Projekt 52.47 – Richard Dawkins: The God Delusion
Richard Dawkins stand, wegen seinen Büchern The Selfish Gene (dt. Das egoistische Gen) und The Blind Watchmaker (dt. Der blinde Uhrmacher), schon lange auf meiner Leseliste. Dawkins ist Evolutionsbiologe und Zoologe und setzt sich in seinen Büchern mit der Evolution und vor allem auch mit Religion auseinander; The Selfish Gene behandelt die Evolution auf genetischer Ebene während The Blind Watchmaker sich mit dem “Intelligen Design”, also einer Art des Neokreationismus, auseinandersetzt.
In The God Delusion (dt. Der Gotteswahn) setzt sich Dawkins mit Religion an sich auseinander. Er beginnt mit einer Klarstellung, dass zum Beispiel Albert Einstein und auch andere Wissenschaftler keine im eigentlichen Sinn religiösen Menschen waren sondern eher einen Glauben an die Wissenschaft hatten. Im weiteren Verlauf behandelt Dawkins viele Punkte, zum Beispiel die Entwicklung der USA vom sekularen zum streng religiösen Staat (No, I don’t know that atheists should be considered as citizens, nor should they be considered patriots. This is one nation under god. (George Bush Sr.)), die Unterdrückung von Atheisten, Gottesbeweise, die Ansicht (der er widerspricht), dass Religion und Wissenschaft getrennt behandelt werden müssen, die Enstehung von Moral, die Auslegung der Bibel und noch einiges mehr.
Man muss das Buch nicht mögen, viele Theisten werden das auch nicht tun, aber mir hat es sehr gefallen, denn ich teile seine Ansichten zu einem großen Teil. Gerade die Beispiele, die er im Buch dafür gibt, dass man so ziemlich alles darf, solange man es mit Religion begründet, sind doch sehr krass. Definitionsgemäß habe ich mich bisher immer mehr als Agnostiker gesehen, ohne mir aber wirklich Gedanken gemacht zu haben, aber ich muss sagen dass ich mich mittlerweile als Atheist sehe. Stellt sich nur noch die Frage nach welcher der Dawkins’schen Kategoriene; für mich kommen da nur zwei in Frage:
- De facto atheist. ‘I cannot know for certain but I think God is very improbable, and I live my life on the assumption that he is not there.
- Strong atheist. ‘I know there is no God, with the same conviction as Jung ‘knows‘ there is one.’
Auch die Auseinandersetzung mit anderen Punkten, die oft von mehr oder weniger Gläubigen Menschen angeführt werden – “christliches Abendland”, “man muss doch wissen was gut und was schlecht ist, was nur mit Religion möglich ist” und ähnlichem – sind sehr interessant. Auf alle Aspekte, die Dawkins diskutiert, einzugehen, würde mir etwas zu weit gehen; für wen sich das Buch interessant anhört, der sollte es einfach lesen. Alternativ ist auch die deutsche Wikipedia-Seite zum Buch recht umfangreich. Ein sehr lesenswertes Buch, 10 von 10 Punkte von mir.
11. November 2008 um 22:19
[...] Helen Fishers Warum wir lieben. Die Chemie der Leidenschaft bin ich bei der Lektüre von Richard Dawkins The God Delusion gestoßen, der an einer Stelle auf Helen Fisher verweist. Mehr oder weniger zufällig habe [...]