Ich hatte ja schon ein schlechtes Gewissen, dass wenn ich mit Nina Fußball schaue, Dortmund immer ordentlich auf die Mütze bekommt, egal ob Live oder vor dem Fernseher. Aber die Hoffnung stirbt zuletzt und so besorgte uns Nina zwei Tickets bei ebay – leider in der Untertürkheimer Kurve, die momentan den VfB-Fanblock beheimatet… war aber nicht so ganz klar was genau wo wie an Blöcken ist, also konnte man da wenig machen. Im Endeffekt war’s trotzdem okay, auch wenn man halt seine Emotionen da nicht so zeigen kann wie man gerne wöllte. Vorher waren wir noch im Wichtel in Feuerbach, wo’s leider keine Kässpätzle gab, aber durchaus gutes hausgemachtes Bier und lecker Wichtelkuchen gab. Gut gesättigt ging’s also mit der U13 Richtung Cannstatt und per pedes über den Wasen zum Stadion. Flugs noch einen Schal gekauft und den dann gleich wieder abgegeben bei der Kontrolle, aber wir wären schon selbst schlau genug gewesen, den nicht offen zu zeigen.
Schal kaufen
Zaungäste
Das Spiel war dann hoffentlich Balsam genug auf Ninas wunde Dortmund-Seele, denn der VfB präsentierte sich als guter Gastgeber, schenkte sich das erste Tor gleich selbst ein und ließ Dortmund dann vor der Pause noch zwei machen. Auch nach der Pause hatte der BVB erstmal die besseren Chancen, ehe Cacau dann zu spät immerhin noch ein Tor für den VfB erzielen konnte. Trotz der arg mauen Leistung des VfBs war die Stimmung gar nicht so schlecht, da wir den VfB-Block zwischen uns und dem Gästeblock hatten, konnten wir leider von den Dortmundern nicht wirklich was hören. Interessant ist auch, dass man wohl momentan als echter Zaungast kostenlos zum Zuschauen kommen kann, denn von der Empore hinter der momentan nicht existierenden Cannstatter Kurve hat man wohl einen ganz guten Blick auf’s Spielfeld.
Nach sechseinhalb Jahren ging’s am Freitag zum zweiten Mal auf den Betzenberg – diesmal ohne Besuch bei Betzerich, ergo gab’s auch keinen kalten Kaffee vor Ort. Stattdessen ging’s zum Brauhaus am Markt, wo ich mir erstmal den Pfälzer Brauerteller schmecken ließ – endlich mal Saumagen, das wollte ich schon ewig probieren. War aber reichlich unspektakulär, wobei das Essen lecker und das Bier gut war – scheint aber ein schlechtes Omen zu sein, in Wolfsburg war’s nämlich genauso. Wie auch immer, nach dem Essen noch kurz “Sightseeing” gemacht, wenn man das in Lautern so nennen darf; immerhin auf’s Rathaus hoch, wo man vom 21. Stock eine ganz passable Aussicht auf die Stadt, das Stadion und den Pfälzer Wald hat. Ganz angenehm ist auch, dass die Stadt halt recht klein ist und man dann bequem zum Stadion wackeln kann. Gesagt, getan und wir waren zeitig am Stadion und im Stehplatzblock – sehr klein und durchaus kuschelig, als es voll war. Stimmungsvoll war’s auf jeden Fall, ist auch ein nettes Stadion, kann man nix sagen, nicht so ein steriler Neubau auf der grünen Wiese. Die Lautern-Fans waren guter Dinge und zeigten eine mehr oder weniger ansprechende Choreo, bevor’s dann endlich los ging.
Saumagen!
Das Spiel war an sich okay, obwohl Bayern relativ schwach spielte hatten sie die Lauterer im Griff. Macht Müller das 0:1, sieht das Spiel ganz anders so, aber das war bekanntlich ja nichts und Lautern macht daraufhin aus einer Chance zwei Tore. Bayern sowohl vor als auch nach der Pause noch mit weiteren guten Chancen, auch wenn es spielerisch gegen die jetzt arg tief stehenden Lauterer natürlich sehr schwer war. Am Ende sollte dann trotz guter Chancen kein Tor mehr fallen und für uns ging’s ohne Punkte im Gepäck zurück nach Stuttgart. Eine total unnötige Niederlage, aber es gibt halt so Tage, wo dann auch einfach kein Tor fällt. So einen Schiedsrichter wie Meyer (den der Kicker mit einer 2(!) bewertete) möchte ich in München auf jeden Fall auch mal haben, der hat sowas von Pro-Lautern gepfiffen… aber in München wär’s dann wohl wieder eher für die Gäste.
