Projekt 52.2014.30: Martin Suter – Huber spannt aus und andere Geschichten aus der Business Class

Huber spannt aus ist ein Fund aus dem Bücherschrank am Aschaffenburger Bahnhof, von mir halb geplündert nach dem Eintracht-Spiel gegen Augsburg. Martin Suter ist mir eher namentlich bekannt, ich habe zwar schon mal eine Geschichte von ihm gelesen (in Einfach nur Geschichten), das wars dann aber auch. Huber spannt aus wurde auf Grund seiner Struktur – meistens nur zweiseitige Kürzestgeschichten – als Klobuch auserkoren und ließ sich sehr gut lesen, wie der Titel sagt geht es um Geschichten aus der Business Class. Am zutreffendsten aus eigener Erfahrung fand ich die Geschichte “Widmann, Workaholic”:

Widmann selbst ist ein Gesellschaftsworkaholic. Er tut es einfach, weil es gesellschaftlich erwartet wird. (…) Wenn es nach ihm ginge, würde er Punkt siebzehn Uhr nullnull den Griffel fallen lassen und auf einen Drink oder zwei in die ›Big Ben‹-Bar gehen oder auf ›Lago‹-Terasse, je nach Jahreszeit und Witterung. Aber der gesellschaftliche Zwang, bis neunzehn Uhr Dinge zu erledigen, die ohne weiteres bis morgen warten könnten, und dann zu Hause anzurufen, daß es – guess what? – wieder einmal später werde, ist stärker. So sitzt er Abend für Abend am Schreibtisch, erledigt längst Erledigtes und beteiligt sich am Lichterwettbewerb der oberen Kader: Wessen Licht geht zuletzt aus?
(Martin Suter – Hubert spannt aus und andere Geschichten aus der Business Class, S. 91f)

Das Buch enthält viele ebenso sehr unterschwellig humorige Geschichten, hat mir gut gefallen, einem Romanwerk von Martin Suter wäre ich nicht abgeneigt, wobei ich in nächster Zeit Versuche, endlich mal den zweiten Teil der SZ-Bibliothek fertig zu lesen, aber man weiß ja nie was einem über den Weg läuft, unabhängig davon bin ich auch gerade an den Dresden Files.

Swindon Town – Bristol City 1:0 (0:0)

Von Cambridge gings am Samstag via London nach Swindon, ganz ordentliche Zuckelei, Cambridge – King’s Cross, Tube nach Paddington, Paddington nach Swindon. In Swindon sprach uns gleich die Polizei an von wegen Crowd Control, als neutraler Zuschauer konnten wir aber ungehindert ins Städtchen ziehen, es waren aber schon relativ viele Gästefans in dem einen Pub am Bahnhof. Wie üblich ist Swindown auch ein ganz netter Kiez, nach einem kleinen Spaziergang durch die Innenstadt und einem mal wieder unergiebigen Besuch beim CEX – ich muss erst mal meine vorhandenen Spiele wieder auflisten bevor ich noch mehr Spiele kaufe, die ich nie anspiele ;) – gings noch kurz in einen Pub Wetherspoon’s, wo wir zwar vom Balkon vertrieben wurden, aber immerhin unten draußen stehen konnten, das Wetter tagsüber war ganz nett, auch wenns mit Einbruch der Dunkelheit doch recht frisch wurde. Einen kurzen Fußmarsch später waren wir am Stadion, kurz Tickets abholen, ehe wir das Swindoner Wahrzeichen besichtigten, den Magic Roundabout, wirkte aber weniger beeindruckend als erwartet, Stau gabs außerdem auch auf einigen Zufahrten, das sollte es doch eigentlich gar nicht geben… ;)

