FSV Ludwigshafen-Oggersheim – VfR Aalen 0:6 (0:1)
Seit dem Auswärtsspiel der Kickers beim VfR Aalen im Oktober vergangenen Jahres war ich nicht mehr in Sachen “Projekt Regionalliga Süd” unterwegs, so dass nach wie vor 6 Stadien übrig waren: Ingolstadt, Regensburg, Burghausen, Unterhaching, Ludwigshafen und Pfullendorf. Die letzteren zwei sollten dieses Wochenende abgekreuzt werden, weshalb es am Samstag erstmal nach Ludwigshafen ging, wo der FSV seine Spiele im Südweststadion austrägt.
Spannung versprach das Spiel nicht gerade, denn zu groß wirkt der Unterschied zwischen beiden Mannschaft. Aalen war vor dem Spieltag 4. mit 33 Punkten (9-6-4), während der FSV mit insgesamt 8 Punkten (1-5-14) und 11 Punkten Rückstand auf den Vorletzten, den KSC II, den letzten Platz belegt. Die Tordifferenz von 9:39 spricht auch eine deutliche Sprache, den statistisch gesehen trifft der FSV nur in jedem zweiten Spiel, kassiert aber im Schnitt zwei Tore pro Spiel; trotzdem hat sich der FSV um die Lizenz für die dritte Liga beworben. Im Hinspiel gab’s mit 5:0 für Aalen übrigens die höchste Niederlage für den FSV in der bisherigen Saison.
Auf Seiten der Ludwigshafener ist wohl Stefan Malz der bekannteste Spieler; die Aalener Mannschaft ist eher unbekannt, dafür kennt man aber den Trainer, Edgar “Euro-Eddi” Schmitt, ehemaliger KSC-Mittelstürmer.
Anfahrt
Von Stuttgart aus sind’s knapp 140km mit dem Auto und da Ludwigshafen nicht mehr im BaWü-Ticket-Gebiet liegt, entschied ich mich auch, nicht mit dem Zug zu fahren. Glück hatte ich mit der A8, die auf der Hinfahrt nur in Richtung Stuttgart verstopft war. Über die A5, A6 und A61 geht’s am Hockenheimring vorbei fast bis direkt nach Ludwigshafen, hinzu kommt noch ein kleines Stück Bundesstraße. Von Süden kommen kann man das Stadion eigentlich nicht verfehlen, trotzdem bin ich erstmal vorbei gefahren weil die Beschilderung etwas spärlich ist. So kam ich dann von der anderen Seite, wo ich aber auch sofort einen kostenfreien Parkplatz fand; in den umliegenden Wohngebieten ist aber, soweit ich das richtig gesehen habe, Samstags auch das Parken ohne Anwohnerparkausweis gestattet.
Stadt
Ludwigshafen ist glaube ich eher arm an Sehenswürdigkeiten. Deshalb und auch, weil ich nicht so früh von daheim los wollte, verzichtete ich skandalöserweise auf jegliches Sightseeing.
Stadion
Je nachdem von wo man kommt fällt einem schnell auf, dass das Südweststadion a) schon etwas marode ist und b) mit Regionalligaspielen eher nicht ausgelastet wird. Geht man um das Stadion herum findet man genau zwei offene Karten-Schalter, einen für den Gästeblock und einen für die Heimfans. Nach meiner Runde außen herum wollte ich mir ein Karte für die Gegentribüne holen, doch nach der Aussage “Gibt’s nur auf der anderen Seite” war mir schon klar dass da nur die Gästefans stehen. Also flugs umdisponiert auf die gleich teure Seitentribüne und nichts wie rein.
Eigentlich passen wohl knapp 40.000 Zuschauer ins Südweststadion, nachdem aber bis auf den Gästeblock und die Haupttribüne alles eher marode ist, dürfen momentan nur 6.100 Zuschauer rein – aber auch das ist noch mehr als genug, denn es waren insgesamt nur 372 zahlende Gäste da. Auf Grund des Jugendfestes vorher war die Kulisse an sich aber etwas größer.
Circa drei Viertel des Stadions sind momentan gesperrt, dort liegen noch die arg maroden Steinstufen; das ist in beiden Kurven so und auf der gesamten Gegentribüne, vom Gästeblock abgesehen. Die Haupttribüne ist überdacht, es gibt noch einen unüberdachte Vortribüne sowie links eine unüberdachte Sitzplatztribüne und rechts eine unüberdachte Stehplatztribüne. Dank des völligen Fehlens von Ordnern konnte ich meine Seitentribünen-Karte kostenneutral in einen Hauptribünensitzplatz umwandeln – fancy, shmancy, sowas bin ich nicht gewohnt.
