Projekt 52.2014.24: John le Carré – Call for the Dead

Nicht dass ich es gerne mache, aber oft lese ich Bücher nicht unbedingt in der Reihenfolge, in der es vielleicht besser wäre – bei Call for the Dead war das jetzt mal wieder der Fall, denn von der Erzählung her kommt das Buch vor Der Spion, der aus der Kälte kam, da mir allerdings gar nicht bekannt war, dass letzteres nur ein Teil der “George-Smiley-Bücher” ist, bin ich dieses Mal gänzlich unschuldig.

Smiley, der im Spion der aus der Kälte kam, nur am Rand vorkommt, spielt hier die Hauptrolle. Die Geschichte beginnt dem Selbstmord von Samuel Fennan, einem Angestellten im Auswärtigen Amt, der Selbstmord begangen hat, nachdem er von Smiley nach einer anonymen Anschulding der Spionage, interviewt wurde. Während Smiley am nächsten Tag Fennans Frau Elsa in deren gemeinsamen Haus vernimmt, klingelt das Telefon und als Smiley den Anruf entgegennimmt, stellt sich heraus, dass dieser, so wie ich das verstanden habe, eine Art “Weckanruf” für Samuel Fennan war, mit dem Nachkriegstelefonbetrieb kenne ich mich nicht sich gut aus und aus heutiger Sicht ist das immer etwas belächelnswert, aber dieser Anruf bringt Smiley darauf, dass Fennan sich wohl doch nicht selbst umgebracht hat, denn sonst hätte er wohl kaum einen Anruf für den nächsten Tag in Auftrag gegeben.

Smiley trifft Inspektor Mendel, einen Polizisten, der sich kurz vor dem Ruhestand befindet, und untersucht mit diesem dann gemeinsam den Fall Fennan und es entwickelt sich eine recht verzwickte Spionagegeschichte. Hans-Dieter Mundt, der im Spion der aus der Kälte kam, eine gewichtige Rolle, dann allerdings schon in der DDR, spielt, begegnet Smiley persönlich, die Flucht von Mundt, die im Spion auch thematisiert wird, wird hier aber nicht aufgeklärt, vielleicht ist das im zweiten Buch der Fall. Schlussendlich hilft es Smiley, dass er einen der ostdeutschen Agenten, Dieter Frey, noch aus seiner, Smileys, Zeit in Deutschland kennt und er stellt ihm eine Falle. Elsa, die die eigentliche Spionin war, wird dabei von Frey ermordet, im dichten Londoner Nebel kommt es danach zum Kampf zwischen Frey, Mendel und Smiley, dem Frey zum Opfer fällt.

Wie gesagt ist es manchmal etwas schwierig, sich in die sechziger Jahre zurück zu versetzen, von wegen Anrufe über die Telefonzentrale etc. Die Geschichte ist aber stimmig und entwickelt sich recht langsam zu ihrem dramatischen Höhepunkt hin. Demnächst steht dann Band zwei, A Murder of Quality auf der Liste, den ich zwar direkt nach Call for the Dead angefangen, nach dem Surfurlaub über Pfingsten allerdings nicht weiter gelesen hatte, Neuanfang also wieder bei Seite 1.

Und schon wieder ein neues Design/Theme

Nächstes WordPress-Upgrade auf Version 4.0, dieses Mal hat das Upgrade zwar nicht das Theme an sich zerschossen wie letztes Mal, dafür war die Seitenleiste irgendwie am Arsch. Gut, sonderlich toll fand ich das Theme “Twentyfourteen” eh nicht, insofern gibt’s jetzt mit Finch erst mal* was sehr schlichtes.

* “Erst mal” kann eine sehr lange Zeit bedeuten. ;)

Günstig ist anders…

…aber ich freue mich, endlich den berühmten Boleyn Ground zu besuchen, dann noch zum Derby gegen QPR, sweet. 70 Euro für ein Ligaspiel sind aber halt schon happig und das ist nicht mal die teuerste Kategorie.

Eintrittskarte und Booking Confirmation West Ham United - QPR

Viktoria Aschaffenburg – Eintracht Bamberg 0:1 (0:1)

Schon lange nicht mehr bei der Viktoria gewesen, bei halbwegs ordentlichem Wetter stand am Dienstag ein Heimspiel im Totopokal an und ich nutzte die Gelegenheit für Fußball, Bier und Rindswurst. Die gleiche Partie sah ich vor fast genau 13 Monaten schon, damals mit einer 40minütigen Unterbrechung wegen Verletzung eines Bamberger Spielers, am Dienstag gings zum Glück ohne große Blessuren ab. Gegen die klassenhöheren Bamberger sah die Viktoria nicht schlecht aus und stand in der Abwehr kompakt, nach gut zwanzig Minuten gabs dann erst eine Dreifachchance für Bamberg und kurz danach die nicht zwingende, aber auch nicht unverdiente Führung. Mit einem weiteren Tor vor der Pause hätte Bamberg wohl den Sack zu machen können, war aber nix und in der 2. Halbzeit hatte die Viktoria deutlich mehr vom Spiel, am Ende aber nur ein Übergewicht bei den Pfostentreffern, 2:1 stand es da zum Abpfiff. Eine Großchance vor dem quasi freien kurzen Eck hätte ansonsten auch verwandelt werden dürfen, ich weiß gar nicht, wer da vergeben hat, Bamberg war am Ende der Partie jedenfalls sehr schwach und hätte sich nicht nur über den Ausgleich nicht beschweren dürfen, war aber auch nicht nötig, die Viktoria schied aus dem BFV-Totopokal aus und Bamberg zieht ins Viertelfinale ein.

