Manchmal zweifle ich an mir selbst

September 28th, 2009

Morgen geht’s für eine Woche Tauchen nach Ägypten. Was braucht man dazu? Tauchschein und Reisepass. Was hatte er K. vergessen, als er am Samstag nach Aschaffenburg fuhr? Tauchschein und Reisepass. Okay, am Ende war es doch nur der Reisepass, wie ich am Sonntag Abend in Stuttgart feststellte, denn der Tauchschein war doch in AB. 4h fahren dank Vergesslichkeit – immerhin gab’s 4 Folgen “Die drei Fragezeichen“, hätte schlimmer kommen können.

Hat sich echt gelohnt

September 25th, 2009

Nicht viel mehr als zwei Monate hatte ich mein Moped jetzt hier und was kam dabei raus: ein Mal gefahren, mehrere vergebliche Startversuche, umgeschmissen wurde es, mittlerweile tat es dann quasi gar nicht mehr. Am Sonntag wollte ich fahren, mittlerweile klemmte der Gaszug und die Kupplung kam sehr spät und spontan, aber das wäre noch gegangen. Dann ist sie mir auf dem Weg vom Elsental in den Dachswald abgesoffen, so dass ich es vorzog umzudrehen. Dank zwei Mal anrollen lassen ging das dann auch. Heute war wieder gar nix, so dass dankenswerterweise mein Vater zum abholfen mit dem “Motorradtransporter” vorbei kam. Morgen kann ich sie also nach AB bringen, wir haben nämlich noch Autos getauscht. Zum Dank hat sie mir beim einladen noch den Daumen gequetscht – hat sich also echt gelohnt…

Gequetschter Daumen nach Motorradverladung

Vielleicht setz ich mich jetzt einfach* ein bisschen auf die Staffel und lache über die Leute, die auf der Böheimstraße im Stau stehen – der Heslacher Tunnel ist wegen eines Unfalls gesperrt. Hätte ich wenigstens noch was, worüber ich mich amüsieren kann.

*Schließt ein Hefeweizen mit ein.

Projekt 52.2009.33: Mark Z. Danielewski – House of Leaves

September 25th, 2009

House of Leaves ist eines der besten Bücher, dass ich in der letzten Zeit gelesen habe. Das erste Mal habe ich es bei Philipp – der mir auch Thomas Pynchon vorstellte – gesehen und mich über die wechselnde Typographie und die Farben im Buch gewundert. Als ich es dann mehr oder weniger zufällig in der Bücherei fand habe ich es mir dann ausgeliehen.

House of Leaves ist das Erstlingswerk von Mark Danielewski und vordergründig ein Horrorroman, in Wirklichkeit aber ein postmoderner Roman – womit wir auch wieder bei Thomas Pynchon wären, der auch zu den Vertretern der literarischen Postmoderne zählt.

House of Leaves besitzt mehrere Erzählebenen, von denen die erste die um die Kernerzählung des Romans, den “Navidson Record” ist. Will Navidson, Fotograf und Pulitzer-Preis-Träger, zieht mit seiner Familie in ein stilles Haus im Grünen. Den Einzug und das Leben dort dokumentiert er mit Kameras. Als die Familie eines Tages nach Hause kommt, findet sie einen Korridor, der vorher nicht da war. Vermessungen ergeben, dass das Haus innen größer ist als außen. Zusätzlich öffnet sich dann eine Tür in einer Außenwand, die aber nicht nach draußen, sondern in ein lichtloses, kaltes Labyrinth führt, dass unermesslich groß ist und sich ständig neu anordnet. Die Erkundung des Labyrinths ist der zentrale Punkt dieser Geschichte, die anhand eines Dokumentarfilms über das Haus, den “Navidson Record”, analysiert wird.

Auf der zweiten Ebene analysiert Zampanò, ein alter, blinder Mann, den “Navidson Record” und schreibt darüber eine Abhandlung. Die Abhandlung ist in fragmentarischer Form in einer Truhe hinterlassen, die in Zampanòs Wohnung gefunden wurde, nachdem dieser auf mysteriöse Weise verschwunden ist. Zampanòs Abhandlung ist sehr wissenschaftlich abgehalten und behandelt den Gegenstand Labyrinth, Architektur, Geologie, Fotografie und vieles mehr – so gibt es zum Beispiel ein eigenes Kapitel über den Gegenstand des Echos an sich und im Haus.

