Pursuit of victory
Februar 3rd, 2012How to choose your ideal football club:

(via Flopsi/Soccerlens)
How to choose your ideal football club:

(via Flopsi/Soccerlens)
Einen vormals klassischen Sonntag gab’s am vergangenen Wochenende: morgens einen Halbmarathon laufen, danach zum Fußball. Der Halbmarathon lief, nach nicht ganz unanstrengendem Samstag, erstaunlich smooth und ohne groß Gas zu geben kam ich knapp unter 2h ins “Ziel.” Dieses Mal lief ich den Neckarradweg mal Richtung Esslingen lang, bis Untertürkheim, zur Abwechslung vom üblichen Weg Richtung Remseck ganz nett. Ein paar Stunden später ging’s dann schon wieder auf den gleichen Weg, halt nur bis Cannstatt. Zum ich glaube ersten Mal hatte ich Plätze im Oberrang, Block 82, quasi direkt neben der unbebauten Ecke. Sehr gute Sicht aus der zweiten Reihe, mit 25€ auch einer der preislich akzeptableren Plätze.
Gegen Gladbach gab’s für den VfB wie erwartet nix zu holen, auch wenn der VfB gerade zu Beginn und auch nach der Halbzeit eine sehr ordentliche Leistung ablieferte. Die ganzen Torchancen blieben allerdings aus, Gladbach ließ zwar viele Chancen liegen, schenkten dem VfB aber am Ende doch drei Tore ein.
Langsam wird’s beim VfB Zeit, mal wieder über das Wort “Abstiegskampf” nachzudenken, bis zum Relegationsplatz sind’s nur noch 4 Punkte und ob bei den nächsten zwei Spielen in Leverkusen und Hannover groß was zu holen ist, ist fraglich.
Letzter Spieltag der Hinrunde und da ich erstens keine Karte für das Köln-Spiel hatte und das zweitens auch undankbar am Freitag Abend war gab’s ein kleines verfrühtes Weihnachtsgeschenk: eine Karte für’s Leverkusen-Heimspiel gegen Nürnberg, womit ich endlich die ganze Bundesliga abgehoppt habe. Leverkusen hat sich lange gezickt, für Bayern-Auswärtskarten habe ich mich ewig lange beworben und nichts bekommen, jetzt ging’s halt zu einem Nicht-Bayern-Spiel (natürlich werde ich jetzt in der Hinrunde nochmal LEV bekommen, eh klar
). Auf dem Zwischenstop in AB konnte ich immerhin am Freitag Abend das 3:0 der Bayern gegen Köln verfolgen; Junge, Junge habe ich mich über die Kölner aufregen müssen, das war ja echt Anti-Fußball. Es gibt aber halt doch einen Fußball-Gott und der findet Anti-Fußball auch scheiße, weshalb sich gerade der hässliche Vogel Geromel als Vorbereiter für das 1:0 der Bayern betätigten durfte. Mit 10 Mann die Kölner humorlos 3:0 abgefrühstückt, so muss das sein. Einem entspannten Samstags-Trip stand also nichts mehr im Weg.

Harhar
Gegen kurz vor elf machte ich mich dann auf den Weg nach Leverkusen, von AB aus in etwas mehr als zwei Stunden erreichbar. Eigentlich wollte ich relativ nah am Stadion parken, im Gegensatz zu München wird allerdings das umliegende Wohngebiet bereits frühzeitig gesperrt. Ich fand dann aber einen guten Parkplatz am Bahnhof
Leverkusen-Schlebusch, kostenlos und vom Stadion auch nur eine Viertelstunde entfernt. Für mich ging’s allerdings erstmal auf Schusters Rappen in die Stadt, um wenigstens ein minimales “Sightseeing” zu machen. Leverkusen ist jetzt nicht gerade für seine vielen Attraktionen bekannt, aber ich muss zugeben dass die Innenstadt ganz nett ist, Fußgängerzone zum ordentlich einkaufen, zu dieser Jahreszeit natürlich mit Weihnachtsmarkt. Ich zog es allerdings vor, mir einen Döner + Wegbier zu holen, preislich auch deutlich besser als Wurstwaren auf dem Weihnachtsmarkt (Döner für 3 €, Bier für 1,30€). Weiter per pedes ging’s dann von der Innenstadt durch den Stadtpark zum Stadion. Ist jetzt nicht so, dass Stadion mittem im Wohngebiet liegt (nicht so wie zum Beispiel in Everton), aber nördlich und südlich/südöstlich schließen schon Wohngebiete an. Immerhin nicht ganz so auf der grünen Wiese, Daumen halbhoch dafür. Äußerst charmant ist es von außen jetzt nicht, die Dachkonstruktion sieht relativ gewagt aus, führt aber in ihrer Ausführung immerhin dazu, dass man auch vor dem Einlass noch trocken steht. Der McD, der mal im Stadion war, befindet sich jetzt übrigens auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Positiv ist, dass man im Stadion nicht zwingend eine Stadion-Karte braucht (Karte im Sinne von Kreditkarte, nicht Straßenkarte
), denn man kann auch mit Geldkarte bezahlen. War mir zwar egal, weil ich eh nichts kaufte, finde ich aber vom Prinzip her schon okay.







