Mehr oder weniger ein Zufallsbuch für Zwischendurch war Paul Watzlawicks Anleitung zum Unglücklichsein. Watzlawick, der unter anderem Philosoph und Kommunikationswissenschaftler war, beschreibt darin, wie man so richtig unglücklich sein kann: aus kleinen Problemen große machen, die Schuld immer bei Anderen suchen etc. Verkehrt man die Aussage ins Gegenteil erhält man offensichtlich eine Anleitung zum Glücklichsein. Ein ganz lustig geschriebenes Buch, bei dem man sich an manchen Stellen selbst erkennt; der Ansatz, die Anleitung quasi falsch rum zu schreiben hat auch was.
Genau ein Jahr nach meinem letzten Besuch auf dem Betzenberg. Nachdem das mit dem guten Essen vor dem Spiel ja schon in Wolfsburg und eben letztes Jahr in Lautern ein schlechtes Omen war, entschieden Claus und ich uns, quasi nur passend zum Spiel los zu fahren, Abfahrt bei mir um kurz vor zwölf. Das erwies sich an einem Ferienwochenende dann als völlig unzureichend; die A6 war zwischen Heilbronn und Sinsheim schon voll, also ging’s nur über die A8. Es ging dann allerdings gar nichts und da nichts im Radio angesagt war standen wir schon ab Heimsheim. In Pforzheim Süd runterzufahren war dann auch eine eher weniger gute Idee, Pforzheim ist ein furchtbares Loch, also ging’s bei Pforzheim-West wieder auf die Autobahn. Die A5 war mittlerweile auch schon zu, so dass wir uns dann entschieden über die A65 und die B37 weiter zu tingeln – als wir in Karlsruhe waren, waren wir schon über zwei Stunden unterwegs und ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass wir noch pünktlich ankommen könnten. Trotz unglaublicher Trödler vor uns auf der B37 waren wir dann aber sogar gegen 15:15 in Kaiserslautern am Parkplatz und legten einen ordentlichen Zielspurt hin, so dass wir quasi direkt nach dem Anpfiff im Block waren – Vorteil war dabei, dass wir dieses Jahr Sitzplätze hatten, im Stehplatzblock wäre es da schon arg eng gewesen. Passend zum vorherigen beschissenen Fahrtverlauf war, dass es als wir aus dem Auto stiegen, anfing zu regnen, als wir im Block saßen knallte dann wieder die Sonne – auch schön. Der Sitzplatz in Reihe 4 war eigentlich okay, nur dass Netz vor dem Block störte durchaus, denn das war zum Teil hochgeklappt und damit direkt im Weg.
Bayern legte einen sehr guten Start hin und hätte nach 10 Minuten schon führen müssen, danach ging’s etwas gemächlicher zu. Noch vor der Halbzeit aber zum Glück das 0:1 nach Handelfmeter, wichtig gegen die sehr tief stehenden Lauterer. Selbst nach dem 0:1 machte Lautern nicht wirklich mit, auch wenn ich das für die zweite Halbzeit erwartet hätte. Müller sorgte dann in seiner Rolle als Elfmeter-Rausholer für die Vorentscheidung, Gomez vollstreckte im Nachschuss schließlich sicher. Gomez krönte seinen Sahnetag mit dem 0:3, perfekt aufgelegt erneut von Thomas Müller. Lautern im Endeffekt also zu harmlos, vor allem viel zu tief stehend, auch nach dem Rückstand. Positiv war auf jeden Fall die Stimmung, extrem laut war’s, auch die Stimmung im Bayern-Block war super. Schiedsrichter Gagelmann ließ sich leider oft von den Reaktionen des Pfälzer Publikums beeinflussen, was die Lauterer Spieler auch durchaus ausnutzten – Heimschiri halt, muss man mit leben, war aber heute dann auch egal.
Nach der fürchterlichen Hinfahrt war die Rückfahrt, mit den drei Punkten im Gepäck, durchaus entspannt, getrübt nur dadurch dass Claus in Karlsruhe noch geblitzt wurde, dürfte aber halb so wild sein. Einzelkritiken spar ich mir, war an sich eine gute Leistung, nur Alaba fand ich relativ schwach. Neuer auch mit einigen Unsicherheiten, zum Glück aber ohne Konsequenzen. Bayern damit auch schon seit 5 Spielen (3 x Bundesliga, 2 x CL-Quali), ohne Gegentor!
