SC Pfullendorf – SV Elversberg 3:1 (1:1)
Nach dem gestrigen Spiel in Ludwigshafen gegen den VfR Aalen ging’s heute ins pittoreske Pfullendorf, um endlich die Alno-Arena abzukreuzen. Pfullendorf, deren erstes Spiel nach der Winterpause gegen die Stuttgarter Kickers, ausgefallen war, lag einen Punkt hinter den Kickers, die schon am Freitag in Siegen Unentschieden gespielt hatten. Elversberg, mit 25 Punkten vor diesem Spieltag 10., hielt den letzten Quali-Platz besetzt, 6 Punkte vor den Kickers. Pfullendorf hat, wie die Kickers, eine gute Abwehr und einen schlechten Angriff (Tordifferenz 20:24), Elversberg steht mit 24:30 offensiv leicht besser und defensiv leicht schlechter da. Die Elversberger durfte ich ja schon letztes Jahr daheim bei der 1:5-Pleite gegen Ingolstadt erleben.
Bei den Elversbergern war der alte Feinbier gar nicht in der Mannschaft, allerdings kennt man unter Umständen auch Dragusha, Spizak und Zepek. Die Pfullendorfer haben sich vor der Saison nicht ganz so groß eingedeckt, der Kader ist eher unbekannt.
Anfahrt
Für die schlappen 120km von Leinfelden aus veranschlagt Map24 satte 2:15, was daran liegt, dass nicht mal ein kleines Fitzelchen Autobahn dabei ist. Immerhin ist die B27 bis Reutlingen autobahnhähnlich ausgebaut, so dass es bis dahin flott geht. Kurz vor Reutlingen war mir nicht klar, wohin mich die Karte schicken wollte, also habe ich mich erstmal verfahren, was aber nur zwei Minuten dauerte. Reutlingen selbst geht ja gar nicht, da wird man vor lauter Ampeln verrückt.
Nach Reutlingen geht es dann, wie beim Skiurlaub, in Serpentinen auf die Schwäbische Alb, die zwar landschaftlich durchaus reizvoll ist, ansonsten aber wenig bietet. Über die unmögliche ÖPNV-Situation klärte mich ein Anhalter auf, den ich von Mägerkingen nach Gammertingen mitnahm; er war ganz angetan vom GTI 16V.
Bis Sigmaringen geht’s dann recht flott weiter, danach muss man sich das klassische Landstraßen-Geblödel geben. Einen Plan für Pfullendorf hätte ich eigentlich gar nicht gebraucht, denn der Ort ist so klein, dass man das Zentrum und das Stadion nicht verfehlen kann.
Achso, warum ich nicht die Bahn genommen habe (Stichwort BaWü-Ticket)? Wenn auf der Homepage schon steht “Leider ist die Anreise mit dem öffentlichen Personennahverkehr sehr ungünstig, weshalb sich die Anreise mit dem Auto empfiehlt.”, dann weiß man dass sich das wirklich empfiehlt. Ansonsten wäre die Verbindung schon möglich gewesen, allerdings wäre ich alles in allem dann eher doppelt so lange unterwegs gewesen wie mit dem Auto – 15h statt 7h.
Stadt
Nachdem ich die von Map24 berechnete Fahrzeit und fast 20 Minuten unterboten hatte war ich, nachdem ich an einer Tankstelle einheimisches Bier erworben hatte, schon eine Stunde vor Anpfiff am Stadion. Von da aus es ist es nur ein Katzensprung ins Ortszentrum, wo es allerdings nicht viel zu sehen gibt. Kein Wunder, bei den knapp 13.000 Einwohnern die Pfullendorf hat. Zusätzlich gilt bei Sonntagsspielen natürlich auch immer “Nichts los im Städtchen”.
