Projekt 52.29: Arno Schmidt: Die Gelehrtenrepublik. Kurzroman aus den Roßbreiten

Juni 28th, 2007

Arno Schmidt “war nach dem Zweiten Weltkrieg einer der bedeutendsten Schriftsteller im deutschen Sprachraum; die Verbindung von traditionellem Erzählen und avantgardistischer Schreibtechnik begründet seine besondere Stellung in der deutschsprachigen Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts”. (Quelle: Wikipedia.de)

Schande über mich, dass die “Gelehrtenrepublik” das erste Buch von Arno Schmidt ist, dass ich jemals gelesen habe. Witzig ist aber, wie ich überhaupt dazu kam. Wenn ich mich recht entsinne kann das der Geschichte zugrunde liegende Spiel der Kickers nur das Testspiel gegen den FC Schaffhausen gewesen sein. Nach selbigem sind Hubert, Uli und ich ins Paulaner gegangen um uns bei Schweinebraten, Weizen und Marillenschnaps erstmal zu stärken. Während wir im Paulaner waren erzählte Hubert davon, dass er sich gerade durch ein Arno Schmidt-Buch quält, was den Pseudo-Intellektuellen am Nebentisch dazu veranlasste, zu äußern wie toll und wertvoll Arno Schmidt doch sei. Okay, akzeptiert. Wie es so geht hatten wir uns über ebendiese Episode Monate später auch mal mit Valentin unterhalten, der ein veritabler Arno Schmidt-Leser ist. Ich musste dann zugebe, dass ich ein absoluter Nicht-Arno Schmidt-Kenner bin, was Valentin dazu veranlasste mir die “Gelehrtenrepublik” zur Verfügung zu stellen. Die Frage ist, ob ich dem Pseudo-Intellektuellen jetzt danken muss? ;)

“Avantgardistische Schreibtechnik” beschreibt den “Kurzroman aus den Roßbreiten” auf jeden Fall sehr gut. Er handelt von Charles Henry Winer, einem Nachfahren eines deutschen Schriftstellers. Dieser erhält die Erlaubnis, den “Hominidenstreifen” und die “Gelehrtenrepublik” zu besuchen. In der Welt nach einem Atomkrieg sind die Vereinigten Staaten quasi geteilt – interessante Aussage ;) – von einem Streifen, in dem sich im wesentlichen Zentauren, Arachniden und eine Art Schmetterlinge befinden, die Mutationen der “normalen” Menschen darstellen – dem Hominidenstreifen. Diesen besuchen zu dürfen ist ein Privileg, wobei sich herausstellt, dass es geplant oder zumindest erhofft war, Winer darin einem Unfall anheim fallen zu lassen.

Winer überlebt den Hominidenstreifen allerdings unversehrt und verlässt ihn, der auf jeder Seite von einer hohen Mauer umgeben ist, um einige Erfahrungen reicher: Sex mit einer Zentaurin, Jagd auf Arachniden und Erleben des Stammeslebens der Zentauren. Danach darf er sich auf den Weg auf die Gelehrtenrepublik machen, eine künstliche Insel, die in den Rossbreiten, zwischen 25° und 35° nördlicher beziehungsweise südlicher Breite, kreuzt, weil dort fast immer Windstille herrscht. Die Insel ist im wesentlichen in einen amerikanischen und einen sowjetischen Block geteilt. Im Laufe seines kurzen Besuchs stellt sich heraus, dass die Insel mitnichten ein Idyll für Künstler und Wissenschaftler ist, sondern dass jeder beiden Supermächte versucht, Macht über die andere zu gewinnen – wie man es eben kennt. Das ganze kulminiert in einer gescheiterten Verhandlung, woraufhin die Amerikaner ihre Maschine volle Kraft laufen lassen, die Sowjets ihre Maschinen volle Kraft in die andere Richtung – die Insel ist nämlich längs geteilt, ergo hat jeder Teil die Hälfte der Maschinen unter seiner Kontrolle. Als die Insel droht unterzugehen, verlässt Winer sie gerade noch rechtzeitig.

