Yorkshire Marathon-Training, Woche 5 von 12

Post-Langer Lauf-Verpflegung und was auf der Strecke  halt so weggetrunken wurde

Nach einer Auszeit-Woche (eigentlich Woche 4) und der etwas reduzierten Woche 4 im Zweitversuch war für Woche 5 wieder der reguläre Traininsplan angesagt. Die Fitness war allerdings immer noch wieder leicht fragwürdig, dieses Mal wahrscheinlich aber Nachwehen des Taubertal-Festivals, so dass ich Krafttraining (Schwimmen) und Schwimmen mal außen vor gelassen habe, schon beim letzten Trainingsplan für den New York City-Marathon habe ich aber irgendwann auch das Schwimmen eingestellt, mal sehen ob, wann und wie ich aktuell wieder einsteige, zumindest ein Mal die Woche sollte das schon klappen.

Montag, Donnerstag und Samstag, der eigentlich laut Plan einzige Ruhetag, waren dann diese Woche also frei, die Woche begann dann mit einem 12 km-GA2-Lauf. Mit Ein- und Auslaufen waren es dann 15,5 km, die 12 km selbst lief ich dann irgendwie zwischen GA2 und MRT, die ersten 6 km in 5:12/km, die zweiten 6 km in 5:08/km. Vielleicht nicht ganz clever, da am Mittwoch 10 km MRT anstanden, aber wenn es schon mal wieder halbwegs läuft… Nach etas verkürztem Einlaufen, da ich schon relativ früh auf Betriebstemperatur kam, lief auch der Mittwochs-Lauf schmerzfrei, erste Hälfte in 4:58/km, zweite Hälfte in 4:54/km, passt soweit und stellte mich nach der nicht ganz einfachen jüngeren Vergangenheit sehr zufrieden. Auch das Intervalltraining am Freitag verlief gut, 4 x 2 km in 4:44/km waren angesagt, mit 4:41/km, 4:41/km, 4:38/km und 4:41/km lief ich die Intervalle schmerzfrei minimal schneller, den Hinweis im Hinterkopf, lieber ein Intervall mehr zu laufen als alle Intervalle schneller, aber für ein fünftes fehlte mir dann doch die Motivation beziehungsweise ich wollte es auch nicht gleich wieder übertreiben.

Die Nagelprobe stand dann am Sonntag an, für mich mal wieder 30 km, laut Trainingsplan das erste Mal überhaupt, nach dem völlig desolaten Krankheitslauf vor 3 Wochen war ich extrem nervös, ob es dieses Mal wieder gut laufen würde. Da ich letztes Mal ja an der blödestmöglichen Stelle, 15 km von zuhause entfernt, meinen Einbruch hatte, dachte ich mir ich laufe dieses Mal lieber auf Nummer sicher, also gab es ausnahmsweise mal einen Rundkurs. Um nicht so einen Schönbusch-Effekt – 6 Runden für 30 km – zu haben, wählte ich aber die große Runde bis zur Autobahnbrücke zwischen Hösbach und Wenighösbach, die ziemlich genau 15 km hat, mit zwei Runden war ich also dabei, sollte sich die Fitness als unklar erweisen, wäre aber auch eine Verkürzung der zweiten Runde auf 10 km und optional noch die Runde „um den Block“ mit 5 Kilometern hinterher gegangen, man sieht, es waren alle Eventualitäten abgedeckt, denn im Zweifelsfall hätte ich bei einem Einbruch an der Autobahnbrücke auch die vielleicht zwei Kilometer zu meiner Schwester gehen können. 😉

