VfR Aalen – Stuttgarter Kickers 1:0 (0:0)
Das heutige Auswärtsspiel der Kickers im nah gelegenen Aalen nahmen Hubert, Uli und ich zum Anlass, mal das Städtische Waldstadion Aalen zu besuchen; umso besser – zumindest wenn man Kickers-Fan ist – wenn man dabei noch die Kickers spielen sehen kann.
Nach nicht ganz anderthalb Stunden Fahrt kamen wir eben soviel früher vor’m Anpfiff in Aalen und parkten in der Nähe der FH, die direkt am Stadion liegt. Nach fünf Minuten Fußmarsch kamen wir so früh am Gästeblock an, dass wir bestimmt eine viertel Stunde warten mussten, bis die Ordner grünes Licht für den Einlass erhielten. Das Stadion ist für Regionalligaverhältnisse sehr ordentlich, mit bis zu 11.183 Zuschauern ist es das siebtgrößte Stadion der Regionalliga Süd. 2003 wurde es grundlegend renoviert und besitzt zwei Sitzplatztribünen sowie eine große Stehplatztribüne, auf der sich sowohl der Heim- als auch der Gästefanblock befinden. Auf der anderen Seite befinden sich nur einige wenige Stehplätze. Dank eifriger Freikartenverteilung – die Rede war von insgesamt 6.000 Freikarten – durfte mit 8.183 Zuschauern heute ein Zuschauerrekord für die Regionalliga Süd vermeldet werden.
Gegen den Tabellendritten begannen die bis dato auswärts ungeschlagenen Kickers wieder mit Gambo von Anfang an, während im Sturm wie immer Vaccaro und Kacani aufliefen. Auf der linken Abwehrseite stand überraschend Sascha Benda, von dem eigentlich keiner weiß, warum er von Anfang an spielen sollte. Härter musste auf Grund einer Innenbanddehnung passen, weshalb die Innverteidigung aus Wildersinn und Rapp bestand.
Über die erste Halbzeit sollte man von Kickersseite eigentlich lieber kein Wort verlieren, der Halbzeitstand von 0:0 war mehr als schmeichelhaft. Nach kurzem Abtasten kam Aalen wesentlich besser ins Spiel, die Kickers ließen jeglichen Biss vermissen. Im Gegensatz zum Burghausen-Spiel war kaum Einsatz zu erkennen, vor allem die “Diva” Mustafa Parmak fühlte sich nicht dazu bemüßigt, sich mal ordentlich zu bewegen. Er hatte seine beste Szene in der 36. Minute, als er einen Freistoß knapp in die Mauer setzte; der war an sich nicht schlecht geschossen und hätte, wenn er drüber gegangen wäre, durchaus gefährlich werden können. Der bereits angesprochene Sascha Benda fiel wieder durch seine unterirdische Zweikampfbilanz auf – ich weiß nicht, ob er offensiv und defensiv zusammen überhaupt einen Zweikampf gewonnen hat.
Ansonsten gab’s von Seiten der Kickers nichts positives, außer dem gewohnt sicheren Yeldell. Zu wenig Laufbereitschaft, die Männer wurden nicht ordentlich gedeckt, es wurde kaum verschoben und viel zu langsam nach vorne nachgerückt. Im wesentlichen war das Mittel wieder lange Bälle auf Vaccaro, der aber bei zwei Aalenern gut aufgehoben war. Außerdem musste er immer wieder hinten aushelfen, was dem Offensivspiel natürlich auch nicht förderlich war. Aalen spielte sich Chance um Chance heraus, zeigte sich beim Abschluss allerdings unfähig, einen Ball mal ordentlich mit Schmackes aufs Tor zu bringen. Bezeichnend auch, dass nach einer Aalener Ecker fast wieder ein Tor gefallen wäre, allerdings ging der Ball nur an die Oberkante der Latte. Das positivste für die Kickers war zur Halbzeit das Ergebnis – und die Tatsache, dass Ortlieb für Benda auf den Platz kam. Was auch gar nicht geht, ist das Verhalten bei Einwürfen – bis da mal einer entgegenkommt… und dann muss es meistens Gambo sein, will sich sonst keiner bewegt.
In der zweiten Halbzeit bot sich dann ein ganz anderes Bild. Die Kickers mit mehr Laufbereitschaft und stabilerer Abwehr und schon konnte Aalen sich offensiv kaum noch präsent zeigen. Nach vorne ging aber trotzdem zu wenig; selbst wenn es mal schnell nach vorne ging – dann doch meistens über Parmak – kamen die Flanken immer ins nirgendwo. Kein Wunder dass die Kickers nach 11 Spieltagen erst 12 Tore geschossen haben. Dass man sich am Ende noch unnötigerweise um den schmeichelhaften, aber in der zweiten Halbzeit auch verdienten Punkt brachte, ist das ärgerlichste überhaupt. Zwei Aalener kommen auf der (Aalener) rechten Seite nach vorne, Steinle und Mann rücken zurück anstatt drauf zu gehen und das obwohl Akcay von innen kommt und so eine 3:2-Überzahl entsteht. Die Folge ist eine Flanke nach innen und das 1:0 für Aalen in der 84. Minute. Damit war die Partie dann auch gelaufen, den Kickers fehlte die Fähigkeit, noch was nach vorne zu bewegen. Ohne den aufmerksamen Yeldell, der nochmal stark an den 16er rauskam, wäre vielleicht sogar noch das 2:0 gefallen.
Keine Frage, man kann in Aalen, die sicherlich nicht zu Unrecht nach 11 Spieltagen – zumindest bis morgen, wo der VfB II gegen die “kleinen Bayern” wieder vorbei ziehen kann – Tabellenführer sind, verlieren. Man kann auch höher als 1:0 verlieren, da wäre gar nichts dabei gewesen. Aber nach dem kämpferisch starken Spiel gegen Burghausen so eine lustlose Leistung abzuliefern muss nicht sein. Bei der Einstellung, die die Mannschaft an den Tag gelegt hat, ist die Frage, ob nicht am Ende die Qualifikation für die dritte Liga in Gefahr ist, denn ganz schnell rutscht man auch mal hinter Platz 10.
Immerhin bin ich im “Projekt Regionalliga Süd” wieder einen Schritt weiter, so dass mir nur noch sechs Stadien fehlen – Burghausen Oggersheim, Pfullendorf, Regensburg, Ingolstadt und Unterhaching.
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Alle meine Bilder
Huberts Spielbericht
Spielbericht beim kicker
Spielbericht bei den Stuttgarter Kickers
07. Oktober 2007 um 11:40
[...] geneigten Leser möchte ich hier noch Rolands Bericht über das Spiel ans Herz legen, der hat auch ein paar Bilder gemacht und hochgeladen. Mir ist auf [...]
09. März 2008 um 11:34
[...] dem Auswärtsspiel der Kickers beim VfR Aalen im Oktober vergangenen Jahres war ich nicht mehr in Sachen “Projekt Regionalliga [...]