Freistoß für die Viktoria, Stadion am Schönbusch, Viktoria Aschaffenburg - Eintracht_Bamberg

Endstand, Stadion am Schönbusch, Viktoria Aschaffenburg - Eintracht_Bamberg

What We Do and Don’t Know about Software Development Effort Estimation

Weil ich selbst gerade mit einem Software-Entwicklungs-Projekt beschäftigt bin, hat mich der Artikel What We Do and Don’t Know about Software Development Effort Estimation, den ich über Code Project erhalten habe, angesprochen, ist ja auch nicht so, dass ich in meiner Zeit am HLRS nicht intensiv in dem Bereich gearbeitet habe. ;)

Ein paar interessante Aussagen aus dem auch in Gänze lesenswerten Artikel:

  • “This suggests that a main reason for effort overruns is that clients tend to focus on low price when selecting software providers – that is, the project proposals that underestimate effort are more likely to be started. An implication of these observations is that clients can avoid effort overrun by being less price – and more competence – focused when selecting providers.” – Sieht man glaube ich nicht nur im IT-Bereich, wenn das niedrigste Angebot gewählt wird und die Folgekosten dann sehr groß werden.
  • “In spite of the strong evidence documenting our inability to set accurate minimum and maximum effort values, current estimation methods continue to assume that it can be done.”
  • “Without noticing it, [expert] people will tend to produce effort estimates that are too close to the [estimation] anchors. Knowing that the client expects a low price or a low number of work – hours, for example, is likely to contribute to an underestimation of effort. – Da sollte man meinen, dass “expert judgement” genau so etwas vermeiden würde, aber wohl weil gefehlt, spielt ja auch ein bisschen in der gleichen Liga wie der erste Punkt.
  • “Highly competitive bidding rounds where the client has a strong focus on low prices are likely to lead to the selection of an overoptimistic bidder and consequently cost overruns and lower software quality. This is termed “the winner’s curse” in other domains.” – Summiert die beiden vorherigen Punkte ganz gut.
  • “Estimates not only forecast the future but also frequently affect it. Too – low estimates can lead to lower quality, possible rework in later phases, and higher risks of project failure; too-high estimates can reduce productivity in accordance with Parkinson’s law, which states that work expands to fill the time available for its completion.” – Finde ich sehr schön, vor allem den Verweis auf Parkinson’s Law. Im Endeffekt kann man also wenig machen, außer eben sehr genau schätzen, was wie gesagt schwierig ist.
  • “Currently, we don’t even know whether there’s an economy of scale (productivity increases with increasing project size) or a diseconomy of scale (productivity decreases with increasing project size) in software projects.”

Und was kann man machen, um die obigen Fehler zu vermeiden? Am besten wohl aus der eigenen Vergangenheit lernen: “Relevant Historical Data and Checklists Improve Estimation Accuracy” und vielleicht noch Combining Independent Estimates Improves Estimation Accuracy, was heißt, dass eine möglichst große Auswahl von Personen mit unterschiedlicher Erfahrung, Abschätzungen abgeben sollten.

Ich sollte mich in Zukunft also noch weniger über das wundern, was in Projekten vorgeht und das Bauchweh, dass ich habe, wenn ich irgendwelche Zeitabläufe alleine schätzen muss, ist anscheinend wohlbegründet.

Projekt 52.2014.23: Tess Gerritsen – Last to Die

Mit Last to Die war endlich das aktuelleste Rizzoli & Isles-Buch dran, nach einigen Verwechselungen vorher also zum Abschluss nochmal die richtige Reihenfolge, bevor in die Fernsehserie reingeschaut habe. Selbige ist zwar deutlich anders als die Bücher, wem die Bücher gefallen haben, der wird aber sicher an der Serie auch seinen Spaß haben.

In Last to Die geht es um eine Gruppe von Kindern, die zwar an sich nichts miteinander zu tun haben, die aber alle ein Unglück überlebt haben und deren Pflegeeltern danach ebenfalls einem zumindest suspekten Tod anheim fielen. Es stellt sich heraus, dass jeweils ein Verbrechen vorlag und schließlich gelingt es Rizolli und Isles, eine Verbindung zwischen den Kindern herzustellen. Die Motivation für die Taten erschließt sich relativ spät, auch das Ende ist relativ überraschend, wie immer bei Rizzoli & Isles aber ein solides, spannendes Buch.

