Ipswich Town – Norwich City 1:5 (0:2)
Zum diesjährigen Ostertrip nach England ging’s am Gründonnerstag völlig gechillt erst um 12:35 in Stuttgart los – so konnte ich mich immerhin vorher noch mit einer Tonne E-Mails in BonFIRE rumschlagen, wobei ich die letzte erst im Bus zum Flugzeug schrub.
Dank Zeitverschiebung war ich zeitig in Heathrow – angenehmer als Stanstead, denn so konnte ich easy mit der Tube nach Paddington gurken, um ins altbekannte Easyhotel einzuchecken – nicht ohne mich, nachdem ich in Paddington ausnahmsweise den Ausgang direkt aus der Tube und nicht aus dem Bahnhof genommen hatte, erst mal zu verlaufen, wobei mir relativ schnell klar war, dass die Richtung falsch war. Schnell beim freundlichen Inder noch zwei Bier und zwei Packungen Walker’s gekauft und ins Hotel, wo Kollege Flopsi unerwartet schon vor mir aufgeschlagen war. Mehr oder weniger direkt ging’s mit der Tube zur Liverpool Street, wo bereits um 16:30 der Zug nach Ipswich fuhr – auf dem Weg konnte ich mich erst als ortskundig erweisen (Ich mich! in London! Da merkt man schon dass die Frage Quatsch war.
), danach war immerhin noch Zeit für das erste Bier des Trips, bevor wir den Zug enterten. Die Fahrt war mit 1:04 angenehm kurz und knapp 2 Stunden vor Anpfiff waren wir am Bahnhof. Kaum aus dem Bahnhof raus kann man auch schon das Stadion sehen, ist also ein No-Brainer.











Wir drehten also die übliche Stadionrunde, natürlich inklusive Stop an den Statuen von Sir Alf Ramsey und Sir Bobby Robson, den zwei Ipswich-Trainer die später auch Nationaltrainer waren, wobei wir auf einen Hopper aus Wales stießen. Selbiger war in seiner Arbeitskluft und steckte uns, dass er so umsonst rein konnte – auch eine nette Sache. Da noch genug Zeit war, tappten wir nochmal ins Städtchen, wo allerdings nicht viel geboten war und nach einem Bier in der Nähe des Stadions ging’s dann auch rein, wobei wir auf dem Weg zum Eingang noch die lokale Samba-Gruppe bewundern konnten und uns an Mr. Ed erfreuen konnten.

Die Portman Road ist schon ein netter Kasten, kann man nix sagen. Insgesamt passen knapp über 30.000 Zuschauer rein und interessanterweise sind die Hintertortribünen größer als die Tribünen auf den Längsseiten. Ipswich Town spielt schon seit 1884 an der Portman Road, wobei wohl nichts mehr vom ursprünglichen Stadion übrig geblieben ist. Eh klar dass das Stadion ein All-Seater ist. Unsere Plätze waren im Britannia Stand, auf der Höhe des 16m-Raums vor dem South Stand.










Das Spiel war ein echtes Highlight, sind doch die Partien von Ipswich gegen Norwich auch als East Anglia Derby, oder, in Anlehung an das schottische Old Firm, als Old Farm Derby bekannt. Mitglied werden hätten wir zwar wohl doch nicht müssen, aber sicher ist sicher. Die Zielrichtung war eigentlich klar: Ipswich im Mittelfeld der Tabelle ohne Perspektive nach oben oder unten, Norwich als Tabellenzdritter auf dem einen Punkt hinter dem zweiten, Cardiff City (wer’s nicht weiß: in der Championship steigen 1. und 2. direkt auf, 3. bis 6. spielen den dritten Aufsteiger aus). Die erste Chance hatte zwar Ipswich, Norwich drückte danach aber und Surman staubte in der 13. Minute zum 0:1 ab, nachdem Lee-Barrett einen Schuss nur abklatschen konnte. Das 0:2 besorgte McAuley dann nach 24 Minuten nach einer Ecke am langen Pfosten per Kopf ins eigene Tor. Norwich war auch in der zweiten Hälfte effektiver, wobei ausgerechnet ein von uns eher als Justus-Jonas-Typ identifizierter Spieler sich vor dem 0:3 schön auf außen durchsetzte, so dass in der Mitte Jackson den Ball nur noch rein drücken musste. Ipswich kam zwar mit einem Traumtor aus 25 Metern zentral in den linken oberen Winkel nur fünf Minuten später noch mal ran, wiederum zwei Minuten später erhöhte Norwich nach einem Konter allerdings wieder auf 3 Tore Differenz. In der Schlussminute setzte Norwich den Ball quasi aus identischer Position erst an die Latte, ehe Pacheco den Ball zum 1:5-Endstand verwandelte. Norwich überholte damit Cardiff City und ist mit dem gestrigen Sieg gegen Portsmouth auch aufgestiegen, wie sogar der Kicker berichtete – wahrscheinlich weil Ex-Dortmund-Spieler Paul Lambert, Norwichs Trainer, einigen noch bekannt sein dürfte.
Nach dem Spiel ging’s erst mal direkt zum Bahnhof, wo sich der Menschenauflauf zum Glück relativ schnell auflöste. Blöd war, dass es weder was zum einkaufen gab und auch die Automaten nicht gingen, so dass wir nichts mehr zu trinken kaufen konnten – ich war dann doch etwas dehydriert, aber da konnte man nichts machen. Immerhin konnte ich an einem der Automaten ein 2-für-1-Wispa abziehen, am anderen Automat konnten wir im wesentlichen zuschauen wie Leute Geld einwarfen obwohl nichts raus kam. Trotz Verspätung des Zuges waren wir dann gegen 0:20 wieder in London und erwischten immerhin noch eine Tube, so dass wir gegen 1:20 dann auch in die Falle gingen – aufstehen war für 8:00 angesetzt, nicht super, aber auch nicht wirklich früh. War jedenfalls ein guter Auftakt für den Trip, die 6 Tore bleiben dann im weiteren Verlauf allerdings unerreicht.

Easyhotel, yeah
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Tags: England, Football League Championship, Fußball, Groundhopping, Ipswich, Ipswich Town, Norwich City, Portman Road
13. Oktober 2011 um 20:42
[...] City derby! Schon fast wieder ein halbes Jahr, dass ich zum Fußball in England war, höchste Zeit also, mal wieder auf die Insel zu jetten (das Leyton Orient-Spiel während [...]
20. Oktober 2011 um 18:31
[...] 26567 Zuschauer anwesend. Schon witzig, dass wir jetzt Norwich in der Premier League sahen, wo wir an Ostern noch beim East Anglia Derby waren, als Norwich den Aufstieg klar machte. Unsere Plätze waren im Barclay Stand, hinter dem Tor, [...]