Nach den einzigen zwei Stunden echtem Urlaub am und im Bodensee – also mit Erholung – ging’s direkt nach München zum Bundesligaauftakt gegen Wolfsburg. Dank zeitiger Anreise reichte es noch zu zwei Weizen im Gasthaus Bock, ehe es mit Claus ins Stadion zum Treffen mit Frank und Martina ging. Dort sahen wir engagierte Bayern, die nach einer Traumkombi durch Müller, schon wieder on fire, in Führung gingen, es aber versäumten, in der ersten Halbzeit schon für klare Verhältnisse zu sorgen.
Das wurde dann in der zweiten Halbzeit bestraft, als Wolfsburg zwei starke Phasen zum Ausgleich genügten. Dank bayerischer Nachlässigkeit wäre sogar mehr drin gewesen, Butt war irgendwie total von der Rolle und das 1:1 hätte schon vor der Ecke fallen können, als Butt einen Ball direkt auf die Wolfsburger spielte. Aus drei Ecken ein Tor, so wird das halt gemacht. Bayern kam nicht zu den 100%igen Chancen, die vielen Ecken blieben auch weitgehend ungefährlich. Quasi mit dem Schlusspfiff dann dankenswerter Weise doch noch das 2:1 durch Schweinsteiger, insgesamt verdient, auch wenn noch Luft nach oben herrscht. Ist aber auch egal, 3 Punkte, mehr interessiert dann eh keinen mehr.
Nach dem anstrengenden Programm seit dem vorherigen Samstag hatte ich auf der Rückfahrt echt mit der Müdigkeit zu kämpfen, es ging dann aber doch noch. Am Freitag geht’s auf dem Betzenberg mit Bayern und Bundesliga weiter, vorher hoppe ich eventuell nochmal in die Oberliga BaWü. Bayern-Wolfsburg war übrigens mein insgesamt 300. Spiel, allen Quatsch mitgerechnet; davon gab’s 136 Heimsiege, 68 Unentschieden und 96 Auswärtssiege bei 485:442 Toren. Häufigstes Ergebnis: 1:0.
P.S.: Grade nochmal in der Zeitlupe gesehen: Müllers Tor war echt schon Hammer:
Alter, wie superfain war das denn? Einen offensiv teilweise gefährlich aufspielenden SV Werder demontierten die Bayern heute mal leicht, locker und spielfreudig mit 4:0 – und das im Pokalfinale und live vor meinen Augen. Leider konnte ich mein versprechen Martin gegenüber, die Bremer als Dank für ihren Sieg auf Schalke nicht mit mehr als 3 Toren Differenz Heim zu schicken, nicht einlösen, aber ich hatte leider auch nur sehr minimalen Einfluss – und meiner Stimme nach zu urteilen wurde der für andere Zwecke benutzt.
Jedenfalls ist – so unglaublich dass für die Saison 2009/10 klingen mag -, das Double im Sack! Hätte ich nach dem durchwachsenen Start echt nicht gedacht, umso höher erfreut bin ich jetzt. Der eigentlich schon perfekten Saison kann jetzt in einer Woche noch die Krone aufgesetzt werden – ein letztes Mal also: pack ma’s, ihr Roten!
Nach einem ausgiebigen Frühstück und lecker Lasagne im Hause Heek ging’s mit kurzer Anfahrt zur Arena. Geparkt, Karte vertickt und so früh drin gewesen wie noch nie. Deshalb dachte ich mir, ich schaue mich mal im Laden um und mir das neue Trikot aus der Nähe an – da war’s allerdings so voll, dass die Leute nur blockweise reingelassen wurden, woraufhin ich dann doch lieber gleich auf meinen Platz ging. Je näher es zum Anpfiff ging, desto nervöser wurde ich – schon komisch, ein Heimspiel gegen Bochum ist ja sonst eher nicht so der Aufreger. War dann auch völlig unbegründet, die Aufregung, denn es gab die große Müller-Show und Bayern machte seine Hausaufgaben vor dem letzten Spieltag mehr als ordentlich. Bochum durfte auch mitspielen, aber außer einer Phase kurz nach 3:1 gab’s da keinerlei Gefahr, auch wenn die Abwehr teilweise nicht so ganz geordnet aussah. Die sowieso schon gute Stimmung wurde bei der Einblendung der Zwischenstände aus Schalke natürlich nochmal gesteigert. Irgendwie surreal, dass die Meisterschaft dann geritzt war, man merkte auch der Mannschaft an, dass das alles irgendwie unerwartet kam. Ich werd’s glaub ich erst am Samstag mit der Überreichung der Schale wirklich begriffen haben.
Nach dem Spiel ging’s in mehr oder weniger starkem Regen dann nach Würzburg, Zwischenstop vor dem Kickers-Spiel in Bamberg. Bei Florian und Sandra gab’s nicht nur sehr leckeres und reichliches Essen sondern auch ein bisschen Arbeit wegen der Hochzeitshomepage, aber im wesentlichen stand der Genussmittelverzehr im Vordergrund. Alles in allem ein rundum gelungener Sonntag mit einem fein herausgespielten 3:1-Sieg über Bochum und der hoch verdienten (noch inoffiziellen) 22. Meisterschaft.