Stuttgarter Kickers – FC Bayern München II 0:0

März 29th, 2009

Bei Übtretungen dieser Regel

  • muss das Spiel nicht unterbrochen werden,
  • wird der fehlbare Spieler vom Schiedsrichter aufgefordert, das Spielfeld zu verlassen, um seine Ausrüstung in Ordnung zu bringen,
  • muss der Spieler das Spielfeld verlassen, wenn der Ball zum nächsten Mal aus dem Spiel ist, wenn er seine Ausrüstung nicht schon in Ordnung gebracht hat,
  • darf ein Spieler, der zur Korrektur seiner Ausrüstung vom Feld geschickt wurde, nur mit Zustimmung des Schiedsrichters zurückkehren,
  • hat der Schiedsrichter zu prüfen, ob die Ausrüstung nunmehr korrekt ist, bevor er seine Zustimmung zur Rückkehr auf das Spielfeld erteilt,
  • ist die Zustimmung nur möglich, wenn der Ball aus dem Spiel ist.

(“Regel 4 – Ausrüstung der Spieler”, Auszug aus den Fußball-Regeln des DFB)

Damit wäre der erste Aufreger des Spiels schon geklärt und ich muss – leider ;) – dem Schiedsrichter Recht geben. Selbiger hatte Thomas Gentner ob einer anscheinend kaputten Hose vom Feld geschickt und ihn erst nicht bemerkt, als er zurück kam und, als das Publikum laut wurde, ihn mit Gesten zum warten gezwungen. Mir ist, als würde die Regel normal nicht konsequent eingehalten werden, es wird halt reingewunken wenn es passt, aber ich kann mich auch täuschen. Jedenfalls hat der Schiedsrichter der Regel nach gehandelt. Ansonsten hat er erstaunlich viel laufen lassen – Daumen hoch dafür -, nur bei den Freistößen (Stichwort Position) lag er ab und an daneben und war, auch bei den Einwürfen, etwas kleinlich.

Jetzt aber zum Spiel, in das Kickers engagierter kamen, allerdings nach und nach selbiges aus der Hand gaben. Die Folgen waren zwei Aluminium-Treffer der Bayern durch Sikorski, einmal wohl eher ungeplant an den Pfosten, das andere Mal an die Latte. Glück für die Kickers, dass es hierbei beim 0:0 blieb und mit zunehmender Spieldauer kamen sie dann besser ins Spiel. Gerade Smeekes zeiget über außen wieder seine Qualitäten, aber keine der Flanken konnte innen verwertet werden. Der ansonsten schwache Tucci hatte kurz vor der Halbzeit noch eine gute Chance, allerdings war dass, was er gebracht hat, zu wenig. Er stand meistens zu tief, suchte wenig Zweikämpfe und hätte schon zur Halbzeit ausgewechselt gehört.

Tucci und der solide Gambo gingen dann nach Wiederanpfiff in der 53. Minute und es kamen Schürg und Traut. Beide waren bemüht, allerdings ohne wirklich große Impulse, Schürg setze einen Schuss aus kurzer Entfernung Richtung rechten Pfosten des Bayern-Tors, der allerdings zu schwach war, um gefährlich zu sein. Die Bayern stellten, je länger das Spiel lief, die Offensive mehr und mehr ein, so dass die Kickers immer drückender wurden. Ein schöner Freistoß vom guten Landeka ging leider nur an die Oberkante der Latte und auch der starke Deigendesch wurde nicht belohnt, als er in der 81. Minute erst einen Volley an die Latte und den folgenden Abpraller per Kopf auf das Tor setzte. Irgendwie befürchtete ich, trotz der passiven Bayern, dass doch noch ein Gegentor fallen könnte – Stichwort Abwehrleistung beim 1:2 gegen Erfurt -, aber es blieb zumindest beim 0:0.