Der County Ground ist mal wieder ein buntes Potpourri an Tribünen, wir selbst fanden uns auf der Gegentribüne wieder, die mit der Haupttribüne das Stadion dominiert. Die Haupttribüne ist recht mächtig, hat ein nicht freitragendes Dach und einen recht kleinen Unterrang sowie einen großen, nicht überhängenden, Oberrang. Die Gegentribüne ist recht ähnlich, allerdings ist das Dach hier freitragend, dafür der Unterrang deutlich kleiner, in den Sitzen steht weiß in rot “SWINDON”. Recht interessant sind die beiden Hintertorseiten, zu unserer linken war das Town End, eine kleine Tribüne mit nicht freitragenden Dach und nur einem Rang, die nicht nur Fans aufnimmt, sondern auch einen der Flutlichmasten beherbergt, der durch das Dach hinaus geht, man sieht doch immer mal wieder was neues, die Flutlichtmasten sind jedenfalls sehr klassisch, kein Quatsch mit am Dach angebracht oder so. Bleibt noch die vierte Seite, das Stratton End, auf dem die Gästefans plaziert sind, wobei ein kleiner Teil von ihnen auch auf der Seite der Haupttribüne Platz findet, eine nicht überdachte Tribüne mit einer kleinen Anzeigetafel (immerhin ein Fortschrifft gegenüber Cambridge ;)) und, achtung, festhalten, einer Rolex-Uhr! Klingt spektakulärer als es aussieht (siehe Foto), es wird jedenfalls gemunkelt der County Ground wäre der einzige Ground auf der Welt, in dem eine Rolex-Uhr als Zeitnehmer fungiert, insgesamt jedenfalls eine nette Kiste.

Topspiel und West Country Derby in einem, da hatten wir uns die richtige Partie ausgesucht: die Gäste aus Bristol mit 10-6-0 bisher ungeschlagener Tabellenführer (einziges Team in England in den ersten vier Ligen das ebenfalls noch ungeschlagen ist: Chelski…), Swindwon auf Platz 3 mit 8-5-3 immerhin schon 7 Punkte hintendran, allerdings nur 2 hinter Preston, die vor dem Spieltag den zweiten Platz, der auch zum direkten Aufstieg qualifiziert, belegten. Dementsprechend war das Stadion nicht nur gut gefüllt, die Stimmung war auch sehr gut, sowohl von den Heim- als auch von den Gästefans. Den ersten Aufreger gabs sofort nach Anpfiff, Foul auf Höhe Mittellinie an der Haupttribünen-Seite, Besprechung vom Schiedsrichter mit seinem Assistenten – glatt Rot für die Gäste, die in der hübschen Farbkombination Lila Trikot-Grüne Hose aufliefen. Wie es oft so läuft war es nicht so dass Bristol gleich anbrach, in der ersten Hälfte stellten sich die Gastgeber nicht sonderlich clever an und Bristol konnte auch in Unterzahl ohne Probleme das 0:0 halten. Die Gästefans waren gut dabei und warfen Rauchbomben aufs Spielfeld, lustig dabei dass eine vor uns sitzende ältere Dame das per SMS weitermeldete mit den Worten “so far2 flares throne on pitch”… :)

In der zweiten Halbzeit machte es Swindon dann besser und kam zu etlichen guten Chancen, das Tor wollte aber einfach nicht fallen, bis Michael Smith gut 10 Minuten vor Schluss im 16er angespielt wurde, hasenhaft ein paar Haken um die ganze Hintermannschaft der Gäste schlug und neben den rechten Pfosten einnetzte. Auch in Unterzahl versuchte Bristol City dann nochmal die Serie nicht reißen zu lassen, immer verwunderlich wie es dann mit einem Mann weniger gelingt, nochmal Druck aufzubauen, es gelang den Gästen aber kein Tor und Swindon behielt die Punkte verdient daheim, dank der Heimniederlage von Preston gegen Bradford sind die Robins (also die aus Swindown, Bristol City sind ja auch Robins) jetzt Tabellenzweiter.

