Projekt 52.2010.46: Roger Leloup – Yoko Tsuno Band 4 – Unter Hochspannung

Dezember 25th, 2010

Ungewöhnlich geht ins Unter Hochspannung zu: anstatt einer langen Geschichte gibt es fünf Kurzgeschichten mit unserer liebsten japanischen Elektroingenieurin. Kommt mir so vor, als wäre in den Kurzgeschichten mehr Humor drin als in den bisherigen Bänden, Yoko hat jedenfalls immer einen flotten Spruch auf den Lippen, ob es darum geht einen Bankraub aufzuklären, einer Familie Weihnachten zu retten, ein Monster mit übernatürlichen Kräften zu stellen, eine Tagung der beiden deutschen Teilstaaten zu schützen oder eine ferngesteuerten Roboter unschädlich zu machen.

Platzoktett

Dezember 24th, 2010

Seit dem 12.12. gilt der neue Fahrplan “Netz 2011” vom VVS und die Schreiberstraße gibt’s nicht mehr, die Haltestelle heißt jetzt passender Erwin-Schoettle-Platz, wie der gleichnamige Platz, benannt nach dem SPD-Politiker und Widerstandskämpfer Erwin Schoettle. Auf der U14 ergibt sich dadurch die lustige Möglichkeit, gleich 8 Plätze hintereinander abzufahren: Berliner Platz (Liederhalle), Berliner Platz (Hohe Straße), Rotebühlplatz, Österreichischer Platz, Marienplatz, Erwin-Schoettle-Platz, Bihlplatz und Südheimer Platz. Auf der U1 gibt’s logischerweise nur 5 – Österreichischer Platz bis Südheimer Platz, aber auch das kommt im Netz sonst nicht noch mal vor.

VfB Stuttgart – FC Bayern München 3:6 (2:2)

Dezember 23rd, 2010

Junge Junge, schon das 3:5 am Sonntag war spannender als mir lieb war, aber das Spiel heute hat dem ganzen noch die Krone aufgesetzt: nach 8 Minuten 0:2 vorne, da hätte man schon denken können, das Spiel wäre gelaufen gewesen. Aber nee, zwei Aussetzer in der Abwehr und schon steht es 2:2 zur Pause. Da schwante mir ehrlich gesagt nichts gutes, vor allem nachdem Gomez schon nach einer halben Stunde raus musste. Dank ähnlich starker Defensivleistung konnte dann ausgerechnet Klose, dem ich nach seiner langen Verletzungspause wenig zutraute, zum 3:2 einschieben. Auch das sollte allerdings nicht reichen, obwohl der VfB bei slapstickhafter Bayern-Verteidigung erst nur die Latte traf: Butt verschuldete relativ dämlich einen Elfmeter den er dann zwar auch hielt, aber drei Minuten später durfte Gentner nach einer Ecke – hohe Bälle sind momentan eine kolossale Schwäche der Bayern – zum 3:3 einköpfen. Zehn Minuten zu vor hatte Boulahrouz Gelb-Rot gesehen, aber gegen 10 Mann taten sich die Bayern unglaublich schwer, überhaupt mal nach vorne zu kommen. Irgendwie ging’s dann aber doch und Müller konnte das 3:4 erzielen – alles andere als beruhigend, nur ein Tor Vorsprung, aber immerhin. Als Klose dann das 3:5 machte und Delpierre auch noch mit Gelb-Rot vom Platz musste war ich dann doch ziemlich sicher, dass das Ding nicht mehr in die Hose gehen würde – treffend skandierten wir also, nach dem “Am Mittwoch gibt’s die nächsten fünf” für den VfB “Und das waren die nächsten 5″, ehe Ribéry mit einem Kopfball den 3:6-Endstand besorgte.

Zumindest mit der Mannschaft waren die VfB-Fans wohl trotzdem zufrieden – verständlich eigentlich. Krasse Sache, zwei unglaubliche Spiele innerhalb von vier Tagen mit insgesamt 17 Toren! Ich hab ja schon viel erlebt, aber das Spiel heute ist ganz oben dabei auf der Liste der absurden (Live-)Spiele, neben dem 3:3 in Getafe. Und der VfB schießt jeweils 3 Tore gegen die Bayern und kriegt trotzdem auf den Sack. Von der Einstellung her würde ich aber sagen der VfB steigt nicht ab, aber ist natürlich fraglich wie man gleich das zweite solche Spiel verkraftet. Jetzt heißt’s jedenfalls erst mal Winterpause, nach 68 Spielen in 2010 – neuer Rekord, bisher waren’s 63 und dabei gab es dieses Jahr noch drei Spielausfälle bei den Kickers. Selbige ist allerdings nur kurz, denn am 3. Januar 2011 geht’s gleich wieder ab nach England mit Captain Wacky.

Projekt 52.2010.45: Mark Dunn – Nollops Vermächtnis

Dezember 22nd, 2010

Nollops Vermächtnis ist der erste Roman von Mark Dunn, der bis ein reiner Theaterautor war und das neben seinem schriftstellerischen Tätigkeit immer noch ist, auch wenn er mittlerweile vier Romane veröffentlicht hat. Nollops Vermächtnis ist “ein langsam überschnappendes Lipogramm in Form eines Briefromans”.

