri Kinhöfer wohl nicht die Spendierhose anhatte und seine Karten lieber einstecken ließ. Die einzige echte Chance in Halbzeit eins verwandelte der vor der Winterpause noch äußert unglücklich (zum Beispiel ein Eigentor (Scorer- und Torpunkt) Hertha) agierende Demichelis zum nicht unverdienten 1:0, denn nach dem Anfangsschwung der Gäste spielte Bayern stärker und kontrollierte das Spiel.
Zur Halbzeit wechselte Rangnick den Gelb-Rot-gefährdeten Vukcevic aus – Glück gehabt, der hätte auch schon vor der Halbzeit duschen gehen können, aber da war ja noch die Sache mit den Spendierhosen. Hoffenheim war jetzt erstmal abgemeldet, Bayern spielte sich schöne Chancen heraus, allein die Verwertung fand nicht statt. Gomez scheiterte nach Konter und tollem Pass von Robben an Hildebrand und wenn die Bayern sich nicht auf den Füßen standen hielt ebendieser die Hoffenheimer im Spiel. Die einzige Chance in Halbzeit zwei hätte dann fast den Ausgleich gebracht, als Ba einen Maicosuel-Freistoß nicht richtig erwischte und Butt gerade noch klären konnte. Das war’s aber von Hoffenheim und die Bayern machten dann doch noch alles klar: Joker Klose stach in der 86. Minute, Gomez war das Glück nicht hold und sein schöner Schuss unter Hildebrand durch sprang vom Pfosten weg.
Auch wenn nicht alles Licht war – vor allem viele Fehlpässe in Halbzeit eins, teilweise haarsträubend leichtsinnig (vor allem von van Bommel), leichtes Ballvertändeln (Schweinsteiger) und zu wenig Einsatz -, trotzdem ein gutes Spiel das leicht 4:0 (oder auch 1:1) ausgehen hätte können. Die Hoffenheimer waren auf jeden Fall technisch stark und nur äußert schwer vom Ball zu trennen – bleibt zu hoffen dass sie nächste Woche gegen Leverkusen mehr Erfolg haben.
P.S.: Hinfahrt lau (3:30 ab Aichelberg), Rückfahrt angenehm (2:20 bis daheim).