Wir machten uns nach dem Spiel auf den Weg zurück ins Städtchen, kurz beim Tesco Verpflegung für die Fahrt kaufen, dann gings via Zug zurück nach Paddington, per Tube nach Liverpool Street und wiederum mit dem Zug nach Stansted, Übernachtung am Flughafen war angesagt, ging es doch am Sonntag sehr zeitig wieder zurück. Dank sagenhafter Ortskenntnis konnte ich uns an der Liverpool Street noch zwischen Tube-Ankunft und Zug-Abfahrt zum Tesco lotsen um einen Absacker zu kaufen, den wir dann in unserem Suite-haften Zimmer im Holiday Inn bei James Bond verknusperten. Der Trip hatte zwar etwas komisch begonnen, ist lange her dass ich mal nach Kollege Flopsi landete und kein Sightseeing machen konnte, beim Abflug wars aber wieder das alte Spiel, auch wenn ich nur eine halbe Stunde später dran war, aber so hatte ich immerhin noch Zeit für ein kleines Frühstück. Ansonsten nichts aufregendes, ab nach Hahn, im Hunsrück noch einen Cache gehoben und dann nix wie heim, erst mal eine Runde mützen. Bis auf den Nach-Weihnachtstrip wars das wohl dieses Jahr mit England, Anfang Dezember steht aber immerhin noch ein Berlin-Wochenende auf dem Plan.

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Cambridge United – Northampton Town 2:1 (0:0)

Nichtmal die Spielberichte vom letzten England-Trip online, da gings “schon wieder” auf die Insel, dieses Mal zur Abwechslung mal wieder zu einem echten Kurztrip, gerade mal etwas mehr als 36 Stunden im heiligen Land, reichte aber immerhin zu zwei Spielen. Freitag Mittag gings mit der Karre in den lieblichen Hunsrück, zum Glück noch vor dem Feierabendverkehr, der Puffer war insofern nicht nötig, aber man weiß ja nie, ansonsten Hahn ist ja mittlerweile auch Standardprozedere was Anfahrt, Parken etc. angeht. Beim Check-In das übliche Geblödel mit ewig langer Schlange, obwohl es ja mittlerweile selbst bei RyanAir zugewiesene Sitzplätze gibt. Nach ereignislosem Flug, trotz angekündigter Turbulenzen, gabs in Stansted eine positive und eine negative Überraschung: immerhin eine Stunde Free Wifi, dafür bringen die E-Passport-Gates nicht mehr so viel wie früher, den Trick haben mittlerweile doch mehr Menschen raus. Den Zug kurz nach Landung hätte ich aber wohl so und so verpasst, am Ende hatte ich nach der Grenzkontrolle noch eine gute Dreiviertelstunde Zeit, da konnte ich zumindest noch ein Top Up für meine lokale SIM-Karte holen, ehe es gemütlich zum Zug ging. Kurze Zeit später war ich in Cambridge, danach noch mehr oder weniger (letzteres traf eher zu) geschickt zur Travelodge getapert, wo Kollege Flopsi schon fast auf Kohlen saß, das leichte Gepäck abgelegt und auf zum Abbey Stadium. Die Wegwahl zum Stadion war ähnlich gut wie meine Wegwahl vorher, irgendwann waren wir in einer dunklen Sackgasse ohne Ausweg, am Ende warens dann wahrscheinlich gut 3,5 km zum Stadion, nicht unmöglich lang, aber schon ein Stückchen zu laufen, vor allem der letzte Teil durch einen Park war sehr interessant, so im Dunkeln mit Nebel. Vor Ort dann ab zum Ticket Office, durch die nächste Hohle Gasse zum Eingang und dann ab ins Stadion.