Den Chancen nach gerecht, auch wenn die Kickers in der zweiten Halbzeit das deutlich aktivere Team waren und ein Dreier auch in Ordnung gegangen wäre; ich hätte liebend gerne auf den Punkt für die Amateure verzichtet und den Dreier für die Kickers doch sehr begrüßt, aber man kann mit dem Punkt schon zufrieden sein. Durch das Punkten der anderen Teams, die unten stehen, wären die Kickers auch bei einem Sieg Letzter geblieben, aber im wesentlichen sind die unteren Plätze erstmal zusammengerückt. Von der Leistung her gab’s wenig zu meckern, nur Tucci hat mir gar nicht gefallen, wobei die Position aus der Tiefe ihm wohl auch nicht liegt. Deigendesch sah ich sehr stark, auch wenn das die hinter uns stehende Maul-Fraktion mal wieder anders sah. Auch Steinle und Gentner, die beiden Außenverteidiger, haben, wie eigentlich die ganze Abwehr, von den gelegentlichen Schwächen abgesehen, stark gespielt; Gentner ist der offensivere, wobei er, wie ich komischerweise schon beim Gastspiel der Bayern vor ziemlich genau einem Jahr und da über Baradel bemerkte, auch teilweise zu sehr Richtung Innenverteidigung orientiert ist und einen eventuell über den Flügel kommenden Angreifer nicht auf dem Plan hat. Seltsam, wie sich so was auch nach Trainer- und Spielerwechseln, durchziehen kann. Was man auch deutlich merkt, ist dass die Bayern, wie auch die kleinen VfBler, technisch individuell teilweise deutlich stärker sind, was auch wenig verwunderlich ist. Mal sehen, was beim Auswärtsspiel im GAZi-Stadion gegen den VfB II am Mittwoch geht, ein Punkt wäre wahrscheinlich ein gutes Ergebnis. Die Big Points gegen die anderen Abstiegskandidaten kommen erst gegen Ende der Rückrunde, da müssen dann allerdings Siege her.

Eine echte Herausforderung

März 29th, 2009

Kickers-Heimspiel und Zeitverschiebung in Deutschland selbst – ob das gut geht?

Projekt 52.2009.11: Thomas Pynchon – Vineland

März 28th, 2009

Vineland ist Thomas Pynchons vierter Roman, erschienen nach Die Enden der Parabel und vor Mason & Dixon. Vineland gilt zwar als sein zugänglichster Roman, aber zumindest auf Englisch ist er doch starker Tobak und nicht immer leicht verständlich. An sich hilfreich ist das Pynchon-Wiki zu Vineland, allerdings habe ich meistens unterwegs gelesen und hatte daher kaum Gelegenheit, es zu nutzen.

Vineland, dass in einer fiktionalen Region in Kalifornien in den 80er Jahren spielt, beschreibt zu Beginn die Geschichte von Zoyd Wheeler, einem Althippie, der mit seiner Tochter Prairie nördlich von San Francisco lebt. Als Prairies Mutter und Zoyds Ex-Frau Frenesi Gates, die vom FBI gesucht wird, wieder auftaucht, ruft dass auch Frenesis ehemaligen Geliebten Brock Vond, einen Beamten des FBI auf den Plan. Dieser versucht in einer groß angelegten Aktion die Hippies und den Drogenanbau in Vineland zu zerschlagen. Zoyd taucht unter und schickt Prairie auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie.

Pynchon beschreibt in Vineland die USA in den 80er Jahren, geprägt von Reaganomics, dem Fernsehen und Shopping-Malls. In Rückblicken wird auch die amerikanische Geschichte der 30er Jahre (Unterdrückung der Arbeiterbewegung, gerade in der Filmindustrie) und der 60er Jahre (Frenesi wirkte dort in der radikalen Studentenbewgung mit) thematisiert.

Wie Pynchon halt so ist wie gesagt nicht einfach zu lesen und stilistisch anspruchsvoll geschrieben und sehr interessant, teilweise auch abstrus und humorvoll.

Tausche alt gegen älter

März 28th, 2009

Am Donnerstag war’s dann doch soweit, mein guter, alter Passat trat die Reise nach Aschaffenburg und zum Abwracken an. *schnief* Ich sehe ja ein Auto durchaus als Gebrauchsgegenstand, aber so ein bisschen melancholisch bin ich schon. War halt schon ein schönes Auto und so unglaublich geräumig. Am Ende gab’s halt auch immer mehr Macken, angefangen vom singenden Keilriemen über das nicht mehr funktionierende Schiebedach, die kaputte Außenspiegelverstellung, den stillstehenden Heckscheibenwischer, die gerne mal fest rostende Handbremse bis hin zu seltsamer Rauchentwicklung hinter der Lenksäule. Sei’s drum, war trotzdem ein gutes Auto. Als Ersatz gibt’s dafür ein nicht nur 17 sondern sogar 23 Jahre altes Auto – der Weg zu meinem Traum-Alfra Romeo-Oldtimer scheint also zu stimmen -, einen 2er Golf GTI 16V. Der hat allerdings erst 203.165 km, im Gegensatz zu den schon über 275.000km des Passats.

