Projekt 52.2010.03: Boris Vian – Die Ameisen

Januar 31st, 2010

Die Ameisen habe ich in der mäßig ausgestatten Schiffsbücherei beim Tauchurlaub letztes Jahr im Oktober zufällig entdeckt: am letzten Tag war schon alles gepackt und ich suchte noch ein Buch um kurz rein zu schauen, da fiel mir eben Die Ameisen in die Hände und ich hatte immerhin genug Zeit, die erste Geschichte zu lesen, welche ich äußert humoristisch fand – vom Thema zwar dramatisch (D-Day), aber äußert abgefahren geschrieben:

Heute morgen sind wir angekommen, und man empfing uns nicht gut, denn es war niemand am Strand außer einem Haufen Toter und Stücke von Toten, Tank und demolierten Ameisen. Aus allen Ecken Kugeln, und ich mag das nicht, diese Unordnung zum Spaß. Wir sind ins Wasser gehüpft, aber es war tiefer, als es aussah, und ich bin auf einer Konservenbüchse ausgerutscht. Dem Vogel, der genau hinter mir war, hat eine Kugel dreiviertel seines Gesichts weggerissen, und ich habe die Konservenbüchse zur Erinnerung behalten. Die Stücke von seinem Gesicht habe ich in meinen Helm getan, ihm gegeben, und er ist weggegangen, um sich behandeln zu lassen, aber offenbar den falschen Weg, denn er ist ins Wasser gegangen, bis er nicht mehr stehen konnte, und ich glaube nicht, daß er unter Wasser genug sah, um sich nicht zu verlaufen.
(Boris Vian, Die Ameisen, S. 1)

So abgedreht geht die erste Geschichte weiter und es folgen weitere abstruse Erzählungen über einen Musiker mit seltsamer Krankheit, der seinen Schweiß verkauft, schweigsame Mitreisende im Zug, Klempner, schwarze Katzen und vieles Meer. Amüsante Wortwahl und verrückte Geschichten, Die Ameisen von Multitalent Boris Vian – er war unter anderem Schriftsteller, Jazztrompeter, Chansonnier, Schauspieler und Übersetzer – sind auf jeden Fall lesenswert.

Wort der Woche, Kalenderwoche 04/2010: Nagelprobe

Januar 31st, 2010

“Dortmunds Nagelprobe beim VfB” titelte der Kicker über das heutige Spiel Stuttgart – Dortmund. Was damit gemeint war, war mir noch klar, weniger aber, wo der Ausdruck überhaupt herkommt. Also flugs bei Wikipedia nachgeschaut:

Eine Nagelprobe ist allgemein eine Prüfung mit dem Fingernagel und in der ältesten bekannten Bedeutung speziell ein Ritual zur Prüfung eines leergetrunkenen Trinkgefäßes, indem man dieses mit der einen Hand so umdreht, dass eventuell verbliebener Inhalt auf den Daumennagel der anderen Hand rinnt: ist mehr enthalten, als auf dem Nagel Platz findet, so gilt das Gefäß als nicht hinreichend leergetrunken und die Probe als nicht bestanden.
(Quelle: Wikipedia.de)

Das hatte ich wirklich noch nie gehört, aber gut, ein Tag ohne Lernen ist ja sowieso ein verlorener Tag, also gut dass ich nachgeschaut habe. Mal sehen, ob wir das beim kommenden Ski-Wochenende in Davos anwenden können. ;)

VfB Stuttgart – Borussia Dortmund 4:1 (1:0)

Januar 31st, 2010

Nach einem feinen Brunch im Calwer Eck ging’s heute mit Jan under lieblichen Nina zu VfB gegen Dortmund – ich fürchte mal das vorletzte Live-Spiel (zumindest mit Dortmund-Beteiligung), dass ich mit Nina gesehen habe, warten wir aber mal das Bayern-Spiel in zwei Wochen ab. ;)


Babyweizen, immer wieder ein Spaß

Das Spiel ging flott los, Sportsfreund Lehmann leistet sich einige nette Schwächen, die leider für Dortmund nichts zählbares einbrachten und die er in der Folge auch abstellte. Der VfB ging durch ein leicht vermeidbares Eigentor von Santana in Führung. Stuttgart war dann weiterhin vor allem über die linke Außenseite gefährlich, Dortmund verschluderte im Spielaufbau oft den Ball und kam nur zu einem gefährlichen Kopfball, hatte aber die ungeliebte optische Überlegenheit.

Nach der Halbzeitpause gab’s gleich einen Elfmeter für den VfB, den Marica allerdings nur an die Unterkante der Latte zimmerte, von wo der Ball aus dem Tor sprang. Der BVB kam nach einem langem Ball auf Großkreutz, der zwar nicht wusste, wie er Lehmann ausspielen sollte, aber auf Barrios ablegte, zum verdienten Ausgleich und drückte von da an auf das 1:2, allerdings ohne Erfolg. Als Pogrebnyak in der 77. Minute nur durch ein Foul kurz vor dem 16er gebremst werden konnte war das zwar die bessere Wahl, als das 2:1 zuzulassen, das fiel dann allerdings durch den folgenden Freistoß. Dortmund war weiterhin bemüht und hätte auch noch ein Tor machen können, aber der VfB erhöhte kurz vor Schluss durch Marica auf 3:1, ehe Träsch sogar noch ein viertes Tor drauf setzte. Ob 4:1 oder 2:1 ist dann eigentlich auch egal, hätte jedenfalls auch anders ausgehen können. Pogrebnyak war einer der stärksten Stuttgarter, sehr ballsicher und kaum von selbigem zu trennen.