Das Abbey Stadium ist eine ganz nette Kiste, die Unterscheidung der Tribünen in alt und neu fällt leicht: freitragend – neu, nicht freitragend – alt. Neu ist nur die eine Hintertortribüne, der South Stand, der im Jahr 2002 eröffnet wurde, ergo fanden wir uns auf einer Tribüne mit Doppel-T-Profile vor der Nase, bei den vielen Neubauten die man so sieht ja ganz charmant und sofern der Pfeiler nicht vor dem Tor order dem Strafraum ist eh okay. Auf dem South Stand, der die Gästefans beherbergt, steht CUFC schwarz in den sonst gelben Sitzen, ganz schmuck. Die Gegentribüne ist nicht über die ganze Länge des Spielfeldes überdacht, die Ecke zum North Stand ist offen, auf der Nordseite schließt sich da quasi ein kleiner Schuppen für die Rollstuhlfahrer an, daneben folgt eine überdachte Tribüne. Der Main Stand ist eine recht große Tribüne, aber etwas kleiner als die gesamte Länge des Spielfelds. Alles in allem ein hübsches Stadion, mit 5.644 Zuschauern auch eine gute Zuschauerzahl und durchaus stimmungsvoll.

Die “Amber Army”, Aufsteiger aus der Conference, zeigte ein gutes Spiel, ebenso wie Cobblers, zur Pause stand dann trotzdem ein 0:0 zu Buche, immerhin eines der besseren Sorte. Nach Pause gings dann dafür gleich zur Sache, die Gäste nach 5 Minuten mit der Führung, die aber nur eine Minute bestand hatte, dann hatten die Us nach einer Ecke ausgeglichen. Am Ende hatten die Gastgeber auch das bessere Ende für sich, 12 Minuten vor Schluss fiel der Siegtreffer für die Us, die Cobblers hatten zwar am Ende noch Chancen auf den Ausgleich, es blieb aber beim 2:1 für die Gastgeber. Gute Partie, immerhin drei Tore, fast genau so viele wie beim zeitgleichen Spiel Deutschland – Gibraltar. ;)

Für den Rückweg wählten wir dann, der Abwechslung wegen, den Weg über Westen zurück, der war dann zwar, weil wir uns nicht durch die Gassen schlichen, etwas länger, aber auch noch knapp unter 4 km. Vom Städtchen gabs für mich dann halt nix mehr zu sehen, muss halt Street View herhalten, was will man machen, große Lust nach dem Spiel nochmal ins Städtchen zu gehen war auch nicht vorhanden, stattdessen gabs noch eine Pizza um die Ecke, ehe es zum Absacker ins Hotel ging.

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Projekt 52.2014.29: Amos Oz – Ein anderer Ort

Wie so oft brachte mir die SZ-Bibliothek einen mir bisher unbekannten Autoren, Amos Oz, ein israelischer Schriftsteller. In Ein anderer Ort beschreibt Oz das Leben in einem Kibbuz, insofern sehr praktisch da ich mich schon immer über die Kibbuzim gewundert habe, also schön einen, wenn auch romanhaften, Einblick zu bekommen. Der Erzähler wird nicht genannt, ist aber mutmaßlich ein Bewohner des Kibbuz, obwohl er eigentlich zuviel weiß. Der Kibbuz “Mezudat Ram” liegt an der nördlichen Grenze Israels, an einem Hang und ist damit ständig von außen bedroht, in der Tat gibt es auch militärische Zwischenfälle, Oz’ Augenmerk liegt allerdings auf dem Blick ins Innere, wo der Kibbuz auch durchaus einiges zu bieten hat. Da ist zum Beipsiel Ruven Charisch, der von seiner Frau, die nach Deutschlang ausgereist ist, verlassen wurde und der ein Verhältnis mit Bronka Berger, der Frau des Lastwagenfahrers Esra Berger, hat. Dieser beginnt ein Verhältnis mit Noga, Ruvens Tochter, und schwängert diese sogar, eine durchaus wüste Geschichte also, allerdings nur ein Teil der inneren Verstrickungen, die den Kibbuz schütteln.

