FC Bayern München – Atletico Madrid 2:1 (1:0)

Fünftes Halbfinale des FC Bayern in Folge in der CL und das fünfte Mal war ich dabei, absoluter Wahnsinn, wenn man die Kartensituation bedenkt, mal wieder hatte ich mein Dabeisein auch nur Kartengott Claus zu verdanken. Mit gemischten Gefühlen nach dem Hinspiel, in dem mal wieder kein Auswärtstor gelungen war, machte ich mich am Dienstag Vormittag auf den Weg nach Stuttgart, wo es mit Hubert erst mal zum Mittagessen im Paulaner ging, ehe ich mich mit Claus in Feuerbach traf und wir uns von dort auf den Weg nach München machten. Die Parkplatzsituation wird auch immer schlimmer, oder sie bleibt konstant sehr angespannt, je nachdem wie man es sehen will, ist schon immer ein ganz ordentlicher Fußmarsch zum Stadion, Kategorie „it’s really too far to walk.“ 😉

Wir hatten „Stehplätze“ in der Südkurve, dementsprechend wurde natürlich auch wirklich gestanden und nach einer schönen Choreo, an der ich immerhin auch mit Fahne und Folie beteiligt war, ging es dann endlich los, immer schlimm mit der Anspannung vor dem Spiel. Ausgang bekannt, auf einen Spielbericht verzichte ich, wer will kann gerne beim kicker nachlesen.

Trotz einer mal wieder sagenhaften Atmosphäre, bis auf die Phase kurz nach dem 1:1, war jetzt leider zum dritten Mal in Folge im Halbfinale Schluss, ich habe Presseberichte nur aus zweiter Hand mitbekommen, aber diesen Schmarrn über den „unvollendeten“ Pep Guardiola brauche ich mir auch nicht antun. Klar haben wir einen bärenstarken Kader, auch im internationalen Vergleich, von dem frühere Bayerntrainer wohl auch geträumt haben, aber trotz allem sind Erfolge, auch und vor allem in der Champions League, keine Garantie. Dass wir im Hinspiel kein Auswärtstor geschossen haben, ist ärgerlich, wir hätten aber genauso gut auch ein zweites Tor kassieren können, von wegen Torres an den Pfosten und so, muss man dann halt mit leben, eher ärgerlich dass beim 1:0 gefühlt die halbe Bayernmannschaft Spalier stand.

Im Rückspiel war jedenfalls alles drin, die Mannschaft bis in die Haarspitzen motiviert, ohne ins offene Messer zu laufen und hätte Thomas Müller den Elfmeter in der 34. Minute, nur 3 Minuten nach dem etwas glücklichen 1:0 durch Xabi Alonsos abgefälschten Freistoß, verwandelt, dann hätte es wohl gut ausgesehen mit dem Finale. So blieb es beim 1:0 zur Halbzeit, ein Fehler reichte um Atletico den Ausgleich zu ermöglichen, das große Manko war insgesamt mal wieder die Chancenverwertung, das 2:1 für Lewandowski fiel trotz eklatantem Zeitspiel der Spanier dann eigentlich noch so zeitig, dass auch ein drittes Tor drin war, da hat dann auch ein bisschen das Glück gefehlt, Alaba und Coman hatten beide ein mögliches 3:1 auf dem Fuß, da hate aber auch Atleticos starker Towart Oblak, der bereits in der 27. Minute (!) wegen Zeitspiels ermahnt wurde und dann trotz wiederholtem Zeitspiel keine Karte sah, etwas dagegen.

Am Schiedsrichter lag es nicht, dass wir ausgeschieden sind, trotz allem hätte man vielleicht eine bessere Ansetzung finden können, beim kicker kommt mir Cüneyt Cakir mit einer 3 doch noch etwas zu positiv weg, dass der Elfmeter, den Torres verschoss, eigentlich ein Freistoß hätte sein müssen, habe ich sogar von der Gegenseite des Stadions vermutet, aber sicher kann man das aus der Entfernung natürlich nicht sagen. Lustig aber auch der Linienrichter, der bei einem Dreikampf an der Grundlinie vor unserer Nase, als der Ball auf der Linie zum liegen kam, nach kurzer Zeit, als der Ball immer noch in der gleichen Position lag, auf Ecke entschied. 😉

