Wenn ich in dieser Kategorie auftauchen würde, wäre ich auch zufrieden
Juni 30th, 2009Gerade bei Wikipedia entdeckt: die Kategorie Ehepartner einer berühmten Person.
Gerade bei Wikipedia entdeckt: die Kategorie Ehepartner einer berühmten Person.
Der Verdacht ist eine Nachfolgegeschichte zum Roman Der Richter und sein Henker, der mir auch schon sehr gut gefallen hat.
Im November 1948 kommt Kommisär Bärlach ins Spital und wird von seinem Freund, Dr. Samuel Hungertobel, operiert. Während seiner Rekonvaleszenz liest er in Life einen Bericht über einen Arzt im KZ Stutthof, der Operationen ohne Narkose durchführte. Als Hungertobel das Bild des Arztes, von dem hinter der Operationsmaske fast nichts zu sehen ist, sieht, erbleicht er und gesteht Bärlach später, dass er kurzzeitig vermutete, Nehle – der Arzt auf dem Bild – könnte sein ehemaliger Studienkollege Emmenberger sein. Nehle wurde allerdings in Hamburg erschossen aufgefunden während Emmenberger heute ein Spital für betuchte auf dem Zürichberg leitet, was für Hungertobel Indiz genug ist, dass er sich getäuscht haben muss – nicht jedoch für den Kommisär.
Von seinem vorgesetzten Lutz, der ihm seine Pensionierung für Ende Dezember mitteilt, erbittet sich Bärlach noch Informationen über Nehle, bekommt allerdings auch nicht mehr heraus, als dass dieser offensichtlich tot ist. Etwas mehr Informationen – allerdings auch mit Nehles Tod am Ende – erhält Bärlach von einem alten Juden, der das Dritte Reich überlebte, das einzige Foto von Nehle (aus Life) aufnahm, als einziger Nehles Magenresektion ohne Narkose überlebte und sich seit 1945 ohne Papiere im Untergrund verbirgt. Bärlach, der zwischenzeitlich Publikationen von Emmenberger aus Chile, wo er angeblich während des zweiten Weltkriegs arbeitete, untersucht, stellt fest, dass diese völlig dem Stil widersprechen, den Emmenberger laut Hungertobel haben müsse. Er vermutet, dass Emmenberger und Nehle die Rollen zumindest zeitweise getauscht hatten: Nehle ging unter Emmenbergers Namen nach Chile, Emmenberger unter Nehles Namen ins KZ. Nach dem Krieg ermordete sich der echte Nehle entweder selbst oder er wurde von Emmenberger ermordet. Mit Hungertobel diskutiert Bärlach über diverse Möglichkeiten, wann wer der beiden (Emmenberger und Nehle) sich wo aufgehalten haben könnte und er kommt zum Schluss, dass er in Emmenbergers Spital eingewiesen werden will, was schließlich am Sylvester 1948 auch stattfindet.
Bevor Bärlach eingewiesen wird, erhält er Besuch von Fortschig einem Wortsteller (nicht Schriftsteller!
). Fortschig, mehr oder weniger mittellos, ist ein unbarmherziger Kritiker der Schweiz und vor allem Berns und verlegt alleine die Zeitung “Apfelschuss”, die in 45 Exemplaren erscheint. Bärlach bittet ihn, einem von ihm selbst verfassten Artikel, in dem er einen Arzt eines Verbrechens bezichtig und behauptet dieses auch beweisen zu können, in seinen eigenen Worten zu veröffentlichen. Die Auflage, auf 300 gesteigert, wird Bärlach bezahlen und Fortschig soll an jedes Spital eine Ausgabe schicken – unter einer Bedingung: Fortschig muss danach auf Bärlachs Kosten ins von ihm geliebte Paris fahren, um außer Gefahr zu sein; Fortschig willigt begeistert ein.
Am Sylvester wird Bärlach also von Hungertobel ins Spital Sonnenstein eingeliefert und direkt von Hungertobel zusammen mit einer feinen Frau untersucht. Bärlach, der sich als Auslandsberner ausgibt, sagt, er werde sein Miuchmäuchterli schon noch können – ein Shibboleth der Berner -, woraufhin Emmenberger meint, das habe er schon festgestellt, die Korrekte Aussprache des Miuchmäuchterli sei eben das Kennwort der Berner – ein eindeutiges Indiz, dass der Mann nicht Nehle ist sonder wirklich Emmenberger, denn der Berliner Nehle hätte das wohl nicht fertig gebracht. Während er Untersuchung entspinnt sich ein psychologisches Gespräch, bei dem Bärlach Emmenberger offenbart, dass er einen Kriegsverbrecher sucht, Emmenberger sich aber offensichtlich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Er gibt nur zu, Bärlach als Patienten mit der direkten Untersuchung beeindruckt haben zu wollen. Auf dem Weg zum Zimmer weist Emmenberger die Schwester noch an, Bärlach von Zimmer 72 in Zimmer 15 zu verlegen, um ihn besser unter Kontrolle zu haben.