Golf-Front gegen Passat-Heck

Passat-Front gegen Golf-Heck


Und so ging er dahin auf seine letzte Fahrt

Stuttgarter Kickers – VfB Stuttgart 3:5 (2:1)

März 28th, 2009

Den Besuch von Test- beziehungsweise Freundschaftsspielen habe ich mir eigentlich größtenteils abgewöhnt, aber trotzdem entschieden sich Hubert, Uli und ich, dem zum Gedenken des langjährigen Kickers-Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler stattfindenden Derby Kickers – VfB beizuwohnen. Dem Spiel voraus ging ein Abstecher von Hubert und mir nach Vaihingen, wo wir uns im Maulwurf einen kostenlosen Caipi abholen wollten, aber da der Laden erst um 17:00 aufmacht und das Spiel schon um 18:30 begann, gingen wir stattdessen in den Holzkrug, eigentlich ein ganz netter Laden, auch wenn die Öffnungszeit ab 09:00 immer etwas dubios erscheint. ;)

Vor Ort war’s kaum bitterkalt, das einzig positive war erstmal, dass wir wenigstens im behaglichen B-Block überdacht standen. Wir machten uns ein bisschen warm, in dem wir uns beim Vorprogramm schon lautstark bemerkbar machten, vor allem beim “kleinen Vor-Spiel” 3 gegen 3 mit Schwimmflossen, dass die Kickers dann auch souverän mit 2:1 gewannen. Danach gab’s noch ein bisschen harte Rockmusik – durchaus witzig, was die Band, “„kissin dynamite”, an klassischen Moves – Headbangen und ähnliches – drauf hatte. Wenig erfreut war ich persönlich darüber, dass wir auf Günter Öttinger warten mussten, damit dieser den – denkbar schlecht ausgeführten – Anstoß durchführen konnte. Politik und Fußball ist ja sowieso immer so eine Sache, wenn man dann aber auch bei gefühlt sibirischen Temperaturen 10 Minuten rumstehen muss ist es noch blöder. Achso, schon wieder vergessen, aber gerade noch gelesen: der Ball kam per Punktlandung vom Möhringer Fallschirmsprung-Weltmeister Klaus Renz ins Stadion. Man sieht, wie viel wert ich auf sowas lege. ;)

Zum Spiel gibt’s eigentlich nicht viel zu sagen. Der VfB mit einer B-Elf, aber immerhin mit Delpierre, Hilbert, Bastürk und Cacau, aber auch die Kickers nicht direkt mit dem ersten Anzug. Das Spiel war ganz munter, die Kickers durften in Führung gehen und dann sogar mit einem 2:1 in die Halbzeitpause, in der mir ein Glühwein wenigstens ein bisschen Wärme brachte. Nach der Halbzeit drehte der VfB das Spiel in einer viertel Stunde auf 2:4, ehe Tunjic fünf Minuten vor Schluss noch mal auf 3:4 verkürzte. Den Schlusspunkt setzte Schipplock mit dem 3:5 quasi pünktlich mit dem Anpfiff.

An sich also ganz nett, acht Tore und ein bisschen Unterhaltung, auch wenn’s bitterkalt war. Im Endeffekt haben wir unseren Besuch, ebenso wie die Dauerkarte, unter der Kategorie “Spende für die Kickers” abgehakt, denn alle Einnahmen des Spiel kommen direkt den Kickers zu Gute. Bei leider nur 3.160 Zuschauern sind das allerdings auch nur 25.000 €, aber gebrauchen können sie die sicherlich gut. Ein bisschen mehr Zuschauerzuspruch, gerade auch von Kickers-Seite, hätte ich mir schon gewünscht, aber im wesentlichen war wohl das Wetter am mauen Zuspruch schuld. Nach dem Spiel ging’s dann mit Hubert und der letzten Zacke nach Heslach, wo wir noch auf einen Absacker ins Mosquito sind. Spielberichte gibt’s übrigens beim Kicker, bei den Kickers und beim VfB, beim Kickers immerhin auch mit ein paar Bildern um das Spielgeschehen herum, zum Beispiel von der Einweihung eines Gedenksteins für ADM.