Anyway, drei Jahre Pep sind vorbei, die Bayern stand heute, eine Woche nach dem Spiel, mittlerweile auch zum vierten Mal in Serie Deutscher Meiste, davon drei Mal mit Pep – absoluter Rekord, neben all den anderen Rekorden, die in der Zeit noch gebrochen wurden. Ich bin gespannt auf Carlo Ancelotti, unter Pep Guardiola haben wir vielleicht die besten Bayern jemals gesehen, vor allem was taktische Flexibilität angeht, gerade das ging mir bei vielen früheren Trainern ab, dass es im Spiel oft nur einen Plan A gab. Warm geworden bin ich, wie viele andere Bayern-Fans, mit Guardiola nicht wirklich, wobei das auch nicht unbedingt ein Unterschied zu anderen Trainern ist, obwohl die vielleicht ein paar witzigere Pressekonferenzen hatten. War jedenfalls eine geile Zeit, ich drücke die Daumen für das Pokalfinale, dass ich das erste Mal seit langem nicht live in Berlin verfolgen kann, irgendwann reißt auch bei Claus mal die Serie mit dem Kartenglück – aber nach sechs Finals in Serie brauche ich mich auch nicht beschweren. Das nächste Bayern-Spiel vielleicht wieder zum Saisonauftakt der Bundesliga? Oder doch mal wieder Supercup, schon wieder in Dortmund, das lief ja bisher immer super… not. 😉

Achso, da fällt mir doch noch was ein: Atletico, meine Herren, allen voran dieser Simeone, die bewerben sich ja auch nicht gerade um den Titel der sympathischsten Mannschaft. Real und Ronaldo kann ich ja nicht leiden, aber wem ich den Titel jetzt weniger gönne, da hat Atletico sich kräftig bemüht mir die Entscheidung nicht leicht zu machen. Kann man sagen was man will, die Barcelona-Mannschaft unter Pep, die haben nicht nur alles gewonnen, die waren stets auch faire und anständige Verlierer – Nice Guys Finish Last stimmt halt doch nicht immer.

Wieder gewonnen und doch wieder zu wenig...

Wieder gewonnen und doch wieder zu wenig…

Der frühe Vogel… bewirbt sich für London

Nach einem montagmorgendlichen 32 km-Lauf – ja, war endgeil, not – habe ich mich gerade für den London Marathon 2017 beworben – quasi genau ein Jahr vor dem Lauf selbst ist die Bewerbungsphase seit heute eröffnet und gerade mal eine Woche lang. Eigentlich hätte ich es nicht unbedingt ungern wie Kollege Flo – der Verrückte der gestern Halbmarathon unter 1:30 h gelaufen ist – gemacht und mal den nächsten anstehenden Marathon abgewartet, aber das ist halt bei der Bewerbungsfrist ein Jahr vorher einfach nicht drin. Keine Ahnung wie die Chancen stehen, mit 80 Pfund ist die Startgebühr aber im Rahmen und London kann man sicherlich auch mal gelaufen sein.

Nur noch fünf Monate und ich weiß Bescheid... :)

Nur noch fünf Monate und ich weiß Bescheid… :)

Eigentlich war ich ja fest entschlossen, den >30er gestern zu laufen, nach dem samstäglichen eKart fahren hat mir aber dermaßen viel weh getan, unter anderem auch der Kopf, dass an längeres Laufen gestern nicht zu denken war. Hätte ich auf Hildes JGA natürlich auch nicht so brav sein müssen, kann aber ja kein Mensch ahnen dass einem nach dem Kart fahren Muskeln weh tun die man gar nicht kannte, obwohl man sonst eigentlich relativ viel Sport macht. 😉

1. FSV Mainz 05 II – Stuttgarter Kickers 1:2 (0:0)

History repeating, wie schon vergangene Saison ging es auch dieses Mal wieder zum Kickers-Auswärtsspiel an den Bruchweg, dieses Mal allerdings mit umgekehrten Vorzeichen, zumindest was die Kickers betraf, denn letztes Jahr spielte man noch um den Aufstieg mit, dieses Jahr heißt es möglichst noch aus dem Keller rauszukommen, so kann es gehen… Letztes Jahr war das Spiel glaube ich am Sonntag und dementsprechend der Parkplatz gegenüber frei, dieses Mal parkte ich dann um die Ecke, weil ab dem Stadion alle Parkplätze am Martin-Luther-King-Weg für die Polizei reserviert waren, obwohl das Aufgebot deutlich kleiner war als im Jahr zu vor, auch wenn mit insgesamt 998 Zuschauern fast die identische Zahl an Zuschauern vor Ort war wie letztes Jahr (991).

