Leyton Orient – AFC Bournemouth 1:3 (1:1)
OPTIMIS-Meeting in London und wie es sich für das Mekka der Fußballwelt gehört, beliebige Auswahl am Dienstag: Chelsea – Leverkusen, Charlton Athletic – Preston North End, Crystal Palace – Wigan Bastards und Leyton Orient – AFC Bournemouth. Für Champion’s League, Carling Cup und Football League 1 war’s das, es wären schon auch noch mehr Partien möglich gewesen, sehr verrückt. Da ich Chelsea im Dezember kreuzen will – Kombination mit ManCity – Bayern – war ich eigentlich auf die Os fixiert, bevor ich die Carling Cup-Spiele bemerkte. Auf Grund der nicht ganz trivialen Anreise zu Charlton und Palace und der guten Anbindung an den Meeting-Ort, London City University, entschied ich mich also schlussendlich dann auch für die Os; Pierre hätte zwar lieber Chelsea oder Palace gesehen, aber das Leben ist nun mal kein Ponyhof, vor allem nicht, wenn ich entscheide.
War ja schon vorher klar, das Meeting endete natürlich nicht rechtzeitig und so war’s zwar nicht stressig aber doch ein bisschen knapp, alles in allem ging’s aber entspannt mit der Tube von Angel zu Bank, dort auf die Central Line und ab nach Leyton – von der Fahrt her ein Kinderspiel und dank kurzer Anreise also auch mit verspätetem Meeting gut machbar. Vor Ort gab’s dann die übliche Stadionrunde, bevor es an die Abholung der bestellten Tickets ging – so schnell wie der Umschlag kam, war ich wohl der einzige der vorbestellt hatte; wäre auch nicht nötig gewesen, aber immer besser sowas schon erledigt zu haben.
Brisbane Road, oder “Matchroom Stadium”, wie es heute eigentlich heißt ist ein eher kleiner All-Seater und bietet 9.271 Zuschauern Platz. Ganz witzig ist, dass in den Ecken vor ein paar Jahren Häuser gebaut wurden, von deren Balkonen man Blick auf’s Spiel hat – hab ich in der Form auch noch nicht gesehen. Der West Stand, die Haupttribüne, ist neu, dort sind auch der Club-Shop und das Ticket Office untergebracht. Sehr kultig ist der alte East Stand – nicht freitragend und mit einem schönen Leyton Orient-Schriftzug oben drauf. Wir saßen im Tommy Johnston Stand (ehemaliger South Stand), hinter dem Tor, und hatten so eine gute Sicht sowohl auf’s Spiel als auch auf die Gäste-Fans – letzeres war aber nicht so wichtig, denn so stark machten sich diese nicht bemerkbar. Alles in allem ein Ground mit Flair, die Häuser in den vorher offenen Ecken störten mich jetzt nicht wirklich, ich kenne den Ground natürlich auch nur so. Auch die Lage ist nett, im Wohngebiet und mit dem South Stand an einem Park.
Leyton-Bournemouth war ein echtes Topspiel invers, spielten doch die beiden Fehlstarter der League 1 gegeneinander: Leyton mit zwei Unentschieden und fünf Niederlagen letzter, Bournemouth mit einem einzigen Sieg aber auch nur einen Punkt besser, dafür mit 16 Gegentoren nach sieben Spielen die Schießbuder der Liga. Das Spiel bot erstmal wenig verwertbares, dann ging’s aber gleich relativ rund: Wes Thomas holte einen Elfer für Bournemouth raus, in dem er sich zwischen zwei Verteidigern durchschlängelte und im Strafraum zu Fall kam – kann man schon alleine auf Grund der Dummheit der Abwer geben – 0:1 in der 20. Minute. Die Os schlugen aber gleich zurück und mit dem 1:1 ging’s dann auch in die Halbzeitpause. Orient kassierte dann in der 55. Minute eine Rote Karte für Cuthbert – eine äußerst harte Entscheidung des überhaupt sehr wechselhaften Schiedsrichters. Bournemouth hätte später auch einen Mann vom Platz fliegen lassen müssen, da ließ der Schiedsrichter aber Milde walten und gab nur gelb. Die Gäste spielten ihre Überzahl gut aus und nach dem 1:2 durch Thomas in der 74. Minute war die Partie durch, den Endstand stellte dann Pugh in der 81. Minute her. Schade, hätte die Os gerne siegen sehen, so kamen wir aber immerhin in den Genuss von lustigen Schiedsrichterschmähungen und allgemeinen Beschimpfungen, war also trotzdem eine gute Stimmung.
Danach ging’s, in Marco Polo-Manier, mit der Overground nach Hause – gut, ist jetzt nicht so der Kracher, waren wir aber beide noch nie gefahren.
In Finsbury Park ging’s dann nur noch um eine kurze Nahrungsaufnahme, dann war Schicht im Schacht – was auch gut so war, denn da mein Flug erst am Dienstag Morgen war und das Meeting da schon anfing, war ich schon recht früh auf den Beinen. Danke nochmal an Daniel, der mich freundlicherweise zum Flughafen chauffierte. Und natürlich an Kollege Flopsi aka fussballinlondon.de, dessen gute Vorarbeit bezüglich London ich jetzt auch endlich mal nutzen konnte.
Tags: AFC Bournemouth, England, Football League 1, Fußball, Groundhopping, Leyton Orient










04. November 2011 um 18:06
[...] Koontz immer gerne, hatte aber schon ewig nichts mehr von ihm gelesen, als ich am letzten Tag des OPTIMIS-Meetings in London zufällig auf ein Buch von ihm stieß, und zwar in der Nähe vom Narrow Road, einem Pub [...]