Stadion unter Wasser…

Flutlichtstimmung
Ich hatte mir eine (Eintritts-)Karte im Oberrang gewichtelt, Ecke Süd-/Osttribüne, Reihe 1, als Student für schmale 15€. Von dort war sowohl der Blick auf die Gästefans (Ecke Süd-/Westtribüne) als auch auf die Heimfans (Ecke West-/Nordtribüne) okay. Interessanterweise sind beide Stehplatzblöcke in der Kurve, die Heimfans befinden sich also nicht hinter dem Tor. Ist wohl dem geringen erwarteten Aufkommen an Stehplatzfans geschuldet. Das Stadion hat einen umlaufenden Unterrang, bis auf die Südtribüne, so einen komischen VIP-Komplex, gibt’s darüber auch einen kleinen Oberrang. 30.210 Zuschauer passen rein, damit ist Leverkusen glaube ich drittkleinstes Stadion, nur Wolfsburg und Freiburg haben noch kleinere.
Meine Traumergebnisse für den 17. Spieltag wären, von etwaigen Dortmund-, Gladbach- und Schalke-Niederlagen abgesehen, Siege von Nürnberg, Augsburg, Lautern und Stuttgart gewesen – rein opportunistisch, um Wolfsburg auf einem Abstiegsplatz überwintern zu sehen.
Wie immer wenn’s um den Wolfsburger abstieg ging war’s wieder nur ein Traum, alleine schon der Wolfsburger Sieg gegen den VfB machte ja meinen Wunsch zunichte.
Der Club, eigentlich eher der Außenseiter in dieser Partie, legte gleich gut los und nutzte die erste Chance zum 0:1: langer Diagonalpass von Eigler auf Didavi, der von rechts ins linke Ecke abzog, keine Chance für Leno. Leverkusen war leicht konsterniert und kam gegen zweikampfstarke Nürnberger überhaupt nicht ins Spiel. Allerdings haderte Leverkusen auch zurecht mit dem Schiedsrichter, denn die Nürnberg legten eine italienisch anmutende Spielweise an den Tag: selbst ordentlich zulangen und bei Zweikämpfen möglichst leicht fallen. Schiedsrichter Schmidt aus Stuttgart ließ die Nürnberger jedenfalls gewähren, mehr als die am Ende insgesamt nur eine Gelbe Karte gegen Feulner wäre da schon drin gewesen. Sei’s drum, die erste Ecke verwandelte Nürnberg auch gleich, mit dem 0:2 ging’s auch in die Pause. Leverkusen war nach der Pause bemühter, allerdings ohne Erfolg. Nach dem 0:3 durch Pekhart in der 73. Minute war der Drops gelutscht – dritte Ecke, zweites Tor, gute Quote. Spielerisch war’s kein Leckerbissen aber alles in allem ein okaynes Spiel, wobei mir die Nürnberger Spielweise schon mächtig auf den Senkel ging, obwohl ich für Bayer ja an sich auch keine Sympathien habe.
Wie auch immer, die Bundesliga habe ich jetzt also endlich mal komplett abgehoppt und überhaupt Leverkusen das erste Mal live gesehen, auch interessant. Letztes Spiel vor der Winterpause: VfB-HSV am Mittwoch.
Letztes Bayern-Spiel in der Hinrunde für mich, wie schon letztes Jahr ging’s wieder gegen den VfB. Dieses Mal stand nichts sportliches auf dem Programm, stattdessen ging’s auf Grund von Claus Geburtstag am selben Tag nach Holzhausen in den Ranzenspanner und von dort aus gut gesättigt mit der S-Bahn zurück nach Cannstatt. Immerhin mal aus Fehlern gelernt, und so waren wir knapp über eine Stunde vor Anpfiff im Block; allerdings war’s wesentlich entspannter als letztes Jahr und der Block nicht so überfüllt. Zufällig stand Villareal-Mitfahrer Flo eine Reihe hinter uns und gesellte sich dann noch zu uns.