Support von der übersichtlich besetzten Haupttribüne

Support von der übersichtlich besetzten Haupttribüne

Kurz vor Anpfiff schnell eine Karte für den Gästestehplatzblock geholt und noch eine äußerst empfehlenswerte Feuerwurst, dann rein in den recht gut gefüllten Gästeblock. Eile wäre nicht nötig gewesen, in der ersten Hälfte ging nicht viel, die Mainzer standen kompakt und versuchten mit schnellem Umschalten zum Torerfolg zu kommen, dementsprechend die Kickers mit deutlichem optischem Übergewicht und auch mehr Chancen, allerdings nichts zwingendes dabei – auch das 0:0 zur Pause kann unter der Kategorie „history repeating“ abgelegt werden. 😉 Die zweite Halbzeit hatte dann mehr zu bieten, die Kickers gingen nach schönem Zuspiel auf Berko in Führung und nahmen damit Kurs auf einen äußerst wichtigen Dreier, allerdings änderte Mainz danach sein Konzept, nur aus der Defensive heraus zu spielen und konnte etwas mehr als 10 Minuten vor Schluss ausgleichen. Damit nicht genug, eine gute Möglichkeit, das Spiel zu drehen, verpassten die Mainzer auf relativ kuriose Art, nachdem der Ball erst an den Pfosten sprang, von da zurück zu einem Mainzer und der mit dem Ball aber nichts anfangen konnte, das hätte das 2:1 sein können und dann wäre es ganz schwer geworden. So überstanden die Kickers die kurze Mainzer Drangphase nach dem Ausgleich ohne weiteres Gegentor, für das Happy End sorgte dann Markus Mendler in der 82. Minute, als er einen direkten Freistoß zum Siegtreffer verwandelte.

Die Kickers-Fans feiern den Auswärtssieg vor dem Gästeblock - ja, das Netz ist gar nicht nervig

Die Kickers-Fans feiern den Auswärtssieg vor dem Gästeblock – ja, das Netz ist gar nicht nervig

Enorm wichtige Außwärtsdreier, der gepaart mit dem Heimsieg am nächsten Wochenende gegen den Halleschen FC die Kickers bei zwei ausstehenden Spielen auf Platz 15 und sechs Punkte vor die Abstiegsränge führte, bei entsprechend blöden Ergebnissen könnten die Kickers die Saison aber immer noch als 19. beenden! Ein Punkt im nächsten Spiel bei Werder Bremen II würde dann aber zum sicheren Klassenerhalt reichen.

Direkt abgestiegen ist nach dem 36. Spieltag der VfB II, erstaunlich nach wie vor die Situation oben, wo für die Würzburger Kickers noch die Chance besteht, auf den direkten Aufstiegsplatz 2 zu springen, mit vier Punkten Rückstand und ebenso vier Punkten Vorsprung auf den 4. Osnabrück scheint es aber der Relegationsplatz zu werden, trotzdem Hut ab.

Für mich war es das erst mal mit Live-Fußball, eventuell bin ich aber zur Relegation wieder im Land, aktuell sieht es für die Teilnehmer an der Aufstiegsrelegation zur 3. Liga wie folgt aus:

  • RL Nord: VfL Wolfsburg II oder VfB Oldenburg
  • RL Nordost: FSV Zwickau oder Berliner AK 07
  • RL West: Sportfreunde Lotte
  • RL Südwest: Waldhof Mannheim, SV Elversberg (noch im Rennen um den zweiten Platz: Eintracht Trier und Kickers Offenbach)
  • RL Bayern: Jahn Regensburg, 1. FC Nürnberg II oder Wacker Burghausen

Die Paarungen sind 1. Nord – 1. Bayern, 1. West – 1. Südwest, 1. Nordost – 2. Südwest. Mal sehen was dann an neuem Grounds dazu kommt.

