Ghost writing und Plagiate

Mai 24th, 2011

Eigentlich wollte ich schon ewig darüber schreiben – ursprünglich habe ich davon letzten November gelesen -, aber irgendwie hab ich’s einfach vergessen. Über Bruce Schneier stieß ich auf diesen Artikel eines Mannes, der als Ghost Writer tätig ist und von Seminararbeiten bis Doktorarbeiten alles schreibt – sehr lesenswert!

Noch krasser ist allerdings eine Geschichte die Schneier selbst erlebt hat: drei Studenten haben einfach ein Paper von ihm und zwei anderen Kollegen kopiert, minimal verändert und erfolgreich in einem Journal eingereicht. Zu diesem Thema schreibt er: “I don’t blame the journals for letting these papers through. I’ve refereed papers, and it’s pretty much impossible to verify that a piece of research is original. We’re largely self-policing.”

Und das Fazit, das in dem ersten Artikel steht, der sich um Term Paper dreht, kann man auch auf Doktorarbeiten übertragen, wie man in Deutschland mitterweile gesehen hat: “Fundamentally, this is a problem of misplaced economic incentives. As long as the academic credential is worth more to a student than the knowledge gained in getting that credential, there will be an incentive to cheat.”

Besser als das Nordportugalderby

Mai 24th, 2011

Können wir nächstes Mal bitte ein Wiener Derby im Finale haben anstatt ein Nordportugalderby? Da geht’s wenigstens ab (einfach mal die ersten 50 Sekunden abwarten :) )!

Projekt 52.2011.15: Anna Seghers – Transit

Mai 22nd, 2011

Der im Rahmen der Uhrwerk-Orange geäußerte Wunsch, dass ich die SZ-Bibliothek, Teil 2, vielleicht zeitnah beenden könnte, war natürlich völlig utopisch und so habe ich mit Anna Seghers’ Transit das erste Mal nach mehr als 18 Monaten wieder eines der Bücher aus selbiger gelesen. Transit war ein Zweitbuch, da Against the Day schon recht schwere Kost ist und ich das, Taschenbuch das es ist, auch nicht unbedingt mit nach Dublin schleppen wollte.

In Transit beschreibt Anna Seghers die Geschichte eines jungen, namenlosen Deutschen. Der Ich-Erzähler flieht aus einem französischen Arbeitslager, in dem er als Prestataire verdingt war (für Prestataire finde ich nur die Übersetzung “Leistungserbringer”, allerdings ohne Bezug auf Arbeitslager oder ähnliches), als die Nazis in Frankreich einfallen. Er kommt nach Paris, das schon von den Deutschen besetzt ist und kommt bei Freunden unter. Zufällig trifft er einen alten Bekannten, der ihm den Auftrag erteilt, einen Brief abzuliefern. Es stellt sich heraus dass Weidel, der Empfänger, ein Schriftsteller, Selbstmord beging, und so zieht der Erzähler mit dessen letzter Habe, einem kleinen Koffer, ab. In dem befindet sich Korrespondenz mit Weidels Frau und eine Geschichte, die er Erzähler aus “tödlicher Langeweile” verschlingt.

Der Erzähler kommt schließlich selbst nach Marseille, wo er den Koffer der Frau des Toten übergeben will – das war zumindest seine ursächliche Motivation, denn wegen dieser ging er auch eine Woche lang jeden Tag auf das mexikanische Konsulat, denn im Koffer befand sich ein Visum für Mexiko, allerdings lehnte der Konsul es ab, den Koffer nach Marseille zu transportieren. In Marseille ist alles in Aufruhr, denn es geht nur um Visen, Passierscheine, Schiffspassagen und Sauf-Conduits. Der Erzähler macht bei diesem Spiel zwar initial nicht mit, ihm fliegen die passenden Dokumente aber nur so zu. Nachdem er sich in Weidels Frau verliebt hat, beschließt er, doch zu gehen, entscheidet sich aber im letzten Moment dagegen. Auf der Pfirischfarm, auf der er später unterkommt, erfährt er dann, dass das Schiff, auf dem die Frau und ihr Freund abgefahren sind, untergegangen sind.