Nollops Vermächtnis spielt auf der fiktiven Insel Nollop, die 21 Meilen südöstlich von Charleston, South Carolina, gelegen ist. Diese trägt den Namen ihres berühmtesten Sohnes, Nevin Nollop, der Schöfper eines Pangramms war: “Keiner schoss fixer als Jung Sibylle das Kaul von Quappe mit der Zwille”. Nollop und sein Pangramm gelten den Inselbewohnern als heilig, was wenig Konsequenzen hat, bis von dem Pangramm, das unter Nollops Statue angebracht ist, das “z” herabfällt. Der Hohe Rat der Insel sieht das als ein Zeichen Nollops aus dem Jenseits und verbietet den Gebrauch des Buchstabens. Nach drei Verwarnungen muss man die Insel verlassen, ansonsten droht die Todesstrafe. Nach und nach fallen immer mehr Kacheln und das Vokabular der Insulaner wird immer eingeschränkter, und in zunehmendem Maße steigt auch der Terror des Hohen Rates. Im Untergrund formiert sich Widerstand, unterstützt von einem jungen Mann vom Festland, der Beweise mit bringt, dass mangelhafter Klebstoff für die Ablösung der Kacheln verantwortlich ist. Den Inselrat überzeugt das nicht – Nollops Wille könnte sich ja durchaus auch so manifestieren -, aber er willigt ein, die Verbote aufzuheben, sollte jemand ein Pangramm mit 39 Buchstaben finden – ein Ding der Unmöglichkeit, wie der Inselrat glaubt. Doch Ella Minnow Pea gibt nicht auf und findet schließlich aus Zufall das rettende Pangramm: “Magdas Whiskypunsch befreit von Satzjuxqual”. Nebenbei findet sie heraus, dass Nollop wohl eher kein Genie war, sondern sein Pangramm nur aus Zufall gefunden hatte.

Nollops Vermächtnis ist sprachlich furchtbar interessant: der Verlust der ersten Buchstaben lässt sich noch gut kompensieren, aber nach und nach wird jedoch offensichtlich, wie schwierig die eingeschränkte Kommunikation ist. Neben der vordergründigen Thematisierung der Sprache und der Laute bringt Dunn auch die Themen der Unterordnung unter eine Autorität, so absurd sie auch sein mag, und das Rechte auf freie Meinungsäußerung ins Spiel, denn es ist ja – zumindest auf Nollop – verboten, die gefallenen Buchstaben auszusprechen. Einige der Nollopianer sind auch klassische Mitläufer, während andere sich in einer Untergrundbewegung zusammen tun. Die Präsentation des ganzen Buches als zusammengesetzt aus mehreren Briefen ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig, aber man kommt schnell in den Fluss. Im englischen Original sind die beiden Pangramme übrigens “The quick brown fox jumps over the lazy dog” (Nollop) und “Pack my box with five dozen liquor jugs”.

VfB Stuttgart – FC Bayern München 3:5 (0:3)

Dezember 21st, 2010

Dank Claus kam ich doch nach an eine Karte für das Gastspiel der Bayern beim VfB, denn das Online-Ticketing – also die Anfragen – bei Bayern wurde am Saisonanfang so schnell geschlossen, dass ich mich nicht mal mehr bewerben konnte. Vom Kletterkurs auf der Waldau ging’s also zum Neckarstadion und in den unseligen Block 62a – gelinde gesagt eine Unverschämtheit, was man für 23€ – plus Gebühren – in einem Stehplatzblock (!) geboten kommt: Stadionneubau und dann nicht mal freie Sicht auf’s Spielfeld, der Zaun ist dann zum Hohn sowieso für die Füße. Dass die Bayern-Fans dann lieber die ganze Zeit Fahnen schwenkten, dafür kann zwar der VfB nix, trug aber auch nicht zu meiner Erbauung bei. Stimmung ist ja schön und gut, aber singen kann man auch ohne Fahnen und vielleicht würde der eine oder andere auch gerne mehr als 20% vom Spielfeld sehen. Zum Glück fielen alle drei Tore in der ersten Halbzeit auf der Seite vor dem Block, so dass man immerhin diese mehr oder weniger gut sehen konnte, je nachdem wie gerade die Fahnen standen; auf der anderen Seite war gar nichts zu sehen.


Block 62a

Mit ungläubigem Kopfschütteln über den Halbzeitstand verzogen wir uns dann nach weiter oben, wo lustigerdings noch ein Sitzplatzblock ist – bestimmt auch eine tolle Sicht, direkt von hinter den Stehplätzen. Der Abgang war weder unten noch oben geräumt, was zwar das hoch kommen erschwerte, aber immerhin konnten wir so einfach auf selbigem stehen bleiben. Und wie befürchtet und schon oft in dieser Saison passiert gelang dem VfB gleich der Anschlusstreffer. Triple-Gomez machte mit seinen Treffern zwei und drei dann vermeintlich alles klar, aber die Bayern ließen den VfB dann doch noch mal kommen. Anscheinend hat das Tradition dass ich das kritischer sehe als die Medien, denn sowohl im Kicker als im Fernsehen wurden die Gegentore 2 und 3 nur der Schludrigkeit der Bayern auf Grund der hohen Führung zugeschrieben. Das Spiel am Mittwoch ist jedenfalls noch lange nicht gewonnen, aber die wichtigen drei Punkte sind auf jeden Fall eingefahren. Auch wenn ich dem VfB an sich nicht schlechtes Wünsche: Mittwoch soll zumindest die Tendenz die gleiche sein. ;)


Bayern-Fans und ihre Meinung zu Neuer