Projekt 52.2016.11: Charlie Huston – Sleepless. A Novel

Mit Sleepless stand das vorletzte Buch von Charlie Huston, das ich noch nicht gelesen habe, auf der Liste, wie bei The Shotgun Rule und The Mystic Arts of Erasing All Signs of Death handelt es sich auch bei Sleepless um einen allein stehenden Roman.

Das Buch spielt im Kalifornien einer dystopischen Alternativwelt, in der die Weltbevölkerung von einem Prion heimgesucht wird, das Schlaflosigkeit verursacht und schließlich zu einem schmerzhaften Tod innerhalb recht kurzer Zeit führt. Es herrscht Ausnahmezustand in den USA und bewaffnete Banden kämpfen mit der Armee, wobei in Los Angeles noch ein Anschein von Zivilsation und Ordnung aufrecht erhalten wird. Parker Haas, ein idealistischer Undercover-Polizist des LAPD, geht nach wie vor seiner Arbeit nach und versucht, dem Schmuggel von „Dreamer“ auf die Spur zu kommen, der einzigen Droge, die den mit dem Prion infizierten wenn auch keine Heilung so zumindest Schlaf, ermöglicht. Haas‘ Geschichte ist mit der von Jasper verwoben, einem Auftragskiller, der auf der Suche nach etwas ist, was Haas unwissend an sich genommen hat.

Zu Beginn des Buches fand ich den Wechsel zwischen der Perspektive von Haas und Jasper etwas verwirrend, mit zunehmender Dauer der Handlung wird das aber klarer. Während Hass darum kämpft, dem Dreamer-Schmuggel auf die Spur zu kommen muss er sich nebenbei noch um seine Familie kümmern, seine Frau, die mit dem Prion infiziert ist und sein Baby, bei dem er auch vermutet, dass sie vielleicht infiziert sein könnte. Jaspers Handlungsstrang hingegen ist deutlich anders und erinnerte mich ein bisschen an Bücher von William Gibson, zum Beispiel durch die Person von Lady Chizu, Jaspers Auftraggeberin, die Dinge sammelt, die mit verstorbenen zu tun hatten, zum Beispiel Schreibmaschinen auf denen Abschiedsbriefe verfasst wurden.

Projekt 52.2016.10: Suki Kim – Without You, There Is No Us: My Time with the Sons of North Korea’s Elite

In irgendeinem englischsprachigen On-Board-Magazin, das mir dann eine ganze Weile als Toilettenlektüre diente, gab es eine Übersicht über Neuerscheinungen und unter anderem wurde dabei auch Without You besprochen. Für interessant befunden und gleich besorgt und auch recht zeitnah gelesen, ein sehr interessantes Buch, in dem die Schriftstellerin Suki Kim beschreibt, wie sie getarnt als Missionarin zwei Semester an der Universität für Wissenschaft und Technik Pjöngjang, kurz PUST, die Söhne der koreanischen Elite unterrichtete.

PUST ist die erste Privatuni Nordkoreas und wird hauptsächlich von evangelikalen Christen getragen, insofern erklärt sich zumindest begrifflich auch die Undercover-Rolle als Missionarin und nicht als Lehrerin, obwohl den Lehrenden natürlich verboten ist, den Studenten etwas über Religion zu erzählen. Überhaupt ist die ganze Lehrtätigkeit eine Gratwanderung und es muss immer darauf geachtet werden, was den Studenten vermittelt wird, selbstverständlich ist auch jede Lobpreisung der Welt außerhalb Koreas beziehungsweise das Schlechtmachen von Nordkorea verboten. Schon beim Lesen der Kurzzusammenfassung wunderte ich mich über die PUST selbst und die Motivation die dahintersteht, wo doch das Missionieren klar verboten ist. Die gleiche Frage stellte sich auch Kim, die Antworten, die sie von den „echten“ Missionaren erhielt, gehen in die Richtung dass man, trotz aktuellem Verbot, die Religion zu verbreiten, zumindest einen Fuß in der Tür hat falls sich in Nordkorea etwas zum positiven ändern sollte.

