Projekt 52.33 – Alfred Andersch: Sansibar oder der letzte Grund

Juli 30th, 2007

Sansibar oder der letzte Grund kannte ich nur vom Namen, wobei das ja viele Leute in der Schule gelesen haben. Ich hatte von Alfred Andersch bisher nur “Der Vater eines Mörders” gelesen und mich immer über den seltsamen Titel von Sansibar gewundert, weil ich nicht genau wusste, auf was sich der letzte Grund bezieht.

In Sansibar geht es um 6 Personen, die 1937 in Rerik, an der Ostsee, zusammentreffen: Gregor, ein KPD-Funktionär, “der Junge”, Judith, ein jüdisches Mädchen, Pfarrer Helander, der Fischer Knudsen und der “lesene Klosterschüler”, eine Plastik in Pfarrer Helanders Kirsche.

“Der Junge” und Judith wollen das Land verlassen, was auch Gregor eigentlich will. Pfarrer Helander will die Figure des “lesenden Klosterschülers” aus seiner Kirche nach Schweden bringen, da sie als entartete Kunst gilt und von den Nationalsozialisten abgeholt werden soll. Knudsen will wegen seiner Frau, die leicht debil ist, das Land nicht verlassen; er ist ein Kommunist und trifft sich mit Gregor, der ihm Nachricht von der Partei bringt.

“Der Junge” hat gleich drei Gründe, Rerik zu verlassen:

Während er auf Rerik blickte, dachte er Sansibar, Herrgott nochmal, dachte er, Sansibar und Bengalen und Mississippi und Südpol. Man mußte Rerik verlassen, erstens, weil in Rerik nichts los war, zweitens, weil Rerik seinen Vater getötet hatte, und drittens, weil es Sansibar gab, Sansibar in der Ferne, Sansibar hinter der offenen See, Sansibar oder den letzten Grund

Schlussendlich bleibt er aber bei Fischer Knudsen, der den “lesenden Klosterschüler” und Judith nach Schweden bringt, während Gregor zu Judiths Gunsten auf die Überfahrt verzichtet. Pfarrer Helander erschießt einen der Nationalsozialisten, die anrücken, den verschwundenen “Klosterschüler” abzuholen und wird dann selbst erschossen.

Die Handlung des Buches spielt in 27 Stunden und erzählt in jedem der 37 Kapitel immer aus der Perspektive einer Person oder dem Zusammentreffen von mehreren Personen, wobei es immer im Schema der Junge – jemand anderes – der Junge – jemand anderes abläuft. Andersch beschreibt die unterschiedlichen Personen und ihre Gedanken und Interaktionen sehr schön. Ein interessantes Buch, das angenehm zu lesen ist und auch noch spannend dazu. 9 von 10 Punkten.

Deutschland WM 82 – Italien WM 82 4:4 (2:1)

Juli 30th, 2007

Als ich Basti, Nina und Thomas nach Ninas zwischenzeitlicher Prüfungsfreiheit nach Stuttgart einlud, bot sich das WM ’82-Final-Revival als Fußballspiel an. So ein Hacke-Spitze-Freundschaftsspiel verspricht immerhin viele Tore und einen entspannten Rahmen. Am Ende sollten die vielen Tore zwar auch stimmen, aber nach einem sehr müden Kick. Nicht dass ich das nicht schon vorher befürchtet hatte, aber ich fand es so schlimm, dass ich mich in Zukunft tunlichst von solchen Veranstaltungen fernhalten werde, vor allem wenn sie mit der Nationalmannschaft zu tun haben.

Schon alleine das Publikum gibt einen deutlichen Aufschluss darüber, wie das Spiel einzuordnen ist. Es war das “klassische Länderspielpublikum”, im wesentlichen Familien mit Kindern. Im wesentlichen wurden La Olas ohne Ende produziert, teilweise vom bescheuerten Stadionsprecher angeheizt: “Und jetzt die Gegentribüne. Cannstatt, nicht schlafen. Toll, wie die Haupttribüne mitmacht. Jetzt Untertürkheim”. Am Ende gab’s auch noch ein Ständchen für Hansi Müller zum Geburtstag, toll, wa.

Das Spiel war, trotz insgesamt acht Toren, sehr mau. In der ersten Halbzeit passierte sehr wenig, nicht schlecht war das 1:1 von Schuhmacher, auch wenn ich ihn (irrationaler Weise) nicht leiden kann. Die Tore sahen teilweise so aus, als wollte der Torwart nicht mal im Ansatz so aussehen, als würde er den Ball halten.

Wie gesagt, ich halte es mit Thomas und vermute, dass dieses Spiel das letzte seiner Art war, dass ich angeschaut habe.

Wort der Woche, Kalenderwoche 31/2007: Kefirknollen

Juli 30th, 2007

Kefirknollen

Kefirknollen, auch Kefirpilze oder Kefirkörner genannt, sind gummiartige Knollen, die aus Bakterien, Hefen, Eiweißen, Fetten und Polysacchariden bestehen. Diese wachsen und können zur Kefirproduktion benutzt werden.

Diejenigen, die ich von Nina erhalten habe, sind, wenn ich das richtig verstanden habe, zur Produktion von Wasserkefir einsetzbar. Muss ich demnächst gleich mal probieren.

Sometimes, when I have a shitty day…

Juli 30th, 2007

Manche Tage sind dann nicht so wirklich “Life’s good”… Wetter schlecht, man schläft schlecht, morgens kommt der lange befürchtete Fußnagelverlust, man kommt kaum aus dem Bett, endlos viel Arbeit, Probleme anderer Leute müssen erledigt werden. Und so weiter eben, das klassische Geheule dann.

Und dann wird’s doch noch gut, denn ganz knapp vor Feierabend kommt noch eine E-Mail, angekündigt durch Renés hysterisches Lachen aus dem Nachbarbüro:

Dear authors,

Thank you for your submission to the SLA workshop alongside the
IEEE/ACM Grid 2007 conference in Austin.

It is a pleasure to inform you that your paper has been accepted
as a regular contribution to the workshop. This includes inclusion
of your paper in the CoreGrid/Springer series + presentation at
the workshops.

Die Reviewer-Kommentare reichten von “4 – definite accept, of regular quality” über ”
2 – marginal reject” bis “3 – marginal accept”. Genau lesen wollte ich sie jetzt aber nicht, das verdirbt mir dann nur doch wieder die Laune. ;)

It’s a beautiful day

Juli 26th, 2007

Spitzenwetter, gestern hat Bayern gewonnen, Spaß bei der Arbeit, morgen ist schon Freitag, am Wochenende kommt Besuch und jetzt geht’s zum Rom-Demo-Skat-Trink-Abend bei Hubert auf dem Haus. Manchmal frage ich mich, wie das Leben überhaupt noch besser sein könnte.