Ein anderer Ort ist interessant geschrieben und trotz seiner über 400 Seiten kurzweilig zu lesen, allein die Vielzahl an handelnden Personen, die teilweise auch noch zu ihrem eigentlichen Namen einen Kosenamen tragen, sorgte bei mir am Anfang für Verwirrung, man kommt aber ganz gut in die Geschichte hinein. Amos Oz steht jetzt trotzdem nicht direkt auf der Leseliste, dafür hat mich das Buch dann doch nicht genug gefesselt, aber vielleicht merke ich ihn mir mal für ein weiteres Buch vor, dann sollte aber erstmal die SZ-Bibliothek erledigt sein, das zieht sich jetzt dann doch schon viel zu lange.

Viktoria Aschaffenburg – TSV Großbardorf 4:2 (3:1)

Das Heimspiel der Viktoria gegen die “Grabfeld-Gallier” aus Großbardorf dürfte das wärmste Spiel gewesen sein, dass ich jemals um die Jahreszeit gesehen habe, schön 90 Minuten im T-Shirt rumgestanden und keine Sekunde gefroren, herrlich. Das schöne Wetter alleine hätte eigentlich schon gereicht, dazu gabs aber noch ein unterhaltsames Spiels, das allerdings 19 Minuten benötigte, Fahrt aufzunehmen, ehe die Viktoria nach schönem Angriff das 1:0 erzielte. Der Stadionsprecher war gerade verklungen, da zeigte Großbardorf einen schönen Angriff über rechts, zack 1:1, 20. Minute, kommt zwar ab und an vor, hat man aber auch nicht so oft, dass direkt nach dem Wiederanpfiff der Gegentreffer fällt. Die Viktoria zeigte sich aber unbeeindruckt und legte vor der Pause noch zwei Tore vor, mit einem komfortablen 3:1 ging es in die Pause. Die zweite Halbzeit lief dann etwas gemächlicher, die Viktoria erst mit dem 4:1, Großbardorf dann mit dem 4:2, die letzte halbe Stunde passierte dann nicht mehr viel. Lediglich 623 Zuschauern waren etwas enttäuschend, bei dem herrlichen Wetter hatte ich mit mehr gerechnet, vielleicht waren die friedhöflichen Konkurrenzveranstaltungen, von wegen Allerheiligen, aber für einige doch attraktiver.

Nächstes Heimspiel ist für mich am 07. März 2015 (!), denn vor der Winterpause gibt es nur noch ein Heimspiel gegen Hof, an dem Wochenende bin ich aber mal wieder im Mutterland des Fußball, also eh okay, dass ich das letztmögliche Heimspiel noch mitgenommen habe und dann nicht nur vom Wetter sondern auch vom Spiel verwöhnt wurde. :)

Viktoria Aschaffenburg – Alemannia Haibach 5:0 (5:0)

“Stadtderby”, titelte die Stadionzeitung des Main-Echo am Samstags anlässlich der Besucher aus Haibach, natürlich nicht richtig, ist Haibach doch eine eigenständige Gemeinde. Derby-Zeit war natürlich schon, das Spiel demnach auch gut besucht und der Parkplatz vorm Stadion so voll, dass ich auf den Gästparkplatz auswich, passte mir aber sowieso besser, weil ich von dort aus nach dem Spiel laufen gehen wollte und mich dazu ja umziehen musste und dabei keine exhibitionistischen Handlungen vornehmen wollte. 1.749 Zuschauer bedeuteten allerdings nur den zweitbesten Saisonwert, ich hatte mit mehr als den ich glaube 2.200 Zuschauern vom Derby gegen Erlenbach gerechnet, war vielleicht aber auch dem unsicheren Wetter zu danken.