Nach dem Lesen des Buches wundere ich mich noch mehr über dieses seltsame Nordkorea mit seinem mittlerweile dreifachen Personenkult. Die Lehrer durften das Universitätsgelände zwar nie alleine verlassen und mussten auf den wenigen Ausflügen die Fahrtkosten für sich und auch ihre staatlichen Aufpasser selbst tragen, immerhin gab es so aber einige wenige Einblicke in ein völlig abstruses Land mit bettelarmer Bevölkerung außerhalb der Führungskaste. Die Studenten erinnern eher an Schüler und sind natürlich völlig von der Außenwelt abgeschnitten, sie dürfen nicht mal mit ihrer ebenfalls in Pjöngjang lebenden Familie telefonieren. Die Fragen der Studenten und auch ihr Verhalten grenzen schon ans Komische, wäre die ganze Situation nicht so tragisch. Nordkorea ist mir weiterhin ein Rätsel, auch nach dem Tod von Kim Jong-Il hat sich ja anscheinend wenig dort geändert. Der titelgebende Satz „Without You, There Is No Us“ bezieht sich übrigens nicht, wie man vielleicht vermuten könnte, auf die Dozentin, die die Studenten lieb gewonnen haben, sondern natürlich auf einen der Führer des Landes…

Projekt 52.2016.09: Bill Bryson – Notes from a Big Country

Bill Brysons „Eine kurze Geschichte von fast allem“ hat mich seinerzeit sehr begeistert, davon abgesehen habe ich aber von Bryson bisher kein weiteres Buch gelesen. Über die Notes from a Big Country bin ich zufällig in der Englisch-Abteilung der Stadtbücherei gestolpert und es war eines der wenigen der an diesem Tag ausgeliehenen Bücher, das ich auch gelesen habe, das alte Leid, ich nehme doch immer mehr mit als ich dann verarbeiten kann.

Notes from a Big Country ist die Zusammenstellung einer Kolumne, die Bryson schrieb, als er 1995 von England, wo er seit 1997 gelebt hatte, wieder zurück in die USA zog, allerdings nach New Hampshire und nicht Iowa, wo er geboren wurde. Die einzelnen Artikel sind recht kurz, meistens so drei bis vier Seiten, und von Brysons Humor gepräg. Sehr pointiert wundert er sich über viele Dinge in den USA, vom Müllzerkleinerer im Abfluss über die Steuererklärung bis zur endlosen Weite Neu-Englands. Was die technischen Dinge betrifft ist das Buch, erschienen 1999, natürlich nicht mehr zeitgemäß, was aber seinen Charme nur weiter erhöht – äußerst humorig und uneingeschränkt empfehlenswert.

21. Schlappeseppel Marktplatzlauf 2016

Zum zweiten Lauf des Cordenka-Laufcups 2016 ging es mal wieder nach Großostheim zum Marktplatzlauf, wo ich 2014 schon gelaufen bin und meine damalige Zeit von 42:56 min ist immer noch meine zweitschnellste 10 km-Zeit. Nach dem mäßig zufriedenstellenden ersten Lauf am Großheubacher Engelberg hatte ich immerhin etwas Zeit, die Tempohärte wieder ein bisschen herzustellen, insgesamt ist die Form mittlerweile eh wieder recht erträglich, wobei mein Tempo auf die „Mitteldistanz“, also Halbmarathon, wahrscheinlich noch weit von meiner Bestform entfernt ist, zumindest die wöchentlich zurückgelegte Strecke ist aber sowieso gut für die Off-Season, denn vor dem irgendwann im Juli beginnenden 12-Wochen-Plan für den York-Marathon werde ich nicht noch einen Trainingsplan einschieben sondern die zweieinhalb Monate bis dahin „genießen“. 😉

Die Frist für die Voranmeldung hatte ich verpasst und fast hätte ich den Lauf auch ganz abgehakt, am Samstag morgen schüttete es wie aus Eimern, aber kneifen hilft ja nichts, ist bei einem 10 km-Lauf ja auch alles nicht so schlimm, man ist ja nicht so lange unterwegs. Als ich mich dann pünktlich zu Beginn der Nachmeldung um 13:30 auf den Weg nach Großostheim machte, lachte aber die Sonne, Aprilwetter halt. Startnummer geholt, hübsches neongelbes Laufshirt gekauft und zum Glück gesehen, dass der Start um 17:15 ist, nicht um 17:30, wie ich mir irgendwie wieder zurecht gelegt hatte, dann ging es wieder ab nach Hause und um kurz nach vier zusammen mit Supporter #1, Mama K., erneut nach Großostheim, dank des guten Wetters schon im Laufdress kurz/kurz.