Mit insgesamt einer knappen halben Stunde Fußmarsch schaffte ich es, vom direkt am Stadion geparkten Auto in die Stadt und zurück zu laufen und fast alles Sehenswerte abzuklappern, bis auf das “Alte Haus” und das “Obere Tor”. Es gibt einen tollen Teich, einen recht imposante Kirche (die Stadtbasilika St. Jakobus), das alte Rathaus, den historischen Marktplatz und den Stadtgarten mit einem Denkmal für die beiden Weltkriege.
Später erfuhr ich, dass es neben im mir bekannten Seepark, in dem man Wakeboarden kann, auch “Deutschlands verrückteste Abenteuer-Golfanlage” gibt. Hätte ich das mal früher gewusst. Achso, und eine Kaserne gibt es auch noch.
Stadion
Das Stadion ist regionalligatypisch – wenn man mal von den zweiten Mannschaften absieht – und reichlich unspektakulär. Die Alno-Arena (ehemals “Waldstadion an der Kasernenstraße”) hat einen ausgebaute Haupttribüne mit Sitzplätzen, ansonsten sind die Gegengerade und die von der Haupttribüne aus linke Kurve für Stehplätze ausgebaut. Links und rechts von der Haupttribüne gibt es noch kleine Seitentribünen, auf denen man ebenfalls – allerdings im Freien – sitzen kann.
Die Haupttribüne bietet 432 Sitzplätze, insgesamt fasst das Stadion laut offiziellen Angaben 10.000 Zuschauer.
Spiel
Die ersten Minuten brauchte das Spiel zum warm werden, dann hatte es gleich die allererste Chance in sich: Freistoß für Elversberg nahe der Eckfahne, auf den langen Pfosten geschlagen, Zepek steigt hoch und köpft lang ins andere Eck. Keine Chance für den Elversberger Torwart und das 0:1 nach 7 Minuten. Pfullendorf zeigte sich wenig geschockt und glich, ebenfalls nach einem Standard, bereits in der 10. Minute durch Knackmuß zum 1:1 aus. In der Folge blieb die Partie recht munter, es gab Chancen auf beiden Seiten. Die nächste Großchance hatte die Pfullendorfer #28, die nach einem Konter alleine auf den Elversberger Torwart Knödler zu lief, sich den Ball aber zu weit vorgelegt hatte. Einige Minuten später wieder die Gäste, bei denen viel über rechts ging, von wo auch eine Flanke auf Diane kam, der allerdings am langen Pfosten vorbei köpfte. In der 33. Minute hatten die Elversberger erneut das 1:2 auf dem Fuß, schossen den Ball aus aussichtsreicher Position allerdings nur an das Außennetz. Mit einem leistungsmäßig gerechten Unentschieden ging’s in die Pause.
Die zweite Halbzeit zeigte dann zwei ganz andere Mannschaften. Pfullendorf wie aufgedreht, Elversberg baute hingegen mehr und mehr ab. Die eigentlich einzige Chance für Elversberg nach einem Konter in der 53. Minute konnten die Gastgeber zu einer Ecke klären. Verdient dann das 2:1 für die Gastgeber in der 65. Minute durch Toprak. Keine 5 Minuten später markierte Beskid nach schöner Ablage dann das 3:1 und die Partie war endgültig entschieden. Elversberg versuchte nochmal, nach vorne zu spielen, kam aber nicht ansatzweise gefährlich an das Tor der Gastgeber.
Pfullendorf verkürzte mit dem Sieg den Abstand auf Platz 10 auf 4 Punkte während Elversberg auf Platz 12 abrutschte, allerdings nur einen Punkt Rückstand auf den 10. Platz hat.
Ab nach Hause
Die Heimfahrt war reichlich unspektakulär. Nach meiner Roten in der Halbzeit verzichtete ich mangels Hunger auf einen Halt beim McDonalds in Sigmaringen und fuhr in einem Stück durch und wie bei der Hinfahrt war ich wieder 20 Minuten schneller als dem Plan nach zu erwarten. Anhalter gab’s auf dem Rückweg auch keinen und ich war ziemlich genau zwei Stunden nach Abpfiff wieder daheim.
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