Transit hat vor allem drei wichtige Punkte, die es auszeichnen (siehe auch das Nachwort): die verkehrte Welt des Erzählers, dem alles zufliegt, was andere erstreben, er aber gar nicht möchte, historisch-mythische Stoffe – oft ist die Rede von der Jahrtausende alten Lage von Marseille am Meer und den vielen Generationen die dort schon abfuhren – und reale Begebenheiten, eben die ganze Absurdität der Situation in Marseille mit allen nötigen Scheinen und Erlaubnissen, bei denen immer das erste abgelaufen war wenn das letzte beschafft war. Transit hat mir besser gefallen als Das siebte Kreuz, vielleicht deshalb weil die Anzahl der handelnden Personen deutlich kleiner ist und diese so besser ausgearbeitet wirken – wobei das eigentlich auch nur auf den Erzähler zutrifft, die restlichen Personen bleiben eher undurchsichtig.

Projekt 52.2011.14: Richard Dawkins – Gipfel des Unwahrscheinlichen. Wunder der Evolution

Mai 21st, 2011

Schon eine ganze Weile her, dass ich Richard Dawkins gelesen habe, zuletzt Der blinde Uhrmacher. In Gipfel des Unwahrscheinlichen beschreibt Dawkins die Evolution als ein Gebirge – eine passende Metapher, denn die spontane Entwicklung von komplexen Bauteilen, wie zum Beispiel einem Auge, gleicht einem Sprung vom Fuß des Gebirges auf einen Gipfel. Wie beim Bergsteigen auch wird das Gebirge allerdings nicht sprung- sondern schrittweise erklommen und das zeigt Dawkins an einer Reihe von Beispielen, allen voran am Fliegen und an der Entwicklung des Auges.

Ich bin ja durchaus Darwinist und lese immer gerne Dawkins, man lernt doch auch immer wieder interessante Fakten, so zum Beispiel über Mauersegler, die in der Luft schlafen und sich auch in der Luft paaren oder auch über Feigen, die ein unglaublich komplexes Befruchtungsschema besitzen. Wie immer ein durchaus lesenswertes Buch, dem man sein Alter – Originalausgabe immerhin schon 1996 – nicht anmerkt.

Projekt 52.2011.13: Terry Jones – Douglas Adam’s Starship Titanic: A Novel

Mai 21st, 2011

Von Douglas Adams habe ich ja mittlerweile fast alles durch, ich glaube es fehlt nur irgendein Dirk Gently, obwohl ich den auch schon gelesen haben kann. Definitiv noch nicht gelesen hatte ich jedenfalls “Starship Titanic”. Das hat allerdings eigentlich nicht Douglas Adams geschrieben sondern Terry Jones, bekannt als Mitglied von Monty Python. Das Buch basiert allerdings auf dem gleichnamigen Computerspiel, das von Douglas Adams entworfen wurde.

Leovinus, der größte Denker des Universums, hat das Starship Titanic entworfen, das größte und luxuriöseste Raum-Kreuzfahrtschiff aller Zeiten. Auf Grund eines Versicherungsbetrugs wurde bei dessen Herstellung – verborgen vor Leovinus – allerdings gepfuscht und geschlampt und bei der Jungfernfahrt verschwindet das Schiff auf Grund von “”Spontaneous Total Existence Failure”. Es wird dabei allerdings nicht zerstört sondern landet auf der Erde, nimmt drei Passagiere auf und begibt sich wieder auf die Reise. Die drei unfreiwilligen Passagiere haben alle Hände voll zu tun, zu verhindern dass das Schiff von der eingebauten Bombe zerstört wird, sie nicht von den übellaunigen Bauherren ermordet werden und sie auch wieder auf die Erde zurück kommen. Zwar nicht von Douglas Adams geschrieben aber durchaus in der gleichen humorigen Art, sehr komisch.