Bärlach wacht scheinbar am 01. Januar auf und fühlt sich furchtbar entkräftet. Als die Ärztin, die Bärlach initial mit untersucht hat, hereinkommt, stellt sich heraus dass Bärlach nicht nur aufgeflogen ist sonder es bereits der 5. Januar ist; durch eine Insulinkur wurde Bärlach quasi matt gesetzt. Die Ärztin, Edith Marlok, entpuppt sich als ehemalige Kommunistin, die in Stutthof einsaß und nur überlebte, weil sie die Geliebte von Emmenberger/Nehle wurde, dessen Hintergrund sie deshalb kennt. Von der Sowjetunion 1940 an die Nazis ausgeliefert und durch die Hölle von Stutthof gegangen hat sie ihren Glauben an die Menschheit und Menschlichkeit verloren: “War das Lager bei Danzig die Hölle der Juden, der Christen und Kommunisten, so ist dieses Spital hier, mitten im braven Zürich, die Hölle der Reichen.”. Sie offenbart ihm auch, dass Emmenberger auch hier ohne Narkose operiert und ihn die Patienten sogar darum anbetteln, da sie sich von ihm einen Aufschub des Todes erhoffen, “um nur einige Tage, einige Minuten länger zu leben”.
Als Marlok geht, wirft sie Bärlach eine Zeitung und ein braunes Kuvert auf das Bett: das Kuvert enthält die Ausgabe des “Apfelschuss” mit Fortschigs Artikel über Emmenberger, die Zeitung berichtet von seinem Tod. Fortschig soll angeblich betrunken in der Toilette gestürtzt sein, doch identifiziert Bärlach sogleich den Täter: einen Zwerg, der auch im Spital lebt und von Emmenberger als Henker eingesetzt wurde. Zum guten Glück wird aus dem Nachruf auf Fortschig deutlich, dass niemand den Anschuldigungen Fortschigs Glauben schenkt. Schließlich kommt Emmenberger gegen halb elf Uhr und kündigt Bärlach an, ihn in achteinhalb Stunden zu “operieren” – zu ermorden also. Vorher unterhalten sich die beiden aber noch, zum Beispiel was mit Hungertobel, der Bärlach eingeliefert hatte, geschehen soll und Emmenberger analysiert treffen, dass Hungertobel der einzig eingeweihte sein kann. Er hat ihn schon ins Spital bestellt und will ihn vom Zwerg ermorden lassen. Sie unterhalten sich über den Glauben – Emmenbergers Glauben einzig an die Materie und den Augenblick, in dem er sich die Freiheit nimmt, zu morden – und Emmenberger bietet Bärlach die Möglichkeit, sich durch einen genauso starken Glauben zu befreien, doch der Kommissar schweigt und Emmenberger lässt ihn alleine zurück. Um kurz nach sieben steht dann schließlich nicht Emmenberger im Raum sondern Gulliver, der riesenhafte Jude, bei dem sich Bärlach vorher über Nehle informiert hatte. Er hatte Bärlach überwacht und sich schließlich von Hungertobel ins Spital fahren lassen. Der Zwerg, der eigentlich Hungertobel umbringen sollte, erwies sich als Freund aus Stutthofer Tagen und so ermordete Gulliver Nehle und verschwand mit dem Zwerg in der Nacht, während Hungertobel in Bärlachs Zimmer kam, um den Kommissar nach Bern zurück zu bringen.
Der Verdacht ist sehr interessant und verfolgt eine ähnliche Handlung wie Der Richter und sein Henker, vor allem da am Ende keine juristische Verurteilung steht sondern auch hier Bärlach wieder selbst als “Henker” tätig ist, diesmal allerdings mit der Hilfe von Gulliver. Sehr interessant sind auch zwei weitere Punkte, die ich einfach mal von Wikipedia zitiere:
Ein wiederkehrendes Motiv in Dürrenmatts Kriminalromanen ist das „unentdeckte Verbrechen“: Handlungen, die bei Kenntnis sämtlicher Umstände unzweifelhaft verbrecherisch sind; die entsprechenden Fakten jedoch kommen der Justiz nicht zur Kenntnis. Emmenberger behandelt in seiner Privatklinik vorwiegend sterbenskranke Millionäre. Die Hoffnung auf ein nur minimal verlängertes Leben lässt die Patienten sämtliche Torturen erdulden („…auch hier operiert der Chef ohne Narkose“). Und allein die professionelle Fassade einer kostspieligen Privatklinik („…mitten im braven Zürich die Hölle der Reichen“) macht aus dem Sadismus eines Ex-KZ-Arztes die Wohltaten eines Starmediziners, wodurch jede juristische Verfolgung ausgeschlossen ist.