So sieht also Anne Kaffekanne aus, “die blies so gern Trompete auf der Kaffeekanne”:
Ist ein ganz nettes Buch weil zu jedem Lied noch ein paar Anregungen oder Erklärungen stehen; am interessantesten davon ist eigentlich die Erklärung zu “Kawuras der Krebs”:
Wieder was gelernt!
Die Lieder sind überhaupt gut, bei Anne Kaffeekanne vor allem die Trompete:
FC Zürich zum zweiten, ebenso der Letzigrund – selbigen hatte ich ziemlich genau vor zwei Jahren schon gekreuzt, damals allerdings bei einem GCZ-Spiel. Dank Claus ging’s dieses Mal also zum FC und zum Quali-Rückspiel. Wiedermals dank Resturlaub gab’s zwei Tage frei, eindeutig die richtige Entscheidung, denn so konnte wir morgens erstmal an den Rheinfall, den ich vor fünf Jahren mit Basti, Nina und Thomas schon mal besucht hatte. Bei echtem Sommer-Wetter (nix mit Arschloch) war das eine feine Sache, allerdings haben sie etwas aufgerüstet und der Rheinfall kostet jetzt Eintritt – das war glaube ich vor fünf Jahren noch nicht so, da hatten wir nur etwas für die Rheinquerung bezahlt. Das Geld war’s aber auf jeden Fall wert, ist immer wieder beeindruckend. Danach ging’s nach Zürich, zum altbekannten Parkplatz und in Ermangelung von Kleingeld per pedes Richtung City. Auf dem Weg passierte Claus allerdings ein Missgeschick, denn er wurde von einer Wespe in die Lippe gestochen – sehr unfein, und so ging’s erstmal zum Auto zurück, um Fenistil aufzutragen. Dann war’s auch zu spät nochmal in die Stadt zu gehen, so dass wir beim Migros Vesper kauften und selbiges am Auto verputzten – war halb so wild, wir hatten ja eh noch den nächsten Morgen zum Sightseeing; der Wespenstich war dann wohl, dank Fenistil und Kühlung, nicht ganz so schlimm, Glück im Unglück.
Das Spiel war dann so ein bisschen eine Kopie vom Hinspiel, ein frühes Tor, dieses Mal nach einem schönen Spielzug über Kroos auf Müller, der Gomez schickte und der gleich mit der ersten Chance zum 0:1 einnetzte. Damit war die Sache eh erledigt, Zürich harmlos und Bayern spielte die erste Halbzeit gemütlich zu Ende. Erst gegen Ende der Partie ging nochmal was, wobei Ribery einen Sahnetag hatte und echt Alarm machte, allerdings im Abschluss etwas glücklos. Meiner Ansicht nach hätte es durchaus auch einen Elfmeter an Ribery geben müssen, eine zweite Szene sah auch nach Elfer aus. Im Endeffekt aber egal, die Stimmung war gut, die Bayern-Fans mit unglaublich viel Pyro-Einsatz und am Ende stand der Einzug in die Gruppenphase. Die Mannschaft war wohl auch heilfroh und kam sogar quasi geschlossen in die Kurve, um sich feiern zu lassen. Sehr fein, auch wenn’s kein spielerischer Leckerbissen war, aber wen interessiert das schon.
Danach ging’s zu den Schweizer Franken, die witzigerweise im gleichen Haus wie zwei FCZ-Spieler wohnen und die uns freundlicherweise Asyl für die Nacht gaben. Am nächsten Tag lud uns Uli erst zum Frühstück zu Google ein und führte uns dann ein bisschen rum – echt Hammer, da muss ich noch mal gesondert was zu schreiben. Danach ging’s zum Zürich-Sightseeing und später zur Seequerung, die ich glücklicherweise, weil ich so früh an der Kasse war, auch erfolgreich absolvieren konnte – knapp 42 Minuten beim gemütlichen Tempo, sehr nett. Für mich der einzige Negativpunkt am ganzen Trip war dann die Heimfahrt aus Zürich raus – anderthalb Stunde für die ersten 60 Kilometer, danach anderthalb Stunden für die restlichen 150 Kilometer… war trotzdem ein guter Trip, danke für die Übernachtung und die Google-Führung, nächstes Jahr schwimmen wir zusammen.