Unvereinbar
Irgendwie ist Halbmarathon laufen mit einem auch nur wenig ausschweifenden Lebensstil nicht so ganz vereinbar – und wir reden hier nicht von Koksen und Nutten oder sowas. Einerseits darf man da ja keinen Schoppen machen und große Fressereien sind auch nicht erlaubt – passt also nicht so ganz zu meinem Verhalten.
Hinzu kommt, dass ich dank meiner Bänderzerrung auch nicht den erhofften Trainingsplan einhalten könnte, sonst sähe es vielleicht anders aus. Trotzdem habe ich heute mal den Ernstfall geprobt – ich laufe doch gerne zumindest ein Mal die volle Distanz vor dem Lauf. Im Gegensatz zum letztem Mal – immerhin schon drei Jahre her – bin ich dieses Mal nicht auf dem platten Land gelaufen sondern vom Charlottenplatz aus durch den Schlossgarten zum Neckar und dann bis zur Schleuse Münster und zurück.
Der Beginn war eigentlich ganz angenehm, davon abgesehen dass es, obwohl ich erst um 18:40 los gelaufen bin, knallheiß war. Keine Ahnung wann ich das letzte Mal bei solchen Temperaturen gelaufen bin und das letzte Mal dass ich so lange gelaufen bin war glaube ich echt der Zeitung-Lauf 2007. Als ich mal Neckar war ging dann mein Puls unerklärlicherweise auf 170 – vorher war’s mit konstanten 160 schon okay – und ich hatte echt Mühe den auch nur minimal runter zu bringen. Immerhin hatte ich es in 1:15 bis zur Schleuse geschafft, das war aber natürlich erst der halbe Weg. Schnell einen Schokoriegel rein gestopft und weiter gelaufen und schon auf den Trinkbrunnen am Charlottenplatz gefreut – ein halber Liter Wasser ist halt echt nicht viel – und dann ließ sich der Rückweg eigentlich gut an. Irgendwie wurde es dann aber merklich zäher, der Puls blieb nach kurzer Tiefphase wieder hoch. An einer Quelle am Neckar konnte ich immerhin nochmal mein Wasser auffüllen, aber mein eigentlicher Plan, den “Walk in the Park” durch den Schlossgarten auch zu so einem zu machen war dann doch nichts – außer im übertragenen Sinn. Vor allem an den Grillplätzen vorbei laufen war Höchststrafe, aber immerhin hab ich am Ende noch einen Zielspurt hingelegt – finale Zeit dann 2:32:59 für 22,9km, als eine Kilometerzeit von knapp 6:42 – nix berauschendes, aber für einen kaum-Athleten und nicht so ganz schlanken Menschen schon okay, mit der Zeit bin ich zufrieden.
Auch witzig, wenn man dann ankommt und die Beine sich so anfühlen, als wollten sie weiter laufen.
Immerhin war der gute Trinkbrunnen an, dem ich mich erst mal versorgte. Am Charlottenplatz war natürlich die U1 gerade weg, so dass ich mit der U4 zum Rathaus fuhr und zum Österreichischen Platz lief – kein Zeitgewinn, da dort gerade die U14 weg war, aber immerhin musste ich nicht mehr so lange warten. Unfein erwartete mich daheim dann noch Arbeit, die ich dann nach Duschen und Essen gegen kurz nach 0:00 auch fertig hatte. Jetzt erst mal in die Kiste und morgen geht’s mit Betzerich ab auf die Pojaukenhochzeit nach Rumänien.
Mal sehen wie sich die Hochzeit auf die Konstitution auswirkt…
P.S.: Vor drei Jahren war mein Trainingspensum deutlich höher und man muss sagen das merkt man doch… bin mal gespannt was am Sonntag abgehen wird.
16. Juni 2010 um 20:36
[...] mein heutiger letzter langer Lauf vor dem Stuttgarter Zeitung-Lauf war doch deutlich besser als der Trainingslauf über die volle Distanz. Der Beginn der Strecke war der gleiche, nach dem Schlossgarten ging’s allerdings über [...]