FC Bayern München – Karlsruher SC 1:0 (1:0)
Relativ kurzfristig habe ich mich erst am Freitag dafür entschieden, zum heutigen Heimspiel gegen den KSC nach München zu fahren. Einerseits dachte ich mir, dass zwei Tage Rekonvaleszenz am Wochenende deutlich zu viel sind – da würde mir ja nur langweilig
-, andererseits hatte mir René zugesagt, mich zum Mittagessen in München zu treffen. Am Freitag habe ich mir neben der Karte also noch eine Hin- und Rück-Mitfahrgelegenheit organisiert, denn nach Philips Geburtstagsfeier wollte ich nicht selbst fahren und das Wochenendticket ist mir mit 37€ mittlerweile ein Stück zu teuer.
Um 09:00 traf ich meinen Hinfahrt-Fahrer am Bahnhof – witzigerweise ein KSC-Fan, der auch zum Spiel fuhr. Noch witziger, dass ihm, als schon auf der A8 am Flughafen waren, einfiel, dass er seine Karten vergessen hatte und wir nochmal nach Münster zurück fahren durften.
War aber halb so wild, ich war dann trotz Stau zwar nicht pünktlich aber immerhin halbwegs zeitig um kurz vor halb eins am Stachus, nach einer kurzweiligen und unterhaltsamen Fahrt. Mit René ging’s dann zum Marktwirt in der Heiliggeiststraße, eine Kleinigkeit knuspern und ein bisschen schnacken, war schön sich mal wieder zu sehen, hoffentlich demnächst wieder.
Genau pünktlich war ich dann im Stadion, saß schön in der warmen Sonne und sah zumindest in der ersten Viertelstunde eine engagierte Bayern-Elf, die aber so wirkte, als würde der nötige Ernst vor’m Tor fehlen. Gefehlt hat meiner Meinung nach auch ein zweiter Stürmer, Podolski alleine gegen den Tabellenletzten aufzubieten ist schon etwas mau, warum nicht endlich mal einem jungen Spieler eine Chance geben? Stattdessen versauerte Müller mal wieder komplett auf der Bank und wurde nicht mal eingewechselt – schade! Nach der ersten Viertelstunde ließ der Druck der Bayern nach, der KSC kam aber auch nicht besser ins Spiel. In der 34. Minute dann endlich das längst überfällige 1:0 durch Sosa – erstes Bundesliga-Tor! – nach guter Vorarbeit durch Ribéry.
Die zweite Halbzeit sah einen deutlich aktiveren KSC, der mehr und mehr seine Chancen suchte. Vorläufiger Höhepunkt war in der 57. Minute eine Ecke, die Rensing auf den Fuß fiel oder, wie es der Kicker schreibt, “der Keeper konnte auf der Linie reflexartig mit dem rechten Fuß klären” – was da jetzt genau stimmt, weiß ich nicht, es sah eher nach Glück aus. Anscheinend war aber Schweinsteiger noch dran, ich dachte ursprünglich die Ecke wäre direkt aufs Tor gedreht worden. Zehn Minuten später parierte Rensing aber einen Freistoß von da Silva ganz stark, der KSC hätte mittlerweile auch ein Tor verdient gehabt. Die Bayern kamen wenig aus der Defensive und in der 72. brachte Klinsmann dann Ottl für Sosa (!). Das muss mir auch mal einer erklären, da spielt man daheim gegen den Tabellenletzten mit einer indisponierten Spitze und wechselt dann den einzigen offensiven Mittelfeldspieler aus um dann mit drei defensiven Mittelfeldspielern zu spielen… Noch besser wurde es in der 83. Minute, als van Buyten (!) für Podolski kam – Bayern damit ohne Stürmer, dafür mit drei defensiven Mittelfeldspielern und – nominell – drei Innenverteidigern, auch wenn van Buyten eher vorne rumturnte. So spielt man sich wohl in Form für Barcelona. In der 91. Minute dann nochmal echt Glück für die Bayern, als Rensing bei einer Ecke schlecht aussah und unter dem Ball durchsprang, Zé Roberto aber auf der Linie klären konnte.
Am Ende drei Punkte, also was soll’s, aber nicht ohne Grund wurde die Mannschaft mit Pfiffen verabschiedet und verschwand quasi stante pede in die Katakomben. Klar sind das die Spiele, die man auch mal 1:0 gewinnen muss, wenn man vorne dabei sein will, aber die Ausrichtung war mir an sich schon zu defensiv und mir ist völlig unverständlich, warum man van Buyten für Podolski bringt und nicht Müller. Selbst der Ottl-für-Sosa-Wechsel hätte so nicht sein müssen. Aber sei’s drum, drei Punkte für die Bayern und – völlig unerwartet – heute auch für die Kickers, die Auswärts beim Tabellenvierten 0:1 gewonnen haben – ein perfekter Samstag also.
Meine Rückfahr-Mitfahrgelegenheit fuhr erst um 19:00 am Hauptbahnhof ab, so dass ich noch genug Zeit hatte, vom Marienplatz über die Kaufinger Straße zum Bahnhof zu tingeln. Diesmal waren wir zu viert, dafür ohne Stau und ohne vergessene Karten, aber auch mit einer netten Unterhaltung.
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