Nach einem halben Dutzend Dresden-Besuchen habe ich es also doch noch ins Rudolf-Harbig-Stadion geschafft. Das höchste der Gefühle war vorher ein Oberliga-Spiel zwischen dem FV Dresden-Nord und Carl Zeiss Jena II gewesen. Und diesmal stand nicht nur irgendein Spiel an, sondern gleich ein Ost-Derby gegen Union Berlin, die seit Ewigkeiten nicht mehr in Dresden gewonnen hatten.
Von Annikas Wohnung aus machten wir uns zu neunt – Annika, Caro, Julia, Markus, Oliver, Sven, Christopher und (hab ich vergessen) – auf zum nahe gelegenen Rudolf-Harbig-Stadion. Annika hatte uns die Eintrittskarten für die so genannte Bad-Kurve schon im Vorverkauf besorgt, so dass wir eigentlich mit einem relativ zügigen Einlass rechneten. Dank intensiver Taschenkontrollen kamen wir aber doch erst kurz nach Anpfiff in den Block, wo wir auch einen recht ordentlichen Stehplatz bekamen.
Das Stadion ist nichts besonderes, wobei es von den Regionalligastadien sicherlich eines der Besseren ist. Dem Anschein nach waren einzig einige Sitzplätze frei, obwohl “nur” 16.201 Zuschauer von maximal 23.940 möglichen da waren. Für ein Regionalligaspiel natürlich immer noch sehr ansehnlich.

Im Rudolf-Harbig-Stadion
Man konnte es auf dem Weg zum Block hören und der Spielbericht im Kicker bestätigte es: gleich in den ersten Minuten hatte Penksa zwei Tore für Dresden auf dem Fuß. Es blieb uns allerdings verwehrt, diese zu sehen. Und nicht nur die zwei Chancen sahen wir nicht, wir sahen eigentlich gar nichts auf dem Platz, denn es passierte nichts. Viel Gewürge im Mittelfeld, viele individuelle Fehler, quasi keine Torchancen – eines der schlechtesten Spiele, die ich je gesehen habe. Einziger Lichtblick war in der ersten Halbzeit die Stimmung der Dresdener Fans sowie die “Klobürstenschlacht” zwischen dem Gästeblock und dem benachbarten Block; offensichtlich hatten die Berliner Fans Klobürsten aus den Toiletten geholt und warfen diese in den benachbarten Block, von wo sie natürlich zurück kamen. Ob sie auf die Bürsten gepinkelt hatten bevor sie warfen können wir natürlich nur raten.
Für Christopher war immerhin die Einwechselung von Würll in der 59. Minute ein Lichtblick, denn das ist ein Kicker der ursprünglich aus seinem Nachbardorf kommt (irgendwo bei Schweinfurt). Ansonsten gab es genau eine sehenswerte Szene in Halbzeit 2: das 0:1 durch Union-Kapitän Schulz in der 77. Minute. Natürlich nach einer Ecke, denn aus dem Spiel heraus ging auf beiden Seiten nichts. Mit dem Tor war das Spiel dann auch gelaufen, denn Dresden spielte sich nicht eine Chance mehr raus.
Fazit: Rudolf-Harbig-Stadion gekreuzt, und das mit einem der unansehnlichsten Spiele das ich je gesehen habe. Einzig positiv war, dass es, trotz Risikospiel, keine Randale gab; die passierte erst am nächsten Tag als Dresden II gegen Lok Leipzig spielte.
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