Der Rundkurs bot mir dann auch die Möglichkeit, auf der ersten Runde noch eine Trinkflasche am Main-Echo zu deponieren, dann ging es den üblichen Weg über Goldbach nach Hösbach, über die Autobahnbrücke und auf der Südseite zurück über den Kugelberg und die Österreicher Kolonie. Ich war positiv überrascht, es lief echt gut und ich musste mich mal wieder einbremsen, die erste Hälfte war dann mit einer Pace von 5:50/km aber doch recht deutlich schneller als die vorgeschriebenen 6:13/km, das alte Leid halt. Bei ausreichender Fitness deponierte ich die mittlerweile fast leere Flasche in einer Hecke an der Pfaffenmühle und ging auf Runde zwei, inklusive Flasche schnappen am Main-Echo, das hatte schon mal alles super geklappt. Auch das Wetter hielt, es blieb bedeckt ohne Regen und als ich den kleinen Anstieg nach der Bahnunterführung am Kugelberg hoch lief entschied ich mich, nach den 10 km in 5:38/km die letzten 5 km im Marathon-Renntempo anzugehen. Das hatte ich glaube ich vor dem Trainingsplan schon mal getestet, eigentlich steht es aber erst für den nächsten langen Lauf an, der dann auch wieder über die Maximaldistanz von 35 km geht. Mit bereits 25 km in den Beinen war das natürlich nicht so ganz entspannt, im Prinzip ging es allerdings doch besser als befürchtet und am Ende stand für die letzten 5 km eine Pace von 4:54/km auf der Uhr, super! Auf dem Rückweg dann noch schnell die Flasche aus der Hecke gezerrt und ein bisschen ausgelaufen, dann kamen mir auch schon Mama, Schwester, die Nichten und der Hund auf dem Weg zum Morgenspaziergang entgegen, so ist das halt, wenn man um 06:00 aufsteht, dann ist man auch mit einem Fast-3h-Lauf recht früh fertig. 🙂

„Endlich“ also mal wieder eine Woche, in der es gut lief, auch wenn ich das so richtig erst für den langen Lauf am Sonntag sagen kann, davor war es doch noch etwas unklar und ich nicht wirklich mit dem Herzen bei der Sache, aber gut, das muss man auch nicht immer sein, solange man das Training trotzdem durchzieht. Der lange Lauf am Sonntag war dann jedenfalls super, auch wenn er vielleicht insgesamt zu schnell war, die 5 km MRT waren jedenfalls für die Psyche gut, um zu sehen, dass das im Prinzip klappt, nach langem langsamem Laufen nochmal das MRT zu gehen. Es stehen jetzt nur noch 4 lange Läufe auf dem Programm, davon die nächsten drei allerdings mit jeweils den letzten 5 km/10 km/15 km in MRT, der letzte ist dann am Mittwoch in der Woche vor dem Marathon ein „gemütlicher“ 32 km-Lauf. In den anderen zwei Wochen sind Wettkämpfe vorgesehen, wobei ich den in Woche 7 geplanten Halbmarathon nicht laufen werde können, da ich da recht kurzfristig einen England-Trip eingeschoben habe. Ob ich dann in Woche 10 einen Halbmarathon anstatt des 10 km-Wettkampfs einschiebe ist eher fraglich, das ist eigentlich schon Tapering-Zeit… Jetzt habe ich jedenfalls eine Woche Zeit, mir zu überlegen, wo ich den ersten der drei 35 km-Läufe laufen werde, im Prinzip hat mir die heutige Route gut gefallen, allerdings müsste ich da ja noch einen 5 km-Schlenker dranhängen…

Achso, eins noch zur Verpflegung: heute mehr nach Durst getrunken anstatt nach Plan, anstatt nur Iso noch eine kleine Flasche pures Wasser dabei gehabt, um die zwei Gels – eins nach 10 km, eins nach 20 km – runterzuspülen, lief eigentlich auch gut. Wobei der Vergleich mit dem letzten langen Lauf natürlich kaum sinnvoll ist. Aber vom Rennen abgesehen macht es wohl nicht so viel Sinn sich sklavische Trink- und Verpflegungsvorgaben zu erstellen.