Wie immer nervig und nicht nur mir aufgefallen: die permanenten animierten Werbeeinblendungen auf der Anzeigetafel. Keine Wiederholungen, da müsste man dann ja auch weniger Werbung bringen. Stadionsprecher ist, wenn ich das richtig recherchiert habe, Christian Pitschmann, der auch eher nicht geht. Lustig, wie er die Dortmunder in Waldorfschul-Manier aufforderte, die “Pyros oder was das ist” zu löschen, bei der Spielstandsansage immer “Dortmund” ganz tief sprach und beim BVB-Doppelwechsel leicht irritiert “das stand aber so auf meinem Zettel” sagte, weil er wohl den Doppelwechsel nicht richtig begriffen hatte. Naja, für mich war’s als quasi neutraler ja eh egal, was auf dem Feld passierte, da war auch mein Nebensitzer, der nur “schicken!”, “ahwa” und “ja” sagte, ein kleiner Spaßfaktor. Seine Karte war übrigens in 54b, nicht 54a, aber gut, dass er trotzdem neben mir saß.

Wort der Woche, Kalenderwoche 03/2010: Godemiché

Januar 24th, 2010

Godemiché ist die lateinische Bezeichnung für einen künstlichen Penis, wohl von “gaude mihi”: “mach mir Freude”.

Gefunden in Anais Nins “Das Delta der Venus”; Quellen Wikipedia.de und Sabsin.com.

Vielseitigkeit

Januar 24th, 2010

Nach längere Abwesenheit ging’s heute mal wieder in die Rhön, diesmal zum zweiten Mal an den Kreuzberg. Da ich ein großer Freund der Vielseitigkeit bin, nutzte ich die Gelegenheit – Florian und Sandra wollten mal Snowboarden probieren und mussten sich sowie Ausrüstung leihen – mir Ski zu leihen, das erste Mal seit acht Jahren oder so dass ich wieder auf Ski stand. Ja, die Softboots sind ungefähr tausend Mal bequemer… aber die Schuhe waren immerhin passend, so dass es nur ein bisschen weh getan hat. Daniel übernahm erstmal das Coaching der beiden Snowboard-Anwärter, so dass ich mich gleich auf den Weg nach oben machte. Hmm, Schlepplift mit den Ski ist doch nicht so bequem, dachte ich mir. Ziehen immer so blöd in die Mitte. Nein, lag natürlich nicht daran, dass ich sie falsch anhatte – kann auch keiner ahnen (der nicht auf die Ski schaut) dass die asymmetrisch sind.


Ja, nee, is klar

Die erste Abfahrt war mäßig, aber ich hatte mir wohl zu viel erhofft. ;) Dank dem glorreichen Typ von Nina “Picabo Street”: “Beine zusammen halten” – der Witz daran ist mir erst später aufgefallen ;) – ging’s danach aber besser, auch wenn’s natürlich nicht geil war, aber für den ersten Tag seit Ewigkeiten okay – vor allem, als die Ski dann richtig rum waren. Nach der Mittagspause ist Daniel dann mit mir gefahren und ich konnte ihn vom Lifteln mit einem Skifahrer überzeugen – mal sehen, ob ich nochmal mit Nina lifteln darf oder ob Daniel den Platz an Ninas Seite jetzt für sich reklamiert.


Ich mach aber auch mit Ski eine gute Figur! Wird sich im nächsten Absatz noch verdeutlichen. ;)

Highlight war dann die letzte Abfahrt, bei der Daniel mich verließ als mich ein Typ anquatschte. So verpasste er die Anmache, die ich erhielt, aber dankend ablehnte – trug jedenfalls zur Allgemeinen Erheiterung bei (fällt das jetzt in die Kategorie “öfter mal was neues” oder “mehr Quatsch im neuen Jahr”?). Danach waren Florian, Sandra und ich noch kurz im Kloster Kreuzberg, minim Sightseeing machen und dann die Klosterschänke besuchen – sehr nett. Auf der A7 kamen wir dann noch in ein Schneegestöber, dass für mich bis ungefähr Heilbronn anhielt. Ging dann aber auch, war halt etwas schleppend. Wenn die ganzen Esslinger und Waiblinger nicht unterwegs gewesen wären… war jedenfalls ein voller Erfolg, vielleicht gibt’s am kommenden Wochenende schon wieder Ski, mal sehen. Florian und Sandra sind hoffentlich auch angefixt, laut Coach Daniel waren sie jedenfalls durchaus erfolgreich.

P.S.: Ich hab ganz verschwiegen dass Chaot Florian natürlich seine Jacke vergessen hatte und wir nochmal zurück fahren mussten – wir waren aber auch erst in Kleinostheim. ;)
P.P.S.: Alle Bilder, wie immer, in der Galerie.