Die erste Ebene, die Handlung um Navidson, ergibt sich aus dem Text, den Zampanò verfasst hat. Die dritte Ebene, die von Johnny Truant, der die Kiste mit der Hinterlassenschaft von Zampanò untersucht, wird durch Fußnoten an Zampanòs Text dargestellt. Diese sind teilweise mehrere Seiten lang und erzählen Johnnys Geschichte. Johnny arbeitet bei einem Tätowierer und verbringt seine Zeit im wesentlichen mit Sex und Drogen. Er taucht immer tiefer in Zampanòs Welt ein und wird, vermutlich wie Zampanò selbst, zunehmend einsamer, zurückgezogener, aber auch gewalttätiger. Er hat Visionen über seltsame Dinge, Dinge, die vielleicht Zampanò gejagt haben und jetzt auch hinter ihm her sind. Er macht sich auf die Suche nach dem Haus und nach seiner eigenen Vergangenheit.

Zusätzlich zu Johnnys Fußnoten gibt es noch Anmerkungen des Herausgebers, die ebenfalls als Fußnoten auftreten. Weiterhin gibt es mehrere Anhänge mit Fotos, Bildern, Zeichnungen, Texten, den sogenannten Pelikan-Gedichten und vielem mehr. Es gibt einen Nachruf auf Johnny verstorbenen Vater und viele Briefe von Johnnys Mutter Pelafina, die sie ihm aus einem Irrenhaus geschrieben hat. Aus ihnen geht auch hervor, dass sie Johnny als Kind umbringen wollte und von ihrem Mann – Johnnys Vater – kurz davor aufgehalten wurde.

Die verschiedenen Erzähler sind durch verschiedene Typographien dargestellt, das Wort “Haus” taucht immer in blau auf. Weiterhin ist der Text teilweise spielerisch auf der Seite angeordnet, so gibt es zum Beispiel eine Passage, in der Navidson das Haus erkundet und der Text die Form der Räume, die Navidson untersucht, darstellt.

House of Leaves ist sicherlich nicht einfach zu lesen sondern gehört offensichtlich zur ergodischen Literatur. Aber allein die Kerngeschichte ohne die Fußnoten ist so gut erzählt, dass ich das Buch am liebstem am Stück durchgelesen hätte. Nach der kompletten Lektüre bleiben natürlich viele Fragen offen und ich frage mich, was ich alles überlesen und nicht verstanden habe. Unbedingt lesenswert!

FC Augsburg – SC Freiburg 1:0 (0:0)

September 24th, 2009

Nach dem Pokalspiel der Bayern gegen RWO konnte ich ja dankenswerterweise bei René und Patti nächtigen. Dadurch ergab sich die feine Möglichkeit, am nächsten Tag auf dem Rückweg nach Stuttgart noch das neue Augsburger Stadion, die Impuls-Arena mit zu nehmen, denn dort ging’s für den FCA um 19:00 gegen den SC Freiburg.

Nachdem ich den Vormittag in der KZ-Gedenkstätte Dachau verbracht hatte und mir in Dachau noch zu Mittag aß und kurz einkaufte, war ich gegen 16:45 in Augsburg und kaum unglaublich übermüdet; die Nacht war doch kurz und 4 Stunden Fußmarsch in der Gedenkstätte taten ihr übriges. Ich fand aber auf Anhieb einen sehr feinen Parkplatz im Industriegebiet in der Nähe des Stadions. Eigentlich durfte man dort nicht parken, aber da die Straße schon relativ stark beparkt war, stellte ich mich dazu und döste erstmal eine Stunde vor mich hin. Ausgeruht ging’s dann gegen kurz vor sechs zum Stadion, da war dann schon klar, dass zumindest so weit hinten wie ich stehe wohl eher nicht abgeschleppt werden würde, selbst wenn. Am Ende war’s komplett egal, die Straße war sowieso eine Sackgasse und die einzige Einfahrt wurde im Laufe des Abends noch deutlich mehr zugeparkt.

Das Stadion, von außen recht unspektakulär, ist ein absoluter Neubau und wurde erst am 26. Juli 2009 eröffnet. Vom Typ er erinnert es mich von außen ein bisschen an andere Neubauten wie die Rhein-Neckar-Arena und die Volkswagen-Arena – auf der grünen Wiese, Kapazität um die 30.000 Zuschauer, ähnliche Bauform. Innen wirkt das Stadion aber recht schmuck, auch wenn 12.000 Zuschauer es nicht mal zur Hälfte auffüllten. Ich hatte eine Karte im Stehplatzbereich und bekam dadurch die sehr gute Stimmung mit – auch auf dem Weg zum Parkplatz nach dem Spiel war diese noch extrem laut zu hören, Hut ab. Von der Stimmung her ist das Stadion auf jeden Fall ein Fortschritt gegenüber der Rosenau, aber die hatte schon auch ihren Charme, den hat das neue Stadion leider nicht. Ist halt doch alles irgendwie uniform.

