FSV Frankfurt – Viktoria Aschaffenburg 1:3 (1:1)
April 30th, 2007Am Samstag nach Carstens Geburtstag (24.03.) hatte ich es nicht zum FSV Frankfurt (damals 3:3 gegen Eintracht II) geschafft und so kam es mir gelegen, dass ich nach Dennis’ und Nicoles Hochzeit am Donnerstag am Samstag sowieso in Aschaffenburg war. Bei fast schon zu viel Sonnenschein machte ich mich gegen 13:45 auf den Weg nach Frankfurt-Bornheim, das in einer knappen halben Stunde zu erreichen ist. Trotz mangelhafter Beschilderung fand ich direkt zum Stadion und parkte im angrenzenden Wohngebiet am Johanna-Tesch-Platz (wieder was gelernt
). Von da aus war ich in weniger als fünf Minuten zum Frankfurter Volksbank-Stadion gelaufen.
Das Stadion ist für Oberliga-Verhältnisse recht groß, insgesamt fasst es 24.000 Zuschauer. Bis auf die Haupttribüne sind alle Seiten quasi ein aufgeschütteter Hügel, von dem Stehplätze bis zum Spielfeld runter gehen; das Stadion erinnert also ein bisschen an das Münchner Olympiastadion. Die meisten Aufgänge zum Stadion sind allerdings abgesperrt, auf jeder Tor-Seite ist jeweils nur einer offen. Die Stehplätze sind teils sehr stark mit Gras bewachsen, so dass das Stadion recht naturbelassen aussieht. Krass: hier fand 2006 das Endspiel im Frauen-UEFA-Cup statt; zu FSV-Viktoria kamen dann aber nur 593 Zuschauer…
Der FSV Frankfurt ging als sicherer Meister der Oberliga Hessen 2006/07 in die Partie und stand damit schon als einziger Aufsteiger fest. Für die Viktoria blieb damit nur der zweite Platz, den es zu verteidigen galt. Außerdem bestand nach wiedergewonnener Form die Möglichkeit, den Frankfurtern die erste Saisonniederlage überhaupt beizubringen, nachdem man ihnen in der Hinrunde am Schönbusch eines der insgesamt fünf Unentschieden abgetrotzt hatte. Zur Verdeutlichung der Dominanz des FSV die Tabellensituation vor dem Spiel:
Pl. Verein Sp. g. u. v. Tore Diff. Pkte. 1 FSV Frankfurt 29 24 5 0 72:14 58 77 2 Viktoria Aschaffenburg 29 17 5 7 53:27 26 56
Zu Beginn des Spiels tat sich wenig, erst in der 10. Minute gab’s den ersten Aufreger. Viktoria-Schlussmann Emmel und die Aschaffenburger #17 waren sich nicht einig wer den Ball nehmen sollte, aber wirklich gefährlich war die Szene nicht. Nur eine Minute später hatte die Viktoria die erste gute Szene: Samir Naciri wurde nach starkem Alleingang im 16er gefoult, aber FSV-Keeper Jourdan konnte gegen Simon Schmidt parieren und Fiordellisis – nach Ettls Sperre einzige Spitze, normal auf der Außenbahn aktiv – Nachschuss ging links am langen Pfosten vorbei. Kurz darauf hatte der FSV im Gegenzug die Chance zum 1:0, konnte aber nur eine Ecke herausholen. In der 18. Minute setzte sich Alexander Grod von der Viktoria bis zur Grundlinie durch, passte nach hinten und der Ball zappelte im Netz (2€ in die Wortspielkasse), aber laut Linienrichter war der Ball vor dem Rückpass im Toraus gewesen.
Bis zur 25 Minute passierte dann recht wenig und ab diesem Zeitpunkt nahm der FSV das Heft in die Hand. Nach einem Freistoß von halbrechts fiel dann auch verdientermaßen in der 33. Minute das 1:0 durch Strack. Die Viktoria zeigte sich allerdings wenig beeindruckt und kam nach vor der Pause zum Ausgleich: nach Flanke von Kovacs setzte sich Grod in der Mitte durch und souverän an Jourdan vorbei. Viel mehr passierte allerdings vor der Pause auch nicht mehr.
Nach der passierte fast 10 Minuten nichts, bevor wie aus dem Nichts der FSV fast erneut in Führung ging. Winters Schuss ging allerdings ans Außennetz. In der 55. netzte dann wiederum Grod zum 1:2 ein: nach schöner Flanke von Kovacs, wiederum von halbrechts, nahm Grod den Ball direkt und zimmerte ihn unter die Latte des Frankfurter Gehäuses. Danach hatte der FSV wieder eine starke Phase, in der in der 63. fast der Ausgleich fiel. Ein Gegenzug der Viktoria brachte fast das 1:3: Fiordellisi setzte sich auf rechts durch und ging in den 16er, sein Schuss knallte an die Latte und von da aus wieder aus dem Tor. Laut Fiordellisi war der Ball drin, ich kann’s von meiner Position aus nicht mit Sicherheit sagen. Den Schlusspunkt setzte in der 72. Minute der für Naciri eingewechselte Hedderich: auf rechts setzte sich wieder Kovacs durch, flankte in die Mitte und Hedderich verwandelte mit einem schönen Flugkopfball zum 1:3.
Verdientermaßen gewann die Viktoria 1:3 und so verlor der FSV zurecht nach 11 Monaten und 3 Tagen (!) zum ersten Mal wieder ein Spiel. Wenn die Viktoria so weiter spielt ist nicht nur der zweite Platz sondern auch ansehnlicher Fußball drin, der vielleicht auch ein paar Zuschauer mehr an den Schönbusch locken würde.