Spiel
Dsa Spiel begann eigentlich wie erwartet. Aalen war vom Start her die bessere Mannschaft, vor allem sehr zweikampfstark, immer eng am Mann und bemüht, schnell nach vorne zu spielen; gerade zu Beginn war der Unterschied in der Tabelle auch deutlich auf dem Feld zu sehen. Der FSV kam nach 10 Minuten aber besser ins Spiel, umso bitterer der Elfmeter in der 15. Minute für Aalen. Von meiner Position war nicht zu sehen, was der eigentliche Grund für den Elfmeter war; Aalens Christian Adler verwandelte zum 0:1.
Das 0:1 für Aalen
Danach war die Partie aber mehr und mehr ausgeglichen und spielte sich größtenteils im Mittelfeld ab. Der FSV war meistens dann gefährlich, wenn es über Timo Schlabbach auf links ging, der sehr viel nach vorne machte. Gerade bei Standards war der FSV gefährlich, aber man sah schon, warum eben nur 9 Tore auf dem Konto stehen. Ein 1:1 zur Pause wäre, trotz der schwachen Leistung im Sturm, verdient gewesen, kam aber eben nicht zustande. Negativ fiel in den ersten 45 Minuten im wesentlichen Edgard Schmitt auf, der bei einigen Schiedsrichterleistungen wie ein HB-Männchen an der Seitenlinie rumhüpfte; anscheinend fühlte er sich vom Schiedsrichter, der allerdings eine solide Leistung bot, benachteiligt. Allein dieses Gezeter ließ mich schon auf den Ludwigshafener Ausgleich hoffen.
Nun, es kam leider anders und bitter für den FSV. Nach der Pause zwar erstmal das gewohnte Bild, aber die Aalener hatten das Glück auf der Seite beziehungsweise der FSV auch das Pech im Kasten. Eine “Murmel” von Sailer rollte in der 52. Minute unglücklich neben den rechten Pfosten – 0:2. Eigentlich war das Spiel da sowieso schon gelaufen, aber es sollte für den FSV noch sehr viel schlimmer kommen.
Der VfR hatte jetzt meist viel Platz, da der FSV offensiv stand und nach hinten nicht ordentlich absicherte. So ging’s nur zehn Minuten nach dem 0:2 schnell über rechts, Alexov ging nicht auf Traub zu sondern ins Tor zurück, so dass dieser aus kurzer Distanz am dann chancenlosen Keeper vorbei einschob. Wäre Alexov entgegen gegangen hätte er das Tor wohl verhindern können, aber alleine Schuld am Tor ist er nach der Leistung seiner Vorderleute auch nicht gewesen. Zwei Minuten später dann gleich das 0:4 durch Steegmann, der FSV war total von der Rolle, die Abwehr war am auseinanderfallen. Symptomatisch für die Verunsichering ein Rückpass von Rodighero, der Alexov auf dem falschen Fuß erwischte. Er rutschte weg, rappelte sich hoch, doch konnte den Ball nicht mehr vor der Torlinie abfangen – 0:5 in der 68. Minute und damit drei Tore in nur 5 Minuten.
Der FSV war zwar bedient, rappelte sich aber nochmal hoch und bemühte sich, weiter nach vorne zu spielen. Vor dem Tor fehlten aber leider Entschlossenheit und Abgeklärtheit, so dass nicht mal mehr der Ehrentreffer gelang. Stattdessen besorgte Maric mit dem 0:6 in der 86. Minute den Schlusspunkt, nachdem Alexov nicht entschieden zum Ball ging und er aus kurzer Distanz einköpfen konnte.
Mit 0:6 war der Sieg am Ende deutlicher als es der restliche Spielverlauf vermuten ließ, im Prinzip hatte Aalen den FSV aber die komplette Spielzeit im Griff. Die Bewerbung für die dritte Liga hätte sich der FSV offensichtlich schenken können, denn mit nun 18 Punkten Rückstand auf Platz 10 müsste der FSV schon eine perfekte Rückrunde spielen und daran glaubt wohl niemand ernstlich. Alles in allem eines der besseren Regionalliga-Spiele.
Nach dem Spiel
Nach dem Spiel hieß es für mich nur noch, beim Edeka ein lokales Bier einpacken, tanken und dann ab nach Hause, um rechtzeitig zur Sportschau wieder daheim zu sein. Die Rückfahrt war sehr entspannt, jetzt war Stau auf der A8 Richtung Karlsruhe, aber die Fahrbahn nach Stuttgart war so frei wie man sich das von der A8 nur wünschen kann.
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09. März 2008 um 22:34
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12. März 2010 um 09:36
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