Der Schreibstil von Schmidt ist interessant, denn er ist sehr dialogisch gehalten und besteht aus vielen kurzen Absätzen, die mit Gedanken und eben Dialogen durchsetzt sind. Der Roman ist dabei aus Winers Sicht geschrieben, wobei er in die “tote Sprache” Deutsch übersetzt wurde und deshalb auch Anmerkungen des Autors enthält, der sich sehr erbost über Winer zeigt. Ein sehr leicht zugängliches Buch, das außerdem angenehm zu lesen ist, und das trotz des interessanten Schreibstils; 9 von 10 Punkten.

Dag, Roy Makaay!

Juni 28th, 2007

Nachdem der Wechsel von Miroslav Klose zu den Bayern jetzt offiziell ist macht sich Roy Makaay leider wie angekündigt vom Acker, und zwar zu Feyenoord Rotterdam, wie sport.ard.de berichtet.

Ich erinnere mich noch gut an das 2:3 der Bayern daheim gegen Deportivo La Coruna in der Champions League, Saison 2002/3, bei dem mir Makaay zum ersten Mal aufgefallen ist. Gut, wem nicht, hat er doch alle drei Tore gegen Bayern gemacht, im Rückspiel auch noch das 2:1 in der 89. Minute.

In der nächsten Saison kam er dann zu Bayern und hatte, ob des Kaufpreises und da er nicht sofort Tore schoss, schnell den Spitznamen “Fehleinkauf”. Ich war damals nicht nur beim “Vorstellungsspiel” gegen den Club im Frankenstadion sondern auch beim ersten Spiel, in dem Makaay traf, dem 2:1 (0:0) gegen Celtic Glasgow. Mit seinen beiden Toren verhinderte er damals einen erneuten Fehlstart der Bayern in die Champions League-Vorrunde.

Insgesamt erzielte Roy Makaay, später “das Phantom” genannt, 102 Tore in 178 Pflichtspielen, davon 78 Tore in 129 Bundesligaspielen. Ich finde dass er nicht nur ein toller Spieler ist, sondern auch ein vernünftiger Mensch. Spricht Deutsch, mault nicht rum, überzeugt durch Leistung, hat keine Hirnfürze wie andere und spielt auch nicht nur gut wenn es um die Vertragsverlängerung geht (gell, Señor Pizarro?). In seiner letzten Saison, wo aus dem Mittelfeld mal absolut gar nichts kam, machte er immerhin 16 Tore und gab 5 Vorlagen.

Schade dass er geht, aber verstehen kann ich es schon. Meiner Ansicht nach wäre er durchaus gut genug, auch gegen Klose und Toni zu bestehen, aber bei Feyenoord ist er vielleicht eher gesetzt. Außerdem kann ich mir vorstellen dass er es von Bayern-Seite nicht so aufgefasst hat dass man ohne wenn und aber an ihm festhalten will.

Dag, Roy Makaay, gaat goed!

Wenn ich ein Vöglein wär…

Juni 27th, 2007

…würde ich bestimmt nicht nachts um 04:00 anfangen unbescholtene Bürger aus dem Bett zu holen. Komischerweise macht das aber irgendein Viech bei mir seit Sonntag Abend. Ich hab keine Ahnung was das für ein Vogel ist, Nachmachen des Geräusches ist ein klassischer Fall von “wie nochmal?”.

Obwohl ich mich dann gegen das sofortige Aufstehen und Suchen des Vogels mit nachfolgendem Abwatschen entschied war das frühe Wachwerden meinem Plan, um 06:00 im Schwimmbad zu sein, eher förder- als hinderlich. Hubertesk bin ich also um 05:45 aus dem Bett gesprungen und war auch kurz nach 06:00 im Wasser um meine 1000m Brustschwimmen zu absolvieren. Immer wieder schön, um halb sieben den Tagessport schon erledigt zu haben.