Des Weiteren wirft der Roman eine noch sehr viel philosophischere Frage auf, wer hindert die Menschen Böses zu tun, wenn sie an keine höhere Macht glauben und das Böse aus Angst vor einer metaphysischen Instanz nicht meiden. Der Arzt Emmenberger sagt dazu: „Wie die Christen an drei Dinge glauben, die nur ein Ding sind, an die Dreieinigkeit, so glaube ich an zwei Dinge, die doch ein und dasselbe sind,[…] Ich glaube an die Materie, die gleichzeitig Kraft und Masse ist,[…] wie schäbig und leer ist es daneben, zu sagen, `Ich glaube an einen Gott´“. Aus diesem ausschliesslichen Glauben an wissenschaftlich greifbare Dinge leitet Emmenberger seine grenzenlose Freiheit ab, die keine Verpflichtungen hat, als das zu tun, was er möchte.
(Quelle: Wikipedia-Seite zu Der Verdacht
Ich mag Dürrenmatt überhaupt gerne, also alleine schon deshalb sehr lesenswert, obwohl mir Der Richter und sein Henker besser gefallen hat.
Wo sonst hört man schon Worte wie desavouiren? Außerdem ist es einer der wenigen Sender, die ich im GTI-Autoradio in Stuttgart rein bekomme und man kann beim Hören immer was lernen.
Bei den Kickers gibt’s ja wirklich den großen Schnitt jetzt. Neben den bisher bekannten Abgängen werden auch Marcus Mann, Thomas Gentner (Eintracht II), Orlando Smeekes und Marco Tucci die Blauen verlassen, voraussichtlich geht auch noch Benedikt Deigendesch. Zum Trainingsauftakt gibt’s deswegen wohl folgenden Kader (in dem Bashiru Gambo, der momentan auf Heimaturlaub ist, nicht mitgezählt ist, aber ob er bleibt weiß man auch nicht so genau; ebenso fehlt Neuzugang und Abwehrspieler Marcel Charrier):
Tor: Daniel Wagner, Luis Rodriguez
Abwehr: Marcel Rapp, Moritz Steinle, Andre Oliveira
Mittelfeld: Marcel Ivanusa, Demis Jung, Christian Grujicic, Franco Petruso, Alessandro Abruscia
Sturm: Mijo Tunjic, Slaven Jokic, Dirk Prediger, Gökhan Gümüsu
Einige Unbekannte aber auch einige Nachrücker aus der U23. Mal sehen, was das gibt und wer noch dazu kommt, gerade in der Abwehr ist der Kader so noch extrem dünn besetzt.
Nicht nur dass mächtig Bewegung in die Kaderplanung der Bayern gekommen ist, nach einem neuen Verein dürfen sich Tim Borowski und Andreas Ottl umsehen. Und Christian Lell! Endlich. Bei Ottl finde ich es schade, Borowski war offensichtlich nicht nur auf dem Platz ein Phlegmatiker und Lell… endlich, kann ich da nur sagen. Nur auf Grund der katasrophalen Kaderplanung für letztes Jahr kam er überhaupt so oft zum Einsatz und nahm sich mit Oddo nichts. Den sind wir zum Glück auch los. Zusätzlich steht vielleicht auch Lucio vor dem Absprung, wie der Kicker zu wissen meint. Hat wohl auch das dauernde Lob des Kommentators im Spiel Brasilien-Italien beim Confed Cup nichts geholfen (“Bei Bayern werden ihm ja immer Mängel angekreidet… blablabla… einmalig dieser Lucio”) – tja, gegen die Italiener konnte er sich seine Vorstöße gestern halt auch erlauben. Interessant auch, wie wenig Leistungsbezogen die Spieler denken – “was, da wird Konkurrenz verpflichtet? Kein Stammplatz mehr, dann bin ich weg”. Lobend sei da Frank Bommel Mark van Bommel erwähnt, der sich durchaus dem Konkurrenzkampf mit Tymoshchuk stellt.