Das Spiel war recht munter und sah in Augsburg einen klar verdienten Sieger. Zu Beginn der ersten Halbzeit ging’s eher im Mittelfeld zur Sache, bis in der 10. Minute Freiburgs Innenverteidiger Bastians nach Hereingabe vom auch im weiteren Spielverlauf ganz starken Traore den Ball mit dem Knie an den Innenpfosten lenkte. Ansonsten nichts großartiges, ein Elfmeter für Augsburg wäre noch drin gewesen, war aber nicht eindeutig.

In der zweiten Halbzeit baute Augsburg mehr und mehr Druck auf und wurde in der 63. Minute dann belohnt, als Brinkmann, am 16er angespielt, zwei Freiburger aussteigen ließ und zum 1:0 ein schob. Augsburg brachte den Vorsprung gut über die Zeit, Freiburg wurde nur durch einen Freistoß und einen Eckball in der Nachspielzeit nochmal gefährlich, verlor am Ende aber verdient.

Auf Grund meines nahen Parkplatzes war ich schnell am Auto, wobei bei 12.000 Zuschauern der Andrang vom Parkplatz auch später nicht so immens gewesen sein dürfte. Trotz Baustellen ging’s dann flott nach Stuttgart, wo ich – oh Wunder – sogar einen Parkplatz fast direkt vor’m Haus bekam.

FC Bayern München – Rot-Weiß Oberhausen 5:0 (2:0)

September 23rd, 2009

Wie man auch mit einer mäßigen Leistung erfolgreich spielt zeigten die Bayern gestern in Halbzeit eins: pomadig – eines meiner Liebelings-Fußball-bezogenen Adjektive – und ideenlos gelang gegen die tief stehenden Oberhausener nicht viel. Hätte ich gewusst, dass das Spiel so behäbig beginnt, hätte ich nach meinem Erste Hilfe-Kurs nicht wie gestört fluchend über die A8 hetzen und eine halbe Stunde vor Anpfiff im Stadion sein müssen. Gut, kann man ja vorher nicht wissen und immerhin ging’s mit einem 2:0 in die Halbzeit, auch wenn die großen Chancen eigentlich fehlten. Das 1:0 war wohl ein Eigentor, das 2:0 immerhin halbwegs ordentlich herausgespielt, mehr war aber auch nicht. Die Abwehr relativ solide weil ungefordert, Ribéry oft alleine auf weiter Flur und ohne Anspielstation. Altintop auf der 6er-Position nicht erfolgreich, ebensowenig Sosa als Pendant ;) auf rechts zu Ribéry. Gomez und Klose vorne bemüht, aber ohne große Bindung ins Spiel. Gomez gab ein bisschen den Olic, Klose arbeitete wie immer auch viel nach hinten mit.

Nach der Halbzeit kamen die Bayern auch ohne Wechsel besser ins Spiel und hatten durchaus gute Chancen durch Gomez. Ein Ball geriet ihm zum Aufsetzer, das schlechte Abspiel von Altintop, der den Ball besser selbst versenkt hätte, konnt der aus kurzer Distanz heraus stürmende Pirson verhindern. Wo der Kicker Pfiffe gegen Gomez gehört haben will, ist mir allerdings nicht klar, ich hab davon in der Südkurve nichts gemerkt. Kurze Zeit später kam der gefeierte Toni, der sich in der Folge als relativ arbeitsam zeigte und immerhin das 4:0 durch Müller, der für Ribéry kam, auflegte, sonst aber glücklos blieb – aber keine schlechte Leistung für’s erste Bundesliga-Spiel nach langer Verletzung. Vorher hatte Goalgetter van Buyten das 3:0 erzielt, ebenso erzielte er den 5:0-Endstand.

Schlussendlich ein verdienter Sieg, auch in der Höhe, denn Oberhausen hielt sich doch arg vornehm zurück. Die erste Halbzeit mau, die zweite gut, Toni mit einem guten Comeback, gemüllert hat’s auch wieder – nach etwas mehr als 5 Monaten ohne Heimspiel (letztes Spiel davor war das 1:1 gegen Barcelona am 14. April 2009) eine insgesamt unterhaltsame Partie und ein ungefährdeter Einzug ins Achtelfinale. Und dank Übernachtung bei Patti und René musste ich mich nicht zurück nach Stuttgart sondern nur bis Putzbrunn und zum “Alten Wirt” begeben.

P.S.: Minusrekord (gehe ich jetzt mal von aus) mit 40.000 – da sieht man mal, was man für Zuschauerzahlen von der AA gewohnt ist. Aber Oberhausen unter der Woche zieht halt doch nicht so.