Wie schon letztes Mal war um den Marktplatz relativ viel los, das ist halt auch der Vorteil bei einem Rundkurs, vor allem für die Zuschauer, wobei ich immer schwanke, ob ich das toll finden soll oder nicht, hat für den Läufer Vor- und Nachteile. Die Strecke war minimal anders als vor zwei Jahren, damals ging es durch die Haarstraße, dieses Mal durch die Nöthigsgasse nach Norden und dann auf die Grabenstraße, Nerv-Punkte – Anstieg zum Marktplatz und zum Spitzen Turm hoch – waren aber noch vorhanden. Okay, das sind natürlich keine signifikanten Höhenunterschiede, aber bei einem gewissen Tempo merkt man das halt doch.

Nachdem noch ein paar Prä-Start-Bilder geschossen waren, sortierte ich mich ein paar Reihen hinter der Startlinie ein und bei perfektem Laufwetter, sonnig aber nicht zu warm, ging es auf die erste Runde. Lief soweit alles ganz gut und war auch recht schnell sortiert, mit einer Pace von 4:16/km ging ich auf die zweite Runde, wobei mir da schon klar war, dass ich die Zeit nicht halten und damit eine Bestzeit setzen könnte. Leider hatte ich vergessen am Start/Ziel die Rundenzeit zu stoppen, wie ich jetzt aber gerade gelernt habe kann das Sports Track auch in der kostenlosen Version, die nachträgliche Analyse geht also ohne Probleme. Auch ohne dedizierte Rundenzeiten war mir wie gesagt klar, dass die Pace nicht zu halten ist, nachdem ich mich aber noch durch Runde 2 und 3 gequält hatte und die Durchschnittspace noch unter 4:30/km war, schien zumindest das Ziel, mal wieder unter 45:00 Minuten zu laufen, realistisch. Am Start/Ziel, wo Mama Kübert stand, musste ich immer ein bisschen gute Miene machen, man will ja auf dem Foto nicht zu scheiße aussehen, ansonsten war es schon eine rechte Quälerei. Ich hatte mich irgendwann hinter einem Läuferpärchen eingefunden, das ein ganz gutes Tempo ging, im Gegensatz dazu wie ich mich fühlte sah deren Laufstil allerdings sehr kontrolliert aus, Eleganz war bei mir aber an dem Tag und bei dem Tempo einfach nicht drin. Runde 4 war die langsamste, mit 4:33/km aber auch im Rahmen, die letzte Runde brachte ich dann, vielleicht ein bisschen meinem kurzen Zielsprint gedankt, mit 4:31/km zu Ende – Zielzeit mit 44:26 Minuten wie gewünscht unter einer Dreiviertelstunde, juhu!

Alles im Lack also, die Stimmung was Tempoläufer bzw. 10 km-Rennen angeht ist wieder deutlich besser als nach dem Wiedereinstieg ins Training. Den nächsten Lauf im Cordenka-Laufcup muss ich leider ausfallen lassen, weil ich am Wochenende vom 07./08. Mai in England bin, falls sich da aber wie es momentan aussieht kein Spiel für den Sonntag findet – Gillingham gegen Millwall ist wohl ausverkauft bzw. nur für Mitglieder – bin ich am überlegen, ob ich mir nicht einen 10er auf der Insel suchen sollen, falls sich das mit dem Samstagsspiel in Yeovil verbinden lässt. Ansonsten ist der nächste Lauf der HVB City-Lauf am 03. Juni, mal sehen ob ich da für Oma K. eine Geburtstagsbestzeit laufen kann… 😉

P.S.: Vielen Dank an Edelfan Mama K. für die Begleitung und natürlich auch für die Bilder. 🙂
P.P.S.: Für die Statistik: 86. von 239 Teilnehmern, 72. von 181 Männern, 12. von 30 in der M35.

Bilder

Guter Dinge vor dem Start

Guter Dinge vor dem Start

Hang loose captured by Mama K.

Hang loose captured by Mama K.

Zum Marktplatz hoch

Zum Marktplatz hoch

Feels like pain, eh, flying

Feels like pain, eh, flying

Zieleinlauf, wieder nicht schlau geschaut, damn it

Zieleinlauf, wieder nicht schlau geschaut, damn it