Zum Bericht von Woche 4b

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Viktoria Aschaffenburg – Würzburger Kickers II 2:1 (0:0)

Es ist etwas mehr als zwei Jahre her, da gastierte noch die erste Mannschaft der Würzburger Kickers am Schönbusch, mittlerweile darf sich die Viktoria mit der Zweitvertretung der Rothosen messen, so schnell kann das gehen. Auch damals war es ein Freitagabendspiel, allerdings zum Saisonausklang Mitte Mai und auch der Andrang war ähnlich, dieses Mal fanden sich mit 523 Zuschauern aber immerhin 90 mehr ein als damals, die Reihen waren aber natürlich trotzdem sehr licht. Für mich gab es natürlich nur die Option Stehplatz, da man es sich auch auf der Hintertortribüne bequem machen kann ist das ja ein völliger No-Brainer, aber schön dass es auch Gönner gibt, die die 4 € Aufpreis für einen Platz auf der Gegentribüne zahlen. 😉

Ausnahmsweise war ich mal sehr pünktlich vor Ort, dank keiner Schlange vor dem Kassenhäuschen dann auch zeitig genug auf der Tribüne, um eine Schweigeminute, ich glaube für einen langjährigen BFV-Funktionär, mitzumachen und den Anstoß zu sehen. Das schönste in der ersten Halbzeit war der recht frisch verlegte neue Rasen, der wirklich wunderschön anzuschauen ist, was sich darüber abspielte, war allerdings nichts zum Zunge schnalzen. Die zweite Mannschaft der Kickers hatte ich ja erst vor kurzem in Neumarkt 4:0 baden gehen sehen und so erwartete ich mir dann von der Viktoria doch ein bisschen mehr als nichts gegen den Tabellenvorletzten. Zu Beginn war die Viktoria feldüberlegen, die Kickers standen sehr tief, als von der Viktoria allerdings wenig bis nichts nach vorne kam fanden die Gäste etwas Mut und rückten nach ungefähr zwanzig Minuten etwas von der totalen Defensive ab, spielerisch waren die Rothosen dann der Viktoria sogar überlegen. Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware und ich hätte auch nichts verpasst, wenn ich mich hinter der Tribüne auf den Weg zum Verpflegungsstand gemacht hätte, ich zog es aber trotzdem vor, oben herum zu gehen, man gibt die Hoffnung ja nicht auf. 😉

Eine Rote und eine Apfelschorle später machte ich mich dann auf den Weg auf die Hintertortribüne, um die zweite Halbzeit sitzend zu verbringen, in der Hoffnung dass die Viktoria ein bisschen was auf das Würzburger Tor bringen würde. Im Gegenteil münzten aber die Gäste ihren Mitte der ersten Halbzeit begonnen Aufwärtstrend in zählbares um, kaum war wieder angepfiffen als Würzburg nach einem Freistoß in Führung ging. Die Viktoria zeigte allerdings die richtige Reaktion und spielte auf ein Mal deutlich besser nach vorne, Lohn war nach etwas mehr als einer Stunde der Ausgleich durch Kevin Wittke, dieses Mal nach einem Eckball. Eine Viertelstunde vor Schluss dann die nicht unverdiente 2:1-Führung durch Sascha Wolfert, schönes Kopfballtor nach ebenso schöner Flanke von Philipp Beinenz. Die Viktoria hätte danach auch den Sack zumachen können, wackelte aber nochmal, Würzburg unter anderem mit einem Treffer an den Außenpfosten, über ein Unentschieden hätte man sich nicht beschweren können. Die Gelb-Rote Karte in der 89. Minute für den erst in der 78. Minute eingewechselten Marius Trippel – zwei Fouls im Mittelfeld – hatte dann zum Glück keine Konsequenzen und im dritten Heimspiel der Saison gab es nicht nur den ersten Sieg sondern sogar die ersten Punkte auf eigenem Platz überhaupt.

