Fast genau 18 Monate nach dem Besuch im Tivoli Alt ging’s heute mit Daniel und Thomas auf zum Tivoli Neu. Erste humoristische Einlage war schon die Abholung von Thomas, denn der hatte meine Nachrichten gestern nicht mehr erhalten und schlief noch, als Daniel und ich gegen halb neun bei ihm vor der Tür standen. Kurze Zeit später war er dann allerdings auch schon frisch geduscht mit seiner Marschverpflegung – zwei Dosen Adlerschoppen, witzige Sache eigentlich, auch wenn ich als Fahrer nur mal nippte – im Auto und wir auf dem Weg nach Aachen.

Hammer: Äppler aus der Dose, auch noch pfandfrei! (Quelle: Possmann.de)

Gelb-Schwarz, aber kein Alemannia-Fan
Die Fahrt war total entspannt und wir dann trotz verspäteter Abfahrt schon gegen viertel nach elf in Aachen. Wie “immer” parkten wir von der Autobahn aus gesehen hinter dem Stadion, ein Stück Richtung Innenstadt – vielleicht war’s sogar der gleiche Parkplatz wie das Letzte Mal.
Dann ging’s erst mal zum erneut minimalistischen Sightseeing beziehungsweise zur Nahrungsaufnahme, diesmal aber nicht ins Kaiserwetter sondern in den Hofgarten, wo uns die Bedienung in der Art “rheinische Frohnatur” schon mal sehr erheiterte. Die Jägerschnitzel meiner Mitfahrer waren wohl sehr gut, meine Currywurst war okay, aber die Soße war etwas untypisch Richtung süß-sauer, nicht so mein Fall. Danach noch eine Runde um den Dom gedreht und Daniel bewundert, wie er sich nach seinem Schnitzel noch anderthalb riesengroße Printen einfuhr – chapeau! Da war Thomas mit seiner Schokobanane nur zweitbester Esser.
Aber wir hatten ja sowieso noch den Fußmarsch zurück zum Stadion, um die angefutterten Kalorien gleich wieder abzutrainieren. Und im Hinblick auf das durchaus frostige Wetter war es wohl keine schlechte Idee, noch schnell ein bisschen Brennstoff einzuführen.

Hmm, der Finger des Teufels!
Schon witzig, dass man von der Stadt aus auf dem Weg zum Tivoli Neu erst mal am Tivoli Alt vorbei kommt. Dort spielt in dieser Saison noch die zweite Mannschaft der Alemannia – wer noch nicht da war, kann also nochmal schnell reinhoppen, denn irgendwann wird das alte Stadion wohl abgerissen. Der Neubau ist natürlich im Vergleich zum Altbau schon ein ordentlicher Klotz und steht erst mal sehr hoch in der Landschaft. Auch wenn’s nur minimal ist finde ich aber die Lage des alten Stadions, auch wenn nur ein paar Hundert Meter weiter Richtung Stadt gelegen, netter, denn dort liegt man halt direkt am Rand des Wohngebiets, während man im neuen Stadion eher im Industriegebiet liegt. Wie gesagt, nur minimal, aber da bin ich halt etwas pingelig.



Finde Daniel und Thomas!





Im Vergleich zum alten Tivoli (21.300 Plätze) ist der neue deutlich größer und hat eine Kapazität von 32.960 Plätzen. Von den 11.681 Stehplätzen befinden sich witzigerweise schon 10.584 auf der Südtribüne, wo die Alemannia-Fans stehen, den Gästefans bleiben also nur 597 Stehplätze, was aber schon deutlich mehr war, als Ingolstädter da waren, die Schätzungen belaufen sich auf circa 25. Die Südtribüne ist auf jeden Fall relativ mächtig und wirkt als reine Stehplatztribüne schon sehr ordentlich. Ansonsten ist das Stadion echt nett, alles in schwarz-gelb gehalten und von einem niedrigen Dach beschirmt. Leider war’s halt nur halb voll, aber trotzdem machten die Aachener Fans schon ordentlich Stimmung (ich sag nur “Kaiserstadt AC”
). Die mitgereisten Ingolstädter Fans hat man immerhin ein Mal hören können.





Während Thomas sich gleich mit seiner Nebensitzerin anfreundete, ging das Spiel relativ munter los. Die Alemannia kurzfristig oben auf, aber dann gab’s die erste, gute Chance für die Gäste. Die Alemannia kam dann aber doch besser ins Spiel, als Auers Abseitsposition nach langem Ball von Stieber nicht geahndet wurde und er den Ball locker annehmen und im leeren Tor unterbringen konnte, denn Kirschstein hatte den Ball wohl anders eingeschätzt. Naja, sollte nicht der einzige Torwart-Bock sein, insofern halb so schlimm. Aachen blieb aktiver, ließ mit zunehmender Spieldauer aber Ingolstadt mehr und mehr ins Spiel kommen, die allerdings bei einem Schuss von Buchner nur die Latte trafen. Gleiches Bild dann in Halbzeit zwei: Aachen zu defensiv, Ingolstadt mit mehr Druck. Bei einer Kerze von Müller im Alemannia-Strafraum übersprang Hartmann Torwart Hohs und köpfte zum 1:1 – Ausgleich im Spiel und an Torwart-Böcken.
Ingolstadt blieb danach spielbestimmend, ohne aus der Überlegenheit Kapital schlagen zu können. Ein Fehler von Matip, bei dem er Stieber den Ball in den Fuß spielte, führte dann zum 2:1, als ebendieser Stieber satt ins Eck schlenzte – 2:1 für Aachen, nicht wirklich verdient, aber das interessierte natürlich (fast) niemanden im Stadion.
Die Abfahrt gestaltete sich dann etwas zäh, als wir mal auf der Autobahn waren ging’s aber flott und die einzigen Probleme waren meine vergeblichen Versuche, im Radion Live-Berichte von den Bundesliga-Spielen zu finden. Aachen war mal wieder eine Reise wert, war auch schön mal wieder mit dem fast schon verschollen geglaubten Thomas unterwegs zu sein. Und ein Heimsieg für die Alemannia gab’s auch noch, die Gefahr einer Negativserie, wenn ich und Thomas im Stadion sind, scheint also gebannt zu sein.