1899 Hoffenheim – Eintracht Frankfurt 2:1 (0:0)

Mein letzter Versuch, das Carl-Benz-Stadion zu besuchen, war der größte Reinfall, den ich in Live-Fußball-Hinsicht je erlebt habe. Zum Gruppenspiel bei der U21-EM zwischen Deutschland und Schweden fuhr ich mit Triple-Ewald und Thomas nach Mannheim, nur um festzustellen, dass das Spiel ausverkauft war. Zurück daheim war das auch wenig verwunderlich, da man sehen konnte, dass eine ganze Tribüne gesperrt war.

Besser lief es beim Gastspiel der Eintracht in Mannheim gegen Hoffenheim, die ihre Heimspiele in der Hinrunde im Carl-Benz-Stadion austragen. Zwar waren die Karten auch schnell weg, aber ich konnte problemlos zwei Stehplatzkarten für mich und Thomas kaufen. Mit den Kickers gab’s zum Glück keine Kollision – die spielen erst Morgen in München -, aber auf das Bayern-Heimspiel gegen Bochum musste ich verzichten, dass ich mir ansonsten vielleicht angeschaut hätte – war wohl auch besser so. ;)

Anfahrt

Endlich mal eine Anfahrt mit dem BaWü-Ticket für schmale 18 Euro, das gibt’s ja auch eher selten. Nach Mannheim ging’s für mich über Heilbronn in knappen 2:20, also durchaus Zeit meinen Don Quijote mal weiter zu lesen. Bevor’s zum Stadion ging, machte ich mich mit Thomas erstmal auf dem Weg in die Stadt – Wasserturm, Planken, Neckar und dann zum Pizza Hut, wo dermaßen kopflose Menschen arbeiten, unglaublich. Danach ging’s bequem mit der Stadtbahn Richtung Stadion, wo wir nach einem weiteren kurzen Fußmarsch ankamen.

Stadion

Das Carl-Benz-Stadion ist überraschend neu, es wurde erst 1994 eröffnet. Witzigerweise dürfen wegen der Anwohner – die einem nicht auffallen – nur 27 Spiele im Stadion stattfinden, so dass pro Saison nur ein Verein das Stadion nutzen darf, was in Mannheim immer der höchstklassigste Verein ist – seit 1994 also immer der SV Waldhof Mannheim.

Für die Spiele der Hoffenheimer wurde das Stadion auf Erstliganiveau gebracht, es fasst 27.000 Zuschauer (15.000 Sitzplätze) und ist nicht komplett geschlossen sondern hat zwei offene Kurven an der Seite des Gästeblocks. Dafür, dass hier normal nur 4. Liga gespielt wird, ist das Stadion natürlich unglaublich gut und selbst für Bundesliga-Verhältnisse ist es nicht schlecht. Die Ränge sind relativ steil, so dass man recht nah am Spielfeld ist.

Spiel

Das Spiel begann relativ munter, gleich zu Beginn gab es jeweils eine Chance auf jeder Seite. Zu Beginn war’s mehr ein offener Schlagabtausch, danach kam die Eintracht immer weniger aus der Defensive raus, vor allem schnelles Umschalten funktionierte nicht, meistens waren die Bälle auch schnell weg. Hoffenheim war zwar druckvoll und mit einigen Chancen, die Frankfurter standen aber recht solide und so ging’s mit einem für die Gäste nicht ganz unglücklichen 0:0 in die Pause.

Nach der Pause ging’s weiter wie bisher, allerdings nur kurz. In der 47. Minute schoss Ba aus kurzer Führung die Hoffenheimer in Führung und auch nach Betrachtung der Wiederholung ist mir nicht ganz klar, wann Ba im Abseits war und ob das Tor regelkonform war. Die Eintracht war in der Folge offensiv bemühter und schaffte mit der ersten guten Flanke durch einen Kopfball von Ex-FC Bayern II-Spieler Steinhöfer den Ausgleich. Die Freude währte allerdings nur kurz, denn nur bereits 5 Minuten später erhöhte wiederum Ba auf 2:1, wobei die Frankfurter Abwehr ungefähr genauso gut aussah wie momentan meistens die Bayern-Abwehr. ;) Frankfurt erspielte sich in der Folge noch gute Chancen, konnte den Ball aber nicht mehr im Tor unterbringen. Hoffenheim ist also – zumindest bis Morgen – Tabellenführer, Frankfurt erstmal punktgleich mit dem Letzten, Gladbach, aber dank besserer Tordifferenz 17.

Nach dem Spiel

Nach dem Spiel ging’s mit der Stadtbahn zum Bahnhof – zumindest war das der Plan. Allerdings gab unsere Bahn auf dem Weg den Geist auf, so dass wir das letzte Stück zu Fuß gehen mussten. Am Bahnhof noch kurz verpflegt, bevor es dann für Thomas zurück Richtung Aschaffenburg und kurz danach für mich Richtung Heilbronn ging. Ich nahm erstmal den Sonderzug Richtung Heilbronn, allerdings stand der dann in Heidelberg so lange rum, dass ich auf den regulären Zug umstieg. Der war natürlich auch nicht pünktlich, aber zum Glück sind die Verbindungen nach Stuttgart relativ gut, so dass ich nur knapp zwanzig Minuten später als geplant wieder in Stuttgart war. Und dank des famosen Rewe am Marienplatz konnte ich sogar nochmal einkaufen gehen – Ladenschluss um 22:00 sei Dank.

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