Bereits am kommenden Mittwoch, 24.08., gibt es das nächste Heimspiel, dieses Mal allerdings im Totopokal gegen den 1. FC Schweinfurt, mal sehen ob ich mir das anschaue. Ansonsten besteht auch die Option für das nächste Liga-Heimspiel am 02.09., ebenfalls ein Freitag, denn nach England geht es an diesem Wochenende erst am Samstag früh.

Versöhnlicher Abschluss bei schönem Wetter. Man beachte das feine Geläuf.

Versöhnlicher Abschluss bei schönem Wetter. Man beachte das feine Geläuf.

Projekt 52.2016.18: Bohumil Hrabal – Ich dachte an die goldenen Zeiten. SZ-Bibliothek Band 76

Noch deutlich vor den trotz der Kürze des Buches langwierigen Landschaften nach der Schlacht hatte ich begonnen, Bohumil Hrabals Ich dachte an die goldenen Zeiten zu lesen. Vom Umfang her ist das Buch ähnlich den Landschaften nach der Schlacht, auch die Struktur ist sehr ähnlich, wobei Hrabal die vielen Unterbrechungen einfach als Absätze handhabt und nicht als eigenständige Kapitel.

In Ich dachte an die goldenen Zeiten beschreibt Bohumil Hrabal, einer der bedeutendsten tschechischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts (mir bis zu diesem Buch mal wieder völlig unbekannt), seine Ehe aus der Sicht seiner Frau. Ich fand es etwas schwer, in das Buch hinein zu kommen, auch wenn es von der Erzählweise her nicht sonderlich komplex ist und im Wesentlichen davon erzählt, wie Hrabal gerne mal einen über den Durst trinkt und mit allen gut Freund ist. Wenn man mal in der Geschichte drin ist und größere Teile am Stück liest, was bei mir zeitlich gesehen relativ lang dauerte, weil ich eigentlich immer nur einzelne Abschnitte las, dann ergibt sich eine zum Großteil ziemlich witzige Geschichte, die zum Teil allerdings auch tragisch ist, als es um den Einmarsch der Truppen des Warschauer Paktes in die Tschechoslowakei 1968 geht. Am Ende gibt es aber ein Happy End und eine neue Wohnung mit Badezimmer und fließend Wasser. 😉

Mehr Bohumil Hrabal? Nicht ausgeschlossen, aber erst mal eher unwahrscheinlich, auch wenn mir das Buch am Ende, als ich große Teile am Stück gelesen habe, doch recht gut gefallen hat.

Projekt 52.2016.17: Juan Goytisolo – Landschaften nach der Schlacht. SZ-Bibliothek Band 80

Mal wieder ein Buch aus der SZ-Bibliothek, das mir einerseits einen mir bisher nicht bekannten Autoren brachte, mit dem ich mir aber auch mal wieder ziemlich schwer getan habe. Juan Goytisolo ist ein spanischer Schriftsteller, der sich auch als Journalist und durch Aussagen zur politischen Situation, zum Beispiel im Spanien Francos, einen Namen gemacht hat; seine Werke waren in Spanien von 1963 bis zu Francos Tod 1975 verboten. 2014 wurde Goytisolo mit dem Cervantespreis ausgezeichnet, einem der wichtigsten Literaturpreise in der Spanisch sprechenden Welt. Im Prinzip macht der hier natürlich äußerst gekürzte Lebenslauf durchaus Lust auf Goytisolo, was ich mit hier zur Besprechung stehenden Landschaften nach der Schlacht anfangen soll, weiß ich allerdings nicht so genau.

