FC Ingolstadt 04 – SpVgg Unterhaching 2:0 (1:0)
Zum letzten Mal “Projekt Regionalliga Süd” hieß es am Samstag. Um mit Ingolstadt auch noch das letzte Stadion zu kreuzen musste ich leider eine Einladung von Frank nach Elversberg ausschlagen, wo ich ansonsten live den Kickers beim Versuch, die Qualifikation für die 3. Bundesliga noch zu erreichen, zugeschaut hätte – trotzdem vielen Dank für die Einladung!
Im Gegensatz zu Burghausen ist Ingolstadt ordentlich mit dem Nahverkehr erreichbar – Abfahrt Stuttgart Hauptbahnhof 08:02, Ankunft Ingolstadt 11:40. Ursprünglich dachte ich, dass ich vom Bahnhof aus über die Innenstadt zum Stadion laufen könnte, aber als ich dann im Bus vom Bahnhof Richtung Rathausplatz fuhr, war ich doch dankbar dass ich nicht gelaufen war, denn es war doch weiter als es aussah. Nachdem ich mir beim Neukauf in der Fußgängerzone ein Bier gewichtelt hatte ging ich in einer kleinen Runde durch die sehenswerte Innenstadt über das Neue Schloss und das Münster zum Stadion.
Ich hatte schon vorher darüber nachgedacht, ob das Stadion nicht eventuell ausverkauft sein könnte, aber bisher war mir so was in der Regionalliga noch nicht untergekommen und so war ich auch dann noch positiv gestimmt, als ich sehr viele Leute mit offensichtlich im Vorverkauf erworbenen Eventim-Karten rumlaufen sah. Da an der Kasse stand, dass es noch Restkarten gäbe, schlug ich das Angebot auf eine ermäßigte Karte aus und ging zum Ticketschalter, nur um zu hören dass keine Karten mehr verfügbar wären, außer Gästetickets. Gut, kein Problem, also auf zum Gästeblock, wo mich der Ordner aber mit einem lapidaren “nur mit Karte!” nicht zur Kasse lies. Ob zu diesem Zeitpunkt noch Tickets verkauft wurden weiß ich nicht, vielleicht hat der Ordner auch nur seine Aufgabe falsch ausgeführt. Nachdem ich beim Gästeblock auch erfolglos war, bin ich also wieder zum Haupteingang und schaute mich nach Karten um – wer weiß, wie gerne ich Schwarzmarktaktionen mache, kann sich meine Freude vorstellen, aber die Aussicht, am letzten Spieltag vor dem letzten Stadion zu stehen und nicht reinzukommen war durchaus erschreckend. Nach sehr kurzem Suchen kaufte ich zwei 8€-Karten und verkloppte die zweite für 10€, kam also am Ende für den regulären Preis ins Stadion – woohoo, Glückskind mal wieder. Der Block C, in dem ich landete war relativ voll, aber nicht so, dass es nicht noch Tickets hätte geben können. Mir war’s egal, ich war drin.
Das Stadion, das den vielsagenden Namen “Bezirkssportanlage Mitte” trägt, ist nichts besonderes. Eine Gerade, eine Kurve und die Haupttribüne, mehr gibt’s nicht, aber das reicht immerhin laut Wikipedia für 8.000 Zuschauer, war gestern aber mit 6.380 Zuschauern ausverkauft. Eine Laufbahn gibt’s dann immerhin auch noch, damit auch Leichtathletikveranstaltungen stattfinden können.
Vom Anpfiff weg muss ich sagen, dass ich dem Spiel nicht sonderlich aufmerksam folgte, da mir im Prinzip egal war, ob jetzt Ingolstadt, Frankfurt oder Sandhausen aufsteigen sollten. Vielmehr interessierten mich die zeitgleich stattfinden Spiele Elversberg-Kickers und Siegen-Reutlingen: Reutlingen durfte maximal einen Punkt holen und die Kickers mussten gewinnen, sonst wär’s nichts mit dritter Bundesliga geworden. Dankbarerweise war das Spiel in Ingolstadt auch relativ schnell entschieden, Ingolstadt spielte wesentlich besser und führte relativ schnell 1:0. Da auch der VfB II gegen Sandhausen auf 3-Punkte-Kurs war, war schon klar dass Ingolstadt wohl aufsteigt. Mit dem 2:0 war das Spiel dann noch gelaufen, vor lauter Tickerei war ich mir gar nicht sicher, ob Ingolstadt noch einen Elfmeter verschossen hat, habe mittlerweile rausgefunden dass ich mich da wohl verguckt haben muss. Nach dem Abpfiff war die Freude riesengroß und ich wünsche den “Schanzern” viel Erfolg in der zweiten Liga nächstes Jahr, wo ich wohl das ESV-Stadion mal besuchen kommen werde.
Etwas spannender war es bei den Kickers, deren Fortschritt ich mittels dem Ticker auf der Kickers-Seite und bei Livescore.com verfolgte. Zur Halbzeit stand’s 0:1 in Elversberg, und 1:0 in Siegen, Optimal also für die Kickers. Nach der Pause war Siegen auf ein Mal nur noch zu zehnt und Reutlingen glich zum 1:1 aus, es schien sich nicht gut auszugehen. Die Kickers erhöhten in der zweiten Halbzeit allerdings auch auf 0:2 und machten somit erstmal ihre Hausaufagabe Auswärtsaufgabe. Siegen ging auch wieder in Front und so hieß es nur noch zittern bis zum Schlusspfiff, bis zu dem sich zum Glück auch nichts mehr änderte – nächstes Jahr also die 3. Bundesliga auf Waldau, juhu!
Aber zurück nach Ingolstadt. Die Ingolstädter feierten nicht wirklich auf dem Rasen, weil keine Fans drauf durften und so wurde nur ein Autokorso und ein Empfang am Rathaus, wo sowieso ein Fest war, angekündigt. Ich machte mich auf den Weg, um erneut beim Neukauf Vorräte für die Rückfahrt sowie ein Flasche Champagner für eventuell in Stuttgart anstehende Feiereien (nein, nicht wegen der Kickers) zu besorgen. Leider ist die Busverbindung zum Bahnhof ziemlich schlecht, so dass ich den angepeilten 16:07-Zug verpasste, aber das war eigentlich auch okay. So ging ich erstmal an die Donau, meine Füße ins Wasser hängen, zum Rathaus zurück, weil ich dachte die Mannschaft käme vielleicht, danach in den Klenzepark zum Triva-Turm und Réduit Tilly und schließlich doch zum Bahnhof. Gegen 21:30 war ich wieder in Stuttgart und wäre vielleicht, wenn ich vorher ins Netz geschaut hätte, mal auf die Waldau gefahren, wo offensichtlich mit Freibier gefeiert wurde. So war ich nur nochmal beim Rewe am Marienplatz bevor ich mich nach Hause begab. Den Champagner hat’s dann am Samstag auch nicht mehr gebraucht, aber zumindest ist der Grund zum anstoßen jetzt da.
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