Nach meinem Burghausen-Trip am Samstag durfte ich freundlicherweise bei René und Patti in Putzbrunn übernachten und musste nicht gleich wieder die Rückreise nach Stuttgart antreten. Auf der Suche nach einem Zeitvertreib für den Sonntag – René wollte ich abends mit zurück nach Stuttgart nehmen, aber die beiden nicht unbedingt den ganzen Tag nerven – wurde ich schließlich in der B-Junioren-Bundesliga Süd/Südwest fündig, wo am Wochenende der 24. Spieltag auf dem Programm stand. Dabei empfingen die Bayern im Sportpark Aschheim den 1. FC Nürnberg und, wie es der Zufall so will, ist Aschheim nur einen Katzensprung von Putzbrunn entfernt und meine Gastgeber beglitten begleiteten mich sogar zum Spiel, wer hätte das vorher gedacht.
Nachdem wir etwas dumm geparkt hatten, kamen wir kurz nach Anpfiff an, hatten aber immerhin schon den Aschheimer Wasserskipark gesichtet, in dem wir später noch einen schönen Nachmittag verbringen sollten. Der Sportpark Aschheim, in dem auch die A-Junioren sowie die Frauen-Bundesliga-Mannschaft spielt, ist an sich nichts besonderes, hat aber eine ganz nette Tribüne sowie eine lustige “Gegentribüne”.
Die fesche Gegentribüne
Das Spiel war auf durchaus hohem Niveau – kein Wunder, es war ja auch Bundesliga. Beide Mannschaften spielten gleich stark, so dass sich eigentlich keine großen Übergewichte ergaben. Verdientermaßen ging es auch mit 0:0 in die Pause, in der ich eine Stadionrunde drehte und auf der Gegenseite auch den Amateure-Trainer Hermann Gerland entdeckte.
Die zweite Halbzeit begann mit einer kalten Dusche, dem 0:1 für die Gäste. Hörber lief alleine auf Bayern-Keeper Twardzik zu, der konnte im 1 gegen 1 nichts machen und wurde von Hörber umrundet, der zum 0:1 einschob. Danach gab es Chancen auf beiden Seiten, mit einem plus bei den Bayern. Einige Chancen waren durchaus knapp, zum Beispiel ein Kopfball, der an die Querlatte ging. Die Nürnberger schafften es aber, das 0:1 über die Zeit zu retten. Das Ergebnis ändert quasi nichts an der Platzierung der beiden Mannschaften, da für beide die Saison schon vor dem Spiel gelaufen war. Bei den Bayern hat mir Keeper Twardzik am besten gefallen, der gerade auch außerhalb des Sechzehners – Stichwort “neues Torwartspiel” – eine starke Leistung bot.
Nach dem Spiel haben wir uns dann noch den Wasserskipark angeschaut, der durchaus nett ist und zum Wasserski fahren oder Wakeboarden einlädt. Mit den Füßen im Sand bei sommerlichen Temperaturen war aber auch das Zuschauen schon anstrengend genug.
Als vorletzte Station von Projekt Regionalliga Süd war am Samstag die Wacker-Arena in Burghausen dran – exakt 333km von der schönen Kelterstraße entfernt. Eigentlich wollte ich ja mit dem Zug fahren, aber bei mehr als 06:30 Dauer für die Hinfahrt und Abfahrt am Hauptbahnhof um 05:48 (!) entschied ich mich doch für’s Auto – vor allem auch, weil ich von Samstag auf Sonntag bei Patti und René übernachten wollte und ich dann zwei Wochenendtickets benötigt hätte. So organisierte ich mir stattdessen drei Mitfahrer von Stuttgart bis München und kam so von den Spritkosten her auch ordentlich hin.
Auch in Burghausen galt mal wieder Vorteil Regionalliga, denn in den meisten doch eher kleinen Orten sind die Stadien immer ohne Probleme zu finden. Nach der vorher halb durchzechten Nacht legte ich mich vor Ort erstmal eine halbe Stunde ins Auto zum schlummern. Als ich mich dann relativ zeitig auf den Weg in den Gästeblock machte, war schon einiges los und trotz sehr strenger Kontrolle am Einlass gingen gleich die ersten Rauchbomben hoch. Von meinem Platz im Gästeblock hatte ich eine nette Sicht auf die doch einigermaßen imposante Haupttribüne, die Westtribüne ist auch ganz nett, die Gegengerade eher schmal und die Osttribüne nicht mehr existent, da diese für die Regionalliga nicht benötigt wird.