Mit etwas Abstand sieht das Spiel natürlich schon ganz anders aus als am Sonntag Abend: ein relativ überraschendes Führungstor der arg defensiven Schwaben konterte der FCB quasi umgehend, Molinaro nahm sich dann auf Grund eigener Dummheit nach einer halben Stunde selbst aus dem Spiel, zwei dumme Fouls innerhalb von knapp fünf Minuten, zwei Mal Gelb, ciao. Die VfB-Fans sahen allerdings nicht die Dummheit ihres Italieners sondern nur Feindbild Robben im Spiel gegen Feindbild FCB und so durfte sich Robben bei jedem Ballbesitz ein wüstes Pfeifkonzert anhören – das Stuttgarter Publikum zeigte mal wieder sein ausgeprägtes Niveau… Lahm immerhin mit einer sinnvollen Aktion, einer Ablage auf Gomez, der sein zweites Tor zum Endstand einschob. Unverständlicherweise machten es die Bayern am Ende durch eigenen Schlendrian (»Er brummelte: “Mein lieber Schwan”Und irgendwas vom Schlendrian«) noch mal spannend, van Buyten legte Cacau gekonnt einen Ball vor, der hob diesen allerdings auf’s Tor. Das war’s dann auch gewesen, Spielverlauf im Endeffekt auch egal, 3 Punkte im Sack, Herbstmeisterschaft ebenso, was soll’s, hätte ich nach dem Mainz-Spiel eh nicht gedacht.
Sehr verwundert muss ich mich allerdings über die Berichterstattung über das Spiel zeigen. SpOn auf Bild-Niveau (“Schauspieler Robben, Meister der Schmerzen“), auch der Kicker haut in die gleiche Kerbe. Von letzterem hätte ich eine etwas neutralere Berichterstattung erwartet, aber gut. Wie gesagt, 3 Punkte im Sack, Herbstmeisterschaft ebenso.
P.S.: Dieses humorige Gedicht habe ich zufällig gerade noch gelesen:
Ein Wind…, so schwach…, er rührt kein Blatt,
da lachen selbst die Würmer,
doch einen macht das Lüftchen platt:
…den holländischen Stürmer.Der arme Tropf, er fällt wie ein Baum,
und wälzt sich voller Schmerzen,
“Herr Doktor…, kommt er durch…?” – “wohl kaum”
der Pastor sucht schon Kerzen.Es folgt gelb-rot und dann…, genau:
Genesung !!! …seht Ihn hoppen !!!
In Schwaben heißt das: “Dumme Sau…”
In Bayern: …”Arjen Robben” !!
Letztes Bayern-Heimspiel in der Hinrunde, und dank wüstem Augsburg-Karten-Tausch auch mit meiner Wenigkeit im Stadion.
Morgens kurz zum Schwimmen, meine 1.000m abreißen – das klappt echt solide mittlerweile, kann man nix sagen – dann über den Decathlon auf zum Aichelberg, wo Claus das Steuer übernahm. Wir waren zeitig gegen kurz vor 13:00 schon am Kieferngarten, erfreulicherweise hatte Ex-Roomie Martin auch eine Karte für’s Spiel ergattert und so konnten wir uns zum Essen treffen und in der zweiten Halbzeit auch im Oberrang.
Mir schwante vor dem Spiel nichts gutes, Bremen ist ja auch nicht gerade Lieblingsgegner der Bayern… in der ersten Halbzeit machten aber die Bayern das Spiel, das sah aus ungewohnter Sicht in der Nordkurve gar nicht so schlecht aus, vor allem wenn’s schnell ging: Ribérys 1:0 nach einem fein ausgespielten Konter durchaus verdient.
Ähnlich dumm wie die Kickers am folgenden Sonntag stellten sich die Bayern auch nach der Halbzeit an: Pizarro und der eingewechselte Rosenberg erwiesen sich als unaufhaltsam, Rosenberg hatte keine Probleme zum Ausgleich einzunetzen. Robbens Einwechslung (für Alaba) brachte dann nach der 60. Minute die Wende im Spiel, auch wenn Marin hatte nach fast gleichem Spielzug das 1:2 auf dem Fuß hatte. Robben verwandelte dann einen berechtigten Foulelfmeter an Müller zum 2:1, ehe eine regulärer Gomez-Treffer wegen Abseits nicht anerkannt wurde. Gomez wollte dann trotzdem das 3:1 erzielen, allerdings stiebitze ihm Ribéry den Ball vom Fuß, nachdem Gomez Keeper Mielitz schon umrundet hatte.
Den Abschluss besorgte Robben erneut durch einen Elfmeter. Bremen war da schon nur noch zu zehnt, nachdem Hunt nach einem rüden Foul an Kroos an der Mittellinie Rot gesehen hatte.
Am Ende sieht’s mit 4:1 natürlich wie ein Spaziergang aus, so ganz spiegelt das den Spielverlauf natürlich nicht mit – nach dem 1:1 hätte das Spiel schon kippen können. War jedenfalls ein wichtiger 3er und fast ein perfekter Bayern-Spieltag, hätte Schalke nicht noch gegen Augsburg gewonnen. Bewundernswert Martins Einstellung, dass er dann lieber ein 4:1 als ein 2:1 sah, wenn schon eine Niederlage, das ist irgendwie nicht so meine Welt.
Für Marting ging’s dann danach zu seiner Verwandschaft, für Claus und mich zum Heimspiel der Basketballer gegen Gießen.