Holstein Kiel – Energie Cottbus 0:1 (0:0)

Kurzer Abstecher an die Nordsee, dank Schwester und Schwager, die dort ein Ferienhaus gemietet hatten. Dänemark bot sich leider zum Cachen an, nicht zum Hoppen, dafür stand mit Kiel der vorletzte noch fehlende Ground in den ersten drei Deutschen Ligen auf dem Programm und Samstag Vormittag gings bei viel Verkehr erst durch die nordfrisiesche Landschaft und dann nach Kiel, trotz bereits regem Verkehr auf der A7 waren wir – Herr K. mit Schwester und Schwager – wie geplant gegen 12:30, 90 Minuten vor Anpfiff, am Stadion, parken um die Ecke war auch kein Problem, die Logistik also perfekt. Auf dem Weg zum Stadion noch schnell den täglichen Cache gehoben, dann erstmal Tickets gewichtelt, Stehplatzblock L auf der Gegengerade war auserkoren, was sich auch als gute Wahl erweisen sollte, da die wenigen aufregenden Szenen genau vor unserer Nase stattfinden würden. Nach einer kleinen Dreiviertel-Stadion-Runde inklusive Eis schnappen an der Shell gegenüber des Stadions und Bewundern des Polizeiaufgebots vor dem Gästeblock gings ins Stadion, auf dem Weg zum Eingang Block L sind auch ein paar schöne Graffiti zu bewundern, von hinten deutet sich dann schon an, dass das eigentliche architektonische Highlight des Stadions die urige Haupttribüne ist, der Rest des Stadions besteht entweder aus Stahlrohr (West- und Nordtribüne) oder ist sogar noch eine klassische Stehplatzkurve (Ost, gleichzeitig Gästebereich) – ein durchaus asymmetrisches Staidon also, wie man es heutzutage nicht mehr so häufig sieht, die Gästekurve hat dabei durchaus noch Charme, erinnert sie doch an die ursprüngliche, klassisch ovale Form des Stadions, für die Gästefans weniger schön ist allerdings, dass die Kurve nicht überdacht ist und man sich auf Grund der Form auch recht weit vom Geschehen entfernt befindet.

Vor dem Anpfiff gabs noch ein sehr enttäuschendes Menü, das Bier war zwar, okay, die Wurst allerdings platt auf dem Teller mit einer halben Scheibe Toastbrot – und ich dachte immer, sowas gibts nur im Osten. Naja, die Wurst war immerhin okay. Das Spiel war insgesamt relativ mäßig, was einerseits auf das Geschehen auf dem Rasen zutrifft, andererseits auch auf die Stimmung, der Holstein-Fanblock war sehr verhalten, schade, die Gäste aber dafür ganz ansehnlich laut. Wenns auf dem Rasen nicht spannend ist muss man sich halt anderweitig behelfen, die Schwester nutzte die SMS-Funktion der Videoleinwand um dem Schwager eine Botschaft zu schicken. :) Ansonsten erinnere ich mich in der ersten Halbzeit nur an einen sehenswerten Angriff der Gastgeber, der allerdings am Pfosten endete, besser machte es nach dem Seitenwechsel Cottbus, insgesamt eh feldüberlegen und dann mit dem Tor des Tages, die zweite Halbzeit versüßte uns im wahrsten Wortsinn der Süßigkeitenbecher, den es am Imbissstand für einen Euro zu erwerben gibt, hat man auch nicht alle Tage.

Mäßiges Spiel, aber ein nettes Stadion und insgesamt eine sehr angenehm entspannte Atmosphäre. Die An- und Abreise war zwar mit einfach ungefähr 130 km jetzt auch kein Pappenstiel, aber im Vergleich zur Anfahrt von Aschaffenburg – einfach 600 km – natürlich ein Klacks. Und jetzt fehlt nur noch Chemnitz. Und dann alle Regionalligen. Oder so. ;)

Bilder

Vor dem Stadion

Vor dem Stadion

Graffito I, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Graffito II, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Graffito III, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Graffito IV, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Graffito V, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Old school-Haupttribüne

Old school-Haupttribüne

Hinter dem Gästeblock

Hinter dem Gästeblock

Denkmal vor dem Stadion

Denkmal vor dem Stadion

Hinter dem Stahlrohr

Hinter dem Stahlrohr

Stadionpanorama I, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Stadionpanorama II, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Stadionpanorama III, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Stadionpanorama IV, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Stadionpanorama V, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Stadionpanorama VI, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Haupttribüne, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Gästeblock noch recht leer

Gästeblock noch recht leer

Westtribüne

Westtribüne

Nordtribüne

Nordtribüne

Nordtribüne und Gästeblock

Nordtribüne und Gästeblock

Herr K. im vorletzten Ground

Herr K. im vorletzten Ground

Äußerst enttäuschendes Halbzeitmenü

Äußerst enttäuschendes Halbzeitmenü

Vor dem Einlauf

Vor dem Einlauf

Der Kieler Storch

Der Kieler Storch

Gästekurve

Gästekurve

Holstein-Fans

Holstein-Fans

0:1 Cottbus, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

0:1 Cottbus, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Endstand

Endstand

Stadionpanorama I, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Stadionpanorama II, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Stadionpanorama III, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Stadionpanorama IV, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Stadionpanorama V, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus

Haupttribüne, Holstein-Stadion, Holstein Kiel - Energie Cottbus