Auf gerade Mal 150 Seiten findet man über 70, nun ja, Kapitelchen, die einen arg seltsamen Protagonisten beschreiben. Der Namenlose lebt in Paris alleine in seiner Wohnung, in der Nachbarwohnung wohnt seine Frau, mit der er allerdings nur durch Zettel verkehrt, die er unter der Tür durchschiebt. Klingt seltsam, spielt aber allerdings nur eine Nebenrolle, hauptsächlich geht es in den Kapitelchen unzusammenhängend hin und her, mal tagträumend, mal durch Paris streifend. Prinzipiell ist das Buch oder zumindest die Übersetzung ganz humorig beschrieben und man kann denke ich durchaus einen gesunde Prise schwarzen Humor unterstellen, der tiefere Sinn hat sich mir allerdings nicht erschlossen.

Sechs Monate Lesezeit für so ein schmales Buch zeugen davon, wie schwer ich mir damit getan habe, am Ende war es im Wesentlichen ein Kraftakt, der mich die restlichen 60 Seiten am Stück fertig lesen ließ. Lust auf mehr Goytisolo hat das Buch eigentlich nicht gemacht, aber in sein Hauptwerk, eine Trilogie aus den Romanen Identitätszeichen, Rückforderung des Conde don Julián und Johann ohne Land, würde ich doch gerne mal reinschauen, alleine um sehen ob der Stil auch so abstrus ist wie in den Landschaften nach der Schlacht.

Yorkshire Marathon-Training, Woche 4b von 12

Vergangene Woche war ja krankheitsbedingt Pause, diese Woche war dann der vorsichtige Wiedereinstieg mit Wiederholung von Woche 4 geplant, allerdings stand dem laut Trainingsplan geplanten 10 km-Wettkampf am Samstag das Taubertal-Festival 2016 im Weg. Ehrlich gesagt muss ich zugeben, dass seit dem letzten langen Lauf, bei dem ich wohl der Kränkelei Tribut zollen musste, mein Mojo verloren gegangen ist. Ob die sommerliche Erkältung schwerer wog als befürchtet und so lange Nachwehen hat, ich weiß es nicht, vielleicht liegt es auch daran dass ich vor dem Trainingsplan bereits zu intensiv trainiert hatte, jedenfalls tue ich mir bei den schnelleren Einheiten arg schwer und sehe momentan einen wenig freudvollen Marathon in York auf mich zukommen. :/

Fakt ist jedenfalls, dass ich nach akzeptablen 1.500 m Schwimmen am Montag das dienstägliche 7 x 1.000 m-Intervall gegen einen GA1-Lauf tauschte, von wegen eine Woche Pause gemacht und nicht gleich wieder zu arg einsteigen. Am Mittwoch lief ich dann den für den Donnerstag geplanten 8 km-Marathon-Renntempo-Lauf, der alles in allem auch akzeptabel lief, wenn auch nicht easy-peasy, so hatte ich dann immerhin den Anreisetag nach Rothenburg am Donnerstag als Ruhetag.

Eigentlich wollte ich dann am Freitag früh den 7 x 1.000 m-Lauf an der Tauber nachholen, da es allerdings bis mittags regnete und ziemlich kalt war ließ ich das Laufen dann ausfallen, ist halt auch schwierig wenn man keine unmittelbare Duschmöglichkeit vor Ort hat. So ein Festival ist dann auch ohne Alkoholkonsum ziemlich anstrengend und nach dem langen Freitag verschlief ich quasi den Samstag morgen, so dass es nur am Sonntag zu einem Lauf entlang der Tauber reichte. 12 km sind jetzt auch kein Rekord und das Tempo war auch nicht besonders, die zweite Hälfte dann aber doch ganz akzeptabel schnell, mit dem vielen Festival in den Beinen wohl eh okay.