Das Spiel lief recht schleppend an, Torchancen kamen bis zum 1:0 von Burghausen nach einer schlechten Leistung in der Bayern-Defensive nicht zustande. Auch beim 2:0 nur knapp 10 Minuten später sah die Bayern-Defensive nicht gut aus. Bis zur Halbzeit plänkelte das Spiel vor sich hin, pünktlich zum Halbzeitpfiff konnten die Bayern allerdings auf 2:1 verkürzen.
Auch in der zweiten Halbzeit kamen auf beiden Seiten kaum Torchancen zustande, die Hoffnungen der Bayern auf zumindest einen Punkt konnte man dann in der 81. Minute schlussendlich begraben, als Belleri per Foulelfmeter, den er sicher hoch ins Eck verwandelte, mit dem 3:1 für die Entscheidung sorgte.
Trotz der Auswärtsniederlage sind die kleinen Bayern im nächsten Jahr in der 3. Bundesliga vertreten, ebenso wie Wacker, die bei einer Heimniederlage wegen der anderen Ergebnisse noch nicht sicher durch gewesen wären.
Der Doppelnelson ist ein Nackenhebel aus dem Ringen. Beide Arme werden unter den Achseln des Gegners hindurchgeführt und hinter dem Nacken verschränkt um den Gegner nach unten zu drücken. Neben dem Doppelnelson gibt es auch den (einfachen) Nelson und verschiedene Abstufungen wie Halb- und Dreiviertelnelson.
Das Stadion am Brentanobad dürfte vom Zustand her eines der besten der Oberliga Hessen sein, was aber wohl hauptsächlich daran liegt dass auch der 1. FFC Frankfurt seine Heimspiele dort austrägt. Die Haupttribüne wirkt sehr neu, bei den Oberliga-Spielen der SG Rot-Weiss darf man darauf auch ohne Aufpreis Platz nehmen. Weil es allerdings doch reichlich kühl und ich nur in kurzer Hose und T-Shirt unterwegs war, bin ich nach ein paar Minuten auf die Gegentribüne umgezogen. Schon eher Oberliga-klassisch ist diese ein Naturtribüne mit einigen Stufen im unteren Bereich.
Das Spiel entwickelte sich nicht besonders, so dass ich mir die Zeit zwischendurch mit tickern der Zweitliga-Ergebnisse verkürzte. Kurz vor der Halbzeit bin ich auf die Haupttribünenseite gewechselt – eigentlich um gleich aufs Klo gehen zu können, aber so konnte ich die Ecke zum Schwalmstadter 0:1, der letzten Aktion vor der Halbzeitpause, direkt von der passenden Seite verfolgen.
Mit Apfelsaft und Rindswurst versorgt machte ich mich wieder auf zur Gegentribüne und muss sagen, dass meine Sitzplatzwahl am Schwalmstadter Tor sich durchaus als gelungen erwies. Quasi genau nach Wiederanpfiff fiel das 1:1 nach schöner Vorarbeit von Giuliana, der auch schon für die Viktoria auf Torjagd ging. Nur fünf Minuten später hatte Giuliana das 2:1 auf dem Fuß, doch Pfeiffer konnte den Ball noch vor dem leeren Tor abgrätschen. Nur zehn Minuten später fiel das 2:1 dann jedoch trotzdem, als Freund aus 25 Metern unbedrängt zum Schuss kam. Für Schwalmstadt wäre noch was drin gewesen, wenn die darauf folgende Ecke von Schmeer, die direkt an den langen Pfosten ging, ins Tor gesprungen wäre anstatt heraus. Schwalmstadt musste mehr nach vorne machen und lief in einen mustergültigen Konter zum 3:1; das 4:1 fiel nach stümperhafter Abwehrleistung im eigenen Sechzehner und auch beim 5:1, das Giuliana schließlich selbst besorgte, sah die Abwehr nicht gut aus. Die SG sicherte sich mit diesem Sieg die Klasse, Schwalmstadt hingegen ist praktisch abgestiegen.