Projekt 52.2008.25: Orson Scott Card – Speaker for the Dead

Speaker for the Dead ist ein Science Fiction-Roman von Orson Scott Card und der zweite Teil im “Ender-Universum”, somit also der Nachfolger zu Ender’s Game.

Das Buch spielt ungefähr im Jahr 5270, also ungefähr 3.000 Jahre nach Ender’s Game. Aufgrund von Reisen durch die Raum-Zeit ist Ender, der sich nun bei seinem richtigen Namen Andrew Wiggin nennt, erst 35 Jahre alt. Ebenso wie für Ender’s Game gewann Card mit diesem Buch sowohl den Hugo Award (1987) als auch den Nebula Award (1986). Card war damit der erste Autor überhaupt, der beide Preise in zwei aufeinanderfolgenden Jahren gewinnen konnte.

Ender kommt als “Speaker for the Dead” nach Lusitania, einen Planete mit einer brasilianischen, christlichen Kolonie. Der Titel “Spekaer for the Dead” stammt aus dem Buch, das Ender nach dem Ende des Kriegs gegen die “Bugger” im ersten Teil geschrieben hat, nachdem er erkannt hatte, dass die Bugger nicht per se böse waren.

Die “Speakers for the Dead” sind eine Bewegung, die aus dem Buch entstand. Sie ist zwar keine Religion, aber die Speaker werden mit dem selben Respekt – im positiven Sinn ;) – wie Priester behandelt. Jeder Bürger einer jeden Kolonie hat das Recht, einen Speaker anzurufen, ebenso wie er das Recht hat, einen Priester jeden Glaubens anzurufen. Speakers untersuchen das Leben einer Person und versuchen, eine Erzählung über das Leben der Person zu sprechen, so wie diese Person es leben wollte. Dies soll keine Entschuldigung an die Lebenden sein sondern ein Versuch, die Person als ganzes zu verstehen, eingeschlossen ihre Fehlern oder Missetaten.

Lusitana beherbergt die einzigen fühlenden Wesen im Universum außer den Menschen, die “Piggies” oder “Pequeninhos”. Ender erhält nicht nur einen Ruf nach Lusitania, die Hive Queen teilt ihm auch mit, dass Lusitania der Ort ist, an dem sie frei gelassen werden soll. Bis Ender Lusitania erreicht, sind mehr als zwanzig Jahre vergangen, obwohl, auf Grund der Art der Reise, quasi nicht gealtert ist. Mittlerweile sind zwei weitere Rufe für Ender eingegangen und Novinha, die ihn ursprünglich rief, sieht ihre damalige Entscheidung als einen Fehler an. Ender spricht jedoch den Tod von Novinhas kürzlich verstorbenem Mann und offenbart, dass Novinhas Kinder alle nicht von ihm, sondern von dem vor kurzem von den Piggies ermordeten Biologen Libo, sind. Seine verständnisvolle Art zu sprechen und die Wahrheit zu sagen, bringt ihm schlussendlich nicht nur die Sympathien von Novinhas Kindern, sondern auch die von Novinha selbst ein.

Mit der Hilfe von Ender und Jane, einem Wesen, dass in den Computernetzwerken wohnt, schaffen es die Biologen von Lusitana, einen Vertrag mit den Piggies zu schließen, der künftige “Morde” – die auch nur Missverständnisse waren – ausschließt und eine Ko-Existenz auf Lusitania ermöglicht. Valentine – Enders Schwester – und ihre Familie machen sich von einer Nachbarwelt aus auf den Weg nach Lusitania; Miro, einer von Novinhas Söhnen, der gelähmt im Rollstuhl sitzt, wird sie auf halbem Weg treffen. Die Hive Queen wird von Ender freigesetzt, um ihre Rasse wieder zu beleben und Ender heiratet schließlich Novinha.

Wenn die Geschichte jetzt etwas wirr erscheint, so liegt das daran, dass man sie eigentlich nur gut erzählen kann, wenn man sie ganz erzählt. Für einen Überblick reicht das oben stehende aber, denke ich. Eine tiefer gehende Beschreibung findet sich auf der englischen Wikipedia-Seite.

Ich fand das Buch sehr gut. Es ist zwar eine andere Art von Science Fiction als im ersten Teil – weniger auf Krieg aus als viel mehr auf philosophische Aspekte – aber gerade deshalb ein sehr faszinierendes Buch. Unglaublich auch, wie überzeugend und detailliert Card die Charaktere und ihre Denk- und Verhaltensweisen darstellt. Für mich wie gesagt ein absolut gutes Buch, 10 von 10 Punkten.

Wer nicht so sehr auf “klassische” Science Fiction steht, dem wird dieses Buch wohl sogar besser gefallen als der erste Teil, den man auch nicht gelesen haben muss, um die Zusammenhänge zu verstehen.

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Eine Antwort zu “Projekt 52.2008.25: Orson Scott Card – Speaker for the Dead”

  1. Projekt 52.2008.36: Orson Scott Card - Xenocide @ ?- bimberstube(rocks). sagt:

    [...] dritte Roman von Orson Scott Card aus dem “Ender-Universum” und damit Nachfolger von Speaker for the Dead, an dessen Handlung er nahtlos [...]

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