Immerhin also trotz Festival drei Mal gelaufen, dass der 10 km-Wettkampf ausgefallen ist, ist glaube ich halb so schlimm. Vom Festival aus da jetzt groß irgendwo hin fahren wäre halt auch ziemlicher Quatsch gewesen, der einzige in Frage kommende Lauf war glaube ich in Roth, Genuss wäre das aber auch eh keiner geworden. Das Intervalltraining an der Tauber wäre auch nur bedingt geil geworden, denn entgegen meiner Vermutung ist die Streckenführung dort alles andere als eben, wie man es von den Wegen am Main entlang kennt. Mal sehen was Woche 5 bringt, in der doch ein ganz ordentliches Pensum mit 30 km-Lauf am Sonntag auf dem Plan steht…

Zum Bericht von Woche 4

Zum Bericht von Woche 5

SSV Jahn Regensburg – Hansa Rostock 2:0 (0:0)

Highlight des „Oberpfalz-Trips“ war das samstägliche Heimspiel von Jahn Regensburg gegen Hansa Rostock, stand doch die Continental Arena nach Regensburgs Aufstieg in die 3. Liga auf der Liste der fehlenden Profi-Grounds. Nach dem freitäglichen Spiel in Neumarkt war ich, cachebedingt, bis kurz vor Bayreuth gefahren, am Samstag ging es dann auf einen Schwenk ostwärts und dann immer weiter Richtung Regensburg. Recht zeitig war ich dann vor Ort und wählte die Tiefgarage der Universität als Parkplatz, bei den doch unerwartet sommerlichen Temperaturen willkommen im Schatten gelegen. Der Fußmarsch zum Stadion dauert von dort etwas länger als eine Viertelstunde, was aber durchaus verschmerzbar ist bei den Vorteilen – kostenloser Parkplatz im Schatten anstatt 4 € für einen Parkplatz in der prallen Sonne. Von außen her macht das Stadion schon was her, deutlich mehr als das alte Stadion auf jeden Fall, das ja im wesentliche nur eine Tribüne hatte, von der Brücke über die Autobahn aus hat man auch einen schönen Blick auf darauf.

Ich hatte mir ausnahmsweise mal eine teure Karte gegönnt, Gegentribüne Mitte für – 3. Liga, gell – 32 €! Umso verwunderter war ich, dass ich keine freie Sicht auf das Spielfeld hatte sondern die Kommentatoren-Pulte den Blick auf den Bereich um die Eckfahne versperrten – gehört sich für den Preis nicht, auch wenn es nicht wirklich schlimm war. Ansonsten hatte ich Glück, dass der Platz am Gang, direkt neben mir, frei blieb, so hatte ich genug Platz, mich auszubreiten und konnte auch mal ab und zu einen Blick auf Bernd Schmelzer werfen, der für das Fernsehen kommentierte. Das Stadion erinnert innen etwas an Mainz, von wegen verglaste Ecken, und ist natürlich ein reines Fußballstadion. Sehr markant sind die filigranen Flutlichtmasten, die sich über dem Dach der Längsseiten erstrecken. Die Südtribüne ist eine reine Stehplatztribüne für die Heimfans, der Gästeblock befindet sich dementsprechend auf der gegenüberliegenden Seite im Norden. Zwei Anzeigetafeln befinden sich an den Dächern der Schmalseiten, ein bisschen VIP-Kram befindet sich logischerweise im oberen Bereich der Haupttribüne. Nette Kiste mit Platz für 15.224 Zuschauer, beim ersten 3. Liga-Heimspiel war das Stadion mit 7.683 Zuschauern fast genau halb voll.

Auf jeden Fall empfehlenswert ist die Stimmung in Regensburg, auch die Gästefans ließen sich nicht lumpen, war sehr schön anzuschauen und anzuhören. Wie schon in Neumarkt blieb auch hier die erste Halbzeit torlos, wobei es in Neumarkt ja ein Tor gab, nur war ich da noch nicht im Stadion. 😉 Das Spiel war relativ ruppig und nach einem halbwegs munteren Auftakt war nicht mehr viel Spielfluss vorhanden. Die Führung für die Gastgeber fiel dann nach einem rech unnötigen, aber wohl offensichtlichen Elfmeter gerade mal fünf Minuten nach Wiederanpfiff, Geipl verwandelte souverän. Regensburg spielte mit der Führung im Rücken besser, das 2:0 nach etwas mehr als einer Stunde durch einen direkten Freistoß brachte dann die Entscheidung, Rostock konnte nach vorne einfach nicht genug Druck erzeugen.