Achja, das Gemeine an dem Vogel ist, dass er normal immer abends schon anfing, so dass ich einfach das Fenster zuließ. Gestern war er aber abends ruhig und fing erst nachts an. So ein Arsch.

2:19:18

Juni 25th, 2007

Am gestrigen Sonntag war der Stuttgarter Zeitunglauf, bei dem ich mit Basti zusammen den Halbmarathon gelaufen bin. Nach dem Würzburger Residenzlauf 2005 war das für mich überhaupt erst die zweite Laufveranstaltung, insofern war ich vorher auch schon ein bisschen nervös. Zwar hatte ich am Wochenende vorher einen langen Lauf getestet und mir gedacht dass die 2:30:00 machbar ist, aber man weiß ja nie wie es läuft.

Wir waren pünktlich am Start, aber anstatt wie geplant um 09:00 ging es erst um 09:45 los. Irgendwie blöd wenn man 45 Minuten in der Sonne herumsteht und nicht genau weiß wann es endlich los geht. Von Anfang an ging das Laufen eigentlich sehr gut, wir liefen einfach nach Gefühl und ließen die Tempotabelle mal außen vor. Ohne uns groß zu hetzen bauten wir unseren Vorsprung stetig aus, nur am Ende gaben wir wieder ein bisschen Zeit ab.

Die Strecke war ganz okay, aber es geht auch durch viele Gebiete wohl überhaupt nichts los ist, das ist nicht so angenehm. Selbst am Ende war eigentlich kaum was los, aber die meisten Leute werden wohl nach dem Einlauf der ersten Läufer wieder gegangen sein und das war ja schon nach 01:10.

Bis auf die Tatsache, dass ich während des Laufs zwei Blasen – je einer auf jeder Seite – auf den Fußsohlen bekam lief es echt super, der letzte Kilometer ging dann wie von selbst. Ziemlich geil ist natürlich der Einlauf ins Stadion durch’s (Halb-)Marathontor, wo es dann noch ungefähr 150 Meter zu laufen gilt. Wir haben es geschafft, exakt die gleiche Zielzeit zu laufen. Danach ging es gleich zum Medaille holen und Getränke und Essen fassen. Über das Angebot an Getränkeständen und Obst danach braucht man sich auch wirklich nicht beschweren.

Stuttgarter Zeitunglauf, mit Medaille auf dem Rasen
Auf dem schönen Rasen im Daimlerstadion, endlich im Ziel

Nach dem Lauf haben wir unsere Taschen geholt, gemerkt dass die Urkunden noch nicht fertig sind und dann Caro und Dani beim Zieleinlauf ( ;) ) zugeschaut; die beiden hatten die 7km-Nordic-Walking absolviert.

Stuttgarter Zeitunglauf, Caro und Dani beim Zieleinlauf
Caro und Dani beim Zieleinlauf

Danach war noch ein bisschen auf dem Rasen rumflacken und sich einfach nur freuen dass man einen Halbmarathon geschafft hat angesagt.

Stuttgarter Zeitunglauf, im Stadioninnenraum
Coole Sache, auf dem heiligen VfB-Rasen rumliegen

Nach nachmittäglichem Müdigkeitsschub ließen wir den Abend dann gepflegt bei einigen Weizchen auf dem schicken Leinfeldener Weilerwaldfest sowie bei Bastis Italiener ausklingen. Nächstes Jahr soll’s auch durch die Stadt gehen, da wäre ich nochmal dabei, ansonsten war die Strecke nicht so begeisternd dass ich auf jeden Fall nochmal mitlaufen würde.

Achso, noch was zur Platzierung: insgesamt wurde ich bei den Männern 6826. von 7462 Läufern. In meiner Altersklasse (M20) wurde ich 929. von 989.

Wort der Woche, Kalenderwoche 25/2007: Halbmarathon

Juni 25th, 2007

“Ein Halbmarathon ist ein Langstreckenlauf über 21,0975 km.” (Wikipedia.de)