Haibach legte gut los und hatte eine dicke Chance zum 0:1, wer weiß was passiert wäre, wäre Huth nicht zwei Mal an Steigerwald gescheitert, nachdem die Abwehr der Viktoria sich indisponiert zeigte, man wird es jedenfalls nie erfahren. Zwei Minuten später der erste Angriff der Viktoria, Schnitzer hat vor dem 16er alle Zeit der Welt und sein auf den ersten Blick nicht sonderlich fester Schuss bedeutete das 1:0 für die Viktoria. Köstlich dazu die Webseite der Viktoria: “(…) setzte einen Flachschuss ab, der auf dem nassen Rasen Fahrt aufnahm und unhaltbar für Dominik Stürmer ins rechte Toreck einschlug” – ich stelle mir das so vor wie bei den Zeichentrick-Kickers oder Nintendo Soccer auf dem Gameboy, Ball kurz angetippt, der wird einfach immer schneller und dann Tor. ;) Knappe 10 Minuten später stand es dann 4:0, Cheron, Pieper und Toch hatten, nach teils schönen Spielzügen getroffen, Haibach von der Rolle wie Brasilien im WM-Halbfinale gegen Deutschland. Danach war erstmal ein bisschen Ruhe angesagt, fünf Minuten vor der Pause schlug dann erneut Toch zu, das 5:0 bedeutete gleichzeitig auch den Endstand, die zweite Hälfte war sehr einschläfernd, hätte man sich sparen können, dafür wurde man aber in der ersten Hälfte gut unterhalten.

Zwei Dinge muss ich noch loswerden: Erstens, das Derby zog, sogar der Bürgermeister wurde im Stadion gesichtet. Zweitens, ich hoffe es wird jetzt nicht zur Regel, dass sich der Verpflegungsstand an der Ecke Haupt-/Hintertortribüne auf getrennte Ausgabe von Speisen (links) und Getränken (rechts) umstellt, weil auf zwei Mal anstellen habe ich eigentlich keine Lust. Achso, eins noch: mir wurde ja schon mal ein Schirm untersagt, damals mit dem Argument “Metallspitze geht nicht”, am Samstag hieß es dann “nächstes Mal bitte einen Schirm ohne Spitze”…

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Haupttribüne gut gefüllt

Haupttribüne gut gefüllt

Immerhin mal sowas wie Gästeblock-Stimmung

Immerhin mal sowas wie Gästeblock-Stimmung

Hintertortribüne auch unerwartet voll

Hintertortribüne auch unerwartet voll

Endstand

Endstand

Auf Aschaffenburg schien am Ende sogar die Sonne. :)

Auf Aschaffenburg schien am Ende sogar die Sonne. :)

6. Sunbed Volks- und Straßenlauf “Rund um das Vitamar”

Letzter Wertungslauf des Cordenka Laufcups 2014 und obwohl klar war, dass ich für die Siegerehrung in der Alterklasse nicht mehr die nötigen Punkte erlaufen konnte, war die Teilnahme gebucht. Diese Woche hatte ich einen ~10km, einen ~7km und am Tag vor dem Lauf noch einen ~5km-Lauf gemacht, beim 5km-Lauf 3 km im “angestrebten Wettkampftempo”, ungefähr eine 4:20/km im optimalen Fall, mit allem unter 4:30/km wäre ich aber auch zufrieden gewesen. Heute morgen schälte ich mich dann recht unausgeschlafen und mit sauren Beinen aus dem Bett, ob der Lauf am Tag vorher empfehlenswert war, sei also mal dahingestellt. Hilft aber alles nichts, angemeldet war ich ja und so gings gegen viertel vor neun nach Kleinostheim. Auf dem Weg habe ich noch gemerkt, dass ich mein Startnummernband nicht eingepackt hatte, aber die Zeit war schon etwas zu knapp, um noch zurück zu fahren, also musste es auch ohne gehen, mit Startnummernband ist es halt irgendwie angenehmer.