Nach dem Spiel ging es, abgesehen von einem Cache in Nürnberg, direkt zurück nach Hause, zum Glück war der Verkehr am Samstag Nachmittag/Abend sehr überschaubar, ganz im Gegenteil zum Freitag. Nächster und letzter fehlender Ground in der 3. Liga beziehungsweise den Ligen 1 bis 3: Stadion Zwickau.

Bilder

In Kürze…

ASV Neumarkt – Würzburger Kickers II 4:0 (1:0)

Für das erste Heimspiel von Jahn Regensburg am Samstag hatte ich mir relativ zeitig eine Karte gewichtelt und wollte eigentlich Samstags hin und zurück fahren, dann sagte mir aber der Kicker, dass die Viktoria am Freitag Abend in Feucht zu Gast sei – praktisch, kann man ja durchaus mitnehmen, Bayernliga-Grounds gibt es ja noch genug, auch wenn ich meinen Fokus eigentlich nicht so weit nach unten lege und die Grounds auch oft wenig attraktiv sind. Für die Viktoria in Feucht wäre mir das egal gewesen, das heimische Team kann man ja auch in einem weniger ansehnlichen Stadion unterstützten, um Feucht musste ich mir dann aber gar keine Gedanken machen, denn in der Tat spielte die Viktoria erst am Samstag. Gut dass ich dem Kicker-Matchkalender nicht mehr blind vertraue, sonst wäre ich mal wieder dumm da gestanden, so merkte ich es vorher und war mir unklar ob es jetzt wirklich nur einen Tagestrip gibt, am Ende behielt ich den Plan aber bei mit der Variation, dass es am Freitag halt nach Neumarkt ging und nicht nach Feucht, also eigentlich kein großer Unterschied.

Ich machte mich sehr zeitig auf den Weg, weil ich noch ein bisschen cachen wollte, der Verkehr erwies sich aber als Vollkatastrophe, so dass ich am Ende nicht mal pünktlich zum Anpfiff in Neumarkt war. Immerhin hatte ich Glück und es wurde gerade ein Parkplatz direkt am Stadion frei, so dass ich das Auto keine 100 Meter von der Gegengerade abstellen konnte. Das „Stadion Deininger Weg“ hat immerhin eine ganz ansehnliche, überdachte Haupttribüne, eher witzig ist die Gegentribüne, eigentlich eine klassische kleine Stehplatztribüne, auf der sich mittig einige Sitzplätze befinden, natürlich nicht überdacht. Ansonsten gibt es umlaufend noch ein paar Stufen und eine unbebaute Seite, insgesamt ganz sympathisch.

Verpasst hatte ich dann die 1:0-Führung für Neumarkt, die wohl das Beste in der ganzen Halbzeit war, ansonsten war nämlich wenig geboten so dass mir selbst die halbe Stunde bis zum Pausenpfiff lang wurde. In der Pause kurz Verpflegung geholt, dann eine halbe Runde um das Stadion gedreht, um noch ein paar Fotos von der Haupttribünenseite aus zu machen, da blieb ich dann auch sitzen, was sich dann als goldrichtige Wahl erwies, denn Neumarkt zeigte in der zweiten Hälfte einige sehenswerte Angriffe und schenkte den Würzburgern innerhalb einer Viertelstunde drei Tore ein.

Nach dem Spiel ging es noch eine Runde weiter cachen, ehe ich dann mein Nachtlager unweit von Bayreuth aufschlug.

Bilder

Haupttribüne

Haupttribüne

Gegentribüne

Gegentribüne

Jubel nach dem 2:0

Jubel nach dem 2:0

Gegentribüne mit Berg-Panorama

Gegentribüne mit Berg-Panorama