In Kleinostheim parkte ich dann in der Querstraße vor dem Vitamar und machte mich erstmal auf, die Startnummer zu holen, quasi keine Ausschilderung an der Maingauhalle, aber trotzdem schmerzfrei zu machen. Bis ich dann umgezogen und bereit war, war es schon kurz vor Start, es war gerade Zeit, nochmal aufs Klo zu gehen und mich dann an den Start zu begeben. Den Beginn der Strecke kannte ich dann schon, Geocaching for the win, es ging vom Vitamar aus an der Waldstadt vorbei, dann aber nicht wie ich erwartet hatte, erst zum Schluchthof und dann gegen den Uhrzeigersinn zurück sondern erst nach links in den Wald hinein auf eine kurze Runde, dann weiter Richtung Wasserwerk Dettingen (?), von dort zum Schluchthof und durch die Waldstadt zurück. Zu Beginn ließ ich es erst mal laufen, fühlte sich nicht sonderlich leicht an, aber war okay, am Anfang stand die Pace noch bei unter 4:20/km, im weiteren Verlauf des Rennens pendelte ich mich auf 4:24/km ein. Das erwies sich dann als nicht ganz einfach zu halten, gerade um Kilometer 6 und 7 musste ich schon ganz schön kämpfen. Kilometer 9 war dann kurz vor der Brücke an der Hörsteiner Straße zurück nach Kleinostheim, die Brücke runter gabs nochmal einen Schub, dann zog ich kurz vor Schluss noch mal einen Endspurt an, die Lektion, beim Zieleinlauf mal schlau zu schauen, hab ich zwar schon gelernt, allein es hapert an der Umsetzung.

Nächstes Mal vielleicht wirklich mal schlau schauen...

Nächstes Mal vielleicht wirklich mal schlau schauen…

Mit der 4:24/km am Ende bin ich sehr zufrieden, nach wie vor frage ich mich, wie ich beim 19. Schlappeseppel-Marktplatzlauf in Großostheim diese Saison eine 4:18/km aufs Tapet gezaubert habe, davon abgesehen war das jedenfalls meine “Personal Second Best”, wobei ich gar nicht weiß, ob der Marktplatzlauf bestszeitfähig war, ist mir fürs persönliche Archiv aber auch wumpe. Eigentlich verrückt, dass ich ohne explizites Tempotraining dann an guten Tagen auch die 4:30/km unterlaufen kann, nachdem ich jetzt nichts mehr größeres vorhabe dieses Jahr außer eventuell noch einem Halbmarathon schaue ich mich vielleicht mal nach einem Tempotrainingsplan um. Ob sich dann groß noch was tun wird muss man schauen, vom Gefühl her habe ich mir nichts vorzuwerfen, ich denke auch heute war nicht mehr drin, am Ende war ich richtig platt, meine Tempoeinteilung scheint auch nicht so schlecht zu sein, weil ich wohl relativ konstant laufe und gegen Ende der Strecke meistens noch ein paar Läufer schlucke.

Die Sommer-Laufsaison ist damit jedenfalls beendet, bei 8 Wertungsläufen hätte es vielleicht für einen Platz unter den ersten 3 in der Alterklasse gereicht, mit 5 Wertungsläufen war da leider nichts zu machen. Nächstes Jahr in der M35 siehts eher schlecht aus denke ich, nur schade, dass ich es verpasst habe, mir in Mainaschaff meine Prämierung für Platz 3 in der Alterklasse abzuholen. :( Jetzt muss ich mal meine Distanzen überprüfen, um zu schauen, ob die 1.000 km dieses Jahr noch zu machen sind, davon abgesehen spiele ich gerade mit dem Gedanken, an der 32. Winter-Crosslaufserie Goldbach teilzunehmen.

P.S.: Für die Statistik: 32. von 139 Finishern, 25. von 103 Männern, 6. in der Altersklasse M30, Pace 4:24/km, Zeit im Ziel 00:44:02.